Alle Artikel mit dem Schlagwort: Unabhängigkeit

Der Wahnsinn #Reisegedanken

Von dem Wahnsinn, der nur bei Tageslicht erscheint Während ich ganz verrückt daran glaube, dass jeder auf seine Weise schön ist und Schönheit ja wohl außerdem im Auge des Betrachters liegt, erstelle ich in meinem Inneren eine Liste, was ich denn so mache, um mich schön zu fühlen und frage mich, ob das alles für mich passiert oder da vielleicht doch so etwas ist, wie ein Bild, eine diffuse Vorstellung von dem, was Schönsein eigentlich bedeutet. Klar liegt das sich Schönmachen schon immer irgendwo zwischen der Natur und Kultur des Menschen, aber die Idee keine unabhängige Vorstellung von Schönheit zu haben, sondern immer irgendwie, irgendwo durch ein gesellschaftlich konstruiertes Ideal beeinflusst zu sein, ist spätestens seit Emanzipation & Individualisierung, unbequem unerwünscht.  Allerdings taucht so dann und wann der Gedanke auf, ob nicht ein Ideal schuld ist, dass Menschen ihren Körper nicht gerne mögen, Essstörungen entwickeln, sich Schönheitsoperationen unterziehen und schlechte Gedanken haben. Dass wer schön sein will, leiden muss. Schmerzhafte Haarentfernungsmethoden, Frieren im Winter und unbequeme Jeans lassen mich zweifeln, an meiner gänzlichen Unabhängigkeit. In …

Ich bleib‘ übrig

Übrigbleiben klingt erstmal ziemlich scheiße. Ich bleib’ übrig. Ich bin das, was nirgendwo reinpasst, verlassen oder aussortiert wurde. Ich bin das, was noch da ist, wenn alles anderen geht. Bin ich mein eigener Fels in der Brandung? Bin ich die Person, an der ich mich festhalten sollte, wenn die Dinge den Bach hinuntergehen – geht das überhaupt? Und ist das egoistisch? Ein kleines Donnerstagabend-Gedankenwirrwarr. Am Dienstag habe ich fast drei Stunden in einem Wartezimmer verbracht. Es war spät und mein Fuß hat gepocht. Aber ich habe mich entschieden, hierher zu kommen. Neben mir sitzt ein Paar, die Frau hat sich am Rücken verletzt, der Mann gießt Wasser in einen Plastikbecher und reicht ihn ihr. Gegenüber von mir sitzen zwei Freunde, der eine am Arm verletzt, der andere kümmert sich um Krankenkarte und Unterschriften. Auf einmal fällt mir auf: Nur du bist hier ganz allein. Da ist niemand, der dir gerade hilft. Irgendwie kommen mir sofort die Tränen, wahrscheinlich weil mich dieser Gedanke so plötzlich erwischt und weil ich vorher überhaupt nicht daran gedacht habe. Denn …