Alle Artikel mit dem Schlagwort: trauer

Alle Jahre wieder – und wenn nicht?

Als ich vor ein paar Wochen durch die licht- und dekorationsüberflutete Stadt lief, vorrüber an Weihnachtsbuden, Eisbahn und durchgestylten Schaufenstern, kam mir eine Frage: Was hat Weihnachten überhaupt noch für eine Bedeutung für uns? Warum jedes Jahr aufs neue ein Zeitabschnitt, in dem eine Fassade aus dem Nichts auftaucht und für ein paar Wochen so tut, als ob? Was gibt uns diese Zeit eigentlich? Dass nicht jeder Weihnachten feiert, dürfte klar sein; egal ob aus religiösen oder anderen persönlichen Gründen. Jedoch können wir uns alle, egal ob wir Weihnachten feiern oder nicht, schlecht gegen die Flut von vorweihnachtlichen Konsumgütern, übertriebener Dekoration und Gedudel im Radio wehren. Die Weihnachtszeit ist in meinen Augen nur noch die Zeit von Konsum und Profit. Uns allen ist klar, warum Weihnachten eigentlich gefeiert wird. Aber was sich daraus entwickelt hat, ist irgendwie seltsam. Ich frage mich immer, warum es gerade die Weihnachtszeit ist, die so von der Allgemeinheit zelebriert und kommerzialisiert wird. Warum ist es beispielsweise nicht Ostern? So viele Fragen, auf die ich keine Antwort weiß. Unser schon angesprochenes …

Licht sehen

Wo fängt man an, zu erzählen, wenn sich in den letzten Monaten das gesamte Leben um 180 Grad gewendet hat? Wie findet man die richtigen Worte, wenn es keine gibt? Von welchem Standpunkt aus erzählt man, wenn einem ständig der Boden unter den Füßen weggerissen wird? “Um das hier zu versteh’n Braucht es Hirne und Herzen Von nie da gewesener Größe” Dies wird kein Blogpost, in dem ich erzähle, wie verdammt gut es mir geht und wie super ich klarkomme. Es geht um die Realität. Das Ende des Lebens.  Den Tod. Und darum, wie ich damit umgehe. Meiner Meinung nach sollten sich nicht nur die Menschen damit auseinandersetzen, die es gerade selbst erleben, sondern jede Person, egal in welcher Lebenslage. Denn so blöd es auch klingt: Der Tod kann immer und hinter jeder Abbiegung warten, dich abholen, betreffen und mitnehmen, auch wenn du es am wenigsten erwartest. That’s reality, Freunde. Nach den ersten, ganz dunklen Wochen, in denen ich eigentlich gar nichts Richtiges mit mir anzufangen wusste, außer irgendwie zu funktionieren und über die ich …

So, wie ich es sehe /2

So, wie ich es sehe. Die Worte fehlen noch, deswegen sind wir mit einigen Photographien aus den letzten beiden Wochen wieder da und es wird ab jetzt wie gewohnt weiter gehen. Trotzdem ist nichts, wie es vorher war. Denn es ist nicht nichts, alles ist jetzt irgendwie anders. – Photos von Luka  

Trauer: und wieder aufstehen

Das Text-Gekritzel ist an dem Tag entstanden, bevor meine Oma gestorben ist. Alle in der Familie sind sich einig – lange geht das so nicht mehr. Wir sind zu Besuch bei ihr zuhause, wo sie bis zum Ende ihres Lebens gelebt hat und wurde von meiner Tante versorgt wurde Zur Altersschwäche wurde sie sehr krank. Gestern, als ich an ihrem Bett stand, ihre Hand gehalten habe und meine Unterlippe unkontrollierbar zitterte,  hatte sie mir noch gesagt „Keine Angst, so schnell werd ich nicht sterben“. Heute kann ich sie gar nicht mehr ansprechen. Sie trägt eine Maske, die mühsam Sauerstoff in ihre Lungen pustet. Ihre Augen sind geschlossen. Leidet sie? Ist sie schon woanders? Ich kann sie nicht mehr greifen, nicht ansprechen, nur ihre Hand halten und warten.. Ich laufe durch das Haus. Sehe Bilder von ihr – mit Kindern, Enkeln, in jungen Jahren auf dem Traktor, schick zurechtgemacht mit einem Sektglas an Silvester. Das Leben ist so fragil, denke ich, wir haben ja keine Ahnung. Mein Opa ist am 10.01.2016 gestorben und seit diesem Tag …