Alle Artikel mit dem Schlagwort: schweigen

Niemandem zur Last fallen #Mut(Ich)

Lange Zeit habe ich niemandem mehr vertraut. War mir selbst am nächsten wenn es darum ging, Entscheidungen abzuwägen oder auch Vergangenes aufzuarbeiten. Nicht, weil ich nicht gern jemanden gehabt hätte, sondern weil ich niemandem meine Lasten aufbürden wollte. Habe den Personen die Chance genommen, für mich da zu sein, die Hilfe, die ich angeboten bekommen habe, nicht angenommen und stattdessen alles mit mir selbst ausgemacht. Gelogene Wahrheiten Ich hätte gerne jemanden gehabt, der da ist, mir zeigt, dass ich nicht alleine bin. Konnte die Gesellschaft anderer aber gleichzeitig auch nicht ertragen. Hab mir über die Jahre selbst Wahrheiten antrainiert, an denen ich festgehalten habe, an die ich mehr geglaubt habe, als alle Worte der anderen je aufwiegen könnten. „Du bist eine Last“, „Du bist anderen zu viel“, „So bleibt niemand bei dir“, „Du willst die anderen nicht belasten“, „Sie verdienen es nicht, sich Sorgen zu machen“ sind nur einige Gedankengänge, an die ich festgehalten, nein, an die ich mich gekrallt habe. Weil ich es nicht ertragen konnte und wollte, dass ich jemandem etwas bedeute und …

Reden ist eine Entscheidung #Mut(Ich)

Oft habe ich das Gefühl, über nicht genug Wissen zu verfügen, um auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen.Meine Meinung äußern zu dürfen, auch wenn ich nicht alles weiß. Dabei gibt es – egal in welcher Zeit wir uns gerade auch befinden – immer Themen und Diskussionen, über die es sich zu reden lohnt und die es notwendig machen, dass man sich traut, seine Gedanken zu teilen. Ich würde selbst von mir behaupten eine wissbegierige und lernbereite Person zu sein, die viel Neugier besitzt und sich der Masse und Vielschichtigkeit von Problemen und Themen bewusst ist. Dennoch ist mir auch bewusst, dass es unheimlich viel gibt, von dem ich nichts weiß – oder zumindest nicht ausreichend – um eine hörenswerte Meinung artikulieren zu können. Dachte ich. Denn umso mehr mir bewusst geworden ist, wie viele Themen ich nie werde tiefgründig erkunden können, sei es aus Mangel an Zeit, subjektiven Erfahrungen etc., desto mehr merke ich, wie wichtig ist es, zu reden. Sich zu trauen, auszuformulieren, was einen beschäftigt und sich zu positionieren. Natürlich gibt es Themen, …

Was ich zu sagen lerne /9

Manchmal frage ich mich, ob ich einfach schweigen sollte. Einfach wieder schweigen sollte. Ich äußere mich noch gar nicht lang. Nicht in diesen Situationen. Es ist ein neues Selbstvertrauen. Ich ergreife nun öfter das Wort. Aber ich bekomme Gegenwind, wenn ich sage, was ich denke. Vielleicht behalte ich meine Worte dann einfach bei mir. Bis da jemand ist, der sie an sich nehmen will. Bilder und Worte von Nora (und 1x von Cro, Song “Baum”). Mehr von “Was ich zu sagen lerne”.

Das Ende des Schweigens #Mut(Ich)

Ich habe es versucht.Wollte im Guten auseinander gehen, mich ausreden, statt bloß rauszureden, sagen, wieso es mir geht wie es mir geht. Euch all die Dinge erzählen, die ihr verpasst habt, als wir nicht miteinander geredet haben. Wollte zurück, aber für euch ging es weiter. Ohne mich. Mittlerweile sind Jahre vergangen, seit ich mich mit zwei meiner besten Freunde auseinander gelebt habe. Es ist etwas vorgefallen, worüber wir nicht gesprochen haben, erst nicht sprechen konnten, weil keiner wusste wie. Und die Worte, ebenso wie der Mut, fehlten, um zu sagen, was los ist, ohne den anderen zu verletzen. Doch habe ich nicht nur euch verloren, sondern auch einen Teil von mir. Weil ich schon immer jemand war, der sich zu leicht von anderen abhängig gemacht hat. Sich nur erlaubt hat glücklich zu sein, wenn alle anderen es auch waren. Und ich nur vollkommen ich sein konnte, wenn ich bei euch war. Von einem auf den anderen Tag sind wir nicht mehr aufeinander zugelaufen, sondern aneinander vorbei. Ohne das Lächeln, das sich sonst geformt hat, sobald wir uns gesehen …

Reden ist Gold

Für die längste Zeit meines Lebens war ich ein stilles Mädchen. Habe ich lieber geschluckt, als etwas zu sagen. Oder etwas zu entgegnen; meinen Standpunkt zu verteidigen. Und ich wäre wahrscheinlich auch still geblieben und hätte weiter in mich hinein geschrien, wenn ich nicht an den Punkt gekommen wäre, an dem es hieß: Du hast nichts mehr zu verlieren. Solche Wendepunkte können augenöffnend sein. Sie sind in jedem Fall befreiend. Auf einmal sind Dinge, über die ich mir immer Gedanken gemacht habe, nichtig geworden. Es war mir egal, was von mir gedacht oder gehalten wurde, denn entweder, es kommt jetzt zum großen Aufschrei oder eben nicht. Ganz nach dem Motto: Es kann eh nichts mehr passieren, was die Lage verschlimmern würde. Es kann entweder so bleiben, sich manifestieren – oder besser werden. Und wie es besser wurde. Indem ich meinen Mund aufgemacht habe – und damit meinen Kopf, mein Herz, meine Seele – wurde ich erst wirklich als diejenige wahrgenommen, die ich bin. Eine Person mit Gefühlen, Ängsten, Nöten. Eine, die nicht alles hin nimmt …