Alle Artikel mit dem Schlagwort: Schubladendenken

Das Leben in vollen Zügen. Über den Schmerz.

Ich bin auf dem Weg zum Bahnhof. Der Himmel ist bedeckt und ich fröstle, gerade hatte ich Sportunterricht, zwei Stunden Volleyball. Dritte Runde. Wir brauchen schließlich einen Gewinner. „Mädels, ihr spielt gegeneinander, nicht miteinander! Zielt in die Lücken und strengt euch ein bisschen an, oder wollt ihr verlieren?“ Nein. Straßenbahn. Leere Augen schauen an mir vorbei in Smartphones, Rücken werden sich zugekehrt und zwischen allen Fahrgästen befinden sich mindestens drei Sitzplätze Abstand. Auch ich brauche Abstand, will endlich nach Hause.  Im Bahnhof angekommen lacht mich mit gebleichten Zähnen aus den Gesichtern glücklicher Familien – Vater, Mutter, Kind und Hund – der rohe Kapitalismus aus. Bunt, glänzend und schreiend grell, aber vor allem gierig, sehr gierig. Mir wird ein bisschen schlecht. Als ich durch die kalte Unterführung an der Nische der Arbeits-, Obdach-, Perspektiv- und Wertlosen vorbei mit schnellem, aber unhörbarem Schritt und einem Drücken in der Brust hoch zum Gleis steige, ist der Zug schon da. Er ist alt, ein bisschen schäbig und schon sehr voll. Ich setze mich gleich in den ersten Wagon, gegenüber …

Hallo liebes Schubladendenken #wasgehtab

Es steckt in uns allen. Bis zu einem gewissen Punkt, ist es menschlich. Schubladendenken. Ob in der Schule, Zuhause oder beim Shoppen, kommen wir damit in Kontakt.  Dieser Text ist entstanden, um positive und negative Aspekte dessen anzusprechen, aber auch, wie wir einen Weg finden können, um aus dem negativen Teil herauszukommen. Schule: Täter oder Mitläufer? Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, woher eigentlich dieses Schubladendenken kommt. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt wusste ich gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Als Kind ging man sowieso anders an die Sachen heran. Doch dann. Sechste Klasse. Lateinunterricht. Mein Lateinlehrer erklärte uns, wie man am besten lernt: „Ihr müsst euch Lernen wie eine Kommode vorstellten. Jede Schublade ist ein Bereich. Jeder Bereich hat dann nochmal kleine Kästchen. Wenn ihr jetzt einen lateinischen Text übersetzt, müsst ihr die Schubladen und die Kästchen öffnen. So arbeitet euer Gehirn.“ Na toll, und jetzt? Jetzt weiß ich, wie man logisch und analytisch denkt. Doch ist das alles? Wäre mein Gehirn eine Maschine, würde das Schubladendenksystem bestimmt prima funktionieren, …