Alle Artikel mit dem Schlagwort: Reisen

minimalistisch reisen

Ich ärgere mich immer darüber, dass ich zu viele Klamotten eingepackt habe. Meistens nehme ich mehr Kleidungsstücke mit, als Tage, an denen ich weg bin. Und dann ärgere ich mich. Der Ärger fängt meist schon beim Verlassen der Haustür an, weil mein Koffer so unendlich schwer ist. Und dann muss ich all den Kram auch noch die ganze Zeit mit mir herumtragen. Aber das werde ich jetzt besser machen. Als ich neulich am Flughafen stand, habe ich mir so sehr gewünscht, einfach mal komplett ohne Tasche zu fliegen und genau darum soll es heute gehen: Wie kann man es schaffen, so minimalistisch wie möglich zu reisen? Wir haben alle dieselbe Erfahrung gemacht: man braucht viel weniger, als man denkt. Macht euch mal bewusst, dass man auch waschen kann. Und wenn ihr wirklich etwas wichtiges vergessen haben solltet, dann könnt ihr es auch nachkaufen, und zwar im Ausland meistens noch günstiger als in Deutschland. Natürlich sollte man zum Beispiel auf die Klimabedingungen achten, aber grundsätzlich ist es egal, ob du über ein Wochenende in eine Großstadt …

Der perfekte Ort

Ich bin bis zu meinem Abitur ein einziges Mal umgezogen. Mit drei Jahren, von unserer Wohnung in der Kleinstadt in das Haus, das meine Eltern gebaut haben, im Dorf daneben. Ansonsten habe ich meine komplette Jugend bis zu meinem 19. Lebensjahr in einem einzigen, kleinen Ort verbracht. Ihn verhasst, weil man so wenige Möglichkeiten hatte. Weil sich die Leute nie änderten, man nie den Freundeskreis wechseln konnte, weil jeder jeden irgendwie kannte und nie ein neues Gesicht einfach irgendwo dazu stößt. Das Dorf hat ca. 500 Einwohner, von denen schätzungsweise 70 Prozent über 75 Jahre alt sind. Eine einzige Mitschülerin von mir kam auch aus dem Dorf. Alle anderen waren auf die umliegenden verteilt. Zum Einkaufen oder Freunde besuchen musste man entweder zwei Kilometer laufen oder die Eltern bitten, gefahren zu werden. Ich fühlte mich eingekesselt, unverstanden und irgendwie nicht frei genug an diesem Ort. Ich wollte Abwechslung und vor allem ganz viel Neues sehen. Ich suchte nach dem perfekten Ort für mich.                 Nach dem Abitur bewarb ich mich …

Über Hirngespinster und Angst

Ein paar Gedanken zu Angst und Überwindung. Gestern um diese Uhrzeit saß ich noch im Flieger. Ich hatte Angst; Angst vor der ungewohnten Umgebung, die mich erwarten sollte. Davor, keine meiner liebsten Menschen um mich zu haben und zu vermissen. Außerdem hatte ich Angst vor der unendlichen Tiefe, die sich unter mir befand. Stundenlang über dem Ozean, stundenlanges Gedankenkreisen. Ich machte kein Auge zu. Die größte Furcht bereitet mir jedoch der Terror. Momentan passieren so viele schreckliche Dinge auf dieser Welt und es ist okay, Angst zu haben. Jedoch spielt sich ein sehr großer Teil lediglich in unseren Köpfen ab. Angst vor einem Terroranschlag ist ein Hirngespinst. Es ist nicht nur fast ausgeschlossen, dass man tatsächlich selbst zum Opfer eines Terroristen wird, Terror wird in Wahrheit auch eher als etwas wahrgenommen, das anderen zustößt, nicht einem selbst. Also stelle ich mich jetzt meiner Angst. Ich bin an meinem Reiseziel angekommen und freue mich. Ich fühle mich sicher und fange an zu genießen. Wir sollten uns unserer Angst und vor allem der Angst vor dem Terror stellen und …