Alle Artikel mit dem Schlagwort: prosa

Verloren gegangene Worte

Dann richtet sich das dumpfe Gefühl wieder gut ein. Rutsch meinen Mund runter, macht sich breit in meinem Bauch. Legt sich auf meine Lieblingscouch und übernimmt die Fernbedienung. Ich bin an so vielen Stellen offen Die Wachstumsschmerzen lassen nach dem ersten Wachsen nicht nach.Kommen immer wieder in Schüben und fühlen sich so endlos an. Und niemand scheint darüber zu reden.Ich möchte die Stellen nicht länger neu zusammen kleben.Meine Vase ist zerbrochen und ich kann sie nicht wieder, wie früher, einfach zusammen kleben. Es braucht ein neues Normal.Und wir müssen das alle lernen. Nicht nur bei anderen sagen, es ist okay. Jeder darf schwach sein. Auch wir selbst. Wir sind alle irgendwo gebrochen.Und vielleicht muss man auch einmal komplett brechen.Damit es gesund verheilt.Und endlich richtig zusammen wächst. Meine Hände greifen von alleine nach Geländern, Blättern, Händen. Wollen mir immer wieder zeigen, so fühlt sich das Leben an. Was würde ich dir erzählen, wenn ich könnte? Vom Rhababerkuchen? Von meinem neuen Schreibtisch? Meinen Blumen? Von der Leere, die nie still ist? Von den Küssen? Der Krankheit? Der …

morgens um vier

Mittags am Küchentisch   Manchmal ist mir das Leben zu lebhaft, dann habe ich zu viel gelebt, dann habe ich zu oft ja gesagt zum Leben. Dann macht sich Melancholie breit, die von dem Roten runtergespült wird. Zusammen mit dem grauen, beißenden Rauch, der erst in den Bauch schwebt, dann nach oben in meinen Kopf steigt, die Gedanken verdrängt. Gedanken, Erinnerungen an mein Leben, dass mir gerade zu viel ist. Gedankenerinnerungen, die abwärts das Weite suchen, dann an meinen Schultern vorbei, Fingerspitze, Bauchnabel, Kniescheibe, Fuß. Erinnerungen, die sich an den linken Fuß ketten, auf der anderen Seite mein Herz, das mir grad in die Hose gerutscht ist. Und weiter, weiter bergab zum Knöchel. Ich weiß nicht welche Last mehr an meinem Fuß zieht, mich vom Gehen abhält. Mein Schlurfen kommt zum Stehen. Leben, sagen sie. Sag ja zum Leben. Aber manchmal will man nicht. Manchmal ist das, was ist, das, was man weiß und das, was vor einem liegt schon zu viel. Dann musst du dich hinsetzen. Dann braucht die Melancholie Platz, der Rauch, das …