Alle Artikel mit dem Schlagwort: Produktivität

Eine Entschuldigung an mich selbst

Das Semester ist vorbei. Endlich. Wie immer war alles stressiger als geplant, wie immer habe ich mehr gemacht, als ursprünglich geplant und wie immer habe ich bestimmte Sachen bis nach ganz hinten aufgeschoben. Ich habe außerdem drei Jobs gehabt und versucht, alles so cool wie möglich zu auf die Reihe zu kriegen und nebenbei noch kreativ zu sein. Die Realität: Ich habe seit Wochen weder in mein Notizbuch geschrieben noch eine Collage gemacht. Gelesen habe ich mühselig 30 Seiten in einem Buch, auf das ich mich lange gefreut habe. Ich vergesse Termine, komme ständig zu spät, hänge hinterher, und fange mit diesen Blogpost ungefähr eine Stunde, bevor er online gehen soll, an. Ich mache alles nur noch halbherzig und will, dass die Ergebnisse trotzdem hundertprozentig sind. Ich muss etwas ändern.  Ich dachte, dass mich die Quarantäne-Phase entschleunigt hätte. Ich habe ausgemistet, Podcasts gehört, war viel spazieren und habe jeden Abend ein neues Rezept ausprobiert. Ein paar Wochen lief das auch super, bis sich irgendwann das kleine böse Teufelchen wieder auf meine Schulter gesetzt und gesagt hat: …

Über die Wichtigkeit von Pausen

… und jetzt sitze ich eben hier in meinem Bett und schreibe. Es gibt wahrscheinlich kaum etwas, was wichtiger für die Produktivität ist, als Pausen. Zumindest für langanhaltende, nachhaltige Produktivität. Zumindest denke ich so. Weil ich merke, wie sie mir fehlen, die Pausen, und wie dies Auswirkungen auf mein Machen und Schaffen hat. Ich könnte diesen Text auch „Eine Ode an Pausen“ nennen. Weil ich oft dazu tendiere, Oden an die Sachen auszusprechen, die ich selbst zu kurz kommen lasse. Also widme ich jetzt mal einen ganzen Text der Wichtigkeit, ja, dem Unabdinglichsein, des Nichtstuns. Priorität hier, Priorität da Seit Weihnachten hatte ich keine Woche Urlaub mehr. Maximal 2-3 Tage hab‘ ich mal nichts gemacht. Aber auch an diesen Tagen hatte ich im Hinterkopf, was als nächstes zu tun ist. Weil drei Tage einfach nicht genug sind. Sie sind im Großen und Ganzen Spektrum gesehen gar nichts. Seit Dezember also jongliere ich meine diversen Aufgaben tagein, tagaus. Zuerst mal studiere ich. Das konnte ich bis vor 9 Monaten noch mehr oder weniger hintenanstellen. Aber dann …

Das Home-Bootcamp

6 Uhr am Dienstagmorgen, der Wecker klingelt. Eigentlich habe ich keine Termine, muss nirgendwo sein, theoretisch könnte ich ausschlafen. Wir befinden uns in einer globalen Pandemie und ich hab seit vier Wochen außer zum Einkaufen und Spazierengehen meine Wohnung nicht verlassen. Trotzdem steht heute viel auf meiner To-Do-Liste, also als erstes Handy an und gucken, was ich über Nacht verpasst habe: Mein Instagram Feed ist voll von Workouts, perfekten Kaffees in perfekt eingerichteten Homeoffices und immer und immer wieder: „Nutz die Quarantäne, um all die Dinge zu tun, für die du sonst keine Zeit hast.“ Ausmisten, endlich den Roman schreiben, oder Mandarin lernen. Ich bin ein Opfer der Hustle Culture: Den Großteil des Tages verbringe ich damit, zu arbeiten. Der Rest der Zeit wird um die Arbeit herumstrukturiert und möglichst produktiv genutzt. Aber ich bin nicht die einzige: Hustle und Grind sind zu Mantren für eine ganze Generation geworden. The grind never stops. Das „millionaire-mindset“ wird mit Stolz getragen: Push dich über deine Grenzen hinaus und du kannst alles sein, was du willst. Immer mehr, …

Einfach anfangen ist gar nicht so einfach

*Dieser Text teilt meiner Gedanken bezüglich meiner Kreativität und Produktivität im Allgemeinen, aber auch während der Corona-Pandemie. Ich fühle mich oft nicht gut und unproduktiv und versuche in diesem Text zu erklären, wie ich dagegen vorgehen kann. Trotzdem möchte ich auch nochmal erwähnen, dass wir alle gerade rein gar nichts müssen. Wir müssen keine neue Tätigkeit lernen, nicht jeden Tag Yoga machen oder anderweitig produktiv sein. Du bist okay so, wie du gerade bist, auch wenn du die ganze Zeit nur im Pyjama im Bett liegen kannst. Das ist okay. Wir gehen alle gerade durch eine gemeinsame, traumatische Erfahrung. Nicht alle haben gerade überhaupt dieses Privileg, diese Pandemie in etwas Produktives umzuwandeln. Eigentlich ist diese Zeit gerade – künstlerisch gesehen – genau das, was ich mir immer gewünscht habe. So oft habe ich meine Freunde vollgeheult, wie gern ich doch einfach ein paar Wochen frei hätte. Frei von irgendwelchen Pflichten, frei von sozialen Kontakten. Und wie sehr ich diese Zeit dann nutzen würde, um künstlerisch zu arbeiten, um produktiv zu sein und um endlich meine …

Was war, was ist, was wird.

„Wenn die Gegenwart versucht, die Vergangenheit zu beurteilen, dann wird die Zukunft verlieren.“ Winston Churchill Was war. Dass früher alles so viel besser war, haben wir alle schon einmal gemacht. Viel zu oft trauern wir der Vergangenheit hinter her. Doch was geschehen ist, ist nun einmal geschehen und ändern kann man seine Vergangenheit sowieso nicht. Gleiches gilt auch für diejenigen, die sich vielleicht für ihre Vergangenheit schämen. Das Wichtigste ist zu verstehen, dass wir genau jetzt lebt, und eben nicht in der Vergangenheit. Die liegt nämlich schon viele Jahre, Monate, Stunden oder Sekunden zurück. Wir können jedoch aus unserer zurückliegende Zeit lernen. Dass man aus Fehlern lernt, stimmt nämlich wirklich. Wir wissen nun, was wir nicht noch einmal machen sollten, was wir vermeiden sollten. Wenn wir den gleichen Fehler wie in der Vergangenheit begehen, dann ist es schon kein Fehler mehr, sondern eine Wahl. Was ist dir lieber, weiter in den Erinnerungen stecken zu bleiben oder das Hier und Jetzt zu genießen? Man kann die Vergangenheit nicht ändern, die Gegenwart und die Zukunft jedoch schon. Wir sollten also …