Alle Artikel mit dem Schlagwort: Poesie

Die verdrehen, was ich bin

“I am not what I think I am, and I am not what you think I am. I am what I think you think I am.“ Charles Horton Cooley I. Als ich dich das erste Mal traf und als du da so saßt, habe ich keine schwitzigen Hände bekommen. Meine Herzfrequenz blieb konstant. Was danach lustig war weil ich zitterte jedes Mal sobald ich dich wieder sah. Aber damals, in diesem Moment, war ich ein unbeschriebenes Blatt Papier. Und ich fühlte mich ausgeglichen als ich in deine Augen sah und du mir Geschichten aus meinem liebsten, noch nicht gehörten Märchenbuch erzählt hast. Ich sage nicht, andere Nächte waren nicht auch voller Momente – aber diese war unkompliziert. Nur lag ich zu oft nachts wach und hoffte, dass du es tust. Und selbst eine Nachricht zu tippen fiel mir schwer. Vielleicht hätte ich dir auch ganz klassisch einen Brief schreiben können. Nur wusst’ ich nicht, wie. Mit immateriellen Wörtern war in vielen Schriftzügen und Farben mein Blatt bereits voll: Von dem was du und ich – …

Was ich zu sagen lerne /5

Mit diesen Bildern und Worten will ich eine Metamorphose zeichnen. Will etwas beenden. Will etwas neu anfangen. Will das, was jetzt ist. Und dies mit in die Zukunft nehmen. Festhalten. Vor allem jedoch: all die Gefühle nie vergessen. Denn von dem, was war, kann ich viel lernen. Zum Beispiel was ich nie wieder so möchte. Oder an welchen Stellen ich mich bessern muss. Wie gut Veränderung doch ist. Wie gut es doch ist, das wir alle unterschiedlich sind. Dass wir uns mit dem einen Menschen so fühlen und mit dem anderen so. Bilder und Texte von Nora. Ein was hat auch ihre Mama gesagt. Ein was hat Taylor Swift in “King of my Heart” gesungen.

Lieblinge im November

Jedes Jahr fürchte ich mich ein bisschen vor dem November. Dunkelheit, Kälte, der erste Schnee, Leute, die bereits komplett die Fassung mit ihrer Weihnachtsdekoration verlieren. Nie bin ich melancholischer und meist schlechter gelaunt als im November. Doch auch diese Zeit muss ich überstehen und viele schöne Dinge helfen mir auch dabei. Um ein paar der schönsten soll es heute hier gehen. Eines der schönsten und bewegendsten Bücher die ich je gelesen habe, hat mich gleich Anfang des Monats erfreut: Kitchen von der japanischen Schriftstellerin Banana Yoshimoto. Gehört habe ich von ihr schon einige Male, doch habe nie irgendetwas von ihr gelesen. Im Frühjahr las ich eine Rezension über Kitchen und war nicht abgeneigt. Noch im April habe ich das Buch gekauft, aber seither im Schrank stehen lassen. Im Nachhinein weiß ich: was für ein Fehler. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei die ersten beiden Teile zusammengehören und der dritte Teil eine für sich abgeschlossene Geschichte mit völlig anderen Personen erzählt. In den ersten beiden Teilen, die wie das Buch auch Kitchen und Kitchen …

Geduld

In einer Welt, die von Zahlen kontrolliert, unabdinglich messbar und konkurrenzfähig bleiben muss, in einem Land, das so hoch angesehen für seinen wirtschaftlichen Erfolg und seine sozialen Strukturen ist, in einer Stadt, in der die Bahnen im drei Minuten Takt die von Menschenmassen überlaufenen Bahnhöfe passieren, bleibt eines meist auf der Strecke. Die Geduld. Von Klein auf haben wir gelernt, den geraden Weg zu gehen. Das Ziel vor Augen, unermüdlich darauf hin arbeitend, das zu erreichen, was wir oder andere uns wünschen. Auf einer großen, breiten Strasse lässt es sich besser laufen als über kleine, enge Pfade oder durch verwinkelte Gassen. Wir warten nicht mehr auf den richtigen Moment. Wir wollen jetzt, was wir wollen und wir wollen es schnell, vergessen dabei allzu oft anzuhalten, mal kurz inne zu halten. Denn durchhalten, durchhalten ist das, was wir müssen. Und oft wird uns erst dann, wenn wir am Ziel zu sein scheinen, klar, wir hätten uns auf dem Weg doch noch etwas mehr umschauen, etwas mehr durchatmen, etwas mehr anhalten sollen. Geduld bedeutet nicht, die Zügel aus der Hand …

Poesiesammlung

Deine Liebe ist ein Fluss Lass mich in ihm ertrinken. Du bist das Schiff, lass mich dein Hafen sein Und kehre immer wieder bei mir ein. Dein Körper ist das Meer Lass meine Blicke baden, Und wenn dir andre schaden Lass mich die Zuflucht sein. Du bist die Erde Lass mich die stille Blume sein. Wo sonst, wenn nicht in deiner Liebe, Kann die Freude mir gedeihen? Wer sonst kann mir so viele Blüten schenken Und jeden Kelch Mit heißen Tränen tränken? Deine Wangen sind Rosen Deine Blicke der nächtliche Himmel, Denn dein Auge trägt die Gestirne Und alle schönen Sterne. Ich küss dich so gerne… Du schmeckst nach Wein Lass mich die Rebe sein.   Du kamst Und küsst mir meine Wunden. Dein Kuss er brennt nur, bis er heilt Du legst die Hände auf: sie glühen. Jeden Schmerz und jede Wunde Habe ich mit dir geteilt, Und die Stelle, die heut brennt, Wird dank dir bald wieder blühen.   Und einmal brach ich, liebestrunken, eine Aster Aus dem Garten deiner Augen. Vergrub sie …

Wann bin ich mein?

Tag für Tag Druckt man mich zurück In den dunklen Keller meiner Kindheit Ohne Licht und Zuversicht Für Wochen bleib ich darin Liegen Und weiß nicht wie mich zu biegen Um die Schmerzen zu umgehen, die Worte in Armeen mir bescheren. Steh ich wieder auf beiden Füßen Im Sonnenlicht Fängt der Kreis an sich zu drehen. Tag für Tag Denk ich mir Irgendwann bin ich gefunden Und nicht an das Alte gebunden. – Emma Hecht ist fast 17 Jahre alt, schreibt für ihr Leben gerne Gedichte und lebt in der Nähe von Regensburg. Manchmal veröffentlicht sie auch Gedichte auf den Jugendseiten ihrer Lokalzeitung, der Freistunde.

glaub mir

okay? (not) okay glaub mir, ich hab es schon meinem ex-freund zu erklären versucht. meine ständige eifersucht. warum ich vorgab, alles wäre okay, obwohl es das ganz sicher nicht war. warum ich ihm nicht vertrauen konnte. warum ich so war wie ich war. er hat es nicht verstanden. nach der trennung war ich erleichtert. ich hatte den mut, schluss zu machen. ich hatte den mut aus dieser traurigen beziehung auszubrechen, einen schlussstrich zu ziehen, neu anzufangen. ich stand nun wieder alleine da. naja, zumindest fast. denn da warst du. ich kannte dich schon lange, schon fast ein jahr. du warst älter, klüger, leidenschaftlicher. du warst die person, die alle meine erwartungen erfüllte. übertraf. glaub mir, ich wollte alleine bleiben. ich wollte an mir arbeiten. mich akzeptieren und lieben lernen. ich wollte aufhören, mich täglich mit anderen zu vergleichen, aufhören, jeden tag meine fehler zu suchen und endlich meine stärken finden. ich wollte vorbereitet sein. vorbereitet auf dich. aber wie hätte ich nein sagen sollen? wie hätte ich widerstehen sollen? meine hand in deiner als wir …

Frühlingsgefühle

Nach diesem wunderschönen Wochenende, das uns so mit Sonne verwöhnt hat, haben wir heute zwei Gastgedanken-Gedichte, die sich rund um das Thema Frühlingserwachen und Glücklich-sein drehen, für euch! Das erste Gedicht hat die Verlosung aus unserem Livestream gewonnen, in dem wir Euch die Aufgabe gestellt hatten, innerhalb von 20 Minuten etwas Kreatives, dass ihr gerade oder kürzlich gemacht habt, an uns zu schicken. Das zweite wurde per Mail bei uns eingereicht. Zueignung – von Dominik Du Frühling meines Lebens! Leg dich nieder in den schönsten Farben. Wiege mich in deinen Zweigen, Die voll sanfter Blüten strahlen; Tauch mich hinein In deinen blassblauen Himmel. Deine kalten Lippen lass mich kosen. Küss mich! Überschütte mich mit Rosen! Und aus deinen Kronen Lass die Düfte auf mich regnen. In deinen Augen blühn’ die Astern, Stahlblaue Wolken Ziehn’ um dein Gesicht. Sprich zu mir und lass die Lerchen singen, Lass deine Stimme wie einen Zug Von Vögeln mich umringen! Die bittersüßen Früchte Deines Körpers will ich schmecken, Meine Knospen voller Sehnsucht Deinem Glanz entgegenstrecken; Liebe mich in deinem Schein, Lass …