Alle Artikel mit dem Schlagwort: Poesie

Diffuse Gefühle

Was bleibt– von Anonym Dieses diffuse Gefühl, die Schatten zwischen den Sonnenflecken. Alle vier Jahre erneuern sich die Zellen meines Körpers mit den Bildern an meiner Wand und die Strukturen der Systeme verschieben sich. Die Tapeten sind dann abgeraut und einmal zu oft überstrichen, die Finger ausgerenkt und verirrtes Licht malt Halbmonde zwischen meine Schulterblätter. Die Musik bleibt, der Himmel bleibt, stagnierende Blues wie ein nie endender Sommerregen, der Haut und Haare durchdringt und schließlich auf dem Schlüsselbein nachklingt.  Komm schon, komm schon, du zerrst ungeduldig an meiner Hand und an meinen Haaren, ein Neuanfang.  Also schäle ich mich aus meinem Kokon aus Transparentpapier, Schicht für Schicht, aber meine Haut ist immer noch blass und übersät von fremden Geschichten. Das grelle Licht brennt Muster auf meine Netzhaut und schneidet meine Gedanken in Bruchteile. Scharfe Kanten, Scherben ohne Reflektion. Gestern habe ich meine Lieblingsfarbe vergessen und morgen wird es vielleicht mein Name sein. Die Musik bleibt, der Himmel bleibt, die Schatten zwischen den Sonnenflecken sind meine ewige Konstante. Alle vier Jahre erneuern sich die Zellen meines …

Erstmal nur zuhören #Facettenreich

Wichtiger Hinweis: In diesem Artikel werden sensible Themen über mentale Gesundheit und Gewalt behandelt. Falls Du Hilfe brauchst, hier die Nummer der Telefonseelsorge: 0800 1110111. – Das Innere mit der Welt teilen. Ob auf Social Media, in Buchform oder ganz direkt vor Publikum. Wie erreicht man Leute mit seiner Kunst? Und wie gibt man Leuten eine Bühne, die sonst häufig ignoriert werden? Soraya schafft es, die Themen, die sie bewegen in Gedichten, Texten und Bildern auszudrücken. Durch ihre Kunst regt sie nicht nur online zum Nachdenken an: Vor Kurzem hat sie in Berlin ihr erstes Lese-Event für People of Color veranstaltet. Wir sprechen über Poesie, Politik und Projekte. Hallo Soraya. Wir beide haben uns durch das Lese-Event Honest Hour kennengelernt, das du ins Leben gerufen hast. Was ist der Gedanke hinter der Honest Hour? Das hat so angefangen, dass mein Freund und ich überlegt haben, dass wir unsere Texte gerne mal vor Publikum lesen würden, so Spoken-Word-mäßig. Wir wollten ein bisschen mehr in die Welt und in Kontakt mit Leuten treten. In Berlin gibt es …

Manchmal

Manchmal vermisse ich nichts und niemanden so sehr wie dich. Manchmal vermisse ich uns – oder die Idee von uns. Ich bin mir da nicht so recht sicher. Waren wir je mehr als meine Idee von uns? Oder war die Idee nur in meinem Kopf; und so weit weg von dir und der Realität, wie der Horizont, wenn man am Meer steht? Manchmal vermisse ich uns und manchmal glaube ich, dass ich ohne dich und die Idee von uns, eine Leere in mir spüren würde, die ich nicht zu füllen wüsste. Manchmal glaube ich, dass du mir die Poesie gibts, die ich brauche, um glücklich zu sein. Die Poesie, aus der ich all meine Kreativität schöpfe, aus der ich nehme, was ich kreiere. Doch vielleicht ist die Idee von uns, oder einfach nur wir, auch das Produkt eben dieser Poesie. Manchmal weiß ich nicht, was erst da war – du oder meine Poesie. Doch es ist auch egal. Denn jetzt seid ihr beide da, die Poesie und du, euch kann ich wohl nicht mehr trennen. …

Und wir lachen zusammen

selten, viel seltener als früher sitzt du still vor mir und lächelst. häufiger, viel häufiger als früher bewegte sich dein Lächeln zu einem  lauten  glücklichen  Lachen. und wir lachen zusammen. — und immer bist du da heute noch viel mehr  als noch im letztes Jahr. — unsicher darf man sein  denkst du  aber das sollte niemals abschrecken. und vielleicht ist es genau das, um was es eigentlich geht. — ich war verletzt und dann war ich enttäuscht, aber du enttäuschst mich nie. — ich denke immer alles muss gut sein aber ich muss lernen, gut muss nicht perfekt sein. — du machst mich glücklich.  wollt ich dir nur mal eben sagen. ganz kurz. – Das Schreiben von Gedichten und kleinen Texten bedeutet für Mira, Momente und Gefühle zu verarbeiten und festzuhalten. Sonst hört sie viel Musik, tanzt und trinkt Tee. In Zukunft möchte sie mehr von der Welt sehen und mutiger werden.  Das Beitragsbild ist von Luka.

Nicht länger ein Verzicht

Grade, möchte ich mal alleine sein Mal mit mir sein Bei mir sein Und da mal verweilen, In dem Zustand, mein Herz mit niemandem zu teilen Denn manchmal, Fühlt es sich an als Würde ich sinkenUnd dabei ganz langsam ertrinken, Weil ich da bin und du nicht Und das Vertrauen in mir dann manchmal bricht Ich hab gedacht, Vielleicht änderst du mal deine Sicht Und in meinem Leben gibt es dann mehr Licht, eines Tages wach ich auf und bin dir wichtig, denn das sind Töchter ihren Vätern doch, richtig ? Aber unsere Geschichte sieht anders aus Und deinetwegen versteck ich mich in diesem Haus, In dem niemand an mich rankommen kann Irgendwo da, wo ich auch nicht versagen kann Wärst du da gewesen, Wär’ ich anders drauf Vielleicht ruhiger und bedacht, Aber du hast über mich noch so viel Macht Und ich bin rasend und so Wütend Wütend auf mich selberUnd auf so vieles um mich rum Wütend auf die WeltSo sehr, dass ich ihn ihr verstumm Ich hab gedacht, Ich hätte dich hinter …

wie du nur so schön sein kannst

wie du klingstund wie du riechstund wie du michals ganzes siehst wie du sie hältstund zu ihr sagstmit deiner handnur du vermagst zu helfen ihrem atem schwerund ihr verstandsehnt sich so sehrnach dir. ihr bauch,er lernt es sich zu hebenendlich wiedersich zu regenspürt sie ihr herzdie welt bewegen und wie sie anfängt das zu fühlenwill sie nichts – sich nie mehr rührennicht zurück zu all den qualenvon den‘ sie singendie sie malen viel zu groß für ihn und sichsie kann das nicht nicht so, lasst losihr sie – ihr alleängste, los – ihr süchtigengedanken gehthinfort, wo immer ihr nur weit, weit weg – so weitvon hier dass eure rufesie nicht kriegennichts finden mehrsie zu verbiegen sie zu fesselndas ihr wisst – ihr könntzu gut.doch lasst, lasst los. sowie sie weintihr haltet festihr kleines lebenzu vergebenzu verschenkenzu vergessennichts im anblickzu ermessen das seid ihr sowie sie weintgreift deine handist da aberzu dünn die wandum schutz zu währenvor den tiefgedankenleeren sie wünscht sich doch nur eins so sehrein leben das ertragbar wär die einsamkeitsolch eine wie hiersie bringt …

Gedichtsammlung

Fühlermädchen – von Fabia zögernd hält sie ihrem Leben die Hand entgegensetzt einen Schritt in die Sonnefühlt, wie die Sonnenstrahlen die Angst besiegenein Windhauch streift ihren Körper, den sie beginnt zu liebenihre nackten Füße beginnen zu der leisen Melodie ihrer Seele zu tanzenund mit jeder Drehung schließt sie ihr neues Leben mehr in ihr neugieriges Herz. Autobahnblume – von Jülide  Eine Autobahnblume, das bin ich,Den Wind im Gesicht, dann wieder im Nacken,Kühl, windig.Bis die Sonne mich rettet.Jeder fährt an mir vorbei und sieht mich nicht an,Nur bei Stau, denkt sich,Wie fühlt sich die Pflanze, oder doch Blume?Nicht einmal meinen Namen wissen diese Menschen.Wie würde es mir gehen, hier so einsam und verlassen Tut ihr das gut?Gefällt es ihr vielleicht sogar?Stellte sich der PKW–Fahrer diese Fragen Und manche wären gerne ichund manche bemitleiden meine Einsamkeit.Aber das ist gut so,vielleicht ist es meine  MissionDich, Ihn, Euch zum Denken  anzustacheln. Loslassen – von Fabia Sommertraumgespinste mit dir in meinem Kopf werden von den Sonnenstrahlen des nächsten Morgenwachgeküsstund während ich das Alleinseinübekitzelt die Sonnemein Gesicht  Blüten in Meereswellen – von Charlotte Die Berührung. Die Berührung seiner Hand …

While in a blizzard

Reading the poems of my mother Getting lost in the lyrics of my son After some months’ timeI find myself being freeLiving in a state, whichdespite all my current longing I would never have imaginedas being reachablefor someonelike meI belongto the angels in front rowGiving it all out there, all they have With their hearts laid openAnd their words freedKnowing, there isno judgement to expectno tension to worry aboutno silence to fear Looking back, I ́m freezing Entangled in icy needles Running up and down my spine Like a blurry blizzard trying to get a hold on me, againAs I ́m dragging myself through shame Shame, shame, shameHow on earthdid I become blindTo what I needTo what I amTo what I lovemore than sadnessmore than coldnessmore than pain Keep running, I ́m telling myself Don ́t you dare to look backGo with herGo with him 22.05.2019 Hanna, 22, studiert Psychologie und steht gern früh auf. Sie verbringt viel Zeit in der Natur und auf Konzerten, schreibt Songs und Gedichte und macht sich (manchmal zu viele) …

Endlich ankommen

Und nun, sitzen wir hier und genießen, genießen uns und die Welt scheint so entfernt, so weit entfernt. Sitzen hier, als gäbe es kein morgen mehr, kein morgen, das uns wieder in die Welt zurückholt. Sitzen hier, so sorgenfrei, so gelassen, so erleichtert. Und dann brechen wir wieder auf, doch es bleibt, dieses neue Gefühl der Zufriedenheit, welches wir mehr brauchten denn je. Und nun sind wir glücklich, glücklicher denn je und haben das Gefühl, endlich angekommen zu sein. – Die schönen Worte sind von Bianka. Sie ist 18 und geht noch zur Schule, verbringt ihre Freizeit sehr gern mit Freunden, aber auch mal allein mit einem guten Buch.

Schön hier, oder?

Mir tropft der Regen auf die Haut und ich bleib’ sitzen, weil’s so schön ist, hier mit dir und weil du alles bist, was ich brauch’. Du bist das, das Beste, das Schönste, das Wertvollste. Das, in meinem Leben. Still schweigend  neben dir, lachend und weinend, nur mit dir, immer wieder und für immer. Du. Ich will dich nicht suchen, ich will dich einfach finden, ich will mich nicht alleine fühlen, weil ich ohne dich nicht ich bin. Bald sind wir alt, also lass’ uns jetzt, nur für diese zeit, einfach so bleiben wie wir sind, damit wir später wissen, dass wir waren, wie wir immer wollten. Es gibt keinen Ort an den du gehst, ohne dass ich bei dir bin. – Mira liebt Sonnenuntergänge, Tee, das Meer, tolle Konzerte und Sommerabende. Sie macht gerne Fotos von allem und jedem und schreibt ihre Gedanken in kleinen Gedichten und Texten nieder.