Alle Artikel mit dem Schlagwort: Poesie

Geduld

In einer Welt, die von Zahlen kontrolliert, unabdinglich messbar und konkurrenzfähig bleiben muss, in einem Land, das so hoch angesehen für seinen wirtschaftlichen Erfolg und seine sozialen Strukturen ist, in einer Stadt, in der die Bahnen im drei Minuten Takt die von Menschenmassen überlaufenen Bahnhöfe passieren, bleibt eines meist auf der Strecke. Die Geduld. Von Klein auf haben wir gelernt, den geraden Weg zu gehen. Das Ziel vor Augen, unermüdlich darauf hin arbeitend, das zu erreichen, was wir oder andere uns wünschen. Auf einer großen, breiten Strasse lässt es sich besser laufen als über kleine, enge Pfade oder durch verwinkelte Gassen. Wir warten nicht mehr auf den richtigen Moment. Wir wollen jetzt, was wir wollen und wir wollen es schnell, vergessen dabei allzu oft anzuhalten, mal kurz inne zu halten. Denn durchhalten, durchhalten ist das, was wir müssen. Und oft wird uns erst dann, wenn wir am Ziel zu sein scheinen, klar, wir hätten uns auf dem Weg doch noch etwas mehr umschauen, etwas mehr durchatmen, etwas mehr anhalten sollen. Geduld bedeutet nicht, die Zügel aus der Hand …

Poesiesammlung

Deine Liebe ist ein Fluss Lass mich in ihm ertrinken. Du bist das Schiff, lass mich dein Hafen sein Und kehre immer wieder bei mir ein. Dein Körper ist das Meer Lass meine Blicke baden, Und wenn dir andre schaden Lass mich die Zuflucht sein. Du bist die Erde Lass mich die stille Blume sein. Wo sonst, wenn nicht in deiner Liebe, Kann die Freude mir gedeihen? Wer sonst kann mir so viele Blüten schenken Und jeden Kelch Mit heißen Tränen tränken? Deine Wangen sind Rosen Deine Blicke der nächtliche Himmel, Denn dein Auge trägt die Gestirne Und alle schönen Sterne. Ich küss dich so gerne… Du schmeckst nach Wein Lass mich die Rebe sein.   Du kamst Und küsst mir meine Wunden. Dein Kuss er brennt nur, bis er heilt Du legst die Hände auf: sie glühen. Jeden Schmerz und jede Wunde Habe ich mit dir geteilt, Und die Stelle, die heut brennt, Wird dank dir bald wieder blühen.   Und einmal brach ich, liebestrunken, eine Aster Aus dem Garten deiner Augen. Vergrub sie …

Wann bin ich mein?

Tag für Tag Druckt man mich zurück In den dunklen Keller meiner Kindheit Ohne Licht und Zuversicht Für Wochen bleib ich darin Liegen Und weiß nicht wie mich zu biegen Um die Schmerzen zu umgehen, die Worte in Armeen mir bescheren. Steh ich wieder auf beiden Füßen Im Sonnenlicht Fängt der Kreis an sich zu drehen. Tag für Tag Denk ich mir Irgendwann bin ich gefunden Und nicht an das Alte gebunden. – Emma Hecht ist fast 17 Jahre alt, schreibt für ihr Leben gerne Gedichte und lebt in der Nähe von Regensburg. Manchmal veröffentlicht sie auch Gedichte auf den Jugendseiten ihrer Lokalzeitung, der Freistunde.

glaub mir

okay? (not) okay glaub mir, ich hab es schon meinem ex-freund zu erklären versucht. meine ständige eifersucht. warum ich vorgab, alles wäre okay, obwohl es das ganz sicher nicht war. warum ich ihm nicht vertrauen konnte. warum ich so war wie ich war. er hat es nicht verstanden. nach der trennung war ich erleichtert. ich hatte den mut, schluss zu machen. ich hatte den mut aus dieser traurigen beziehung auszubrechen, einen schlussstrich zu ziehen, neu anzufangen. ich stand nun wieder alleine da. naja, zumindest fast. denn da warst du. ich kannte dich schon lange, schon fast ein jahr. du warst älter, klüger, leidenschaftlicher. du warst die person, die alle meine erwartungen erfüllte. übertraf. glaub mir, ich wollte alleine bleiben. ich wollte an mir arbeiten. mich akzeptieren und lieben lernen. ich wollte aufhören, mich täglich mit anderen zu vergleichen, aufhören, jeden tag meine fehler zu suchen und endlich meine stärken finden. ich wollte vorbereitet sein. vorbereitet auf dich. aber wie hätte ich nein sagen sollen? wie hätte ich widerstehen sollen? meine hand in deiner als wir …

Frühlingsgefühle

Nach diesem wunderschönen Wochenende, das uns so mit Sonne verwöhnt hat, haben wir heute zwei Gastgedanken-Gedichte, die sich rund um das Thema Frühlingserwachen und Glücklich-sein drehen, für euch! Das erste Gedicht hat die Verlosung aus unserem Livestream gewonnen, in dem wir Euch die Aufgabe gestellt hatten, innerhalb von 20 Minuten etwas Kreatives, dass ihr gerade oder kürzlich gemacht habt, an uns zu schicken. Das zweite wurde per Mail bei uns eingereicht. Zueignung – von Dominik Du Frühling meines Lebens! Leg dich nieder in den schönsten Farben. Wiege mich in deinen Zweigen, Die voll sanfter Blüten strahlen; Tauch mich hinein In deinen blassblauen Himmel. Deine kalten Lippen lass mich kosen. Küss mich! Überschütte mich mit Rosen! Und aus deinen Kronen Lass die Düfte auf mich regnen. In deinen Augen blühn’ die Astern, Stahlblaue Wolken Ziehn’ um dein Gesicht. Sprich zu mir und lass die Lerchen singen, Lass deine Stimme wie einen Zug Von Vögeln mich umringen! Die bittersüßen Früchte Deines Körpers will ich schmecken, Meine Knospen voller Sehnsucht Deinem Glanz entgegenstrecken; Liebe mich in deinem Schein, Lass …

Lass uns Farbe bringen, wo es trist war.

Als wäre es nicht kompliziert Komm her! Lass uns so tun, als wäre es nicht kompliziert. Lass uns die Leichtigkeit spielen, die uns fehlt. Lass uns die Liebe lernen, die wir brauchen. Lass uns die Worte erfinden, wo sie nicht genug sind. Lass uns die Regeln brechen, die uns schaden. Komm her! Lass uns so tun, als wäre es nicht kompliziert. Als wäre kein Verlust, wo immer Leichtigkeit ist. Als wäre Liebe nicht genauso grausam, wie sie schön ist. Als wären Worte immer angebracht. Als ließen schlechte Regeln sich nicht genauso schwer brechen wie die guten. Komm her! Lass uns so tun, als wäre es nicht kompliziert. Lass uns die Welt neu erfinden, wo sie alt geworden ist. Lass uns singen, wo Lieder vergessen wurden. Lass uns in die Hand nehmen, was in den Händen anderer war. Lass uns Mut haben, den andere nicht hatten. Komm her! Lass uns so tun, als wäre es nicht kompliziert. Als wäre Neues noch nie schädlicher gewesen als Altes. Als wären Lieder noch nie Hetze gewesen. Als wären unsere …

Wann kommt man endlich an?

Wann, ja, wann? Ich habe länger darüber nach gedacht, ob ich diesen Aufsatz schreiben soll… Ich habe mit mir gehadert und war innerlich zerrissen, da ich eigentlich immer die Kontrolle haben möchte. Doch manchmal muss man seinen Gedanken einfach freien Lauf lassen, denn dabei können tolle, neue Erkenntnisse gewonnen werden. Seit ich ausgezogen bin und zu studieren begonnen habe, frage ich mich: Ja, wann kommt man denn endlich an ? In seinem eigenen Leben In seinen eigenen Vorstellungen und Ideen In der Wirklichkeit Im Hier und Jetzt ? Nichts scheint gerade so zu laufen, wie ich mir das wünschen würde, ich breche mein Studium ab, das besagte Studium, das ich seit Jahren als Ziel hatte… Es stellte sich heraus, dass es nicht zu mir passt, ich verändere mich jeden Tag aufs Neue, entdecke Neues an mir, meine Ansichten verändern sich, ich beginne zu wachsen und wachse über mich hinaus. Doch bin das immer noch ich ? Oder werde Ich gerade erst zu mir ? Die Ungewissheit, das Richtige zu tun, oder auch einmal Fehler zu machen, und die …

Leise Versprechen

Wir nehmen uns nie genug Zeit für uns selbst. Die Welt ist so unglaublich schnelllebig und genau deshalb müssen wir lernen, das Hier und Jetzt mehr zu genießen, findet Christina. Wenn sie eine freie Minute hat, dann schreibt sie alles auf, was sie momentan beschäftigt – ab und zu dann auch mal in Versform. Nebenbei hört Christina Musik von Faber, Clueso und alt-J oder lernt fürs Psychologie-Studium und sehnt sich an diesen kalten Herbsttagen nach mehr Sonne. Christinas Instagram