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Niemandem zur Last fallen #Mut(Ich)

Lange Zeit habe ich niemandem mehr vertraut. War mir selbst am nächsten wenn es darum ging, Entscheidungen abzuwägen oder auch Vergangenes aufzuarbeiten. Nicht, weil ich nicht gern jemanden gehabt hätte, sondern weil ich niemandem meine Lasten aufbürden wollte. Habe den Personen die Chance genommen, für mich da zu sein, die Hilfe, die ich angeboten bekommen habe, nicht angenommen und stattdessen alles mit mir selbst ausgemacht. Gelogene Wahrheiten Ich hätte gerne jemanden gehabt, der da ist, mir zeigt, dass ich nicht alleine bin. Konnte die Gesellschaft anderer aber gleichzeitig auch nicht ertragen. Hab mir über die Jahre selbst Wahrheiten antrainiert, an denen ich festgehalten habe, an die ich mehr geglaubt habe, als alle Worte der anderen je aufwiegen könnten. „Du bist eine Last“, „Du bist anderen zu viel“, „So bleibt niemand bei dir“, „Du willst die anderen nicht belasten“, „Sie verdienen es nicht, sich Sorgen zu machen“ sind nur einige Gedankengänge, an die ich festgehalten, nein, an die ich mich gekrallt habe. Weil ich es nicht ertragen konnte und wollte, dass ich jemandem etwas bedeute und …

In einer Welt, in der ich alles sein kann, bin ich mutig.

Als Kind habe ich Geschichten geliebt. Mit meinem Bruder zusammen habe ich Szenarien aus selbst kreierten Geschichten nachgespielt, die immer eins gemeinsam hatten: Sie handelten von Abenteuern, Mut, von einem Mädchen, das mutiger war, als alle anderen um sie herum. So mutig, dass sie es immer wieder aufs Neue schaffte, die ganze Menschheit zu retten. Dieses Mädchen wollte ich sein. Kann man auch mutig sein, ohne zu wissen wie man mit Pfeil und Bogen umgeht oder gegen Drachen kämpft? Meine Pubertät war geprägt von Zurückziehen, Flucht in Traumwelten und Introspektion. Die Zeit in der man beginnt sich seine Identität zu konstruieren, oft mit den Bausteinen anderer, denn sie haben einem oft genug gesagt oder gezeigt wer man ist. Ein Gefühl begleitete mich die ganzen Jahre lang, das Gefühl, mein früheres Ich mit meiner Entwicklung enttäuscht zu haben. Den ganzen Tag in seinem Zimmer rumhängen, ist das denn mutig? Sich im Unterricht nicht trauen etwas zu sagen, wenn man unaufgefordert drangenommen wird, ist das mutig? Nein, oder? So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Das dachte …