Alle Artikel mit dem Schlagwort: müssen

An alle, die manchmal verdrängen

Manchmal verdränge ichmeine Verpflichtungen,Dinge, die mir Sorgen bereiten,die anstehende Bewerbungsphase,die Fahrprüfung, durch die ich nicht noch einmal fallen will,dass ich mich wieder bei dieser Person melden müsste, weil alles beim Alten bleiben sollte, obwohl jetzt irgendwie alles anders ist. Verdrängen heißt, Dinge von sich zu schieben. Es ist der Versuch, der Konfrontation mit bestimmten Tatsachen aus dem Weg zu gehen. Indem ich verdränge, schiebe ich all diese Dinge vor mir her, prokrastiniere.  Zumindest sehe ich das oft so und mache mir deswegen Vorwürfe. Doch eigentlich ist das nicht die ganze Wahrheit. Ich bin immer wieder erleichtert, wenn mir das auffällt und traurig, dass mir das immer wieder neu auffallen muss: “Ich sollte nicht so hart zu mir sein”, denke ich in so einem „klaren“ Moment. Denn irgendwie hat das Verdrängen noch einen anderen Zweck, irgendwie ist es auch ein Schutzmechanismus, der mich vor dem Abrutschen in eine sinnlose Gedankenspirale bewahrt, in die ich sonst immer tiefer rutschen würde. Viel zu oft merke ich im Alltag, in irgendeinem beliebigen Moment wie Jetzt, dass ich mich gedanklich …

Eine Dosis geballter Stress

Ich muss. Ich muss Dies und ich muss Das. Ich muss können. Ich muss sein. Ich muss dir zeigen, dass ich das kann. Ich muss Das schaffen. Im Chaos meines Kopfes bin ich in Muss-Sätzen gefangen. Und dann fange ich an. Ich lese Texte, schreibe Protokolle und gehe Folien von Vorlesungen durch. Ich tue das so lang, bis mein Kopf vibriert, bis die Buchstaben auf dem Bildschirm verschwimmen, bis ich keine Luft mehr bekomme. Ich muss doch eigentlich weiter machen. Ich stehe auf, laufe leicht benommen durch den Raum. Leg mich kurz aufs Bett. Ich muss atmen. Ich muss runterfahren. Ich weine. In dem ganzen Chaos meines Kopfes vergesse ich, was mich glücklich macht. Und ganz rational gedacht, muss ich das alles gar nicht tun, woher kommt nur dieser Druck? Woher kommt dieses Gefühl, dass ich das alles nicht schaff, wenn ich nicht die ganze Zeit mach. Jetzt bin ich drauf. Das hier ist ein Rausch. Die Dosis geballter Stress katapultiert mich auf eine Fahrbahn, auf der ich beschleunige und immer schneller fahre. Ich muss …