Alle Artikel mit dem Schlagwort: mentale Gesundheit

Fühl‘ mal, mein Fomo-Herz #gutunddir

Akronym Fomo – Fear of missing out. Eine Generation scheinbar gratwandernd zwischen „Was wäre wenn…?“ und „Wenn… dann…„. Da, wo „Ich hab Fomo!“ vor allem ehrliches Zugeständnis statt bloßes Symptom einer digitalisierten Social-Media Gesellschaft ist. Da, wo sie sich nicht erst mit dem bevorstehenden Wochenende am Freitagabend, sondern direkt Montagmorgen vor dem ersten Kaffee zu Dir an den Tisch setzt. Eine Suche nach all den Gründen für die Gefühle der Angst, etwas zu verpassen. All die Fragen des Verpassens Der Begriff Fomo – „Fear of Missing Out“, die Angst etwas zu verpassen – taucht erstmals 2004 in einem Magazin der Harvard Business School des Autor Patrick James McGinnis auf und wird definiert als „gesellschaftliche Beklemmung, Angst oder Besorgnis, die das zwanghafte Verlangen nach einer sozialen Interaktion beschreibt, um eine besondere Erfahrung, ein aktuelles Ereignis nicht zu verpassen„. Soziale Interaktion erscheint auf den ersten Blick so urmenschlich wie das Verlangen nach Nahrung, wie das Verlangen nach einem Zufluchtsort. So fundamental, so natürlich, so menschlich. Aber, was ist, wenn dieses Bedürfnis nach sozialer Interaktion zu einem unterbewussten …

Mut zur Lücke #gutunddir

Unsere Generation beschäftigt ganz schön viel – Klimawandel, Zukunftsängste, Leistungsdruck. Kein Wunder also, dass man auf die Frage, wie es einem geht, meist lieber floskelhaft mit gut antwortet. Aber was heißt dieses ‚gut‘ eigentlich schon? Die ersten Gedanken, der erste Text als Beginn einer gemeinsamen Reise, um zu ergründen, wie viel mehr hinter einem “gut, und dir” stecken kann. gut kann alles sein. Alles und nichts. Vom guten Wetter, über gutes Essen, hinzu dem einen guten Lied, welches du seit Tagen rauf und runter hörst. All das kann gut sein, gut schmecken oder sich gut anhören. Wenn man genauer darauf achtet, ist es nahezu erschreckend wie alltäglich und floskelhaft das Wort gut in unserem Sprachgebrauch verwoben ist. Ein scheinbar universal einsetzbares Adjektiv, ganz unabhängig von Situation oder Kontext. Aber was genau heißt dieses gut eigentlich und wo kommt es her? Ist gut vielleicht nur eins der vielen Füllwörter der deutschen Sprache, mit dem wir beweisen, wie halbherzig wir aus den Vollen des uns zur Verfügung stehenden Wortschatzes schöpfen? Um der Frage auf den Grund zu …

Bleiben

(Triggerwarnung: Essstörungen) Meine Gefühle gehen manchmal so tief, dass ich Angst habe, auf der anderen Seite der Erde herauszukommen. Oder mich selbst wie ein schwarzes Loch zu verschlucken. Lustiger Gedanke, aber lange wollte ich genau das. Verschwinden ohne jede Spur. Schön nachhaltig, keine Rückstände. Am liebsten wäre es mir gewesen, wenn ich dafür nichts zu tun gehabt hätte. Der Boden öffnet sich, saugt mich auf und that’s it. Niemand fragt nach, niemand vermisst etwas. Dachte ich. Doch die Welt hat diese Option nicht auf Wunsch im Angebot, also anders. „An dir ist ja gar nichts mehr dran“ meint meine Oma, als wir uns zur Begrüßung umarmen, gefolgt von „nimm doch mal wieder ein paar Kilo zu“. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Mittlerweile sind diese Begrüßungssätze bei meinen Besuchen zu Floskeln geworden. Sie mache sich doch nur Sorgen, sagt sie dann. Früher hatte ich immer das Gefühl, dass da eine Art Barriere zwischen meiner Umwelt und mir ist, eine unsichtbare Membran, die beidseitig nur tröpfchenweise Dinge durchlässt. Diese Schutzhülle wurde über die letzten Jahre …

Tabuthema? Panikattacken

Sie rauben dir den Atem, treffen dich in unpassenden Situationen, halten die Zeit an und nehmen dich gefangen. Du hast das Gefühl, ganz allein damit zu sein, doch das bist du nicht. Heute erzählen Luka, Johanna und Imina von ihren Erfahrungen mit Panikattacken und geben Dir am Ende Tipps und Affirmationen mit auf deinen eigenen Weg. Luka Ich hatte erst einmal eine richtige Panikattacke und die ist auch noch gar nicht so lange her. Trotzdem kann ich mich nicht genau daran erinnern, wie alles ablief. Mir ging es zu dieser Zeit sehr schlecht, es war dunkel und kalt draußen, ich war allein in einer fremden Stadt. Meine Gedanken kreisten tagelang nur um ein Thema und irgendwann spitzte sich alles zu. Ich saß an meinem Schreibtisch und hatte mir gerade etwas zu Essen gemacht. Ich war allein und hatte eigentlich genügend Dinge, die erledigt werden mussten. Trotzdem saß ich einfach nur da. Wirklich etwas gegessen habe ich auch nicht. Meine Gedanken kreisten ständig nur um eine Sache und ich war innerlich sehr gestresst. Ich wollte an …