Alle Artikel mit dem Schlagwort: Liebe

Heimhass

Ich hasse es hier.  Ich will nicht mehr sein, was alle sind,  wo alle tun, was sie immer tun wo jeder mich sieht und kennt  wo Routine alles zerstört.  Ich hasse es hier.  Ich will hier nicht enden Mit einem durchgeplanten Leben  Und mit meinen Händen  Nichts anderes spüren als Regen.  Ich hasse es hier.  Ich will in große Städte,  da, wo alle offen sind. In eine Welt, die die Welt ist. Ich will richtig leben Und fahre in dem Ford Fiesta in die nächste Stadt  Jeden Tag  Weil ich sonst so allein bin  Allein mit meinen Gedanken.  Allein mit mir. Dorffeste, Alkoholrausch, Kippen, ein Joint Gefühlt bin ich jedes Wochenende voll Und ich hasse es hier.  Ich hasse, dass alles so eingeschränkt ist Ich hasse, dass alles so schweigend ist Ich hasse, dass es hier Regen gibt. Und während ich mit schwerem Kopf in die Natur schreie Während ich allein im großen Feld verweile  Während ich die Jugend fortwünsche, Sehe ich, wie wunderschön mein Hass ist.  Spüre ich eine starke Bindung, die es gibt  …

Orte, die (mir) die Welt bedeuten

Es ist Teil des Liebens, dass es wehtut, etwas nicht mehr sehen zu können. Doch was können wir dagegen tun? Omas Garten Meine Oma ist jetzt im Altersheim. Sie hatte ihr Leben lang einen Garten in einer Gartensparte, mit einer kleinen Laube darauf, den sie sich mühsam aufgebaut hat, gepflegt hat, bis zum Schluss. Sie musste ihn schließlich aber nach all den Jahrzehnten aufgeben. Ihr Anliegen war es allerdings, dass der Käufer oder die Käuferin alles übernimmt, also wir, ihre Familie, keine Arbeit damit haben würden, nichts ausräumen mussten und so weiter. Ein Freund meines Bruders hat diesen Garten nun übernommen, was total schön ist! Es freut mich, zu wissen, dass irgendwie eine Möglichkeit besteht, ihn und seine Familie dort mal zu besuchen. An dem Ort, an dem ich viele Tage meines Lebens verbracht habe. Ich verbinde damit Sommer, Sonnenschein, frischen Tomatensalat mit viel Zwiebel und Balsamico, zu weich gekochte Nudeln, madige Kirschen, heißen Fencheltee, kitschige Plastikrehe und das Wichtigste, die Hollywoodschaukel, auf der JEDER schon mal ein Nickerchen gemacht hat. Vor Kurzem hat mein …

Das Ende des Schweigens #Mut(Ich)

Ich habe es versucht.Wollte im Guten auseinander gehen, mich ausreden, statt bloß rauszureden, sagen, wieso es mir geht wie es mir geht. Euch all die Dinge erzählen, die ihr verpasst habt, als wir nicht miteinander geredet haben. Wollte zurück, aber für euch ging es weiter. Ohne mich. Mittlerweile sind Jahre vergangen, seit ich mich mit zwei meiner besten Freunde auseinander gelebt habe. Es ist etwas vorgefallen, worüber wir nicht gesprochen haben, erst nicht sprechen konnten, weil keiner wusste wie. Und die Worte, ebenso wie der Mut, fehlten, um zu sagen, was los ist, ohne den anderen zu verletzen. Doch habe ich nicht nur euch verloren, sondern auch einen Teil von mir. Weil ich schon immer jemand war, der sich zu leicht von anderen abhängig gemacht hat. Sich nur erlaubt hat glücklich zu sein, wenn alle anderen es auch waren. Und ich nur vollkommen ich sein konnte, wenn ich bei euch war. Von einem auf den anderen Tag sind wir nicht mehr aufeinander zugelaufen, sondern aneinander vorbei. Ohne das Lächeln, das sich sonst geformt hat, sobald wir uns gesehen …

Manchmal

Manchmal vermisse ich nichts und niemanden so sehr wie dich. Manchmal vermisse ich uns – oder die Idee von uns. Ich bin mir da nicht so recht sicher. Waren wir je mehr als meine Idee von uns? Oder war die Idee nur in meinem Kopf; und so weit weg von dir und der Realität, wie der Horizont, wenn man am Meer steht? Manchmal vermisse ich uns und manchmal glaube ich, dass ich ohne dich und die Idee von uns, eine Leere in mir spüren würde, die ich nicht zu füllen wüsste. Manchmal glaube ich, dass du mir die Poesie gibts, die ich brauche, um glücklich zu sein. Die Poesie, aus der ich all meine Kreativität schöpfe, aus der ich nehme, was ich kreiere. Doch vielleicht ist die Idee von uns, oder einfach nur wir, auch das Produkt eben dieser Poesie. Manchmal weiß ich nicht, was erst da war – du oder meine Poesie. Doch es ist auch egal. Denn jetzt seid ihr beide da, die Poesie und du, euch kann ich wohl nicht mehr trennen. …

Liebeskummer heilen

Heilen ist eine bewusste Entscheidung Manchmal entscheiden wir uns nach einer Trennung lieber dazu, weiterhin ständig an unserem Exfreund oder unserer Exfreundin zu denken und in unseren Herzschmerzen zu versinken. Wir sind mit unserem Kopf und unseren Gedanken nur bei ihm oder ihr, sind wütend, traurig oder enttäuscht. Wir sollten nicht vergessen, dass wir das nur machen, um diese Person weiterhin in unserem Herzen am Leben zu erhalten. Manchmal möchten wir lieber jemanden hassen oder von ihm besessen sein, als sie zu vergessen und weiter nach vorne zu schauen. Du hast die Wahl. Bereite deinen Körper vor Es ist wichtig, Wasser an deinem Bett stehen zu haben, um nach dem Aufwachen ein Glas zu trinken. Auch wenn dir vermutlich absolut nicht danach ist, solltest du gut darauf aufpassen, regelmäßig zu essen. Du kannst dir auch einen guten Freund oder eine gute Freundin einladen, die für dich kocht. Versuche, jeden Tag zu duschen und dich ein bisschen frisch zu machen, wenn du kannst, selbst wenn du dich danach wieder ins Bett legen solltest. Wenn deine Stimmung …

Liebe auf Distanz #Zeitgeist*in

Dreihundertachtundvierzig. Kilometer trennten uns für knapp eineinhalb Jahre. Und damit hatten wir es noch relativ leicht. Es gibt Fernbeziehungen, die weit über die Grenzen Europas hinaus reichen und auch viel länger bestehen müssen. Doch eines haben sie anfangs alle gemeinsam: Unsicherheit und ganz viele entstehende Fragen. Kann das denn überhaupt funktionieren, wenn wir uns nur ein einziges Mal im Monat sehen? Und dann ist unsere Zeit doch auch noch begrenzt, wie soll das gehen? Der Versuch. So lag ich nachts im grellen Licht des Handydisplays im Bett und recherchierte über eine Beziehungsform, die ich zuvor nur aus verzweifelten Posts auf Twitter kannte. Mit einem etwas mulmigen Gefühl tippte ich das Wort „Fernbeziehung“ in die Suchleiste. Ich weiß noch, dass all die Ergebnisse, die mir gar lieblos entgegengeschleudert wurden, mich nur noch mehr zweifeln ließen. Hätte ich auf die vielen Aussagen der Autoren und Blogger vertraut, so wäre ich auch heute noch der Meinung, dass Fernbeziehungen ohnehin zum Scheitern verurteilt sind, dass beide Parteien immer nur leiden und auch wenn man es schafft, die Beziehung spätestens …

Du und ich in Wir

Wieso vermisse ich dieses wir wenn du und ich nie wir waren Ich und du waren wir Ich und du waren du und ich Wir selbst Auf einmal wir selbst Aber es gab nie ein wir Du und ich Zusammen wir Aber nie das wir was ich mir gewünscht habe Ich wollte für alle wir sein Nicht nur für uns zwei wir Sondern für alle Wir für uns war nicht genug Auch wenn es nicht ausgesprochen warFür uns waren wir wir Nur für alle anderen waren du und ich du und ich Alle sagten du und ich sollen wir werden Doch da war diese AngstDiese Angst heißt wir Du und ich hatten Angst du und ich in wir zu verlieren Dass du und ich uns ein anderes wir klauen Weil du und ich uns nicht sicher waren Weil du und ich als wir nicht genug waren Jetzt träume ich von dir Und von dem wir was du und ich hätten sein können Was wir hätten sein können Wenn da nicht dieses wir über uns gewesen …

Und wir lachen zusammen

selten, viel seltener als früher sitzt du still vor mir und lächelst. häufiger, viel häufiger als früher bewegte sich dein Lächeln zu einem  lauten  glücklichen  Lachen. und wir lachen zusammen. — und immer bist du da heute noch viel mehr  als noch im letztes Jahr. — unsicher darf man sein  denkst du  aber das sollte niemals abschrecken. und vielleicht ist es genau das, um was es eigentlich geht. — ich war verletzt und dann war ich enttäuscht, aber du enttäuschst mich nie. — ich denke immer alles muss gut sein aber ich muss lernen, gut muss nicht perfekt sein. — du machst mich glücklich.  wollt ich dir nur mal eben sagen. ganz kurz. – Das Schreiben von Gedichten und kleinen Texten bedeutet für Mira, Momente und Gefühle zu verarbeiten und festzuhalten. Sonst hört sie viel Musik, tanzt und trinkt Tee. In Zukunft möchte sie mehr von der Welt sehen und mutiger werden.  Das Beitragsbild ist von Luka.

Ein bisschen weniger Ich

Ich frage mich: Wäre ich so schön wie sie – wärst du auch ohne Worte verschwunden,hättest mich am Tiefpunkt meiner Gedanken gefunden und dann irgendwann einfach fallengelassen?Hättest du dich dann vielleicht überwunden, mir zu sagen, was du fühlst? Sag mir, wäre ich hübscher, nochmal 20kg leichter, 5cm größer und meine Haare 30cm länger, sag mir, wärst du geblieben?Hättest du vielleicht genau dann angefangen, mich zu lieben, hättest mir vielleicht einmal mehr geschrieben und mich beschützt vor diesen dreisten Dieben? Diebe, die mir mein eigentliches Ich entreißen,die meine Gedanken immer und immer wieder durcheinander schmeißen, wodurch meine wahre Identität droht zu entgleisen.Die und auch Du, ihr versucht mir etwas zu nehmen, was ich, wenn ich ehrlich bin, niemals besessen habe.Versteckt hinter einer hohen Fassade steht ein Mädchen, dass nach außen so unglaublich stark und nach innen so verletzt ist. Sag mir, wäre ich anders oder normal, wärst du dann noch hier?Wäre ich ein bisschen weniger Ich und ein bisschen mehr wie ihr, würde ein bisschen weniger laut lachen und wäre etwas weniger frech zu Dir?Wärst du …

Wortgetänzle

Vor zwei Jahren hatte ich die Ehre, den ersten Gastgedankenbeitrag zu gestalten. Zwei Jahre später bin ich umgezogen, habe angefangen zu studieren. Ein ganz neues Leben hat für mich begonnen mit neuen Aufgaben, neuen Schwierigkeiten, aber auch neuen Freunden, neuem Mut und neuer Kraft, die ich mir selbst erarbeitet habe und natürlich auch mit vielen neuen Gedankenschnipseln und voll geschriebenen Notizbüchern. Heute teile ich davon wieder gerne welche mit euch. /                                                                                                                                                                                 Die schönsten Worte wurden noch nicht gefunden.                                                                                                                        Ich bestimme meine Öffnungszeiten.Meine Angebote und meine Preise.Wen ich mitnehme auf meine Reiseund von wem und was ich Urlaub brauche.Wann ich rauche und was ich feiere, worauf ich saufe.              Noch schüchtern wird vorsichtig der Sekt geköpft.Es schäumt,ein Schwall an guten Gefühlen will sich einfach nicht mehr vom Korken der Coolness zurückhalten lassen. Noch bedächtlich werden die Gläser, noch halb voll gemacht.Würde innegehalten werden, könnte der Sekt, und dessen prickeln gehört werden.Halbtrocken, halb ernstfallen die trockenen Worte geschmeidig aus den Mündern.Lallend, prickelt jeder Schluckund schmecktnach mehr.                                                                                                                                                                                                                                      Ich möchte manche Gefühle nie abstreifen, wie die …