Alle Artikel mit dem Schlagwort: Liebe & Triebe

morgens um vier

Mittags am Küchentisch   Manchmal ist mir das Leben zu lebhaft, dann habe ich zu viel gelebt, dann habe ich zu oft ja gesagt zum Leben. Dann macht sich Melancholie breit, die von dem Roten runtergespült wird. Zusammen mit dem grauen, beißenden Rauch, der erst in den Bauch schwebt, dann nach oben in meinen Kopf steigt, die Gedanken verdrängt. Gedanken, Erinnerungen an mein Leben, dass mir gerade zu viel ist. Gedankenerinnerungen, die abwärts das Weite suchen, dann an meinen Schultern vorbei, Fingerspitze, Bauchnabel, Kniescheibe, Fuß. Erinnerungen, die sich an den linken Fuß ketten, auf der anderen Seite mein Herz, das mir grad in die Hose gerutscht ist. Und weiter, weiter bergab zum Knöchel. Ich weiß nicht welche Last mehr an meinem Fuß zieht, mich vom Gehen abhält. Mein Schlurfen kommt zum Stehen. Leben, sagen sie. Sag ja zum Leben. Aber manchmal will man nicht. Manchmal ist das, was ist, das, was man weiß und das, was vor einem liegt schon zu viel. Dann musst du dich hinsetzen. Dann braucht die Melancholie Platz, der Rauch, das …

Frühlingsgefühle

Nach diesem wunderschönen Wochenende, das uns so mit Sonne verwöhnt hat, haben wir heute zwei Gastgedanken-Gedichte, die sich rund um das Thema Frühlingserwachen und Glücklich-sein drehen, für euch! Das erste Gedicht hat die Verlosung aus unserem Livestream gewonnen, in dem wir Euch die Aufgabe gestellt hatten, innerhalb von 20 Minuten etwas Kreatives, dass ihr gerade oder kürzlich gemacht habt, an uns zu schicken. Das zweite wurde per Mail bei uns eingereicht. Zueignung – von Dominik Du Frühling meines Lebens! Leg dich nieder in den schönsten Farben. Wiege mich in deinen Zweigen, Die voll sanfter Blüten strahlen; Tauch mich hinein In deinen blassblauen Himmel. Deine kalten Lippen lass mich kosen. Küss mich! Überschütte mich mit Rosen! Und aus deinen Kronen Lass die Düfte auf mich regnen. In deinen Augen blühn’ die Astern, Stahlblaue Wolken Ziehn’ um dein Gesicht. Sprich zu mir und lass die Lerchen singen, Lass deine Stimme wie einen Zug Von Vögeln mich umringen! Die bittersüßen Früchte Deines Körpers will ich schmecken, Meine Knospen voller Sehnsucht Deinem Glanz entgegenstrecken; Liebe mich in deinem Schein, Lass …

Mutprobe? Free The Nipple

Nippel – jede Person hat sie. Und obwohl männliche Brustwarzen, wenn wir mal ehrlich sind, genauso aussehen, wird trotzdem immer noch ein ganz schöner Wind um die weiblichen Brustwarzen gemacht. Aber woher kommt das eigentlich? Was können wir tun, um die weibliche Brust zu normalisieren? Wie können wir uns selbst sicherer mit unserer Oberweite fühlen, ohne dauernd zu denken: Es ist kalt – sieht man jetzt meine Nippel? Die eine Brustwarze befindet sich viel weiter oben als die andere! Ist doch klar, dass die Frauen am FKK Strand ihr Oberteil ausziehen – wenn ich solche Brüste hätte… Erste Frage: Warum haben Männer überhaupt Nippel, auch wenn diese bei ihnen überhaupt keine Funktion haben? Jeder Embryo ist zunächst weiblich (verrückt, oder?), weshalb also auch Männer, die übrigens, genauso wie bei Frauen, komplett verschieden aussehen können, Brustwarzen haben. Durch weibliche Sexualhormone wie Östrogen oder Gestagen, welche dann während der Pubertät ins Spiel kommen, beginnt die Brust, zu wachsen und sich zu entwickeln. Doch warum werden männliche Brustwarzen als soviel harmloser wahrgenommen, auch wenn sie doch prinzipiell genau …

Mutprobe? Coming Out

Das Outing ist ein Thema, mit dem sich viele Menschen irgendwann in ihrem Leben konfrontiert sehen. Die eigene Sexualität zu erkennen, zu definieren und offen zu legen kann für die einen sehr befreiend sein, andere fühlen sich dadurch noch mehr in eine Ecke gedrängt oder bestimmte Schubladen gesteckt. Ich habe meine Freunde gefragt, ob sie von ihrem eigenen Outing berichten können – und was sie von dem Thema an sich halten. Vielleicht nimmt das dem ein oder anderen von euch den Druck und könnt das Thema in Zukunft vielleicht weniger als Mutprobe betrachten.   “Mein Coming Out bestand aus No-Angels-CD’s und der Leidenschaft für Barbies im Kindergarten. Meine Eltern wussten schnell, was Sache ist. Viel musste dazu später nicht mehr gesagt werden und das ist auch gut so. Ich finde es sehr schade, dass ein Coming Out in der heutigen Zeit noch notwendig ist und diese „Aussprache“ einen viel zu großen Stellenwert bekommt. Viele Menschen fühlen sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu einer Rechtfertigung gezwungen. Das sollte im Jahr 2018 meiner Meinung nach keine Rolle …

Ein Plädoyer für die Selbstliebe

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, wie sehr es in unserem Denken veranlagt ist, dass man eine*n Partner*in, eine Person an seiner Seite braucht, um glücklich und etwas wert zu sein. Wenn jemand frisch getrennt oder schon jahrelang Single ist, bekommt der oder diejenige häufig: “Ach du findest schon noch den/die Richtige“ zu hören. Versteht mich nicht falsch, ich liebe dieses Gefühlschaos des Verliebtsein oder die stille, bedingungslose Vertrautheit nach hunderten, gemeinsam verbrachten Tagen und Nächten, aber meint ihr nicht auch, dass es ein bisschen gefährlich ist, den Wert eines Menschen darauf zu reduzieren, ob er sie*er in einer Partnerschaft lebt oder nicht? Das Wichtigste, was ich für mich in diesem Jahr festgestellt habe, ist, dass man mit sich selbst im Reinen ist. Ich habe mich nach drei Jahren von meinem Freund getrennt, weil ich gemerkt habe, dass ich ihn zwar vielleicht noch liebe, aber mich nicht mehr ausstehen kann, wenn ich mit ihm zusammen bin. Seitdem ich also Single bin habe ich so viel über mich und über das Leben allgemein gelernt: Niemand hat …

Der Tag danach

Ein ganzes Jahr hat es mich gestört. Ein ganzes Jahr habe ich mich nicht gut genug gefühlt oder nicht wichtig genug oder ausgelassen. Und ein ganzes Jahr habe ich gebraucht um zu verstehen, dass es nicht so ist. Ich rede vom Tag danach. Vom Tag nach der Party. Nach unendlich vielen selbstgedrehten Zigaretten, nach zig Bierdeckeln auf dem Boden, nach neu geschlossenen Bekanntschaften, nach der Gute-Nacht-SMS um 4 Uhr morgens.  Den Tag hab ich immer bekommen. Den „Morgen“ um 12 Uhr, nachdem ich eine Stunde Fahrtweg hatte, das Fertigmachen seit 9 Uhr umsonst, da es eh zurück in’s Bett geht. Irgendwas machen? Nein, lieber irgendwas gucken. Und es war gar nicht eben dieser Tag, der mich gestört hat. Ich mag Serien, ich mag langsame Tage, ich mag Zeit mit ihm. Es hat mich eher gestört, Nachts nicht dabei gewesen zu sein. Nicht zu wissen, wie ich mir das vorstellen soll oder was er gerade mit wem macht. Nicht ein einziges Mal war ich dabei. Ich bin sicher, es hätte mir nicht gefallen. Von der Musik …

Leise Versprechen

Wir nehmen uns nie genug Zeit für uns selbst. Die Welt ist so unglaublich schnelllebig und genau deshalb müssen wir lernen, das Hier und Jetzt mehr zu genießen, findet Christina. Wenn sie eine freie Minute hat, dann schreibt sie alles auf, was sie momentan beschäftigt – ab und zu dann auch mal in Versform. Nebenbei hört Christina Musik von Faber, Clueso und alt-J oder lernt fürs Psychologie-Studium und sehnt sich an diesen kalten Herbsttagen nach mehr Sonne. Christinas Instagram

Pass auf mich auf.

    Irgendwie Hab ich diese kleine Flasche Alkohol entdeckt Und dachte mir ‘Warum nicht?’ Und jetzt feier’ ich eine eigene kleine Party Und die ist alle Aber ich hab aus dem Glas getrunken wie eine Dame Und will irgendwie mehr Könnte auch nochmal los Aber das wäre nicht so mein Stil und nicht so klug Aber ich hab’ gerade so Freude irgendwie Fühl’ mich nichtmal schwummrig wie sonst Nur gut Naja Gerade lieg’ ich auf dem Boden Aber wenn ich diese Nachricht geschrieben hab’, steh’ ich wieder auf Und tanz’ weiter Wahrscheinlich lösch’ ich all die letzten Sachen Wie ich’s immer tu’ wenn ich zu viel schreib’ Das siehst du immer nicht aber ich schreib’ Romane Immer Und lösch’ dann das Unbrauchbare Genug Ich liebe dich Viel Spaß Pass auf mich auf.     – Dieser Text (der eigentlich eine SMS ist) entstand eines Nachts, als ich ein Teil sein wollte. Und nicht konnte. Und was macht man, wenn man nur sich selbst hat? Das Beste daraus. Und ich denke, dass man aus jeder …