Alle Artikel mit dem Schlagwort: Lernen

Die erste Beziehung

Wir streiten. Zumindest denke ich, dass das hier gerade streiten ist. Vielleicht auch nur eine Auseinandersetzung, eine Meinungsverschiedenheit, ein Gespräch mit unterschiedlichen Erwartungshaltungen. Was auch immer es ist, es macht was mit mir. Es macht, dass ich mich anders dir gegenüber fühle. Da ist die Angst dich zu verlieren. Selbst wenn es nur eine banale Diskussion darüber ist, dass einer von uns sich nicht gemeldet hat. Diese Angst ist immer da, wenn auch nur im Hintergrund. Aber da ist auch dieses Zusammenspiel von Distanz und Nähe. Obwohl wir gerade verschiedene Richtungen mit unseren Meinungen gehen, können wir die Wege des Anderen noch sehen und wissen, er ist da. Wir sind nicht alleine. Und am Ende kreuzen sich die Wege wieder. Das wissen wir auch. Sie kreuzen sich, wir laufen wieder zusammen, weil wir es so wollen. Wir wollen einen gemeinsamen Weg finden. Du sagst, dass du mich liebst. Immer und immer wieder. Und ich habe aufgehört, es dir so oft zu sagen. Nicht, weil ich es nicht mehr fühle, im Gegenteil: Ich fühle es so …

Wenn weniger mehr ist

In einer Gesellschaft wie der heutigen, ist es ein Leichtes, sich in Perfektion zu verlieren. Wie oft verpasste ich eine Party und lernte stattdessen die halbe Nacht panisch durch. Ernährte mich von Kaffee, um noch 20 Seiten mehr in meinem Gedächtnis auf der Abruftaste zu speichern und den Inhalt nach der Klausur sofort wieder zu vergessen. Oder wie oft scrollte ich durch meinen Instagram-Account, auf der Suche nach noch mehr Perfektion. Es müssen unzählige Stunden gewesen sein. Ich habe schon als Kind dazu geneigt, mich mit anderen zu vergleichen. Verspürte diesen bitteren Stich in der Brust, wenn eine meiner Freundinnen Klassenbeste wurde. Nicht, dass ich ihr nicht gegönnt hätte, in gewisser Weise freute ich mich jedes Mal für sie und verspürte dennoch zeitgleich diesen Stich. Als ich älter wurde, waren gute Noten meine Sucht. Denn hatte ich Erfolg in der Schule, war da dieser anerkennende Blick meiner Lehrer, der Stolz meiner Eltern und dieses Gefühl, das mich so voll und ganz ausfüllte. Das Gefühl, das man nur dann verspürt, wenn man unendlich viel Arbeit und …

Was war, was ist, was wird.

„Wenn die Gegenwart versucht, die Vergangenheit zu beurteilen, dann wird die Zukunft verlieren.“ Winston Churchill Was war. Dass früher alles so viel besser war, haben wir alle schon einmal gemacht. Viel zu oft trauern wir der Vergangenheit hinter her. Doch was geschehen ist, ist nun einmal geschehen und ändern kann man seine Vergangenheit sowieso nicht. Gleiches gilt auch für diejenigen, die sich vielleicht für ihre Vergangenheit schämen. Das Wichtigste ist zu verstehen, dass wir genau jetzt lebt, und eben nicht in der Vergangenheit. Die liegt nämlich schon viele Jahre, Monate, Stunden oder Sekunden zurück. Wir können jedoch aus unserer zurückliegende Zeit lernen. Dass man aus Fehlern lernt, stimmt nämlich wirklich. Wir wissen nun, was wir nicht noch einmal machen sollten, was wir vermeiden sollten. Wenn wir den gleichen Fehler wie in der Vergangenheit begehen, dann ist es schon kein Fehler mehr, sondern eine Wahl. Was ist dir lieber, weiter in den Erinnerungen stecken zu bleiben oder das Hier und Jetzt zu genießen? Man kann die Vergangenheit nicht ändern, die Gegenwart und die Zukunft jedoch schon. Wir sollten also …

Konzentrationslos

Kann mich nicht konzentrieren. Nicht darauf, diesen Beitrag zu schreiben, nicht auf’s Lernen, allgemein nicht. Es fällt mir schwer, bei einer – und wirklich nur einer – Sache zu bleiben. Woher kommt das,  frage ich mich. Ich habe mir Tipps durchgelesen, wie man sich besser konzentrieren kann. Fünf waren es. Sie lagen zwischen viel Wasser trinken und Konzentrations-Übungen machen. Aber das kann es doch nicht gewesen sein. Das ist es auch nicht. Meine Schwäche geht tiefer als acht Stunden Schlaf jede Nacht und eine ausgewogene Ernährung – beides Dinge, auf die ich eh Wert lege. Also inspiziere ich mich und das, was ich tu’. Das ist eine ganze Menge. Neben dem Studium ist da noch Fernbeziehung, Familie, Freunde, andere Projekte, ich selbst. Alles Sachen, die mich beschäftigen. Tagtäglich, Stunde um Stunde und Minute für Minute. Und genau da liegt das Problem. Es gibt keine Sekunde ohne einen Gedanken, der in eine dieser Richtungen geht. Gibt keinen klaren, leeren Gedanken. Mein Leben ist voll, das ist schön, aber so ist es auch mein Kopf, mein Herz, …

Inspiration oder Nachahmung?

Nachmachen ist etwas, was mich schon seit jeher beschäftigt, mir seit jeher nahe geht und womit ich seit jeher zu kämpfen habe. Denn so banal dieses Thema scheinen mag, so wichtig ist es auch, dass wir darüber sprechen. Denn besonders jetzt, wenn wir noch dabei sind, uns selbst zu finden und uns selbst zu definieren, schauen wir oft auf andere. Was machen die? Wie kann ich das auch machen? Wie kann ich es besser machen? Meine Geschichte beginnt so: Ich bin einfach ein 13-jähriges Mädchen, welches noch im Internat lebt, dort Freunde hat und – wie das halt so ist – auch einen Schwarm. Leider lief das mit der Liebe damals aber alles noch nicht so, wie ich mir das gern gewünscht hätte und der Typ empfand nicht dasselbe für mich. Überraschung. Wir waren jedoch zumindest mal echt gute Freunde gewesen. Doch dann kam sie. Sie war das non-plus-ultra. Sie war perfekt. In meinen Augen. In seinen Augen. In den Augen aller eigentlich. Sie war hübsch, schlau, lustig, talentiert, eloquent und es dauerte nicht lang, …