Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kunst

Einfach anfangen ist gar nicht so einfach

*Dieser Text teilt meiner Gedanken bezüglich meiner Kreativität und Produktivität im Allgemeinen, aber auch während der Corona-Pandemie. Ich fühle mich oft nicht gut und unproduktiv und versuche in diesem Text zu erklären, wie ich dagegen vorgehen kann. Trotzdem möchte ich auch nochmal erwähnen, dass wir alle gerade rein gar nichts müssen. Wir müssen keine neue Tätigkeit lernen, nicht jeden Tag Yoga machen oder anderweitig produktiv sein. Du bist okay so, wie du gerade bist, auch wenn du die ganze Zeit nur im Pyjama im Bett liegen kannst. Das ist okay. Wir gehen alle gerade durch eine gemeinsame, traumatische Erfahrung. Nicht alle haben gerade überhaupt dieses Privileg, diese Pandemie in etwas Produktives umzuwandeln. Eigentlich ist diese Zeit gerade – künstlerisch gesehen – genau das, was ich mir immer gewünscht habe. So oft habe ich meine Freunde vollgeheult, wie gern ich doch einfach ein paar Wochen frei hätte. Frei von irgendwelchen Pflichten, frei von sozialen Kontakten. Und wie sehr ich diese Zeit dann nutzen würde, um künstlerisch zu arbeiten, um produktiv zu sein und um endlich meine …

Erstmal nur zuhören #Facettenreich

Wichtiger Hinweis: In diesem Artikel werden sensible Themen wie mentale Gesundheit oder emotionale Gewalt behandelt. Falls Du Hilfe brauchst, hier die Rufnummer vom Jugendtelefon: 116 111. – Das Innere mit der Welt teilen. Ob auf Social Media, in Buchform oder ganz direkt vor Publikum. Wie erreicht man Leute mit seiner Kunst? Und wie gibt man Leuten eine Bühne, die sonst häufig ignoriert werden? Soraya schafft es, die Themen, die sie bewegen in Gedichten, Texten und Bildern auszudrücken. Durch ihre Kunst regt sie nicht nur online zum Nachdenken an: Vor Kurzem hat sie in Berlin ihr erstes Lese-Event für People of Color veranstaltet. Wir sprechen über Poesie, Politik und Projekte. Hallo Soraya. Wir beide haben uns durch das Lese-Event Honest Hour kennengelernt, das du ins Leben gerufen hast. Was ist der Gedanke hinter der Honest Hour? Das hat so angefangen, dass mein Freund und ich überlegt haben, dass wir unsere Texte gerne mal vor Publikum lesen würden, so Spoken-Word-mäßig. Wir wollten ein bisschen mehr in die Welt und in Kontakt mit Leuten treten. In Berlin gibt …

Ich wünschte ich hätte Talent #heiterbiswolkig

Wenn ich sagen sollte, wie oft ich mir schon anhören musste: ‘’Du kannst so toll zeichnen’’, ‘’Ich würde das auch gerne können’’, ‘’Ich wäre gern so talentiert’’, ich könnte es nicht sagen. Unzählige Male. Ich habe nie verstanden, wieso so viele Menschen erwarten, dass man das einfach kann. Als wäre man begabt vom Himmel gefallen.  Früher hat es mich oft verwirrt, aber mir auch ein bisschen geschmeichelt. Ich habe dann so etwas gesagt wie: ‘’Du musst einfach nur viel üben’’ oder ‘’Jeder kann zeichnen’’, aber mich auch ein bisschen stolz gefühlt, dass ich das so besonders gut kann. Aber ich bin natürlich nicht begabt vom Himmel gefallen. Und ich würde mich keineswegs als talentiert bezeichnen. Ich habe mein Leben lang einfach gerne gezeichnet. Es ist das, was meine Hand macht, wenn ihr langweilig ist, das Natürlichste der Welt. Ich habe nie erwartet, Künstlerin zu sein oder irgendetwas daraus zu machen. Ich habe es einfach gemacht. Es war wie Atmen. Und trotzdem, rückblickend gesehen habe ich krass viel Zeit damit verbracht, diese Fähigkeit auszubauen und mich …

How to: Kunsthochschule

Was an Universitäten und Hochschulen der Numerus Clausus ist, ist an der Kunsthochschule die Mappe. So müssen alle, die an einer Kunsthochschule studieren wollen, vorab eine kleine oder manchmal auch ganz schön große Hürde überwinden und ein eigenes Portfolio erarbeiten. Manche Kunsthochschulen fordern zusätzlich noch eine Hausaufgabe. Manchmal ist die Bewerbungsmappe auch nur der erste Schritt; oft folgt darauf noch eine Eignungsprüfung oder ein Gespräch. Trotzdem ist die Abgabe der Mappe der erste und wichtigste Schritt auf deinem Weg in die Kunsthochschule. Da es bei den künstlerischen Studiengängen oft wesentlich mehr Bewerber*innen als Studienplätze gibt, kommt der Bewerbungsmappe eine entscheidende Bedeutung zu. Du präsentierst dich, deine kreative Arbeit, deine künstlerische Eignung und vor allem wird klar, ob du wirklich Bock auf so ein Studium hast, oder nicht. Wir können mit diesem Post weder versprechen, dass ihr mit eurer Mappe auf jeden Fall in dem gewünschten Studiengang angenommen werdet, noch können wir sagen, wann eine Mappe wirklich gut ist. Jedoch haben wir, Imina und Luka, in den letzten zwei Jahren einige erfolgreiche Mappen angefertigt und viel …

Domino

In einer Welt, die nicht mehr unsere ist – sondern denen gehört, die in geschlossenen Räumen lobbying betreiben und über unsere Zukunft, die dieser Erde, entscheiden – zählen wir, mehr als je zuvor. Unser Handeln, unsere Taten können uns tragen – was wir in diese unermessliche Weite des Universums rufen, kommt auch so wieder zurück zu uns. Es braucht nur eine Stimme – um die Lawine ins Rollen zu bringen. Es braucht nur eine Stimme – um die Kettenreaktion des Dominoeffekt in Gang zu setzen. Es braucht nur eine Stimme – Deine Stimme. Wie ich, Du, wir unsere natürlichen Talente nutzen und einsetzen ist wesentlich für den Abdruck, den wir mit unseren Füßen auf dieser Erde lassen. Kunst: sie umgibt uns, kann uns zu Großem inspirieren, zu uns selbst führen aber auch entfremden. Medien: sie sind wohl das, was unsere Zeit am meisten prägt – sie beeinflussen unsere Einkäufe, was wir sehen sollen, wer wir sein wollen. Erschaffe diese, die Positives beeinflussen. Social Media: dort, wo wir unsere Leben präsentieren. Sie erlauben uns, über unseren …

Eine Ode an Klokabinen

… und damit meine ich nicht die Toilette, dieses stuhlähnliche Etwas an sich. Nein, ich meine diese kleine oder auch mal größere Kabine, diesen einen Raum, in dem man mal kurz für sich sein kann. Oder auch länger. Ich hatte in meinem Leben beides: das kurze Luftholen während zwei Türen weiter gerade 2x-4y gerechnet wurde. Und das Pausenbrotkrümel auf dem Boden verteilen, während man draußen das gemeinschaftliche Lachen der anderen, der, denen man entfliehen möchte, hört. Immer war mir das Klo ein Ort zum Luft holen. Das stille Örtchen war genau dieses für mich: Ein Platz für meine Gedanken, ohne den ganzen Trubel und die Lautstärke der anderen Menschen. In der Klokabine konnte ich irgendwie … ich sein. Mal durchatmen. Mich wieder richten. Innerlich und äußerlich. Und loslassen. Weinen, schluchzen, schlafen auch. Die Fassade konnte bröckeln. Kann. An meiner Liebe für diesen Ort hat sich nichts geändert. Über die Jahre ist sie sogar gewachsen und hat noch eine ganz andere Wichtigkeit angenommen: Klokabinen sind auch ein Ort für Austausch – je nachdem, wo du bist. …

So, wie ich es sehe /2

So, wie ich es sehe. Die Worte fehlen noch, deswegen sind wir mit einigen Photographien aus den letzten beiden Wochen wieder da und es wird ab jetzt wie gewohnt weiter gehen. Trotzdem ist nichts, wie es vorher war. Denn es ist nicht nichts, alles ist jetzt irgendwie anders. – Photos von Luka  

minimalismus in der kunst

Wir haben diesen Monat viel über den minimalistischen Lebensstil und das Ordnen der eigenen Gedanken gesprochen. Doch wie gehen Künstler eigentlich mit dem Thema um? „Form follows function“ ist ein Satz, den der Architekt Louis Sullivan schon 1869 in einem Aufsatz erstmals erwähnte. Dieser Gedanke wird bis heute viel in Architektur-, Typografie- oder Design-Kontexten verwendet, aber er ist eigentlich auch ein Grundgedanke minimalistischer Kunst und Gestaltung. In der Minimal Art geht es um das Weglassen aller Dekorationen oder Funktionen, die nicht zwingend notwendig sind. Und hier tut sich also auch wieder unser minimalistischer Gedanken auf: Sich auf das Wesentliche beschränken, nicht auf das, was uns ablenkt. Minimal Art enstand in den 1960er-Jahren in den USA und bezieht sich auf bestimmte Bereiche des Konstruktivismus (Kunstrichtung der Plastik und Malerei der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, deren Vertreter einem mathematisch-technischen Gestaltungsprinzip anhingen.). Enstanden ist sie aber auch als Gegenbewegung der Fokussierung auf das Alltägliche der Pop-Art oder dem emotionalen Subjektivismus von Expressionismus. Im Wesentlichen stellte sie auch eine Erneuerungsbewegung nach 1945 dar. Nicht umsonst wird der 8. Mai …

April Blues

Der April ist durchzogen, von Schnee, Sonne und Regen. Stimmungsschwankungen. April Blues. Ich habe mich leer und müde gefühlt und auch meine Kreativität musste darunter leiden. Aber was soll man schon machen? Kreativ sein bedeutet immer und zu jeder Zeit wach zu sein, da zu sein. Ich sauge alles auf und mache aus allem eine Idee, verarbeite alles was ich höre und sehe. Es gibt keine festen Arbeitszeiten, die meisten Ideen entstehen einfach. Ich kann nicht sagen, ich mache jetzt eine Pause. Eine Pause im Denken gibt es nicht, manchmal kann es sogar ganz schön anstrengend werden. Ab und zu kommen die Ideen sogar ganz von allein im Schlaf. Manchmal ertappe ich meinen Körper jedoch dabei, dass er sich seine Auszeit holt. Das sind dann solche Tage, an denen ich am liebsten jeden Termin streichen würde und Stunden im Bett verbringen könnte. Am liebsten gar nicht mehr Denken, den Kopf einfach mal ausschalten. Ein kreatives Tief, keinen Antrieb. Meistens habe ich dann gar keine Ideen und so sehr ich mich auch dazu zwingen will, fehlt …