Alle Artikel mit dem Schlagwort: Körperbewusstsein

Komplett schön #Facettenreich

Big boobs, small boobs, boobs everywhere! Brüste sind ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Levana erzählt im Interview ganz offen über ihre Brustverkleinerung. Große Brüste – für die einen sind sie das Schönheitsideal schlechthin, für die anderen eine Last. Die Medien bringen uns schon früh bei, wie die ‚perfekte‘ Brust auszusehen hat: Bitte recht straff, mit kleinen Nippeln und bloß kein Hängebusen! Ganz klar, mit der Realität hat das wenig zu tun. In der Pubertät freuen sich viele, wenn die Brust endlich etwas wächst. Bei anderen wird sie immer größer und schwerer. Belästigung, Ausgrenzung, psychische und körperliche Beschwerden können die Folge sein. Levana wusste schon früh, dass sie darauf keine Lust hat. Sie ließ sich ihre Brüste vor einem halben Jahr verkleinern. Von Körbchengröße F/G auf B/C. Ein großer Befreiungsschlag. Wann hast du dich zum ersten Mal unwohl mit deinen Brüsten gefühlt? Natürlich waren die Brüste am Anfang der Pubertät noch nicht so groß. Ist ja klar, dass die erstmal wachsen. Ich war so 10 oder 11 als meine Mutter das erste Mal gesagt hat, …

Körper und Sprache #Zeitgeist*in

Warum es revolutionär sein kann, manchmal etwas genauer auf die Worte anderer und auch auf die eigenen zu hören – und wieso es sich lohnt, manche Begriffe einfach ganz zu streichen.  Zwänge all around us Letzten Sommer saß ich mit einer Kommilitonin am Ufer eines Fluss. Unsere Beine ließen wir im Wasser hin und her baumeln. Den Körper in einen Badeanzug und ein luftiges Tuch gehüllt, sonnte ich mich. Als ich nach meiner Wasserflasche griff, verrutschte das Tuch über meinem Schoß ein wenig – ich merkte es aber nicht. “Weißt du, neulich hätte ich fast mit dem Typen aus der Studi-Gruppe Sex gehabt. Es war wirklich alles total schön, bis er mir die Hose ausgezogen hat”, brach meine Kommilitonin das Schweigen.  Als ich mich zu ihr drehte, erkannte ich, dass ihr Tränen in die Augen gestiegen waren. Mit fragendem Blick bedeutete ich ihr, weiterzuerzählen. “Er hat mitten in der Bewegung gestoppt, an mir runter geschaut und die Stirn gerunzelt. ‘Rasierst du dich nicht?’, hat er mich dann gefragt… an seiner Stimme habe ich sofort erkannt, …

Struktur pur #heiterbiswolkig

Im Alltagsgewusel merke ich meist gar nicht, welche Strukturen mich beeinflussen oder im Laufe meines Lebens geprägt haben. Doch besonders seit Beginn der Pandemie ist das Thema (Alltags)-Struktur für mich unausweichlich geworden. Woher kommt meine Struktur? Mein Leben war, wie bei den meisten, schon immer viel von äußeren Strukturen geprägt. Ich lernte von klein auf Regeln des sozialen Miteinanders, bekam Tagesstruktur durch Kindergarten, Schule, Arbeit und Uni und bin unfreiwillig Teil von politischen und wirtschaftlichen Strukturen. Veranstaltungen in der Uni, Schichten im Laden, Treffen meiner Aktivistigruppe und Verabredungen mit Freund:innen und Familie, setzten sich zu einem Mosaik aus Terminen zusammen, bei dem ich hinterher nur noch die Lücken füllen muss. Einiges davon ist notwendig, vieles will ich von mir aus. Am Ende ergibt alles zusammen ein Netz aus Strukturen das mich hält und in dem ich gleichzeitig gefangen bin. Lockdown, Zeit Zuhause und Ungewissheit Als es Ende März ernst wurde mit der Pandemi, war bei mir neben allen Ängsten und Unsicherheiten ein Gefühl besonders präsent: Vorfreude. Als Mensch, der zu schnell und zu viel Ja …

Ich bin ein Körper

Mein Körper wird bekleidet, bedeckt, vertuschtMein Körper wird ausgezogen, offenbart und entblößt Mein Körper ist Reiz, Verführung und KöderMein Körper ist Makel, Schuld, MangelSchandmal, Fehler, DefektZweck und Mittel zugleich Mein Körper ist unterwürfig, unschuldig, befleckt Mein Körper wird geschlagen, gestreichelt, geflickt Mein Körper ist Tatort und TempelZielscheibe, Marketing, Schwäche Mein Körper ist brav, prüde, verklemmtMein Körper ist frech, obszön, schamlosÜber meinen Körper wird geredet, entschieden, verhandelt Mein Körper ist Kapital, krank, käuflich Klapprig, kugelsicher, kussecht Öffentlich, oberflächlich, ohnmächtig Rau, rechtsfrei, reißerischPrächtig, praktikabel, possessiv Eigenwillig, eindrucksvoll, ekelhaft Reglos, reißfest, ruhelos Er wird bewundert, geschunden, kritisiert.Er ist Schauplatz, Werkstatt, RuhepolEr weint darüber und fragt sich, wann sich das endlich verändert Aber mein Körper ist Politik, Verhandlungsbasis und Beweis Jeden Tag aufs neueMein Körper ist intim und unprivatMein Körper ist öffentlich Mein Körper trägt mich undMein Körper heiltMein Körper ist echtWas nicht heilt, seid ihr, dabei seid ihr es auch. – Isabella liebt ihre Freunde, Sushi und Katzen. Aber natürlich auch das Schreiben. Seit 2016 ist sie auf und hinter den Bühnen Norddeutschlands bei Poetry Slams unterwegs. Immer …

Iss den verdammten Kuchen und genieß dein Leben!

Wie viel Zeit wir in unserem Leben damit verschwenden, uns um Dinge Sorgen zu machen die, meiner Meinung nach, eigentlich keine Aufmerksamkeit verdient haben. Das Leben ist zu kurz und es gibt so viel schönere Dinge mit denen wir uns beschäftigen können als zum Beispiel: Diäten. „Ach, ich hab so viel gegessen, jetzt muss ich aber wieder mal Diät machen.“ „Das kann ich nicht essen, das hat zu viele Kalorien.“ „Ich habe mich ganz schön gehen lassen, ich muss weniger essen!“ „Hast du abgenommen? Du siehst toll aus!“ „Das solltest du nicht essen.“ „Glaubst du nicht du hattest schon genug?“ Das ist nur ein kleiner Teil der Sätze, mit denen ich aufgewachsen bin. Jeden Tag. Ob in meiner Familie, bei Freunden, in Filmen, Serien, Werbungen. Wir merken gar nicht mehr, dass wir diese Dinge sagen und wie abgefuckt sie eigentlich sind. Der Diätwahn ist überall. Wirklich überall – und es kotzt mich richtig an. Ich bin sicher nicht die Einzige – Doch fühlt man sich ziemlich allein, wenn man glaubt, dass das, was auf deiner Waage …