Alle Artikel mit dem Schlagwort: Interview

Auf einen Tee mit Lukas #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Alle zwei Monate fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Lukas wissen, wer er ist und wofür er brennt. Wer bist du? Hey, ich heiße Lukas, bin sechzehn Jahre alt und wohne irgendwo in NRW.Ich gehe zurzeit in die elfte Klasse, bereite mich so langsam auf mein Abitur vor und plane gerade mein Leben nach der Schulzeit.In meiner Freizeit bin ich ganz viel kreativ, schreibe selbst für TIERINDIR und arbeite an vielen Projekten, die ich irgendwann mal veröffentlichen möchte. Wofür brennst du? Ich brenne für meine Interessen und Vorstellungen. Diese zu verfolgen und dadurch auch sich selbst zu verwirklichen. Auf Hass und Diskriminierung reagiere ich sehr allergisch. Deswegen ist es mir sehr wichtig, gegen alle Formen von Diskriminierung zu kämpfen. Mir ist es sehr wichtig, dass jede*r die gleichen Chancen hat bzw. dass alle Menschen gleichgestellt sind in ihren Privilegien.Außerdem brenne ich total für umweltbewusstes Leben, …

Andere Wege gehen #zwischenneugierundbewunderung mit Marlen Albrecht

Das erste Interview für “Zwischen Neugier und Bewunderung“ habe ich mit Marlen Albrecht aka Goldmarlen geführt. Wir sprachen darüber, andere Wege zu gehen, seinem Tatendrang zu folgen und über ihre Arbeit als Schmuckdesignerin. Getroffen haben wir uns ganz 2020 getreu virtuell via Zoom.  Ich kenne Marlen persönlich schon seit einiger Zeit. Im letzten Jahr, hatten wir uns für kurze Dauer ein gemeinsames Studio geteilt. Marlen als Schmuckdesignerin und Unternehmerin, ich als Fotografin, bevor ich Stuttgart dann für eine Zeit verlassen habe. Gerne wäre ich noch geblieben, denn Marlen ist so ziemlich der krasseste Mensch überhaupt, wenn es darum geht Ideen umzusetzen und Dinge anzupacken.  Nach ihrem Studium im Bereich Schmuck, ging Marlen für vier Monate für ein Praktikum nach Stockholm, um bei einem großen Modekonzern zu arbeiten. 2018 gründete sie ihr Label “Goldmarlen“, das national und international immer mehr an Bekanntheit gewinnt.  Deine Label-Gründung direkt nach dem Studium, war das etwas wobei du das Gefühl hattest “das ist jetzt ein anderer Weg“? War das etwas, wofür du dich hast rechtfertig müssen? Meinst du in der Gesellschaft …

Auf Augenhöhe #Zeitgeist*in

„Und irgendwann sprang der Funke einfach über.“ Sie ist 20 Jahre alt und er ist 51. Seit etwas über zwei Jahren sind sie ein glückliches Paar. Lange waren sie einfach nur gute Freunde, haben sich gegenseitig viel Zeit gegeben, sich ihren Gefühlen füreinander bewusst zu werden. Und sich letztlich doch für eine Beziehung entschieden. 31 Jahre trennt die beiden, oder bringt es sie nur noch näher zueinander? Um mit irritiertem Stirnrunzeln – eine physische Begleiterscheinung, wenn es um dieses Thema geht – aufzuräumen, haben sie mir ihre Geschichte erzählt. Da vom höchsten Hoch und tiefsten Tief berichtet wurde, möchten beide anonym bleiben. Habt Verständnis! Wie habt ihr euch kennengelernt? Sie: Er war Lehrer bei mir in der Schule. Zwar war er nicht direkt Lehrer meiner Klasse, aber man hat sich eben viel gesehen. Dadurch, dass ich viele Texte wie Poetry Slams oder Gedichte geschrieben habe, sind wir aufeinander aufmerksam geworden. Im Januar 2018 habe ich bei einem Theaterstück mitgewirkt, bei dem er zugesehen hat. Wir haben uns viel darüber unterhalten, uns wohlgefühlt und schon hier …

Auf einen Tee mit Samuel #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Alle zwei Monate fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Samuel wissen, wer er ist und wofür er brennt. Wer bist du? Mein Name ist Samuel, ich bin 22 Jahre alt und studiere Design. Laut Meyers-Briggs bin ich ein INFP-Persönlichkeitstyp, und laut meiner Instagram-Bio außerdem ein mittelmäßig guter Langstreckenläufer, Nussmus-Connoisseur, und Oxfordkomma-Enthusiast. Das beschreibt meiner Meinung nach den Großteil meines Lebens und meiner Persönlichkeit ganz gut. Wofür brennst du? Mein erster Impuls war diese Frage einfach mit meiner Arbeit zu beantworten. Tatsächlich stimmt das so aber nicht ganz. Ich wollte vielmehr nur schon immer eine bessere Version meiner selbst sein, und projizierte diesen Ehrgeiz dann darauf. Alles was ich mache dient insofern als Ventil dafür. Wahrscheinlich romantisiere ich die Idee des »dying for your art« aber auch ein wenig zu sehr. Millenial Martyrdom eben. Hast du einen Traum? Ich wäre irgendwann gerne absolut glücklich (dazu später mehr). Wie …

Auf einen Tee mit Licia #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Jeden Monat fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Licia wissen, wer sie ist und wofür sie brennt. Wer bist du? Ich bin Licia, Musikerin aus Karlsruhe und 21 Jahre alt. Ich bin momentan dabei meine erste EP zu produzieren, die voraussichtlich ab Mitte März erhältlich sein wird. Mit meiner Musik will ich Menschen für einen Augenblick die Zeit stehlen und sie für den jetzigen Augenblick sensibilisieren. Ihnen zeigen, wie heilsam es sein kann, einfach mal nur zu sein. Ich glaube, dass es irgendwo meine Pflicht ist, die Gaben, die ich geschenkt bekommen habe, nicht nur für mich zu behalten, sondern sie mit anderen zu teilen, um meinen Teil Liebe in die Welt zu tragen und den Menschen neue Blickwinkel aufzuzeigen. Ich habe ein sehr unkonventionelles Leben für eine 21 Jährige. Ich lebe mit meiner 10 Jahre älteren Partnerin und ihren drei Kindern/Pflegekindern zusammen und mache viel zu gerne …

Frühstück mit Oma

Meine Oma heißt Christa und ist am dritten Tag des zweiten Weltkriegs geboren. Sie sagt, dass sie eine bescheidene, aber sehr glückliche Kindheit mit einer älteren und einer jüngeren Schwester hatte und deshalb immer in beide Richtungen boxen musste. Mit 16 lernt sie ihren zukünftigen Mann Karl-Heinz kennen, mit 18 verloben sich die beiden heimlich. Als Christa 25 ist, kommt meine Mutter zur Welt. Mit 66 erkrankt Karl-Heinz an Parkinson. Nach einem siebenjährigen Kampf, bei dem es leider stetig bergab geht, verliert er gegen die Krankheit. Meine Oma ist sehr weltoffen, hat Snapchat und ist sehr empathisch. Sie hat eine neue Hüfte und eine neue Schulter aber schwimmt trotzdem den ganzen Sommer täglich und ist Mitglied in unzähligen Sportvereinen. Wir unterhalten uns oft stundenlang aber heute treffe ich mich mit ihr weil ich ihr Fragen stellen möchte, die ich ihr so noch nicht gestellt habe. Wir frühstücken zusammen und ich freue mich schon die ganze Woche drauf, da meine Oma den besten Filterkaffee auf der Welt kocht. Zum Schutz ihrer Privatsphäre habe ich keine Bilder von …

Braucht Sexualität ein Label?

Warum gibt es uns eigentlich so eine Sicherheit, wenn wir uns selbst ein Label verpassen können? Warum fühle ich mich besser, wenn ich zu Leuten sagen kann, dass ich beispielsweise “lesbisch” bin? Weil dann weitere Fragen wegfallen? Weil es menschlich ist, diese gewisse Sicherheit zu haben, bei einer Person punkten zu können oder nicht? Warum habe ich das Gefühl, das eine für mich ausschließen zu müssen, nur damit ich mich mich dem Anderen zuordnen kann? Einen Großteil meines Lebens verbrachte ich mit einem Spagat zwischen hetero, lesbisch oder bisexuell. Ich wollte immer eines sein und die anderen ausschließen. Wollte mich in eine Sparte einordnen können. Habe nächtelang krampfhaft überlegt, welche Bezeichnung denn nun für mich passt. Ich habe eine Freundin gefragt, die sich bestens mit diesen Fragen auskennt und sich ausgiebig damit beschäftigt hat. Lange Zeit hat sie lesbisch gelebt & geliebt, bis sie sich in einen Mann verliebt hat: Und sich dadurch mit allerhand neuen Herausforderungen konfrontiert sah. – Hast du schon früh gemerkt, dass du auch auf Frauen stehst? Tamina: Ja. Bereits in …

HIV positiv: und wieder aufstehen

Ich lebe eigentlich schon immer offen schwul und hatte damit nie ein Problem. Warum auch. Es spart ja auch einfach Zeit und Nerven, wenn man nicht bei jeder Person ein Versteckspiel betreiben muss (Wird mich jemand, den ich kennenlerne, trotzdem mögen? Wie würde sich unser Verhältnis ändern, wenn die Person davon erfährt?). Abgesehen davon, finde ich es eines der normalsten Dinge der Welt. Umso mehr irritiert es mich, dass ich seit zwei bis drei Jahren ein Versteckspiel betreibe, das ich nun eigentlich auch beenden möchte. Vor ebendiesen zwei bis drei Jahren wurde bei mir HIV diagnostiziert. Das klingt jetzt dramatisch und schlimm – ist es für mich ganz persönlich jedoch erst während und ca. einem Jahr nach der Diagnose gewesen. Ich ging zu einer Beratungsstelle und machte einen Schnelltest. Der Vorteil für mich war, hier schnell eine Antwort zu bekommen. Da der vermutete Risikokontakt etwas länger her war, war diese Testmethode für mich eigentlich das, was ich wollte: Rasche Gewissheit nach monatelangem Grübeln und Verdrängen. Der Schnelltest ist mittlerweile fast so zuverlässig wie ein Labortest, …

Ich habe einen Traum

Jule ist 21. Ich habe ein Interview mit ihr geführt, in dem sie von ihren Erwartungen und Träumen von einer besseren Welt redet. Vielleicht dient dieses Gespräch einigen als Anregung, unser System zu hinterfragen oder mal von einer anderen Seite zu betrachten.  Wer bist du und was macht dich aus? Ich bin eine 21-jährige, junge Frau, die sich oft so fühlt, als würde sie im falschen System leben. Über mich selber zu sagen, was mich ausmacht, fällt mir sehr schwer. Eine Frau, die ich sehr schätze, dankte für mein ehrliches Hinterfragen. Und daher denke ich, dass es mein kritisches Denken, meine Unverblümtheit und Ehrlichkeit sind, die mich ausmachen. Das alles wird vermutlich erst durch mein eigenes Wertesystem möglich, weswegen ich auch das zu den Dingen zählen würde, die mich ausmachen. Wie würdest du den jetzigen Zustand der Welt beschreiben? Ich würde ihn als Armutszeugnis für die doch angeblich so weit entwickelte und fortschrittliche Menschheit bezeichnen. Hierfür kann jedoch nur ein gewisser Teil der Menschheit etwas, der auch in anderen Fällen den Übrigen gegenüber oft genug zum Täter …