Alle Artikel mit dem Schlagwort: Imina

Wir <3 Stress

Auf YouTube wimmelt es von „Journal Setups“ und „Productive Morning Routines“, auf Pinterest findet man tausende Wochen- oder Essensplaner, die bis zum Minutentakt gefüllt werden können, auf Spotify gibt es Konzentrations- und Produktivitätsplaylists mit Walgeräuschen oder Jazz-Hop. „Work, work, work“ ist das Motto unserer Generation – Wir lieben die Arbeit und den Stress – aber vor allem das Gefühl, das Produktivität in uns auslöst. Was macht das mit uns? Eine kleine Hinterfragung am Beispiel von mir selbst. Die Hustle-Culture ist tief in uns verankert Wir lieben gestresst sein. Wir lieben es, uns nach zehn Stunden Arbeit völlig erschöpft auf die Couch zu hauen, nur um stolz darauf sein zu können, was wir alles geschafft haben. Wir fühlen Bestätigung, wenn wir auf Instagram teilen können, dass wir schon wieder seit fünf Stunden ohne Pause an unserer Hausarbeit gearbeitet haben und sämtliche Leute mit dem 100-Emoji auf die Story reagieren. Wir lieben Produktivität. Wir perfektionieren unsere LinkedIn-Profile und Portfolios und sind gleichzeitig immer auf der Suche nach neuen Projekten, um den Lebenslauf noch besser aussehen zu lassen. Wir …

Untergänge in Gold

Teil I Gehen immer unweigerlich zwei Menschen an etwas zugrunde? Kann ich auch allein an uns zugrunde gehen?Wo kann ich dich lassen, wenn du doch immer wieder zu mir zurückkehrst?Liebe ich es nicht insgeheim, von dir heimgesucht zu werden? Teil II Teil III Du lässt mir keine Ruhe. Du steckst in jedem Glas Weißwein. Und immer, wenn ich dich sehe, beschleicht mich der Gedanke, dass ich niemals so richtig glücklich sein kann wenn ich nicht weiß, wie es sich anfühlt, wenn du nachts neben mir liegst. Manchmal wäre ich gern wie sie alleWeil sie es leicht habenWeil sie nicht suchen und trotzdem findenund dann hinnehmenund dabei bleiben. Teil IV Die Sonnencreme brennt in meinem Auge. Du zählst die Himbeeren in deinem Obsttörtchen und ich zähle die Kalorien in deinem Obsttörtchenweil ich nicht über das Wesentliche nachdenken will. _ Eigentlich ein Teil meiner “Das, was ich nicht sagen kann”-Reihe. Nur habe ich mehr Worte als Bilder gefunden.Teil 1, Teil 2, Teil 3,Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11 Beitrag von Imina.

Unter der Spitze des Eisbergs

Ok Kids. Thema heute: Body Positivity. Alles schon gelesen, alles schon gehört, wir haben doch kapiert, heute sind alle Körper schön und Magersucht ja so 2001. Nivea macht jetzt sogar Werbung mit dicken Körpern und Gilette mit unrasierten Beinen. We’re over it.Oder? Ja, das Schönheitsideal hat sich seit den 2000ern verändert: Heute wird nicht mehr so viel gehungert, und dafür mehr geschwitzt – für definierte Schultern, straffe Beine und Bauchmuskeln. Knochen sind out, Muskeln und clean eating sind in. Ist das besser? Keine Ahnung. Aber so lange es in dieser Welt überhaupt noch Schönheitsideale gibt, so lange Frauenzeitschriften ihre Existenz damit berechtigen, akribisch die Gewichtsveränderungen irgendwelcher Berühmtheiten zu dokumentieren und ich beim Fahrradfahren auf glatte Bäuche auf Werbeplakaten schauen muss, ist zu dem Thema noch nicht alles gesagt. Auch heute leiden noch fünf Millionen Frauen und Männer in Deutschland an Essstörungen, von denen 100.000 an Magersucht und 600.000 an Bulimie erkranken. Und wenn im Jahr 2017 78 Menschen in Deutschland infolge einer Essstörung verstorben sind, sind das 78 Menschen zu viel.Doch diese 78 Menschen sind …

Delfine in Venedig

Alles ist ungewiss. Eine quasi undefinierbare Lage. Über den Köpfen der Menschen schweben Fragezeichen, während sie hektisch eine Insta-Story nach der anderen posten: Leere Supermarktregale präsentieren, obwohl genug vorhanden ist. Fraglich, ob sie selber das Regal ausgeräumt haben – alles für das Foto. Fragezeichen, Falschmeldungen, Hiobsbotschaften. In diesen Tagen haben wir von allem reichlich. Reichlich Informationen, die sich im Minutentakt aktualisieren. Reichlich Verpflegung, aber auch reichlich Ängste. Existenzängste und die Ängste vor dem unsichtbaren Feind, dem Virus. Ängste, die uns verbinden. Uns, die Menschen – die Menschheit. Wir alle haben Angst. Einige mehr, andere weniger. Einige präsenter, andere eher still für sich. Doch ist dies ein Punkt, der uns alle miteinander verbindet. Den Menschen wird unterstellt, sie seien egoistisch geworden. Vor allem aber, wurde es unterstellt. Zur Zeit lässt sich der Begriff der „Nächstenliebe“ wieder mehr anwenden. Nachbarn helfen Nachbarn, junge Menschen bieten Älteren Hilfe an. Und das ist nur der Anfang. Die meisten leben seit einer Woche in der Isolation und schon wird vielerorts das „Wir“ und „Sie“ wichtiger als das „Ich“. Egoismus macht …

Quarantäne Favoriten

Besonders jetzt zu dieser Zeit finde ich es schön, Blumen und generell viel Grün in meiner Wohnung zu haben. Es macht das Isoliertsein gleich ein wenig leichter. Auch vertrocknete Blumen können sehr ästhetisch sein! Also ruhig ein bisschen länger stehen lassen, das macht gar nichts. Neben Blumen sind Zimmerpflanzen und Kräuter schöne Erdlinge, um die man sich zur Zeit gut kümmern kann. Ich habe mir einen kleinen grünen Daumen angeeignet und freue mich riesig, jeden Tag zu sehen, wie mein Salbei wächst. Meine Hände sind schon ganz ausgetrocknet vom vielen Waschen und Desinfizieren. In dieser Zeit ist deshalb eine Handcreme unfassbar wichtig für mich geworden! Damit ich meine Hände weiterhin gern eincreme und es vor allem nicht vergesse, habe ich mir eine Creme ausgesucht, die unheimlich gut riecht und sie direkt neben der Seife auf dem Waschbecken deponiert. Außerdem habe ich auch immer eine für unterwegs dabei! Obwohl ich viel raus gehe und Spaziergänge mache, belastet mich das viele Drinnen-Hocken und die wenige frische Luft doch sehr. Zu oft fällt mir die Decke auf den …

Das Home-Bootcamp

6 Uhr am Dienstagmorgen, der Wecker klingelt. Eigentlich habe ich keine Termine, muss nirgendwo sein, theoretisch könnte ich ausschlafen. Wir befinden uns in einer globalen Pandemie und ich hab seit vier Wochen außer zum Einkaufen und Spazierengehen meine Wohnung nicht verlassen. Trotzdem steht heute viel auf meiner To-Do-Liste, also als erstes Handy an und gucken, was ich über Nacht verpasst habe: Mein Instagram Feed ist voll von Workouts, perfekten Kaffees in perfekt eingerichteten Homeoffices und immer und immer wieder: „Nutz die Quarantäne, um all die Dinge zu tun, für die du sonst keine Zeit hast.“ Ausmisten, endlich den Roman schreiben, oder Mandarin lernen. Ich bin ein Opfer der Hustle Culture: Den Großteil des Tages verbringe ich damit, zu arbeiten. Der Rest der Zeit wird um die Arbeit herumstrukturiert und möglichst produktiv genutzt. Aber ich bin nicht die einzige: Hustle und Grind sind zu Mantren für eine ganze Generation geworden. The grind never stops. Das „millionaire-mindset“ wird mit Stolz getragen: Push dich über deine Grenzen hinaus und du kannst alles sein, was du willst. Immer mehr, …

Stoppschild #wasgehtab

Wichtiger Hinweis: Dieser Text behandelt sensible Themen wie Essstörungen, Depressionen und Selbstverletzung. . Bei Rückfragen können gerne die Kommentare benutzt oder auf Instagram nachgefragt werden. Dazu muss ich noch erwähnen, dass ich kein Facharzt bin, sondern mein Wissen und Erfahrungen teile. Falls du selbst Probleme hast, wende dich bitte an einen Facharzt, eine/n Vertraute/n oder die unten aufgeführte Stelle. Was sind Depressionen und wie fühlen sie sich an? Als ich für diesen Text eine allgemeine Definition googelte, stieß ich auf die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Sie definiert Depressionen als Phasen, in denen es nichts gibt, was einen erfreut, alles grau in grau erscheint, man deprimiert ist. Diese Phasen macht jede Person mal durch. Depressionen sind eine Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen beeinflusst, mit Störungen von Körperfunktionen einhergeht und erhebliches Leiden verursacht.  Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, können sich selten allein von ihrer gedrückten Stimmung, Antriebslosigkeit und ihren negativen Gedanken befreien. Ich habe in einem Kinderfilm vor ein paar Jahren eine sehr tolle und auf den Punkt bringende Definition entdeckt: “Eine Depression ist, …

Eine Ode ans Single sein

Ich bin Single. Ich bin gern Single. Und nein, mir fehlt auch nichts in meinem Leben. Egal, ob im Familienkreis, unter Freunden oder auf Parties. In Filmen ist das Happy-End nur komplett, wenn beide am Ende zusammenfinden oder zumindest zusammen verrecken. Wenn ich Songs aufzählen sollte, die von Liebe handeln, fallen mir sofort mindestens 10 ein, bei anderen Themen müsste ich echt überlegen. Ich bin dauernd mit dem Single sein konfrontiert: „Wie sieht’s denn eigentlich bei dir aus, hast du da wen?“ oder „Ach weißt du, ich wünsche dir mal einen richtig netten Freund!“Dabei ist diese ganze Sache für mich gar kein so großes Thema und ich verstehe nicht, warum sich bei vielen Leuten scheinbar alles immer um Beziehungen dreht. Der Freundeskreis ist gespalten in Paare und Singles. Manchmal verschwören sich die Singles gegen die Paare, weil die nerven. Manchmal schließen die Paare die Singles aus, weil sie auf „Doppel-Dates“ gehen. Manche Paare können nichts ohne einander machen, andere haben völlig verschiedene Freundeskreise. Ich kenne einige Menschen, die scheinbar gar nicht Single sein können weil …

Corona und Wir

Das Leben um uns herum scheint langsam ausgeschaltet zu werden: Bars, Cafés, Museen und Clubs schließen. Die Straßen und Nudelregale sind wie leergefegt, Menschen streiten im Drogeriemarkt über ein paar Rollen Klopapier. Wir sind irgendwo zwischen Panikmache und Informationsbeschaffung, zwischen Überreaktion und den Ernst der Lage unterschätzen. Es gibt vieles, was mir zur momentanen Lage einfällt, was mir Angst macht, mich sauer macht und mich beschäftigt. Aber eine Frage drängt sich dauernd in meinen Kopf: Wo will ich sein, wenn ich in Quarantäne muss? Die Grenzen werden geschlossen, auf einmal sind wir eingesperrt und uns wird bewusst, wie privilegiert wir eigentlich leben: Die ständige Freiheit zu haben, dort hinzugehen, wo wir hin möchten, nie vor einer verschlossenen Türe zu stehen, tun und lassen zu können, was immer wir wollen. Plötzlich sind wir in dieser Freiheit eingeschränkt, was bei vielen Menschen auf Panik stößt. Unser Kreis verringert sich, wir canceln die spontane Städtereise im April, Konzerte, auf die wir uns lange gefreut haben, werden abgesagt. Wir überlegen uns zweimal, ob es wirklich nötig ist, morgen zu …