Alle Artikel mit dem Schlagwort: Imina

Das, was ich nicht sagen kann /8

In den letzten Wochen war ziemlich viel los – in mir und um mich. Vieles davon ist in meinem Notizbuch gelandet, vieles davon ist sehr persönlich, aber ein paar Gedanken und Skizzen wollte ich trotzdem mit euch teilen.Teil 1, Teil 2, Teil 3,Teil 4, Teil 5, Teil 6 + Teil 7 _ Bilder, Texte und Illustrationen von Imina.

Durchschnittlich sein

Wenn ich morgens aufstehe, bin ich meist ausgeschlafen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich, wie der*die Durchschnittsbürger*in ➚, 8,29 Stunden Schlaf bekomme. Ich putze mir dann durchschnittlich lang die Zähne (3-4 Minuten), frühstücke eine durchschnittliche Portion Haferflocken mit Obst. In der Uni bin ich eine durchschnittliche Studentin mit durchschnittlichen Leistungen. Ich denke, ich bin wahrscheinlich ‘ne ganz Nette mit der man mal ein Pläuschchen hält, aber keine sonderlich Beliebte – Durchschnitt eben. Wenn ich von der Uni komme, kaufe ich eine durchschnittliche Menge Obst & Gemüse, koche irgendwas zu Abend, was durchschnittlich gut schmeckt und gehe zu einer durchschnittlichen Zeit ins Bett. Ist das schlecht?Und was sagt das über mich? Der Duden erklärt das Wort „Durchschnitt“ als „aus mehreren vergleichbaren Größen errechneter Mittelwert in Bezug auf Quantität oder Qualität“, als Mittelmaß oder Querschnitt ➚. Und während ich das lese, habe ich schon das Gefühl, dass mein Mopf diese Begriffe irgendwie negativ konnotiert. Mittelmaß: Nichts besonderes, aber auch nichts schlechtes. Irgendwie ganz okay, aber irgendwie auch nicht befriedigend. In der Menge mitschwimmen, aber nicht herausstechen. In …

30 Tage Zeichnen!

Ganz oft fragen mich Leute, wie ich das mache: Woher kommt es, dass du „so gut“ zeichnen kannst? Wie geht es, dass du Dinge „so schnell“ zu Papier bringen kannst? Meine Antwort ist dann meist – Übung, Übung, Übung. Denn Zeichnen hat weniger mit Talent als mit Übung zutun. Es geht viel darum, das eigene Auge zu schulen, weg von den glatten, perfekten Bildern, die unser Gehirn zusammenbaut (Welche Person hat denn zwei exakt symmetrische Augen?) hin zu einer vielleicht krumpeligen, aber echten Darstellung einer Sache zu kommen, die im besten Falle noch einen persönlichen Touch hat. Und dieser hat sich auch nur entwickelt, weil ich jeden Tag irgendwas kritzele. Aus diesem Grund ist mir die Idee gekommen, eine kleine 30-Day-Challenge zu machen. Ich habe euch für 30 Tage Motiv- oder Schreibideen aufgeschrieben, für jeden Tag eine. Natürlich mach ich auch mit und mich würde es freuen, wenn ihr euch mir anschließen würdet! Es geht eigentlich darum, Dinge wahrzunehmen, die um uns herum sind. Anders zu sehen. Neue Blickwinkel für die Dinge zu entwickeln, die …

Eine Ode an Klokabinen

… und damit meine ich nicht die Toilette, dieses stuhlähnliche Etwas an sich. Nein, ich meine diese kleine oder auch mal größere Kabine, diesen einen Raum, in dem man mal kurz für sich sein kann. Oder auch länger. Ich hatte in meinem Leben beides: das kurze Luftholen während zwei Türen weiter gerade 2x-4y gerechnet wurde. Und das Pausenbrotkrümel auf dem Boden verteilen, während man draußen das gemeinschaftliche Lachen der anderen, der, denen man entfliehen möchte, hört. Immer war mir das Klo ein Ort zum Luft holen. Das stille Örtchen war genau dieses für mich: Ein Platz für meine Gedanken, ohne den ganzen Trubel und die Lautstärke der anderen Menschen. In der Klokabine konnte ich irgendwie … ich sein. Mal durchatmen. Mich wieder richten. Innerlich und äußerlich. Und loslassen. Weinen, schluchzen, schlafen auch. Die Fassade konnte bröckeln. Kann. An meiner Liebe für diesen Ort hat sich nichts geändert. Über die Jahre ist sie sogar gewachsen und hat noch eine ganz andere Wichtigkeit angenommen: Klokabinen sind auch ein Ort für Austausch – je nachdem, wo du bist. …

weiterbalancieren

05.01.2019 Ich sitze im Auto, bin auf dem Weg zu meiner Oma. Besuche zuhause fallen mir schwer, weil ich mich mit diesem leeren Platz am Abendbrot-Tisch oder auf der Couch beim Tatort gucken konfrontiert sehe. Weil an jeder Ecke Erinnerungen warten, mit denen ich nicht immer umgehen kann.  Das Radio läuft und auf einmal kommt „I’m Goin’ Down“ von Bruce Springsteen. Sofort ist da der Kloß im Hals, den ich so oft zu vermeiden versuche. Sofort füllen sich meine Augen mit Tränen und ich muss rechts ranfahren. Ich erinnere mich schlagartig an die Sonntagnachmittage im Sommer, an denen mein Vater mich gefragt hat: „Hast du Lust, ein bisschen wegzufahren? Ich kenne einen Ort, den ich dir zeigen will.“ Dann hatte er meistens schon seine Kamera unter dem Arm, ich habe mir mein Notizbuch und ein paar Stifte geschnappt, und wir sind losgefahren. Mit offenen Fenstern und einer Zusammenstellung seiner Lieblingssongs auf einer SD-Karte sind wir über die Landstraßen gefahren. Ich habe laut mitgesungen und er hat den Beat auf das Lenkrad getrommelt. Wenn ich gesagt …

Lieblinge im Februar

Den Februar habe ich, nach meiner Reise nach Las Vegas Ende Januar, etwas entspannter angehen lassen. Ich hatte in der Uni und mit TIERINDIR zutun aber habe auch versucht, einen Gang runterzuschalten und mal auf mein Inneres zu hören. Diese Dinge habe ich geliebt. 1 Im Februar habe ich viel Zeit in der Uni verbracht. Ein großer Favorit waren deshalb die vielen Nachmittage, die ich dort verbracht habe um meiner Arbeit nachzugehen, Kaffee zu trinken oder einfach so kreativ zu sein. Vor allem zwanglos kreativ sein kommt bei mir leider oft zu kurz und ist etwas, das ich gern viel häufiger tun würde. 2 Eine riesengroße Entdeckung war Sex Education auf Netflix. Die Serie hat mir meine Mitbewohnerin ans Herz gelegt und ich habe mich ziemlich schnell verliebt. Sie handelt von Jugendlichen, die erste sexuelle Erfahrungen machen. Die Hauptperson ist u.a. Otis, dessen Mutter Sextherapeutin ist, der zusammen mit Maeve eine Art „Sextherapie“ in der Schule anbietet und Paare berät, die Probleme haben. Klingt super weird und ist eigentlich auch vom Inhalt nicht das, was …

Tabuthema? Panikattacken

Sie rauben dir den Atem, treffen dich in unpassenden Situationen, halten die Zeit an und nehmen dich gefangen. Du hast das Gefühl, ganz allein damit zu sein, doch das bist du nicht. Heute erzählen Luka, Johanna und Imina von ihren Erfahrungen mit Panikattacken und geben Dir am Ende Tipps und Affirmationen mit auf deinen eigenen Weg. Luka Ich hatte erst einmal eine richtige Panikattacke und die ist auch noch gar nicht so lange her. Trotzdem kann ich mich nicht genau daran erinnern, wie alles ablief. Mir ging es zu dieser Zeit sehr schlecht, es war dunkel und kalt draußen, ich war allein in einer fremden Stadt. Meine Gedanken kreisten tagelang nur um ein Thema und irgendwann spitzte sich alles zu. Ich saß an meinem Schreibtisch und hatte mir gerade etwas zu Essen gemacht. Ich war allein und hatte eigentlich genügend Dinge, die erledigt werden mussten. Trotzdem saß ich einfach nur da. Wirklich etwas gegessen habe ich auch nicht. Meine Gedanken kreisten ständig nur um eine Sache und ich war innerlich sehr gestresst. Ich wollte an …

Die verdrehen, was ich bin

“I am not what I think I am, and I am not what you think I am. I am what I think you think I am.“ Charles Horton Cooley I. Als ich dich das erste Mal traf und als du da so saßt, habe ich keine schwitzigen Hände bekommen. Meine Herzfrequenz blieb konstant. Was danach lustig war weil ich zitterte jedes Mal sobald ich dich wieder sah. Aber damals, in diesem Moment, war ich ein unbeschriebenes Blatt Papier. Und ich fühlte mich ausgeglichen als ich in deine Augen sah und du mir Geschichten aus meinem liebsten, noch nicht gehörten Märchenbuch erzählt hast. Ich sage nicht, andere Nächte waren nicht auch voller Momente – aber diese war unkompliziert. Nur lag ich zu oft nachts wach und hoffte, dass du es tust. Und selbst eine Nachricht zu tippen fiel mir schwer. Vielleicht hätte ich dir auch ganz klassisch einen Brief schreiben können. Nur wusst’ ich nicht, wie. Mit immateriellen Wörtern war in vielen Schriftzügen und Farben mein Blatt bereits voll: Von dem was du und ich – …