Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gedanken

Was ich zu sagen lerne /6

Die Bilder habe ich im Februar und März aufgenommen. Die Worte waren teilweise schon vor Monaten in meine Heften oder Notizen geschrieben worden. Ich habe zuletzt eine Zeit durchgemacht, in der ich das Negative – was es immer gibt – noch negativer wahrgenommen habe. Ich habe viel hinterfragt. Viel nachgedacht. Viel neu zusammengesetzt. Festgestellt, auf wen Verlass ist – und auf wen nicht. Ich habe gemerkt: Reden ist Gold, Schweigen ist Silber. Und dass ich trotzdem immer ein stilles Wasser sein werde. Es geht immer um die Art und Weise. Um das Wie. Was für ein Mensch möchte ich sein? Und wie gehe ich als ein besserer Mensch aus der Situation heraus, als ich es vorher war? Worte und Fotos von Nora.

Die verdrehen, was ich bin

“I am not what I think I am, and I am not what you think I am. I am what I think you think I am.“ Charles Horton Cooley I. Als ich dich das erste Mal traf und als du da so saßt, habe ich keine schwitzigen Hände bekommen. Meine Herzfrequenz blieb konstant. Was danach lustig war weil ich zitterte jedes Mal sobald ich dich wieder sah. Aber damals, in diesem Moment, war ich ein unbeschriebenes Blatt Papier. Und ich fühlte mich ausgeglichen als ich in deine Augen sah und du mir Geschichten aus meinem liebsten, noch nicht gehörten Märchenbuch erzählt hast. Ich sage nicht, andere Nächte waren nicht auch voller Momente – aber diese war unkompliziert. Nur lag ich zu oft nachts wach und hoffte, dass du es tust. Und selbst eine Nachricht zu tippen fiel mir schwer. Vielleicht hätte ich dir auch ganz klassisch einen Brief schreiben können. Nur wusst’ ich nicht, wie. Mit immateriellen Wörtern war in vielen Schriftzügen und Farben mein Blatt bereits voll: Von dem was du und ich – …

Abenteuer

Abenteuer – von Cara Da hängt es verheißungsvoll über uns. Dieses Wort, das garstige Bedrohung und süße Versprechung in einem ist. Das uns entweder hechten lässt, zu begreifen, was es bedeutet. Zu leben, was es uns beibringen kann. Oder das uns ducken lässt, aus Angst vor dem potentiellen Sturm und macht, dass wir noch etwas weiter in den sicheren Hafen einfahren.  Beide Male erleben wir dieses Wort, das doch zuletzt nicht mehr als seine Buchstaben ist, beinahe als Gottheit. Einmal offenbart sie uns Leben und Leidenschaft. Das andere Mal verkündet sie Unheil und will uns schätzen machen, was wir haben. Doch die Wahrheit ist: Das arme, zarte Worte ist der Assoziation, die wir ihm anheften nicht schuldig. Ein Abenteuer ist, was immer wir als solches bezeichnen mögen. Ein Abenteuer ist, was auch immer wir eines sein lassen. Und entspricht das nicht genau der Idee der Freiheit, die wir in diesem Wort sehen? Die Tatsache, dass seine Definition ebenso in Bewegung ist wie unser Leben und von nichts anderem abhängt als von uns selbst. Du und ich als wir – …

Best Of 2018

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir haben uns die Zeit genommen, alle Beiträge nochmal Revue passieren zu lassen & unsere liebsten Worte, Zeilen und Gedanken herauszuschreiben. Entstanden ist eine Sammlung all dessen, was TIERINDIR besonders macht. Gedanken, die wir teilen und so voneinander lernen und uns gegenseitig inspirieren. Worte, die wir am liebsten in die Welt hinausschreien wollen, weil sie so wichtig sind. Im heutigen Blogpost haben wir ein paar unserer ganz persönlichen Lieblingszitate herausgeschrieben. Danke für Euer Vertrauen, für all Eure Gedanken und lieben Worte. Ihr seid das Herz von TIERINDIR & unsere allergrößte Inspiration. Wir sind so gespannt auf 2019 und können es kaum erwarten, in ein neues Jahr zu starten. _ Analogbilder von Nora & Luka. Konzept & Gestaltung von Imina.

Konzentrationslos

Kann mich nicht konzentrieren. Nicht darauf, diesen Beitrag zu schreiben, nicht auf’s Lernen, allgemein nicht. Es fällt mir schwer, bei einer – und wirklich nur einer – Sache zu bleiben. Woher kommt das,  frage ich mich. Ich habe mir Tipps durchgelesen, wie man sich besser konzentrieren kann. Fünf waren es. Sie lagen zwischen viel Wasser trinken und Konzentrations-Übungen machen. Aber das kann es doch nicht gewesen sein. Das ist es auch nicht. Meine Schwäche geht tiefer als acht Stunden Schlaf jede Nacht und eine ausgewogene Ernährung – beides Dinge, auf die ich eh Wert lege. Also inspiziere ich mich und das, was ich tu’. Das ist eine ganze Menge. Neben dem Studium ist da noch Fernbeziehung, Familie, Freunde, andere Projekte, ich selbst. Alles Sachen, die mich beschäftigen. Tagtäglich, Stunde um Stunde und Minute für Minute. Und genau da liegt das Problem. Es gibt keine Sekunde ohne einen Gedanken, der in eine dieser Richtungen geht. Gibt keinen klaren, leeren Gedanken. Mein Leben ist voll, das ist schön, aber so ist es auch mein Kopf, mein Herz, …

Nicht anders als gestern

Ich fange eigentlich meist Wochen vor meinem Geburtstag an, mich auf diesen Tag zu freuen. Mir auszumalen, was ich alles Schönes machen werde und wer alles an mich denken könnte. Welchen Kuchen ich backen oder was ich anziehen könnte. Denke mir jedes Jahr, was für ein monumentaler Schritt es ist, wieder ein Jahr älter zu sein. Am 28. Mai bin ich um 9 Uhr aufgewacht: Aber habe ich mich anders, oder vielleicht sogar erwachsener, gefühlt? Nein. Denn außer einem Frühstück, bei dem ich schon morgens Schokokuchen essen und Kerzen auspusten konnte und im Wohnzimmer von Blumen und einem „Happy Birthday“–Schild begrüßt wurde, war ja auch nichts anders als gestern. Wochenlang denke ich über diesen Tag nach, freue mich immer noch wie ein Kind darauf, will es mir so schön machen, wie nur möglich. Nehme mir also heute die Zeit, und tue all die Dinge, die mich glücklich machen: Ich mache Sport, frühstücke ausgiebig, esse Kuchen, gehe schwimmen, sitze in der Sonne und koche abends ein riesiges Festmahl mit all den Sachen, die ich gern esse. …

Das Gegenteil von gleichgültig

Ich denke sehr viel nach. Ich mache mir über alles Gedanken. Ich bin nah am Wasser gebaut. Ich überdenke, reflektiere und lasse revue passieren. All das gehört zu mir. Und zeigt, das ich involviert bin. Dass mir etwas wichtig ist. Und nicht egal. Dass es weh tut oder schön ist. Dass es mich beschäftigt. Es ist ein Zeichen dessen, dass ich lebe. Ich fühle. Ich fühle viel. Und sehr oft treibt es mich zur Weißglut. Gerade, wenn es schmerzvolle Momente und Empfindungen sind, die ich ausblenden und vergessen möchte. Aber – und das habe ich gemerkt – ich möchte auch nicht ohne. Denn was noch viel schlimmer ist, als ständig jede Emotion zu spüren, sich Sorgen zu machen, zu lachen, zu weinen, Achterbahn zu fahren … ist Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist passiv. Sie ist einfach da und übertüncht alles. Wie eine Wolke, wie ein Nebel, durch den man Konturen nicht mehr erkennt oder ein Schleier, der sich über alles legt. Es ist ein ernüchterndes Gefühl. Nicht so sehr, wenn man von Anfang an gleichgültig ist. Aber wenn man …

Das Spiel des Lebens

Ein paar Gedanken über die Werte und Normen der Gesellschaft, in der wir leben. An einem Wochenende im Dezember war großes Familienessen bei meiner Tante. Wir saßen gemütlich zusammen, haben gut gegessen und uns lange unterhalten. Nach dem Kaffee haben wir angefangen, das Brettspiel Spiel des Lebens zu spielen. Ich weiß nicht, wie viele von euch das Spiel kennen, aber man erhält zu Beginn eine Spielpuppe in Form eines Autos. Da ich weiblich bin, bekomme ich einen rosafarbenen Stift in mein Auto gesetzt. An diesem Punkt spare ich mir den ersten Kommentar – warum muss ich Rosa nehmen? Nur, weil ich weiblich bin, und Rosa mit Frauen und Blau mit Männern assoziiert wird? Ziemlich zu Anfang, nach der Berufswahl und dem Einschlag der Karriere, muss man heiraten und ein Kind bekommen. Nun gut, ein Spiel. Ich komme also auf dieses Feld, und mir wird ungefragt ein blauer Stift mit ins Auto gesetzt. Ich schlucke einen zweiten Kommentar dieses mal nicht herunter und sage „Und wenn ich nun einen zweiten, rosafarbenen Stift in meinem Auto wollte?“ Je …