Alle Artikel mit dem Schlagwort: Essstörung

Unter der Spitze des Eisbergs

Ok Kids. Thema heute: Body Positivity. Alles schon gelesen, alles schon gehört, wir haben doch kapiert, heute sind alle Körper schön und Magersucht ja so 2001. Nivea macht jetzt sogar Werbung mit dicken Körpern und Gilette mit unrasierten Beinen. We’re over it.Oder? Ja, das Schönheitsideal hat sich seit den 2000ern verändert: Heute wird nicht mehr so viel gehungert, und dafür mehr geschwitzt – für definierte Schultern, straffe Beine und Bauchmuskeln. Knochen sind out, Muskeln und clean eating sind in. Ist das besser? Keine Ahnung. Aber so lange es in dieser Welt überhaupt noch Schönheitsideale gibt, so lange Frauenzeitschriften ihre Existenz damit berechtigen, akribisch die Gewichtsveränderungen irgendwelcher Berühmtheiten zu dokumentieren und ich beim Fahrradfahren auf glatte Bäuche auf Werbeplakaten schauen muss, ist zu dem Thema noch nicht alles gesagt. Auch heute leiden noch fünf Millionen Frauen und Männer in Deutschland an Essstörungen, von denen 100.000 an Magersucht und 600.000 an Bulimie erkranken. Und wenn im Jahr 2017 78 Menschen in Deutschland infolge einer Essstörung verstorben sind, sind das 78 Menschen zu viel.Doch diese 78 Menschen sind …

Stoppschild #wasgehtab

Wichtiger Hinweis: Dieser Text behandelt sensible Themen wie Essstörungen, Depressionen und Selbstverletzung. . Bei Rückfragen können gerne die Kommentare benutzt oder auf Instagram nachgefragt werden. Dazu muss ich noch erwähnen, dass ich kein Facharzt bin, sondern mein Wissen und Erfahrungen teile. Falls du selbst Probleme hast, wende dich bitte an einen Facharzt, eine/n Vertraute/n oder die unten aufgeführte Stelle. Was sind Depressionen und wie fühlen sie sich an? Als ich für diesen Text eine allgemeine Definition googelte, stieß ich auf die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Sie definiert Depressionen als Phasen, in denen es nichts gibt, was einen erfreut, alles grau in grau erscheint, man deprimiert ist. Diese Phasen macht jede Person mal durch. Depressionen sind eine Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen beeinflusst, mit Störungen von Körperfunktionen einhergeht und erhebliches Leiden verursacht.  Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, können sich selten allein von ihrer gedrückten Stimmung, Antriebslosigkeit und ihren negativen Gedanken befreien. Ich habe in einem Kinderfilm vor ein paar Jahren eine sehr tolle und auf den Punkt bringende Definition entdeckt: “Eine Depression ist, …

Unkontrollierbare Kontrolle: und wieder aufstehen

Ich weiß nicht genau, wann oder warum es begonnen hat – keiner weiß es – aber plötzlich waren sie da, Gedanken wie: „Du musst abnehmen!“ oder „Du darfst nicht so viel essen!“ Und bald darauf die Verbote: „Gefrühstückt wird ab jetzt nicht mehr!“ oder „Eis? Auf keinen Fall!“ Nach jeder Mahlzeit fühlte ich mich schlecht und schuldig, weil ich gegessen hatte. Irgendwann habe ich mich gefragt: Bin das wirklich ich? Jeder kann es sehen, wie er will: Ich betrachtete meinen Körper aus der Sicht zweier verschiedener Personen – die eine Person war ich selbst und die andere die Magersucht. Als ich zu Beginn der Sommerferien 2017 bei einer Größe von 1,65 m nur noch 40 kg wog, ging es mir körperlich zwar noch gut, aber psychisch so schlecht, dass ich wusste, ich muss mit jemandem darüber reden. Irgendwann schaffte ich es schließlich, meine Gedanken zwei Musikkolleginnen und Freundinnen anzuvertrauen. Auch ein Gespräch mit meiner Mutter ließ nicht lang auf sich warten, da natürlich auch meine Eltern bemerkt hatten, dass mein Essverhalten so nicht richtig war. …

Alles, aber nicht verträumt

Unsere Gesellschaft macht es oberflächlich immer leichter, über psychische Krankheiten zu reden. Aus „mir geht es nicht gut“ wird schnell „ich bin depri“ oder „ich bin ein bisschen depressiv“. Überall sind Bilder von vermeintlich depressiven Menschen mit sentimentalen Gedanken unter deren Posts. Aber psychische Krankheiten sind nicht romantisch. Nicht verträumt. Psychische Krankheiten sind hart, spitz, kantig, unangenehm. Natürlich ist es schwierig solche „allgemein gültigen“ Parolen loszuwerfen , aber ich denke, den meisten Menschen mit einer Diagnose fällt es, zumindest am Anfang, schwer, das zu sagen. Zu ihrer Diagnose zu stehen. Essstörungen sind nicht schön. Und so ist es ein Grauen, das die unnatürliche Lücke zwischen den Oberschenkeln nun einem knochigen Dekolleté als Schönheitsideal weicht. Denn Knochen sind nicht schön, nicht ästhetisch. Meist zeugen Knochen von Kontrollzwängen und einem gestörtem Essverhalten. Ferner müssen gar nicht unbedingt Knochen zu sehen sein. Neben Magersucht ist auch Bulimie eine weitere Krankheit. Eine Krankheit, über die nicht gerne laut geredet wird. Bulimie ist irgendwie eklig oder? Ein ekliger Kampf gegen den eigenen Körper. Sich selbst die Finger in den Hals …