Alle Artikel mit dem Schlagwort: depressiv

Bestandsaufnahme

Alles niederzuschreiben, was ich momentan denke und fühle, passt auf kein weißes Blatt Papier. Man sagt immer, dass der Sommer nach dem Abi, vor dem Studium, eine der besten Zeiten wird. Mir fällt es schwer, mich dieser Vorstellung anzupassen. Klar Denken geht momentan fast gar nicht, obwohl mich nichts daran hindert. Meinen letzten Schultag im April habe ich nicht miterlebt, weil mir vor Fieber die obere Schädeldecke nahezu explodiert ist. Doch dann war erstmal ein bisschen Frühling, die Zeit war einfach schön, über irgendwelche Prüfungen habe ich mir nicht viele Gedanken gemacht aber sie trotzdem geschafft. Nach meiner letzten Prüfung war es dann schon Ende Mai. Ich kam nach Hause und dachte: jetzt wird es richtig, richtig schön – weil man eben sagt, dass das immer so ist. Gerade mal eine Woche hat diese Euphorie angehalten. Danach war jeder Tag mehr und mehr eine Last. Schon vor den Prüfungen war der Verlust dieser Routine, jeden Tag in die Schule gehen zu müssen, irgendwie befremdlich, aber durch das Abi war ich erstmal beschäftigt und dieses befremdliche …

Alles, aber nicht verträumt

Unsere Gesellschaft macht es oberflächlich immer leichter, über psychische Krankheiten zu reden. Aus „mir geht es nicht gut“ wird schnell „ich bin depri“ oder „ich bin ein bisschen depressiv“. Überall sind Bilder von vermeintlich depressiven Menschen mit sentimentalen Gedanken unter deren Posts. Aber psychische Krankheiten sind nicht romantisch. Nicht verträumt. Psychische Krankheiten sind hart, spitz, kantig, unangenehm. Natürlich ist es schwierig solche „allgemein gültigen“ Parolen loszuwerfen , aber ich denke, den meisten Menschen mit einer Diagnose fällt es, zumindest am Anfang, schwer, das zu sagen. Zu ihrer Diagnose zu stehen. Essstörungen sind nicht schön. Und so ist es ein Grauen, das die unnatürliche Lücke zwischen den Oberschenkeln nun einem knochigen Dekolleté als Schönheitsideal weicht. Denn Knochen sind nicht schön, nicht ästhetisch. Meist zeugen Knochen von Kontrollzwängen und einem gestörtem Essverhalten. Ferner müssen gar nicht unbedingt Knochen zu sehen sein. Neben Magersucht ist auch Bulimie eine weitere Krankheit. Eine Krankheit, über die nicht gerne laut geredet wird. Bulimie ist irgendwie eklig oder? Ein ekliger Kampf gegen den eigenen Körper. Sich selbst die Finger in den Hals …