Alle Artikel mit dem Schlagwort: Coronavirus

Ein Gefühlsbericht zur Pandemie #heiterbiswolkig

Wir alle hatten und haben Erwartungen an die Pandemie. Zumindest meine haben sich (bis jetzt) nicht erfüllt. Wo stehe ich gerade und wie wird es weitergehen? Tja Corona. Das Leidige Thema der Pandemie begleitet uns nun schon einige Monate und ich muss sagen, irgendwie hatten meine Erwartungen am Anfang anders ausgesehen. Einige Horrorszenarien sind nicht eingetreten, andere Erwartungen wurden enttäuscht. Aber fangen wir mal am Anfang an. Erwartungen an Corona Ende März fing das alles an, nachdem das Coronavirus seinen Weg nach Deutschland gefunden hatte. Die 1-2 Wochen vor dem Lockdown war das alles noch so abstrakt, keiner in meinem Umfeld nahm das Virus wirklich ernst, die Gefahr wurde belächelt. Mir hingegen bereitete die mögliche Gefahr ernsthafte Sorgen und ich ging davon aus, dass Corona auch für uns bald Thema sein würde. Eine Woche verging, bis erst mein Arbeitsplatz und dann die Uni dicht gemacht wurden. Schnell war es normal einen großen Bogen um andere Passant*innen zu schlagen, Maske zu tragen und nur zum Einkaufen oder Spazieren vor die Tür zu gehen. Auf Letzteres hatte …

Quarantäne Favoriten

Besonders jetzt zu dieser Zeit finde ich es schön, Blumen und generell viel Grün in meiner Wohnung zu haben. Es macht das Isoliertsein gleich ein wenig leichter. Auch vertrocknete Blumen können sehr ästhetisch sein! Also ruhig ein bisschen länger stehen lassen, das macht gar nichts. Neben Blumen sind Zimmerpflanzen und Kräuter schöne Erdlinge, um die man sich zur Zeit gut kümmern kann. Ich habe mir einen kleinen grünen Daumen angeeignet und freue mich riesig, jeden Tag zu sehen, wie mein Salbei wächst. Meine Hände sind schon ganz ausgetrocknet vom vielen Waschen und Desinfizieren. In dieser Zeit ist deshalb eine Handcreme unfassbar wichtig für mich geworden! Damit ich meine Hände weiterhin gern eincreme und es vor allem nicht vergesse, habe ich mir eine Creme ausgesucht, die unheimlich gut riecht und sie direkt neben der Seife auf dem Waschbecken deponiert. Außerdem habe ich auch immer eine für unterwegs dabei! Obwohl ich viel raus gehe und Spaziergänge mache, belastet mich das viele Drinnen-Hocken und die wenige frische Luft doch sehr. Zu oft fällt mir die Decke auf den …

Vom Hinsehen und Wegsehen #Zeitgeist*in

Es ist Dienstag, 10 Uhr. Ich bin auf dem Weg zu meiner Lieblingskonditorei, um dort zwei Stücke Torte abzuholen. Die Luft drückt, es beginnt zu regnen. Während des Semesters ist die Innenstadt meist so voll, dass ich Mühe habe rechtzeitig zu meinen Kursen zu kommen. Heute aber herrscht eine so unheimliche Leere, die sich sofort auf meine Stimmung auswirkt. Etwas stimmt nicht. Das weiß auch der Fahrer der Spedition, der vor mir die Hebebühne mit einem lauten Piepsen hinabfährt. An einem gewöhnlichen Tag wäre dieses Geräusch wahrscheinlich zwischen all den Menschen und dem Lärm untergegangen. Jetzt kann man sich ihm unmöglich entziehen. Es schlägt regelrecht gegen die Schädeldecke, bettelt um Aufmerksamkeit. Und so sehr ich mich auch dagegen wehre, unmittelbar breitet sich das Gefühl von Einsamkeit in mir aus. Ich weiß, ich bin nicht allein. Millionen Menschen sitzen in Räumen, die Sonne scheint einladend durch die Fenster und trotzdem verlassen sie, wenn die Vernunft siegt, nur für unbedingt notwendige Erledigungen oder einen kurzen Spaziergang das Haus. Manche von ihnen geben online Tipps, wie man die …

We’re caught in a trap

Eine Woche in Gedanken Dienstag. Wir sitzen in der Uni zusammen, in unserem Gemeinschaftsatelier, am runden Tisch und jemand erzählt von den Nachrichten gestern im Fernsehn. Ja, andere Unis sind schon zu, in Innsbruck zum Beispiel.  Ich reagiere ungläubig und frage gleich bei einer Freundin nach, die dort studiert. Irgendwie ist alles lächerlich, wieso? Das Thema ist jetzt schon mehr in meinem Kopf als gestern und vorgestern. Da haben wir in der WG Scherze ausgetauscht, den Corona-Song gehört, unbesorgt. Im Nachhinein gesehen, waren wir so frei. Denn schon gegen zwölf geht es los mit den Sorgen. In unserer allwöchentlichen Versammlung wird uns mitgeteilt, dass Exkursionen ins Ausland entfallen und dass keine Kurse mehr stattfinden. Ab Montag. Alle scherzen wieder, sind aber auch traurig, langsam setzt der Schock ein. Auch bei mir, mein Kopf ist im Nebel, hab ich Kopfweh? Corona? Nein, beschließe ich, das ist Psychostress, ich war nicht vorbereitet, keine Erwartung plötzlich in einen Zukunftsfilm zu fallen. Wir haben noch einen Tag Uni, wie immer, nur dass es dieses eine Thema gibt. Immer noch …

Corona und Wir

Das Leben um uns herum scheint langsam ausgeschaltet zu werden: Bars, Cafés, Museen und Clubs schließen. Die Straßen und Nudelregale sind wie leergefegt, Menschen streiten im Drogeriemarkt über ein paar Rollen Klopapier. Wir sind irgendwo zwischen Panikmache und Informationsbeschaffung, zwischen Überreaktion und den Ernst der Lage unterschätzen. Es gibt vieles, was mir zur momentanen Lage einfällt, was mir Angst macht, mich sauer macht und mich beschäftigt. Aber eine Frage drängt sich dauernd in meinen Kopf: Wo will ich sein, wenn ich in Quarantäne muss? Die Grenzen werden geschlossen, auf einmal sind wir eingesperrt und uns wird bewusst, wie privilegiert wir eigentlich leben: Die ständige Freiheit zu haben, dort hinzugehen, wo wir hin möchten, nie vor einer verschlossenen Türe zu stehen, tun und lassen zu können, was immer wir wollen. Plötzlich sind wir in dieser Freiheit eingeschränkt, was bei vielen Menschen auf Panik stößt. Unser Kreis verringert sich, wir canceln die spontane Städtereise im April, Konzerte, auf die wir uns lange gefreut haben, werden abgesagt. Wir überlegen uns zweimal, ob es wirklich nötig ist, morgen zu …