Alle Artikel mit dem Schlagwort: Aktivismus

Die Zeiten ändern sich #Facettenreich

Die Zukunft unseres Planeten sieht nicht besonders rosig aus: Laut einem UN-Bericht, hat sich die Zahl der durch den Klimawandel verursachten Naturkatastrophen seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Grund für Umweltbewegungen, auf die Straße zu gehen und endlich eine gerechte Klimapolitik zu fordern. Doch in der Debatte geht es um mehr als Schulstreiks, E-Scooter oder Plastikstrohhalme. Es stehen Menschenleben auf dem Spiel. Am stärksten bedroht sind vor allem Menschen im globalen Süden. In Asien, Afrika oder Südamerika sind die geologischen Auswirkungen der Erderwärmung am heftigsten zu spüren. Und trotzdem geben wir den Betroffenen kaum Gehör. In einem Beitrag der Instagram-Seite Ozon hat Christian sich zu Wort gemeldet und aufgeklärt, warum Repräsentation von BIPoC so wichtig ist. Er ist dabei auf Zustimmung, aber auch Ignoranz gestoßen. Hier erzählt er, warum die Sache mit der Sichtbarkeit heute eben doch noch ein Problem ist. Was hat dich dazu motiviert, Aktivist zu werden? Das erste Mal, dass ich mit sowas in Berührung gekommen bin, war auf einer Demo, ganz klassisch. Und nach der Demo, das waren glaub ich nur so …

Über Mut, mich, und das, was gerade in der Welt geschieht

Ich habe eine funktionierende Familie, wir sind nicht arm und auch nicht superreich, wir leben in einem großen Haus mit Garten und ich habe mein eigenes Zimmer. Meine Familie hat einen Fernseher und ein Auto (dem einsprechen wahrscheinlich auch nicht die beste Ökobilanz, aber wir geben uns Mühe). Wir können mehrmals im Jahr verreisen und schon morgens bei der Frage, was es zum Frühstück geben soll, anfangen zu diskutieren. Ich habe soziale Kontakte, ich gehe gerne zur Schule und bin sogar gut darin. Ich werde nicht gemobbt und über mich wird nicht gelästert (glaube ich zumindest). Ich bin groß und schlank, habe zum Glück aber keine große Oberweite, weshalb ich mich nicht vor jedem Typen in Acht nehmen muss. Ich mag meinen Körper und essen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich bin noch nie mit Drogen in Kontakt gekommen, rauche nicht (auch nicht passiv) und ich trinke keinen Alkohol. Ich hatte bisher selten direkten Kontakt mit Krankheit oder Tod. Ich bin nicht homosexuell und nicht transsexuell, stehe dem aber offen gegenüber. Ich bin Christin. (Nein, das ist kein Gegensatz!)  Ich …

Corona-konform rebellieren #LeaveNoOneBehind #Alltagsaktivismus

Während wir in Deutschland nun seit über einem Monat in unseren WG-Zimmern festsitzen, in unseren Kinderzimmern auf schlecht programmierten Online-Schooling-Plattformen rumhängen oder in unserer eh viel zu großen eigenen Wohnung bleiben müssen, nur um auf Instagram ausgiebig unser Frühstück und unsere neue Yoga-Routine zu inszenieren, sitzen seit Wochen mehr als 20.000 Menschen in Moria, dem Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos, fest. 20.000 Menschen in einem Lager, welches eigentlich nur für 3.000 ausgelegt ist. 20.000 Menschen für die regelmäßiges Händewaschen, Abstandhalten und social distancing schlichtweg unmöglich ist. Und wir? Wir bestärken uns währenddessen gegenseitig auf Social Media darin, dass es „voll in Ordnung“ ist, jetzt einfach mal nichts zu machen und sich dem Selbstoptimierungs- und Zeitnutzungswahn, der sich auf Instagram schlimmer denn je breit macht, zu entziehen. Und ja, es ist völlig okay, dass du im vergangenen Monat keine neue Fremdsprache gelernt hast, dass dein Kleiderschrank immer noch nicht aussortiert ist und dass du dir an manchen Tagen noch nicht mal deinen Schlafanzug ausgezogen hast. Aber es ist nicht okay, dass du dich mit der …

Erstmal nur zuhören #Facettenreich

Wichtiger Hinweis: In diesem Artikel werden sensible Themen über mentale Gesundheit und Gewalt behandelt. Falls Du Hilfe brauchst, hier die Nummer der Telefonseelsorge: 0800 1110111. – Das Innere mit der Welt teilen. Ob auf Social Media, in Buchform oder ganz direkt vor Publikum. Wie erreicht man Leute mit seiner Kunst? Und wie gibt man Leuten eine Bühne, die sonst häufig ignoriert werden? Soraya schafft es, die Themen, die sie bewegen in Gedichten, Texten und Bildern auszudrücken. Durch ihre Kunst regt sie nicht nur online zum Nachdenken an: Vor Kurzem hat sie in Berlin ihr erstes Lese-Event für People of Color veranstaltet. Wir sprechen über Poesie, Politik und Projekte. Hallo Soraya. Wir beide haben uns durch das Lese-Event Honest Hour kennengelernt, das du ins Leben gerufen hast. Was ist der Gedanke hinter der Honest Hour? Das hat so angefangen, dass mein Freund und ich überlegt haben, dass wir unsere Texte gerne mal vor Publikum lesen würden, so Spoken-Word-mäßig. Wir wollten ein bisschen mehr in die Welt und in Kontakt mit Leuten treten. In Berlin gibt es …