Alle Artikel in: Körper & Bewusstsein

Mutprobe? Ungeplante Schwangerschaft

Als sie es erfahren hat, wusste sie nicht wohin mit ihren Gedanken. Als erstes hat sie sich Schokolade gekauft, sehr viel Schokolade. Maria ist 21 Jahre jung und schwanger. Sie war in der sechsten Woche, als sie es erfahren hat. Ihr Freund ist schon einige Jahre älter. Die beiden hatten schon über Kinder geredet, aber das war eigentlich noch Zukunftsmusik, denn so wirklich geplant war da noch nichts. Es ist eben einfach so passiert.  Einige Tage lang war ihr morgens immer ein wenig übel. Als dann die Periode ausblieb, wusste sie eigentlich schon, was Sache ist. Aber das waren nur die körperlichen Anzeichen, denn sie hat schon vorher ganz genau gespürt, dass etwas anders ist. Nach dem positiven Schwangerschaftstest zuhause, hat es dann die Frauenärztin endgültig bestätigt: Maria ist schwanger. Und dann? Dann kam erstmal die Angst. Und die Freude. Denn eine Abtreibung war kein Thema für sie und ihr war direkt klar, dass sie das Kind behalten wird. Zu keinem Zeitpunkt waren die negativen Stimmen im Kopf stärker und der Gedanke daran, bald zu …

Endometriose: und wieder aufstehen

Endometriose, there’s a devil inside me Eine Krankheit, über die immer noch viel zu wenig Frauen Bescheid wissen. Die Geschichte eines Krankheitsverlaufs, ignoranter Ärzte, dem Gefühl übergangen zu werden und der Suche nach eigenen Lösungen. Paula erzählt.   Endometriose ist eine recht verbreitete Krankheit, die immerhin 10-15% aller Frauen* betrifft. Die Dunkelziffer ist aufgrund dessen, dass es meist erst nach mehreren Jahren zu einer Diagnose kommt, wahrscheinlich sehr hoch. Bei der Krankheit siedelt sich eine der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnliche Schleimhaut im Bauchraum an, was zu Verwachsungen führen kann. Die Gründe dafür sind unbekannt. Betroffene berichten meistens von extremen Regelschmerzen, Schmerzen beim Sex, Urinieren, Stuhlgang, eingeschränkter Fruchtbarkeit bis hin zur Unfruchtbarkeit, Verdauungsproblemen oder angeschwollenen Bäuchen. Diese Schleimhaut reagiert genauso hormonell wie die Gebärmutterschleimhaut und macht alles, was die Gebärmutterschleimhaut während des Zyklus auch macht – jedoch möglicherweise im gesamten Bauchraum. Beschwerden, die nicht ernst genommen werden Vor ziemlich genau drei Jahren ging ich das erste Mal wegen meiner mir unerklärlichen Unterleibschmerzen zu meiner damaligen Gynäkologin. Ich teilte ihr mit, dass ich Schmerzen habe, und zwar vor …

Ich bin ein Zuhause

Ich habe eine Diagnose.  Ich bin Hochsensibel.  Dem geschuldet, gibt es bei mir leider Tage, Wochen, manchmal sogar Monate, in denen es mir sehr schlecht geht.  Dann mag ich nicht raus gehen, nicht reden, nicht essen. Ich fühle mich dann, als sei ich umhüllt, ummantelt von einer dunklen Wolke. Ein bisschen dumpf. Allerdings bin ich nach unsäglichen Tagen des Nichtstun und Selbstbemitleiden zu der Erkenntnis gekommen, dass das zu mir gehört.  Ich bin so. Ich habe solche Phasen.  Wie kann ich damit umgehen? Ohne außer Gefecht gesetzt zu sein? Und ohne ewige Tage im Bett zu sein und eine Folge Sex and the City nach der nächsten zu schauen?  Ich habe mir ein kleines Heft angelegt.  In diesem Heft Vermerke ich, wie es mir geht, was eventuell der Auslöser war für meine Stimmung.  Und aber Vorallem:  Was mir hilft.  Und ich möchte diese persönlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen und langfristige Stützen mit euch  teilen. Mein erster, vermutlich einfachster Trick, ist es zu baden oder zu duschen. Mich zu waschen.  Alle Gefühle, Stimmungen, die eventuell gar nicht meine sind, …

curvy girls

Zunächst einmal nutzte ich Instagram, um in täglichen Posts meine Gewichtszunahme nach ANOREXIA II zu dokumentieren und mit anderen Mädchen zu teilen, die sich in etwa am selben Wendepunkt befanden: Wir stellten uns unserem Widerwillen und zelebrierten, erst erzwungen, dann mit Freude, etwas, für das wir uns ein paar Monate zuvor noch bitterlich gehasst hätten: langsam mehr Platz einzunehmen. Und durch diese Scheiße nicht alleine zu müssen, verlieh uns die Stärke, die wir brauchten. „HEALTHY LOOKS GOOD ON YOU“ und „#EDrecovery #fuckana #healthspo“ Es fühlt sich gut an, Platz einzunehmen. Im Leben, im Internet, in unseren erst viel zu weiten Kleidern. Uns steht dieser Platz zu. Klar, ich hätte auch einfach in eine Klink gehen können, wie’s meine Therapeutin gewollt hätte. Aber bevor Instagram eine Werbeplatform wurde und wir unser kollektiv fades Dasein als glamouröses High Life zu inszenieren begannen – und ich bekenne mich selbst der Ich-trinke-Rotwein-und-bin-dekadent-schaut-mich-nur-an-Posts schuldig! – war’s so was wie eine Klinik für mich, ein öffentliches Tagebuch, als Dailybooth gerade down gegangen war und #bodypositivity noch ein Begriff, der nicht von …

Tabuthema? Pornos

Pornos. Wir alle wissen, was gemeint ist. Wir alle haben auf die eine oder andere Weise schonmal einen gesehen. Und doch haben wir darüber kaum gesprochen. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Pornos sind nicht salonfähig. Wie schade eigentlich. Wie schade auch, dass das Bild, welches man von Pornos hat, irgendwie negativ behaftet ist. Dabei befriedigen Pornos natürliche innere Triebe, die jeder Mensch hat. Es wird Zeit, das wir über Pornos reden. Das klargemacht wird, was Pornos sind und was nicht. Was Pornos dürfen und was nicht. Wie wir mit ihnen umgehen sollten. Sexualität ist wohl das normalste und menschlichste der Welt. Doch trotz dessen, dass fast jeder Mensch Sex hat, war und ist es seit jeher ein Thema, über das nicht gesprochen wird. Und wenn, dann nur hinter vorgehaltener Hand. Klar, seit einiger Zeit wird es immer mehr und immer häufiger thematisiert, es gibt Sex-Podcasts mit Millionen von Zuhörern und YouTuber, die offen über ihre Bettgeschichten reden. Doch sind gerade wir noch eine Generation, deren Eltern das Thema Sex – und vor allem auch Pornos …

Mein Brief an die Bikinifigur

Liebe Bikinifigur, ich finde, es ist an der Zeit, dass wir uns mal miteinander unterhalten. Immerhin steht der Sommer vor der Tür und egal wo man hinsieht, lächelst du einem mit deinem breiten Grinsen, deinem flachen Bauch, deinem Apfelpopo und deinen trainierten Beinen auf einem riesengroßen Bikini-Werbeplakat entgegen. Dabei versprühst du pure Lebensfreude. Perfekt gebräunt bist du nebenbei natürlich auch und blaue Flecken, Dehnungsstreifen, Pickel und Co. kennst du sowieso nicht. Kurz gesagt: Du bist der wahre Traum einer jeden Frau und alle wollen so aussehen wie du. Schaffen, tun das allerdings die wenigsten. Der Grund dafür ist ganz einfach. Wir Menschen sind alle so unterschiedlich und unterscheiden uns mitunter durch verschiedene Charakterzüge, andere Herkunft und ja, auch durch unser Aussehen. Tja, und perfekt ist sowieso niemand. Warum ist es dann aber trotzdem so, dass in den Medien immer nur die „ach so tolle“ Bikinifigur zu sehen ist? Wenn wir doch alle so unterschiedlich sind, wäre es dann nicht viel besser, die verschiedensten Körpertypen dieser Welt in Bikinis zu stecken und vor die Kameras zu …

Tabuthema? Blumige Flora

Nach rosig duftender Blumenwiese riecht deine Vagina nicht. Und meine auch nicht. Und das ist auch ganz normal. Und trotzdem ist da immer wieder dieser Gedanken, der in die weiblichen Köpfe eingepflanzt wird, dass unsere Scheidenflora bitte gut zu riechen hat und auf keinen Fall stinken darf. Sobald man nämlich einen Drogeriemarkt betritt und sich in die Abteilung mit den Damen-Hygieneartikeln begibt, scheint jedes Produkt zu schreien: “Deine Vagina stinkt!” Durch Tampons und Binden mit extra Duft wird uns vermittelt, dass wir da unten nicht gut riechen und es bitte, so schnell wie es nur geht, ändern sollen. Es gibt inzwischen Intimsprays oder Waschlotionen und sogar extra Duschen für die Intimzone, um dieses angebliche Problem zu lösen. Dass dieser wirklich chemische Eingriff deiner Scheidenflora schaden kann, bedenkt jedoch niemand. Wenn man sich außerdem die Verpackungen dieser Mittelchen mal genau anschaut, fällt auf, dass sie alle rosa sind. Oder Abbildungen von Blumen zeigen. Oder beides. Auch in der Werbung oder auf den Sozialen Medien wird die Vagina mit blumigen, rosigen Themen in Verbindung gebracht. Auch der Trend, …

im kopf fängt’s an

Wer kennt es nicht: Nach Hause kommen und von einem Berg an dreckigem Geschirr und dem berühmten Stuhl, auf dem sich Klamotten über Klamotten stapeln, begrüßt werden. Auf dem Schreibtisch sieht man vor lauter Arbeitsblättern, Mappen, Stiften und sonstigem Kram die Oberfläche nicht. Das Regal ist gefüllt mit lauter Das kann ich bestimmt irgendwann noch gebrauchen-Zeug. Doch nicht nur vor uns, sondern auch in unseren Köpfen kreisen die Gedanken und scheinen überhaupt nicht zum Stillstand zu kommen: Was muss ich als nächstes machen? Etwas für die Schule oder die Uni vorbereiten? Kochen? Nein, dann muss ich ja erst noch abspülen. Und neben diesem ganzen Trubel sind wir dauerhaft am Handy, schauen Snapchat-Stories, die uns nicht wirklich interessieren und vergeuden unsere Zeit beim stundenlangen Scrollen durch die Weiten Instagrams. Diese ganze Unordnung bedeutet nur eines: Stress. Und den haben wir gleich, wenn wir aufwachen und als erstes das Chaos sehen, das uns umgibt. Das erzeugt sofort schlechte Laune, raubt Energie, lenkt uns von den eigentlich wichtigen Gedanken ab und führt uns in die Sackgasse mit dem …

minimalismus mai

Ende April hat uns eine Leserin, Emelie, auf ein Projekt aufmerksam gemacht, das eine Freundin von ihr ins Leben gerufen hat. Es handelt sich um das Thema Minimalismus und es geht darum, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, Dinge zu verändern und eventuell sogar Lösungsansätze zu finden. Uns hat das ganze sehr beeindruckt, weshalb wir euch im letzten Livestream im Rahmen einer Verlosung gebeten haben, uns etwas Kreatives ebendiesem Thema einzureichen. Als Einstieg in den minimalismus mai auf TIERINDIR haben wir hier Gastgedanken von Emelie und Nele-Luise zusammengetragen. Minimalismus scheint momentan ziemlich im Trend zu sein. Auch ich habe mich mit diesem Thema beschäftigt und habe mich in letzter Zeit sehr häufig gefragt, was mich glücklich macht. minimalismus mai bedeutet, dass an jedem Tag im Mai irgendetwas geändert wird, was mit Maximalismus, dem Gegenteil von Minimalismus, zu tun hat. Also arbeiten wir darauf hin, minimalistischer zu werden. Das muss nicht heißen, dass danach jede Person Minimalist ist oder sein soll; das soll lediglich bedeuten, dass wir darüber nachdenken sollten, welche Ausmaße der Konsum in unserer Welt …

HIV: und wieder aufstehen

Ich lebe eigentlich schon immer offen schwul und hatte damit nie ein Problem. Warum auch. Es spart ja auch einfach Zeit und Nerven, wenn man nicht bei jeder Person ein Versteckspiel betreiben muss (Wird mich jemand, den ich kennenlerne, trotzdem mögen? Wie würde sich unser Verhältnis ändern, wenn die Person davon erfährt?). Abgesehen davon, finde ich es eines der normalsten Dinge der Welt. Umso mehr irritiert es mich, dass ich seit zwei bis drei Jahren ein Versteckspiel betreibe, das ich nun eigentlich auch beenden möchte. Vor ebendiesen zwei bis drei Jahren wurde bei mir HIV diagnostiziert. Das klingt jetzt dramatisch und schlimm – ist es für mich ganz persönlich jedoch erst während und ca. einem Jahr nach der Diagnose gewesen. Ich ging zu einer Beratungsstelle und machte einen Schnelltest. Der Vorteil für mich war, hier schnell eine Antwort zu bekommen. Da der vermutete Risikokontakt etwas länger her war, war diese Testmethode für mich eigentlich das, was ich wollte: Rasche Gewissheit nach monatelangem Grübeln und Verdrängen. Der Schnelltest ist mittlerweile fast so zuverlässig wie ein Labortest, …