Alle Artikel in: Körper & Bewusstsein

Tabuthema? Der weibliche Orgasmus

Der weibliche Orgasmus, auch Höhepunkt oder Klimax, ist und bleibt ein Mysterium für sich, denn Frauen fällt es oft deutlich schwerer, beim Sex zu kommen. Wieso wird darüber so wenig gesprochen? Wieso sind männlicher und weiblicher Orgasmus immer noch nicht gleichberechtigt? Wie war es früher und wie ist es jetzt? Im Mittelalter wurde davon ausgegangen, dass Frauen nur dann schwanger werden können, wenn sie einen Orgasmus erleben. Die Männer waren deshalb immer darauf aus, die Frauen zum Höhepunkt zu bringen. Tragisch war, dass Vergewaltigungen gesetzlich nicht mehr als solches gesehen wurden, wenn die Frau schwanger wurde – also vermeintlich gekommen ist. Im viktorianischen Zeitalter (19. Jahrhundert) wurden sexuelles Verlangen und vaginale Ausscheidungen als Symptome für Hysterie. Hysterie ist laut Duden ein veralteter Begriff aus der Medizin und beschreibt eine “abnorme Verhaltensweise mit vielfachen physischen und psychischen Symptomen ohne klar umschriebenes Krankheitsbildgehalten”. Weibliche Sexualität wurde folglich mit einer „Beckenmassage“ behandelt, bei der der Frau ein „Manipulator“ eingeführt wurde, der sie zum Orgasmus brachte – ähnlich wie ein Vibrator. Erst im 20. Jahrhundert, in den 1940er Jahren, …

Warum ihr für Eure Periode dankbar sein solltet

,,Oh wie entspannt es wäre, nicht jeden Monat meine Periode zu bekommen!’’ – Wie oft habe ich mir diesen Satz schon von Freundinnen anhören müssen. Und jedes Mal versetzt er mir einen kleinen Stich ins Herz. Ich bin 22 Jahre alt und hatte in meinem gesamten Leben nur zwei Mal meine Periode. Zu Beginn war auch ich froh darüber, denn, wenn wir alle ehrlich sind, ist es nicht immer angenehm, was da jeden Monat passiert. Doch je mehr ich mich mit den Folgen der so genanten Amenorrhö (Ausbleiben bzw. Fehlen der Menstruation) befasste, desto mehr wich die anfängliche Freude der Besorgnis. Vor allem die Angst, in 10 Jahren unter einer so starken Osteoporose (wenn die Knochendichte einen bestimmten Wert unterschreitet) zu leiden, dass ich auf meinem geliebten Sport verzichten müsste.Die Amenorrhö ist keine Krankheit sondern ein Symptom für eine große Zahl an verschiedenen Grunderkrankungen oder Lebensbedingungen. Hierzu zählen etwa Anorexie, traumatisierende Ereignisse oder eine hochgradige Stressbelastung. Durch eine starke Stressbelastung tritt ein Ausbleiben der Monatsblutung auch oft bei Leistungssporter*innen auf. Für mich begann eine Zeit …

Ich habe Angst

Wäre alles planmäßig gelaufen, würde ich jetzt mitten in meinem Auslandsjahr an einer Universität am anderen Ende der Welt stecken. Nichts lief planmäßig. Von heute auf morgen ging nichts mehr. Zum so und so vielsten Mal, ich hab irgendwann aufgehört zu zählen. Ich bin 27 und habe seit 10 Jahren Angst. Angst das Haus zu verlassen, Straßen zu überqueren, in Menschenmengen, große Plätze zu überqueren, Angst in Ohnmacht zu fallen, die Kontrolle zu verlieren und von anderen verurteilt zu werden. Angst, es nicht hinzubekommen, nicht auszureichen, im Leben, in der Liebe, einfach so im Ichsein. Den letzten besonders langen und besonders warmen Sommer habe ich in einer Klinik verbracht, zum ersten Mal. Eine tiefenpsychologische Therapie, in der ich die Angst verlieren und mich selbst wiederfinden wollte. Ich fand liebe Menschen, die mich mochten, obwohl ich dort unbeschönigt Ich war, mit all meinen Ängsten und Schwächen, alles auspackte, ständig weinte. Ich fragte mich wochenlang, wie das sein konnte, weil ich es hasste, dieses ängstliche und schwache Ich, fragte mich bis zum letzten Tag, wie ich trotz …

Tabuthema? Panikattacken

Sie rauben dir den Atem, treffen dich in unpassenden Situationen, halten die Zeit an und nehmen dich gefangen. Du hast das Gefühl, ganz allein damit zu sein, doch das bist du nicht. Heute erzählen Luka, Johanna und Imina von ihren Erfahrungen mit Panikattacken und geben Dir am Ende Tipps und Affirmationen mit auf deinen eigenen Weg. Luka Ich hatte erst einmal eine richtige Panikattacke und die ist auch noch gar nicht so lange her. Trotzdem kann ich mich nicht genau daran erinnern, wie alles ablief. Mir ging es zu dieser Zeit sehr schlecht, es war dunkel und kalt draußen, ich war allein in einer fremden Stadt. Meine Gedanken kreisten tagelang nur um ein Thema und irgendwann spitzte sich alles zu. Ich saß an meinem Schreibtisch und hatte mir gerade etwas zu Essen gemacht. Ich war allein und hatte eigentlich genügend Dinge, die erledigt werden mussten. Trotzdem saß ich einfach nur da. Wirklich etwas gegessen habe ich auch nicht. Meine Gedanken kreisten ständig nur um eine Sache und ich war innerlich sehr gestresst. Ich wollte an …

Iss doch mal mehr

Über das Thema Körper und Schönheitsideale kann man viel im Internet lesen. Von Zahlreichen Bloggern wird auf Instagram gepredigt, dass ihr euch so lieben sollt wie ihr seid und dass jeder Körper ist perfekt. Wenn’s doch so einfach wäre. Der Körper spielt in unsere Gesellschaft eine große Rolle, der Körper ist das Erste, was man von einem Menschen wahrnimmt. Wenn auch unbewusst – bei uns im Kopf entsteht das Bild einer Person auf Grund der äußeren Erscheinung. Ich frage mich oft, was Menschen denken, wenn sie mich in meinem Körper sehen. Schwach? Zerbrechlich?  Und warum sind wir eigentlich nie zufrieden mit unserem eigenen Körper, warum versuchen wir ständig ihn zu optimieren oder abzunehmen?  Ich glaube nicht, dass dies nur an den Einflüssen der Sozialen Netzwerke liegt, obwohl diese mit Sicherheit nicht gerade positiv dazu beitragen, dass wir ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl entwickeln! Wir fangen automatisch damit an, uns mit den ”perfekten“ Körpern auf Instagram zu vergleichen und sind dann frustriert, weil wir einen nicht so großen Spalt zwischen den Oberschenkel haben, oder einen nicht so flachen Bauch. …

Irgendwie dazwischen

Irgendwie ist genau jetzt diese Zeit dazwischen. Das Weihnachtsfest ist gerade vorbei und wir warten sehnsüchtig auf das neue Jahr. Die Zeit zwischen den Jahren, wenn das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht da ist. Manchmal hat man so eine Zeit nicht nur zwischen Weihnachten und Silvester, sondern auch in anderen Lebensphasen. Es ist ein Gefühl, das keiner gerne hat. Irgendwie dazwischen. Irgendetwas in unserem Leben stimmt nicht mehr. Da ist diese innere Leere und das Gefühl, dass unser Leben unrund läuft. Vielleicht meinen wir, es hinge mit dem schlechten Wetter zusammen, mit dem/der Freund/in, mit dem/der man erst neulich einen Streit hatte oder mit uns, die vermeintlich nie zufrieden sein können. Vielleicht wissen wir aber auch ganz genau woran es liegt. Vielleicht steht man unmittelbar vor dem Schulabschluss und weiß nicht so recht, wie es weiter gehen soll. Oder man hat das Studium abgebrochen, sich gerade von dem Freund oder der Freundin getrennt oder vielleicht hat sogar ein lieber Mensch ganz unser Leben verlassen. Es ist diese Schwellenzeit. Zwischenzeit. Jene Zeit, …

Tabuthema? Masturbation

Als ich 11 Jahre alt war, habe ich das erste mal masturbiert. Damals kannte ich wahrscheinlich noch nicht einmal dieses Wort. Ich habe mich einfach “da unten” angefasst und es fühlte sich gut an. Wenn ich rubbelte, dann bekam ich ein gutes Gefühl, was durch meinen ganzen Körper zu fließen schien. Einen Höhepunkt gab es damals allerdings noch nicht. Über Orgasmen fand ich erst später heraus. Zufälle. Es waren Zufälle: Dass ich erfuhr, wie ich es mir selbst besorge, war ein reiner Glücksfall. Schade eigentlich. Denn hätte ich gewusst, dass es so gut wie alle machen, hätte ich mich nicht so komisch beschämt deswegen gefühlt. Hätte mich vielleicht mit anderen Freundinnen, Freunden und meinen Eltern darüber ausgetauscht. Hätte Neues gelernt und es mir noch besser selbst machen können. Hätte früher einen Höhepunkt erlebt. Natürlich wussten alle damals irgendwie, dass es das gibt. Jungs machen das. Männer. Und manche schauen dabei Pornos. Aber Mädchen? Frauen? Darüber wurde nicht geredet, davon wusste man nichts, das war ein absolutes Tabu. Ein Tabu, das in die Irre führt. Denn …

Stoffbinden nähen – Nachhaltige Menstruation

Seid ihr auf der Suche nach nachhaltigen und gesünderen Alternativen für Tampons und Binden? Wenn ja, dann seid ihr hier genau richtig. Wenn nein, dann solltet ihr euch auf die Suche begeben! Die Umwelt, aber auch eure Gesundheit, sollte es euch wert sein. Also bleibt am Besten gleich hier und lest weiter. Vor schon einer ganzen Weile wurde hier auf dem Blog ein Artikel zur Menstruation veröffentlicht, in dem unter anderem auch Produkte für die weibliche Monatshygiene vorgestellt wurden. Eine Sache hat aber gefehlt. Nämlich waschbare Stoffbinden. Meiner Meinung nach sind sie für alle, denen die Menstruationstasse nicht ganz geheuer ist, eine echte Alternative zu den nicht besonders nachhaltigen und gesunden Tampons und Einwegbinden. Ich finde die Stoffbinden nämlich wirklich cool! Darum versuche ich euch heute davon zu überzeugen, dass waschbare Binden überhaupt nicht ekelig sind, ganz unkompliziert benutzt werden können, nicht unbedingt teuer in der Anschaffung und Herstellung sind und auch noch für gute Laune während der Menstruation sorgen können. Aber probiert’s einfach mal selber aus. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert. Aber …

Winterblues

Heute ging die Sonne um 15:56 unter. Die Tage werden kürzer. Es ist dunkel und kalt. Egal ob Schule, Uni oder Arbeit – wir kommen im Dunklen und wir gehen im Dunklen. Und, wir fühlen uns alle antriebslos, unmotiviert und perspektivlos. Winterblues eben.  Aber oft ist es eben nicht nur ein Winterblues, sondern eine Winterdepression, oder auch eine saisonal-affektive Störung, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagesrhythmus angenommen, sodass man seinen Winterblues nicht einfach so hinnehmen, sondern aktiv etwas dagegen tun sollte. Das beste Mittel gegen Depression ist Aktion und gegen Ängstlichkeit ist es die Perspektive.  Bewegung ist das Wichtigste, was dein Körper jetzt braucht. Es muss nicht unbedingt Sport sein, sondern auch schon die Veränderung deiner Körperhaltung bringt dir sehr viel. Veränderst du die Art, wie du deinen Körper hälst, veränderst du die Biochemie in deinem Körper und somit deine Gedanken und Gefühle. Du setzt Glückshormone frei und löst stagnierte Energien. Man öffnet seinen Körper und macht sich frei für neue Perspektiven und Gedanken.  Motion creates Emotion …

Mutprobe? Eine Therapie beginnen

Wenn man sich ein Bein bricht, dann geht man zum Arzt. Wenn die Seele schmerzt oder alles plötzlich ausweglos erscheint, dann auch! Diesen Schritt zu gehen ist für die meisten aber erstmal eine ganz schön große Überwindung. Wenn man dann doch all seinen Mut zusammen nimmt und sich auf die Suche nach einem geeigneten Arzt macht, wird es einem leider nicht so leicht gemacht. Einen guten Therapeuten zu finden – das ist gar nicht so einfach. Aber die Suche lohnt sich, es geht schließlich um Dich und deine Gesundheit. Deswegen haben wir einige Erfahrungsberichte und Tipps zusammen getragen, die euch die Suche nach einem Therapieplatz erleichtern sollen. F. Als sich in meinem Leben herauskristallisierte, dass manche meiner Probleme tiergehender und schwerwiegender waren, als dass ich sie alleine hätte meistern können, musste ich mir Hilfe suchen. Und natürlich sind Eltern und Freunde, vielleicht vor allem zu Beginn, dabei eine Stütze. Wobei sie besonders das sind: Eine Stütze. Eltern, Freunde, nah stehende Menschen können nicht heilen. Und das schreibe ich so drastisch, weil wir häufig zu hohe …