Alle Artikel in: Körper & Bewusstsein

Winterblues

Heute ging die Sonne um 15:56 unter. Die Tage werden kürzer. Es ist dunkel und kalt. Egal ob Schule, Uni oder Arbeit – wir kommen im Dunklen und wir gehen im Dunklen. Und, wir fühlen uns alle antriebslos, unmotiviert und perspektivlos. Winterblues eben.  Aber oft ist es eben nicht nur ein Winterblues, sondern eine Winterdepression, oder auch eine saisonal-affektive Störung, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagesrhythmus angenommen, sodass man seinen Winterblues nicht einfach so hinnehmen, sondern aktiv etwas dagegen tun sollte. Das beste Mittel gegen Depression ist Aktion und gegen Ängstlichkeit ist es die Perspektive.  Bewegung ist das Wichtigste, was dein Körper jetzt braucht. Es muss nicht unbedingt Sport sein, sondern auch schon die Veränderung deiner Körperhaltung bringt dir sehr viel. Veränderst du die Art, wie du deinen Körper hälst, veränderst du die Biochemie in deinem Körper und somit deine Gedanken und Gefühle. Du setzt Glückshormone frei und löst stagnierte Energien. Man öffnet seinen Körper und macht sich frei für neue Perspektiven und Gedanken.  Motion creates Emotion …

Mutprobe? Eine Therapie beginnen

Wenn man sich ein Bein bricht, dann geht man zum Arzt. Wenn die Seele schmerzt oder alles plötzlich ausweglos erscheint, dann auch! Diesen Schritt zu gehen ist für die meisten aber erstmal eine ganz schön große Überwindung. Wenn man dann doch all seinen Mut zusammen nimmt und sich auf die Suche nach einem geeigneten Arzt macht, wird es einem leider nicht so leicht gemacht. Einen guten Therapeuten zu finden – das ist gar nicht so einfach. Aber die Suche lohnt sich, es geht schließlich um Dich und deine Gesundheit. Deswegen haben wir einige Erfahrungsberichte und Tipps zusammen getragen, die euch die Suche nach einem Therapieplatz erleichtern sollen. F. Als sich in meinem Leben herauskristallisierte, dass manche meiner Probleme tiergehender und schwerwiegender waren, als dass ich sie alleine hätte meistern können, musste ich mir Hilfe suchen. Und natürlich sind Eltern und Freunde, vielleicht vor allem zu Beginn, dabei eine Stütze. Wobei sie besonders das sind: Eine Stütze. Eltern, Freunde, nah stehende Menschen können nicht heilen. Und das schreibe ich so drastisch, weil wir häufig zu hohe …

Ungewollte Traurigkeit

Manchmal ist sie eben plötzlich da, diese ungewollte Traurigkeit. Sie kommt aus dem Nichts, einfach so. Manchmal hat sie ihre Gründe, manchmal nicht. Der Kopf ist dann gefüllt mit schlechten und negativen Gedanken, böse Stimmen überall, vor allem jetzt, wenn die dunkle Jahreszeit wieder beginnt. Es soll heute aber nicht darum gehen, warum wir traurig sind oder welche Ursachen die Phasen haben. Heute soll es darum gehen, was du in diesen akuten Phasen der Traurigkeit machen kannst, um dir selbst zu helfen. Symptome beruhigen und ablenken, sozusagen. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass es am wichtigsten und vor allem auch am hilfreichsten ist, die Ursache deiner Traurigkeit zu finden und gegebenenfalls auch behandeln zu lassen.       Musik zu hören kann wahre Wunder bewirken. Vielleicht keine traurige Musik, keine, die dich an schlechte Zeiten erinnert. Mir fällt es manchmal sogar schwer, Musik zu hören, die mich an schöne, schon längst vergangene Zeiten erinnert, weil ich dann oft sehr melancholisch werde. Vielleicht hörst du einfach eine TIERINDIR-Playlist, oder so. Irgendetwas Schönes und Neutrales. …

Don’t do drugs – nein ehrlich, ist gefährlich

Ich lebe in Berlin, die Größe der Pupillen zu verändern scheint hier das normalste der Welt zu sein. In der Technoszene sowieso.  Im Club einem mit Schaumbläschen vom Boden lieber erstmal keinen Arzt zur Verfügung zu stellen, um keinen Imageschaden davon zu tragen, normal, verständlich. Ironie. Mal ehrlich, ich habe wirklich Angst, dass mir mal etwas passiert und ich im Club verrecke. Nicht jeder muss sich Chemie durch den Körper jagen, um umzukippen, es geht nicht immer alles glatt und für den einen oder anderen kommt jede Hilfe zu spät. Das kleine Etwas, das viele hypen, das brandgefährlich ist, auf dem jeder, auch beim ersten Konsum, hängen bleiben kann, die abhängig machen, die nicht cool sind. Das Etwas der illegalen Drogen. Für deren Konsum jeder seinen Grund haben mag, Glückwunsch. Und wir, die sich mit den legalen Drogen begnügen, machen alles richtig? Denkste. Absoluter Blödsinn, wir sind kein Stück besser. Dass Alkohol und Nikotin legal sind, macht die beiden nicht weniger ungefährlich. Das Bewusstsein für Alkohol und seine Gefahren ist bei so vielen nach wie vor …

kalorien, kalorien zählen, diät, gestörtes essverhalten, fitness, kcal, ungesund,

1670 kcal

  1670 Kalorien. Soviel soll ich, laut einer App, die ich vor Jahren mal installiert habe, am Tag zu mir nehmen, nachdem ich Gewicht, Größe und Geburtsdatum eingegeben habe. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie peinlich es mir war, diese ZAHL dort mit 16 hinzuschreiben und mich auf einmal dazu verpflichtet zu fühlen, dieser neuen ZAHL nun mein Leben zu verschreiben und sie über alles aufzuklären, was ich so aß. 1670 Kilokalorien, 6987280 Kilojoule, beträgt mein Grundumsatz. Das ist die Energie, die mein Körper braucht, um zu funktionieren. Und das im absoluten Ruhezustand. Das heißt: Ich brauche diese Energie, damit mein Herz schlägt, damit meine Organe funktionieren. Damit ich leben kann und mein Körper gesund bleibt. Hier ist nicht mit einberechnet, wenn ich jeden morgen 7 km Fahrrad zur Uni fahre. Oder nachmittags eine Stunde Sport mache. Oder ob ich im Bett liegen bleibe und mich nur zweimal heraus bequeme.   Die App berechnet außerdem nicht, was für Kalorien ich zu mir nehme. Sie entscheidet nicht zwischen einem Duplo oder einer Banane – kalorientechnisch …

Selbstverletzung, Narben, Ritzen, Gastgedanken, Jugendmagazin TIERINDIR, Luka Naujoks, Gesellschaft

Tabuthema? – Selbstverletzung

Selbstverletzung – Davon haben sicher schon viele gehört, doch kaum jemand traut sich, darüber zu sprechen oder gar danach zu fragen. Oft ist es Unsicherheit oder Hilflosigkeit, die jemand empfindet, wenn die Person meine Narben bemerkt. Und dann ist es fast immer die gleiche Reaktion: Es wird darüber geschwiegen.  Doch genau das hilft nicht – niemandem, weder den Betroffenen, noch ihren Familien. Und genau deshalb möchte ich Dir heute ein wenig darüber erzählen, wie es mir in den letzten Jahren damit so ergangen ist. Als erstes möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass jegliche Form der Selbstverletzung eine sehr ernstzunehmende Erkrankung ist. Dass es allzu oft ein verzweifelter Hilferuf ist, hinter dem sich großes seelisches Leiden verbirgt. Und über den die meisten Betroffenen schweigen. Bei mir war es sehr viele Jahre so – bis es außer Kontrolle geriet. Und ich das Unübersehbare nicht länger verstecken konnte und wollte. Viele Jahre war die Selbstverletzung mein einziger, verzweifelter Lösungsversuch, mit mir und der Gesellschaft zurechtzukommen. Mit meinem Leid und einem alltäglichen Leben, welches zu funktionieren hatte. Und es …

Mutprobe? Ungeplante Schwangerschaft

Als sie es erfahren hat, wusste sie nicht wohin mit ihren Gedanken. Als erstes hat sie sich Schokolade gekauft, sehr viel Schokolade. Maria ist 21 Jahre jung und schwanger. Sie war in der sechsten Woche, als sie es erfahren hat. Ihr Freund ist schon einige Jahre älter. Die beiden hatten schon über Kinder geredet, aber das war eigentlich noch Zukunftsmusik, denn so wirklich geplant war da noch nichts. Es ist eben einfach so passiert.  Einige Tage lang war ihr morgens immer ein wenig übel. Als dann die Periode ausblieb, wusste sie eigentlich schon, was Sache ist. Aber das waren nur die körperlichen Anzeichen, denn sie hat schon vorher ganz genau gespürt, dass etwas anders ist. Nach dem positiven Schwangerschaftstest zuhause, hat es dann die Frauenärztin endgültig bestätigt: Maria ist schwanger. Und dann? Dann kam erstmal die Angst. Und die Freude. Denn eine Abtreibung war kein Thema für sie und ihr war direkt klar, dass sie das Kind behalten wird. Zu keinem Zeitpunkt waren die negativen Stimmen im Kopf stärker und der Gedanke daran, bald zu …

Endometriose: und wieder aufstehen

Endometriose, there’s a devil inside me Eine Krankheit, über die immer noch viel zu wenig Frauen Bescheid wissen. Die Geschichte eines Krankheitsverlaufs, ignoranter Ärzte, dem Gefühl übergangen zu werden und der Suche nach eigenen Lösungen. Paula erzählt.   Endometriose ist eine recht verbreitete Krankheit, die immerhin 10-15% aller Frauen* betrifft. Die Dunkelziffer ist aufgrund dessen, dass es meist erst nach mehreren Jahren zu einer Diagnose kommt, wahrscheinlich sehr hoch. Bei der Krankheit siedelt sich eine der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnliche Schleimhaut im Bauchraum an, was zu Verwachsungen führen kann. Die Gründe dafür sind unbekannt. Betroffene berichten meistens von extremen Regelschmerzen, Schmerzen beim Sex, Urinieren, Stuhlgang, eingeschränkter Fruchtbarkeit bis hin zur Unfruchtbarkeit, Verdauungsproblemen oder angeschwollenen Bäuchen. Diese Schleimhaut reagiert genauso hormonell wie die Gebärmutterschleimhaut und macht alles, was die Gebärmutterschleimhaut während des Zyklus auch macht – jedoch möglicherweise im gesamten Bauchraum. Beschwerden, die nicht ernst genommen werden Vor ziemlich genau drei Jahren ging ich das erste Mal wegen meiner mir unerklärlichen Unterleibschmerzen zu meiner damaligen Gynäkologin. Ich teilte ihr mit, dass ich Schmerzen habe, und zwar vor …

Ich bin ein Zuhause

Ich habe eine Diagnose.  Ich bin Hochsensibel.  Dem geschuldet, gibt es bei mir leider Tage, Wochen, manchmal sogar Monate, in denen es mir sehr schlecht geht.  Dann mag ich nicht raus gehen, nicht reden, nicht essen. Ich fühle mich dann, als sei ich umhüllt, ummantelt von einer dunklen Wolke. Ein bisschen dumpf. Allerdings bin ich nach unsäglichen Tagen des Nichtstun und Selbstbemitleiden zu der Erkenntnis gekommen, dass das zu mir gehört.  Ich bin so. Ich habe solche Phasen.  Wie kann ich damit umgehen? Ohne außer Gefecht gesetzt zu sein? Und ohne ewige Tage im Bett zu sein und eine Folge Sex and the City nach der nächsten zu schauen?  Ich habe mir ein kleines Heft angelegt.  In diesem Heft Vermerke ich, wie es mir geht, was eventuell der Auslöser war für meine Stimmung.  Und aber Vorallem:  Was mir hilft.  Und ich möchte diese persönlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen und langfristige Stützen mit euch  teilen. Mein erster, vermutlich einfachster Trick, ist es zu baden oder zu duschen. Mich zu waschen.  Alle Gefühle, Stimmungen, die eventuell gar nicht meine sind, …

curvy girls

Zunächst einmal nutzte ich Instagram, um in täglichen Posts meine Gewichtszunahme nach ANOREXIA II zu dokumentieren und mit anderen Mädchen zu teilen, die sich in etwa am selben Wendepunkt befanden: Wir stellten uns unserem Widerwillen und zelebrierten, erst erzwungen, dann mit Freude, etwas, für das wir uns ein paar Monate zuvor noch bitterlich gehasst hätten: langsam mehr Platz einzunehmen. Und durch diese Scheiße nicht alleine zu müssen, verlieh uns die Stärke, die wir brauchten. „HEALTHY LOOKS GOOD ON YOU“ und „#EDrecovery #fuckana #healthspo“ Es fühlt sich gut an, Platz einzunehmen. Im Leben, im Internet, in unseren erst viel zu weiten Kleidern. Uns steht dieser Platz zu. Klar, ich hätte auch einfach in eine Klink gehen können, wie’s meine Therapeutin gewollt hätte. Aber bevor Instagram eine Werbeplatform wurde und wir unser kollektiv fades Dasein als glamouröses High Life zu inszenieren begannen – und ich bekenne mich selbst der Ich-trinke-Rotwein-und-bin-dekadent-schaut-mich-nur-an-Posts schuldig! – war’s so was wie eine Klinik für mich, ein öffentliches Tagebuch, als Dailybooth gerade down gegangen war und #bodypositivity noch ein Begriff, der nicht von …