Alle Artikel in: Körper & Bewusstsein

Tabuthema? Chlamydien

Über Geschlechtskrankheiten wird geschwiegen. Auch in meinem Freundeskreis wird meistens beschämt zur Seite geschaut, wenn über das Thema gesprochen wird. Dabei gehört die Chlamydien-Infektion zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten in Deutschland aber auch weltweit. Aber genau wie eine Erkältung auch sind Geschlechtskrankheiten ganz normal, gehören dazu und können gut behandelt werden. Sie sind nur eben einfach ein bisschen unangenehm, aber das müssen sie eigentlich gar nicht sein. Und genau deshalb möchte ich heute drüber sprechen. Symptome Das Problem bei der Chlamydien-Infektion ist nämlich, dass sie meistens unbemerkt bleibt bzw. sich in ganz unterschiedlichen, nur sehr leichten Symptomen äußern kann. Oft wird zunächst nur eine Blasenentzündung oder eine Pilzinfektion vermutet. Symptome für eine Infektion können nämlich ein ungewöhnlicher Ausfluss, Brennen und Schmerzen beim Pinkeln, Schmerzen beim Vaginal- und Analsex und Juckreiz sein. Meistens treten diese Symptome ein bis drei Wochen nach der Ansteckung auf. Lass dich aber auch dann untersuchen, wenn deine Beschwerden von selbst besser werden oder sogar ganz verschwinden. Denn die Chlamydien-Infektion kann immer noch in deinem Körper sein und sich weiter ausbreiten. …

Das ganze Universum auf meiner Haut

Auf meiner Stirn kreisen Planeten, Konstellationen zieren meine Wangen und Sterne verteilen sich bis auf meine Brust. Das rote Universum auf meiner Haut trage ich schon so lange mit mir, dass ich nicht mehr weiß, wie es sich ohne anfühlt. Vor genau einem Jahr fand ich die ersten Anzeichen auf meiner Stirn. Erst links, dann rechts, bis es sich innerhalb von einigen Monaten auf meinem gesamten Gesicht ausbreitete. Heute hat es sich bis auf meine Brust ausgeweitet und damit jeden Tag aufzuwachen, ist nicht immer schön. 90% der Menschen haben in ihrer Pubertät mit Akne zu kämpfen. Bei mir fing es mit 20 Jahren an. Zuerst schob ich es auf Stress, meine Ernährung oder sonstige Einflüsse. Als es dann immer schlimmer wurde und kein Mittel dagegen half, begann ich in ein Loch zu fallen. Ich fühlte mich so unwohl in meiner Haut, dass ich an manchen Tagen das Haus nicht verlassen wollte. Die Blicke der Menschen um mich, schienen nur auf deinem Gesicht zu ruhen. Ich hatte Probleme beim Zähneputzen in den Spiegel zu sehen …

Eine Sache der Sichtweise

Im November 2017 erzählte Pia ihre Geschichte im Gastgedanken-Beitrag „Trotz Krankheit glücklich sein.“ Damals sprach sie über ihre chronische Darmerkrankung “Colitis Ulcerosa” und schrieb darüber, wie sie es schaffte, ihr eigenes Glück zu finden und sich und ihren Körper zu lieben und zu akzeptieren, so wie er ist. Samt Krankheit. Leider folgte auf diesen Eintrag eine schwere Zeit, von der sie hier erzählt. Eine unerwartete Nachricht Der Sommer 2018 hatte es in sich. Er begann mit einer wunderschönen, aber auch unerwarteten Nachricht: Nach 10 Jahren voller Medikamente, Rückschlägen und ständigem Wechsel von so vielen Sachen sah mein Dickdarm so gut aus wie noch nie zuvor. Die Entzündungswerte waren wie die eines gesunden Menschen. Stabil. Meine Ärztin und ich beschlossen daraufhin, einen Versuch zu starten und setzten meine Medikamente vollständig ab. Ein gewagter Versuch, aber einer, der zeigen sollte, wie stabil mein Darm tatsächlich ist. Ich schaffte es letztendlich ganze vier Monate medikamenten- und beschwerdefrei zu leben. Dann begannen die Hautprobleme. Höchstwahrscheinlich als Folge der Absetzung meines Medikaments in Zusammenhang mit der Sonne und dem heißen …

Tabuthema? Der weibliche Orgasmus

Der weibliche Orgasmus, auch Höhepunkt oder Klimax, ist und bleibt ein Mysterium für sich, denn Frauen fällt es oft deutlich schwerer, beim Sex zu kommen. Wieso wird darüber so wenig gesprochen? Wieso sind männlicher und weiblicher Orgasmus immer noch nicht gleichberechtigt? Wie war es früher und wie ist es jetzt? Im Mittelalter wurde davon ausgegangen, dass Frauen nur dann schwanger werden können, wenn sie einen Orgasmus erleben. Die Männer waren deshalb immer darauf aus, die Frauen zum Höhepunkt zu bringen. Tragisch war, dass Vergewaltigungen gesetzlich nicht mehr als solches gesehen wurden, wenn die Frau schwanger wurde – also vermeintlich gekommen ist. Im viktorianischen Zeitalter (19. Jahrhundert) wurden sexuelles Verlangen und vaginale Ausscheidungen als Symptome für Hysterie. Hysterie ist laut Duden ein veralteter Begriff aus der Medizin und beschreibt eine “abnorme Verhaltensweise mit vielfachen physischen und psychischen Symptomen ohne klar umschriebenes Krankheitsbildgehalten”. Weibliche Sexualität wurde folglich mit einer „Beckenmassage“ behandelt, bei der der Frau ein „Manipulator“ eingeführt wurde, der sie zum Orgasmus brachte – ähnlich wie ein Vibrator. Erst im 20. Jahrhundert, in den 1940er Jahren, …

Warum ihr für Eure Periode dankbar sein solltet

,,Oh wie entspannt es wäre, nicht jeden Monat meine Periode zu bekommen!’’ – Wie oft habe ich mir diesen Satz schon von Freundinnen anhören müssen. Und jedes Mal versetzt er mir einen kleinen Stich ins Herz. Ich bin 22 Jahre alt und hatte in meinem gesamten Leben nur zwei Mal meine Periode. Zu Beginn war auch ich froh darüber, denn, wenn wir alle ehrlich sind, ist es nicht immer angenehm, was da jeden Monat passiert. Doch je mehr ich mich mit den Folgen der so genanten Amenorrhö (Ausbleiben bzw. Fehlen der Menstruation) befasste, desto mehr wich die anfängliche Freude der Besorgnis. Vor allem die Angst, in 10 Jahren unter einer so starken Osteoporose (wenn die Knochendichte einen bestimmten Wert unterschreitet) zu leiden, dass ich auf meinem geliebten Sport verzichten müsste.Die Amenorrhö ist keine Krankheit sondern ein Symptom für eine große Zahl an verschiedenen Grunderkrankungen oder Lebensbedingungen. Hierzu zählen etwa Anorexie, traumatisierende Ereignisse oder eine hochgradige Stressbelastung. Durch eine starke Stressbelastung tritt ein Ausbleiben der Monatsblutung auch oft bei Leistungssporter*innen auf. Für mich begann eine Zeit …

Ich habe Angst

Wäre alles planmäßig gelaufen, würde ich jetzt mitten in meinem Auslandsjahr an einer Universität am anderen Ende der Welt stecken. Nichts lief planmäßig. Von heute auf morgen ging nichts mehr. Zum so und so vielsten Mal, ich hab irgendwann aufgehört zu zählen. Ich bin 27 und habe seit 10 Jahren Angst. Angst das Haus zu verlassen, Straßen zu überqueren, in Menschenmengen, große Plätze zu überqueren, Angst in Ohnmacht zu fallen, die Kontrolle zu verlieren und von anderen verurteilt zu werden. Angst, es nicht hinzubekommen, nicht auszureichen, im Leben, in der Liebe, einfach so im Ichsein. Den letzten besonders langen und besonders warmen Sommer habe ich in einer Klinik verbracht, zum ersten Mal. Eine tiefenpsychologische Therapie, in der ich die Angst verlieren und mich selbst wiederfinden wollte. Ich fand liebe Menschen, die mich mochten, obwohl ich dort unbeschönigt Ich war, mit all meinen Ängsten und Schwächen, alles auspackte, ständig weinte. Ich fragte mich wochenlang, wie das sein konnte, weil ich es hasste, dieses ängstliche und schwache Ich, fragte mich bis zum letzten Tag, wie ich trotz …

Tabuthema? Panikattacken

Sie rauben dir den Atem, treffen dich in unpassenden Situationen, halten die Zeit an und nehmen dich gefangen. Du hast das Gefühl, ganz allein damit zu sein, doch das bist du nicht. Heute erzählen Luka, Johanna und Imina von ihren Erfahrungen mit Panikattacken und geben Dir am Ende Tipps und Affirmationen mit auf deinen eigenen Weg. Luka Ich hatte erst einmal eine richtige Panikattacke und die ist auch noch gar nicht so lange her. Trotzdem kann ich mich nicht genau daran erinnern, wie alles ablief. Mir ging es zu dieser Zeit sehr schlecht, es war dunkel und kalt draußen, ich war allein in einer fremden Stadt. Meine Gedanken kreisten tagelang nur um ein Thema und irgendwann spitzte sich alles zu. Ich saß an meinem Schreibtisch und hatte mir gerade etwas zu Essen gemacht. Ich war allein und hatte eigentlich genügend Dinge, die erledigt werden mussten. Trotzdem saß ich einfach nur da. Wirklich etwas gegessen habe ich auch nicht. Meine Gedanken kreisten ständig nur um eine Sache und ich war innerlich sehr gestresst. Ich wollte an …

Iss doch mal mehr

Über das Thema Körper und Schönheitsideale kann man viel im Internet lesen. Von Zahlreichen Bloggern wird auf Instagram gepredigt, dass ihr euch so lieben sollt wie ihr seid und dass jeder Körper ist perfekt. Wenn’s doch so einfach wäre. Der Körper spielt in unsere Gesellschaft eine große Rolle, der Körper ist das Erste, was man von einem Menschen wahrnimmt. Wenn auch unbewusst – bei uns im Kopf entsteht das Bild einer Person auf Grund der äußeren Erscheinung. Ich frage mich oft, was Menschen denken, wenn sie mich in meinem Körper sehen. Schwach? Zerbrechlich?  Und warum sind wir eigentlich nie zufrieden mit unserem eigenen Körper, warum versuchen wir ständig ihn zu optimieren oder abzunehmen?  Ich glaube nicht, dass dies nur an den Einflüssen der Sozialen Netzwerke liegt, obwohl diese mit Sicherheit nicht gerade positiv dazu beitragen, dass wir ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl entwickeln! Wir fangen automatisch damit an, uns mit den ”perfekten“ Körpern auf Instagram zu vergleichen und sind dann frustriert, weil wir einen nicht so großen Spalt zwischen den Oberschenkel haben, oder einen nicht so flachen Bauch. …

Irgendwie dazwischen

Irgendwie ist genau jetzt diese Zeit dazwischen. Das Weihnachtsfest ist gerade vorbei und wir warten sehnsüchtig auf das neue Jahr. Die Zeit zwischen den Jahren, wenn das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht da ist. Manchmal hat man so eine Zeit nicht nur zwischen Weihnachten und Silvester, sondern auch in anderen Lebensphasen. Es ist ein Gefühl, das keiner gerne hat. Irgendwie dazwischen. Irgendetwas in unserem Leben stimmt nicht mehr. Da ist diese innere Leere und das Gefühl, dass unser Leben unrund läuft. Vielleicht meinen wir, es hinge mit dem schlechten Wetter zusammen, mit dem/der Freund/in, mit dem/der man erst neulich einen Streit hatte oder mit uns, die vermeintlich nie zufrieden sein können. Vielleicht wissen wir aber auch ganz genau woran es liegt. Vielleicht steht man unmittelbar vor dem Schulabschluss und weiß nicht so recht, wie es weiter gehen soll. Oder man hat das Studium abgebrochen, sich gerade von dem Freund oder der Freundin getrennt oder vielleicht hat sogar ein lieber Mensch ganz unser Leben verlassen. Es ist diese Schwellenzeit. Zwischenzeit. Jene Zeit, …

Tabuthema? Masturbation

Als ich 11 Jahre alt war, habe ich das erste mal masturbiert. Damals kannte ich wahrscheinlich noch nicht einmal dieses Wort. Ich habe mich einfach “da unten” angefasst und es fühlte sich gut an. Wenn ich rubbelte, dann bekam ich ein gutes Gefühl, was durch meinen ganzen Körper zu fließen schien. Einen Höhepunkt gab es damals allerdings noch nicht. Über Orgasmen fand ich erst später heraus. Zufälle. Es waren Zufälle: Dass ich erfuhr, wie ich es mir selbst besorge, war ein reiner Glücksfall. Schade eigentlich. Denn hätte ich gewusst, dass es so gut wie alle machen, hätte ich mich nicht so komisch beschämt deswegen gefühlt. Hätte mich vielleicht mit anderen Freundinnen, Freunden und meinen Eltern darüber ausgetauscht. Hätte Neues gelernt und es mir noch besser selbst machen können. Hätte früher einen Höhepunkt erlebt. Natürlich wussten alle damals irgendwie, dass es das gibt. Jungs machen das. Männer. Und manche schauen dabei Pornos. Aber Mädchen? Frauen? Darüber wurde nicht geredet, davon wusste man nichts, das war ein absolutes Tabu. Ein Tabu, das in die Irre führt. Denn …