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Mutprobe? von Zuhause ausziehen

Zuhause auszuziehen ist ein riesig großer Schritt hin zum Erwachsenwerden. Und passend zum Semesterstart erzählen wir Euch heute von unseren Erfahrungen damit. Denn vor allem seid ihr bei der ganzen, aufregenden Sache eines nicht: Allein. Denn das haben wir alle schon durchgemacht. Luka 22. September 2018 Seit einer Woche erst lebe ich nun in einer neuen Stadt. Der Bücherladen meines Vertrauens, mein Lieblingscafé, mein gewohntes Umfeld und meine Eltern sind jetzt 491 km von mir entfernt. Wenn ich diese Zeilen tippe, muss ich schlucken. Mir fällt es schwer, diesen Schritt zu gehen, denn ich habe Angst. Ich habe Angst, dass ich einsam sein werde. Mit großer Vorfreude habe auf den Tag meines Auszugs gewartet, habe mir ausgemalt, was ich ab dem Tag endlich alles machen, erleben und selbst bestimmen kann. Aber als es dann soweit war, habe ich viele Tränen geweint. Und das ist auch total okay – das kann ich euch nach dieser einen Woche sagen. Und dass es besser werden wird, dass kann ich euch auch sagen, und dass ihr wirklich keine Angst …

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(K)ein Sommernachtstraum – Zeit/Geschehen

Was für ein Sommer. Gut, dass er endlich vorbei ist. Eingefleischte Sommerfans werden mich als Herbstliebenden für diesen Satz nahezu steinigen wollen, aber wenn wir in diesem Jahr von einem wirklich genug hatten, dann von Sommer und Wärme. Seit April war es bis vor wenigen Wochen einfach nur Sommer gewesen. Nichtmal irgendein Frühling hat dazwischen Platz gefunden. Wo am 01. April noch Schnee lag, wurden gegen Ende April schon mehr als 25 Grad gemessen. Was für manche sicherlich ein Traum war, war aber für die Allgemeinheit gesehen eher weniger erfreulich. Dieser Sommer war sicherlich ein sich über fast fünf Monate erstreckendes, einziges Wetterphänomen, das mehr als deutlich seine Spuren hinterlassen hat. Jetzt im Nachhinein bleibt da natürlich Raum für Spekulationen. Wie kam es dazu? Klimawandel oder einfach nur reiner Zufall? Da ich Sommer in seinen Extremformen nun so gar nicht leiden kann, waren viele Wochen dieses Jahres eine reinste Qual für mich. Am meisten hat mich jedoch über diese ganze Periode hinweg vor allem eines stark aufgeregt und noch mehr belastet als die Hitze: die …

Zu viel oder genau richtig?

„Bei uns gab es diese Möglichkeit ja noch gar nicht!“, „Sei froh, dass du deine Träume  ohne Einschränkungen ausleben kannst!“-das sind Sätze, die wir alle, so oder so ähnlich, bestimmt schon mal von älteren Generationen gehören haben und die auch erst mal so stimmen. Wir haben heutzutage die Möglichkeit, so gut wie alles zu tun, was wir wollen.  Willst du studieren? Mach doch! Willst du eine Ausbildung machen? Nichts wie ran! Willst du reisen? Let’s go! Egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche Sexualität: diese Möglichkeiten stehen jedem offen.  Natürlich ist das jetzt sehr lapidar ausgedrückt – es kommen noch viele Faktoren dazu, über die man sich Gedanken machen muss und die unserem Tatendrang entgegengesetzt werden, wie zum Beispiel die Finanzen. Aber auch hier hat unsere Generation die besten Karten: Studienkredite, Bafög, Stipendien – in Bildung wird immer gern investiert.  Trotzdem hatten diese Sätze für mich schon immer einen bitteren Beigeschmack. Wenn man alles machen kann, was will man dann überhaupt? Wenn man alles erreichen kann, wann ist es dann genug? Ist man demotiviert, nicht ambitioniert …

Das Bellen des Hundes

Mein Name ist Lilli und ich bin seit mehr als anderthalb Jahren Muslima. Mich bezeichne ich oft selbstironisch als Muselmanin. Das klingt so deutsch und irgendwie unbeholfen. Letzteres ist wohl auch das treffendste Wort, um zu beschreiben, wie Menschen mit mir bei der ersten Begegnung umgehen. Es dauert immer eine gewisse Zeit, bis ich ganz verlegen gefragt werde, ob es denn in Ordnung sei (mir wolle ja niemand zu nahe treten und es sei ja auch gar nicht schlimm, aber es wäre halt schon irgendwie interessant, aber ja nur, wenn ich kein Problem damit hätte, weil ich ja sicher ganz, ganz oft damit genervt werde) mich zu fragen wie und warum ich konvertiert sei. Mich stört die  Frage überhaupt nicht. Allerdings weiß ich nach anderthalb Jahren immer noch nicht, wie ich darauf antworten kann. Ich könnte erzählen, wie ich den Islam kennengelernt habe. Ich könnte von Sarah erzählen. Oder von Danyal. Von all den Personen, die ich getroffen habe, den zahllosen Gesprächen oder davon, wie ich das erste Mal islamische Texte gelesen habe. Oder einfach …

Chemnitz – ein Versuch, Worte zu finden

Als man mich fragte, ob ich einen Text über Chemnitz schreiben könne, wusste ich einfach nicht wie. Man kann nur über Dinge schreiben, die man versteht, jedoch fehlte mir jegliches Verständnis in dieser Situation völlig. Doch neben irgendwelchem Verständnis, das bei den Dingen, die passiert sind eigentlich vielen fehlen müsste, fehlt mir überhaupt die Fähigkeit, irgendwie Worte zu finden, die sich mit dem Geschehenen in irgendeiner brauchbaren Art und Weise auseinandersetzen könnten. Bei Christa Wolf habe ich einmal den Satz gelesen: „…dass ich nur schreibend über die Dinge komme.“ – und so hoffe auch ich, jetzt, hier mit dem Niederschreiben dieser Gedanken nur ein bisschen über irgendetwas zu kommen. Als ich von den genauen Dingen erfuhr, die in Chemnitz geschehen waren, war es bereits Dienstagmorgen. Ein Mensch war gestorben. Gestorben durch die Hände welcher, die nicht-deutsch waren. Am 26. August war es spätabends zu Streitereien zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten gekommen. Bei der Eskalation dieses Streits wurde ein Deutscher mutmaßlich durch einen Syrer und einen Iraker erstochen. Beim Bekanntwerden des Verbrechens löste sich natürlich schlagartig eine …

Was ist Dir deine Zeit wert?

Gestern morgen bin ich um 7.30 von selbst aufgewacht. Mein Fenster hatte ich die Nacht über offen gelassen, weshalb die Morgensonne vom gegenüberliegenden Haus reflektierte und mein Zimmer in ein rötliches Licht tauchte. Kurz überlegte ich, mich wieder umzudrehen und einfach weiterzuschlafen. Aber das schöne Licht ging mir nicht mehr aus dem Kopf, weshalb ich mir Jeans und Pulli anzog, mein Handy ganz bewusst liegen ließ und nur mein Notizbuch und eine Wasserflasche einsteckte. Aus dieser spontanen Aktion wurde ein einstündiger Spaziergang, bei dem ich das Verschwinden des Morgennebels beobachten, die kühle Luft einatmen und viel nachdenken konnte. Aber das beste daran war: Ich war allein mit meinen Gedanken. Hörte nur meine Schritte. Und mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie selten das vorkommt. Ich dachte daran, dass ich früher abends eine Stunde lang fernsehen durfte. Den Rest des Tages habe ich mich mit mir selbst beschäftigt, gemalt, gezeichnet, gelesen. Als ich dann ein bisschen älter war, durfte ich dann auch mal zwei Stunden am Tag Sims spielen. Aber wie schnell sind zwei Stunden um, …

Dankbar im August

Diesen Monat lassen wir etwas anders ausklingen, als wir es bisher getan haben: Statt Monatsfavoriten haben wir uns jeweils 2 Dinge ausgesucht, für die wir ganz besonders dankbar in unserem Leben sind. Hier könnt ihr unsere Favoriten der letzten Monate anschauen. Lasst uns auf jeden Fall wissen, was Eure beiden Dinge wären! Das erste, was mir einfällt, wenn es um Dankbarkeit geht: Gaga, die Orte, die ich gesehen habe, weil ich ihr hinterher gereist bin, die Menschen, die ich durch sie kennengelernt habe, die Inspiration, die mich täglich motiviert, der Halt, den mir ihre Musik gibt. Es gibt keinen Tag, an dem ich mir nicht dessen bewusst bin, wie glücklich mich das macht. Und gerade in besonders dunklen Zeiten tut es gut, in dieser „Welt“ Zuflucht zu finden. Mein Kater Strolch. Ziemlich vorhersehbar und auch ein bisschen langweilig, aber seitdem er uns zugelaufen ist, möchte ich ihn nicht mehr missen. Ich war nie ein großer Freund von jeglichen Haustieren, aber bin zur absoluten Cat-Lady mutiert. Immer, wenn ich nach Hause komme, freue ich mich jetzt …

Der Verhaltenskodex für Soziale Medien

Um einen Verhaltenskodex für soziale Medien zu verstehen, müssen wir uns überlegen, welchen Platz soziale Medien überhaupt in unserer Gesellschaft, wohl eher in unserer Generation, haben. Wir nutzen sie schließlich alle (ständig). Wir beobachten, kommentieren, liken und kommunizieren über diese Plattformen. Vielleicht sogar stundenlang pro Tag. Stattdessen wird meist weniger gelesen, es wird weniger heraus gegangen und vor allem weniger miteinander geredet. Soziale Medien sind ein Bestandteil unseres Leben. Und sie sind uns wichtig. Sie sind eine Bühne auf der wir uns präsentieren, zeigen und geben, wie wir gesehen werden möchten. Sie sind unser Aushängeschild, unsere Visitenkarten. Auch Freundschaften und Beziehungen werden mittlerweile über soziale Medien geschlossen. Man lernt sich im Internet kennen (und lieben). Warum also stets leugnen, die sozialen Medien wären uns wichtig? Ist doch nur Facebook, Snapchat, Instagram.. Dieses Verhalten ist falsch. Wir sollten uns bewusst machen, welchen wichtigen Bestandteil diese vermeintlich sozialen Medien in unserem Leben haben. Ob sie nun gut sind, oder schlecht, darauf soll gar nicht an dieser Stelle eingegangen werden. Zunächst soll nur an den Verstand des einzelnen …

Smartphone Fetischismus

Smartphones kamen auf zu einer Zeit, als das Internet für mich persönlich sehr interessant war. Aufgrund der Kontakte, sprich Diskusions- und Interaktionsmöglichkeiten, die es rund um die Uhr und über alle Themen die es gibt bietet (auch schon vor Facebook, Twitter und Tumblr). Zu diesem Zeitpunkt machte ich eine Ausbildung und hatte deshalb wenig Zeit für mich, meist nur am Abend oder den Wochenenden, wie eben bei jedem, der Vollzeit arbeitet. Ich bin eher introvertiert und genoss es die Möglichkeit zu haben, mich dann und so wie ich es wollte, darzustellen und auszutauschen. Soviel zum Prolog. Aber was hat das mit Smartphones zu tun? Nun das erste Iphone belächelte ich noch sehr, hatte es doch viele Makel. Jedoch wuchs sehr stark das Interesse am mobilen Internet in mir, das ein solches Gerät bot. Aber damals waren sie mir dann doch noch zu teuer und es dauerte noch ein paar Jahre bis ich mir endlich Eines gönnte. Eben weil mir jeder erzählte wie nutzlos ein solches Gerät sei. Und anfangs waren sie das im gewissen Sinne …

Wer schützt wen? – Zeit/Geschehen

Am 27.05. habe ich gefeiert. Gefeiert für Irland und die irischen Frauen, die seit diesem Tag der Tatsache, ganz sich und ihrem Körper zu gehören, einen gewaltigen Schritt näher gekommen sind. Mit eindeutiger Mehrheit wurde, nach jahrelangen Diskussionen, endlich für das Recht auf Abtreibung für irische Frauen gestimmt. Ein Erfolg, der mich weiter hoffen lässt, denn noch immer gibt es genügend Länder auf der Welt, in denen Abtreibung als Strafbestand gilt und unter keinen Umständen überhaupt in Erwägung gezogen werden darf. Dass Abtreibung eines der kontroversesten Themen überhaupt ist, ist wohl unumstritten. Ich kenne kein anderes Thema, bei dem sich die Geister so stark scheiden, wie es bei Abtreibung der Fall ist. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre dieses Thema so heikel, da man nie sicher sein kann, bei wem man wie mit seiner Meinung ankommt, dass es für manche Menschen gar indiskutabel wird. Entweder man ist für oder eben gegen Abtreibung. Es gibt diese beiden Extremformen und nicht viel dazwischen. Jede dieser Seiten hat ihre Argumente und beharrt darauf, so bleibt nicht …