Alle Artikel in: Hier & Jetzt

Warum J.K. Rowlings Aussagen so problematisch sind #Facettenreich

Für viele ist sie eine Ikone der Kindheit. Sie ist die Schöpferin der wohl bekanntesten Fantasybücher aller Zeiten: Die Rede ist von Joanne K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Buchreihe. Es ist zwar schon eine Weile her und mittlerweile dürften es wohl die meisten mitbekommen haben: J.K. Rowling sieht nicht ein, warum ihre transphoben Aussagen so schwierig sind. Warum das aber ein Problem ist, darum soll es in diesem Artikel gehen. In eine Welt abzutauchen, in der alles möglich ist, kann einem Halt gegeben. Wie viele bin auch ich mit den Harry-Potter-Romanen aufgewachsen und kann ernsthaft behaupten, dass diese eine Zeit lang ein bisschen mein Leben waren. In eine Welt abzutauchen, in der alles möglich ist, wo es Zauberei, magische Geschöpfe und Zeitreisen gibt, hat mir Halt gegeben und mich von meinem Alltag abgelenkt. Diese Bücher waren und sind bis heute ein Stückchen Geborgenheit für mich. Darum fällt es mir umso schwerer, die Autorin hinter der zauberhaften Geschichte zu kritisieren. Seit geraumer Zeit äußert sich Rowling nämlich online zu allem möglichen, darunter auch häufiger zu Genderfragen. Vor …

Wenn Deine Stimme dich anschreit #gibmirwiderworte

Der Spiegel in Scherben, der Stimmzettel versagt.Mit dem Volk sterben, so sprach es am Wahltag. Wenn Bürger denken lernen, dann ist der Asphalt nicht weit. Sobald Mächtige angezweifelt werden, dann ist es die Straße, die schreit.  So wehrt es sich und zappelt, von Undankbarkeit geplagt.Es hat sich unerwartet entwickelt, also wird der Demokratie abgesagt.  Schätze deine Mitbürger, den Frieden noch mehr. Denn wenn Gewählte tätlich werden,ist dein Nachbar die Notwehr. Ein Knie im Nacken, die Waffe am Hinterkopf, einen Schlagstock in die Kniebeuge – staatliche Gewalt kann viele Formen annehmen, Menschen verletzten und Vertrauen zerstören. Gedacht ist das Gewaltmonopol des Staates aber zum Schutz seiner Bürger – vor Selbstjustiz, Willkür und vor Übergriffen fremder Mächte. Dass Gewalt oft der letzte Hafen der Konfliktlösung sein sollte, wird durch aktuell-politische Geschehnisse immer wieder aufs Neue in Frage gestellt. Die Angst um die eigene Integrität treibt den Staatsapparat an, sich der Waffe der Gewalt zu bemächtigen. Das Gegenspiel der gesellschaftlichen Diversität und der Singularität der runden Tische gipfelt im schlimmsten Fall mit polizeilicher Übermacht.  Von Furcht zu Recht  Das Bangen um das staatliche Souverän kann zurückgeführt werden auf …

Verbündetenschaft #Alltagsaktivismus

Seit dem schrecklichen Mord an dem schwarzen US-Amerikaner George Floyd wird wieder über rassistische Gewalt diskutiert. Auch in Deutschland sehen sich BIPoC täglich mit strukturellem und Alltagsrassismus in der Öffentlichkeit sowie im Privaten konfrontiert. Sie werden nach ihrer wahren Herkunft gefragt, für ihr gutes Deutsch gelobt, angestarrt, angefasst, bedroht, beschimpft, ausgeschlossen, unterdrückt, stigmatisiert, ihre Hautfarbe Schokoladensorten zugeordnet, sie werden sexistisch exotisiert und dann werden sie gefragt, ob es Rassismus in Deutschland überhaupt gäbe. Viele meiner weißen Freund*innen finden diese Realität, zu Recht, schrecklich. Gleichzeitig sind sie sich unsicher, wie sie sich für die Rechte ihrer BIPoC-Freund*innen, Kommiliton*innen, Mitbürger*innen etc. einsetzen können, ohne die Betroffenen zu bevormunden. Bei dem Thema Rassismus haben Menschen schnell, und wieder zu Recht, Angst etwas Falsches zu sagen oder zu machen. So bleibt es oftmals dann doch nur bei den Mitleidsbekundungen oder den Posts auf Social Media. Wie kann ein antirassistisches Engagement von weißen Menschen aussehen, das nicht mit einem schwarzen Foto auf Instagram auch schon wieder vorbei ist? Verbündetenschaft Ein Ansatz ist die Verbündetenschaft. Hinter dem zugegebenermaßen etwas sperrigen Begriff …

Das sollte doch mein Jahr werden! #Reisegedanken

Reisen ist ein wirklich schlechtes Thema im Moment. Ich weiß das. Für viele ist es mit Sicherheit das Letzte an das sie gerade denken möchten, weil sie ihren Kopf voller ganz anderer Sorgen haben. Für manche ist durch das Reiseverbot viel kaputt gegangen. Ich habe letztes Jahr Abi gemacht, befinde mich und kenne viele, die im Pausenjahr sind. Das Jahr zwischen Schule und dem Ernst des Lebens oder so. Viele wollten ins Ausland, für Hilfsprojekte, Freiwilligenarbeit und manche auch zum rumreisen und Welt entdecken. Vorher hatte man gearbeitet und gespart und gewartet, um dann weggehen zu können, vielleicht für ein ganzes Jahr. Die meisten sind wiedergekommen, nie losgefahren. Jetzt hängen viele in der Luft, plötzlich und unvermittelt mit einem Haufen voll Zeit ohne Plan & Perspektive und dem bitteren Beigeschmack von das sollte doch mein Jahr werden. Ich habe immer wieder gemerkt, wie ungern ich darüber rede. Es passiert so viel Schlimmes. Menschen sterben, sind krank, können nicht mehr arbeiten, sorgen sich um ihre Existenz und die ihrer Liebsten. Auf der Liste der schlimmen Dinge, …

Black lives matter

Heute gibt es auf Instagram nichts zu sehen. Alle posten schwarze Bilder mit den Hashtags #BlackLivesMatter* und #BlackOutTuesday, um ihre Solidarität mit schwarzen Menschen und People of Color zu zeigen und dem 46-jährigen George Floyd zu gedenken, der bei einem Einsatz in Minneapolis durch Polizeigewalt ums Leben kam. Dieser Hashtag hat inzwischen schon mehr als 28 Millionen Beiträge. Ich finde es schön, zu sehen, wie sich alle gemeinsam gegen Rassismus aussprechen. Diese Zahl fühlt sich mächtig an, aber sie ist gleichzeitig auch nur eine Zahl auf meinem Bildschirm. Ein Gefühl der Stille kehrt ein, die wir zum Nachdenken nutzen und uns fragen können, ob wir die Möglichkeit haben, etwas zu ändern und welchen Teil wir als weiße privilegierte Personen tun können. Wir finden es falsch, uns nicht zu diesem Thema zu äußern. Wir wollen die Plattform nutzen, die wir haben. Weiter unten im Text findet ihr interessante Posts, mit denen ihr euch (und wir uns) noch weiter beschäftigen können (und sollten). Außerdem seid ihr herzlich dazu eingeladen, eure Gedanken zu diesem wichtigen Thema mit uns …

Über die Wichtigkeit von Pausen

… und jetzt sitze ich eben hier in meinem Bett und schreibe. Es gibt wahrscheinlich kaum etwas, was wichtiger für die Produktivität ist, als Pausen. Zumindest für langanhaltende, nachhaltige Produktivität. Zumindest denke ich so. Weil ich merke, wie sie mir fehlen, die Pausen, und wie dies Auswirkungen auf mein Machen und Schaffen hat. Ich könnte diesen Text auch „Eine Ode an Pausen“ nennen. Weil ich oft dazu tendiere, Oden an die Sachen auszusprechen, die ich selbst zu kurz kommen lasse. Also widme ich jetzt mal einen ganzen Text der Wichtigkeit, ja, dem Unabdinglichsein, des Nichtstuns. Priorität hier, Priorität da Seit Weihnachten hatte ich keine Woche Urlaub mehr. Maximal 2-3 Tage hab‘ ich mal nichts gemacht. Aber auch an diesen Tagen hatte ich im Hinterkopf, was als nächstes zu tun ist. Weil drei Tage einfach nicht genug sind. Sie sind im Großen und Ganzen Spektrum gesehen gar nichts. Seit Dezember also jongliere ich meine diversen Aufgaben tagein, tagaus. Zuerst mal studiere ich. Das konnte ich bis vor 9 Monaten noch mehr oder weniger hintenanstellen. Aber dann …

Frauenwelten

Das „Männerwelten“ Video war für mich zwar eine Überraschung, die Inhalte aber keinesfalls überraschend. Meine Freundinnen und ich haben alle in dem Video gezeigten „Exponate“ schon selbst erlebt, oder kennen mindestens eine Frau, die die Taten, über die berichtet wurden, erlebt haben. Und es ist wahr. Wir alle gehen nachts mit einem Schlüssel in der Faust, einer Freundin am Handy, oder einer elektrischen Vergewaltigungspfeife nach Hause. Wenn wir überhaupt nachts zu Fuß nach Hause gehen. Und das ist normal, da gibt es keine Ausnahme. Was für meine männlichen Bekannten übertrieben, oder gar lächerlich wirkt, ist für uns eine bittere Sicherheitsmaßnahme, das Einzige, was uns ein ganz kleines bisschen Schutz zu bieten scheint. Und wir haben mehr von unseren kleinen Sicherheitstricks, so viele, dass es mich traurig und vor allem wütend macht, dass wir sie brauchen. In den Kommentaren unter dem besagten Video tummeln sich natürlich aber auch viele Kritiker. Wie immer, wenn Frauen es wagen über ihre Erfahrungen mit den patriarchalischen Strukturen in ihrem Leben zu berichten.Da heißt es dann zum Beispiel: „Männer werden auch …

Einfach mal dankbar sein

Die aktuelle Zeit scheint von Melancholie, Angst und Trauer umnebelt. Für mich sind diese Gefühle vollkommen nachvollziehbar, jedoch bin ich der Meinung, dass der Grund für diese Emotionen notwendig und bitte auch dringend einzuhalten ist. Damit meine ich natürlich die Corona-Krise und die daraus resultierende Kontaktsperre. Egal mit wem ich kommuniziere, auf der Straße beobachte oder wem ich in Fernsehinterviews zuhöre – die meisten Personen scheinen von Unzufriedenheit bedrückt. Dies kann ich natürlich vollkommen nachempfinden, denn auch ich sehe, außer den trostlosen Straßen und geschlossenen Geschäften, nicht mehr Personen, als meine Mutter, mit welcher ich zusammenlebe. Ein Glück ist sie täglich bei mir! Auch die Supermärkte scheinen im wahrsten Sinne des Wortes leergefegt. (Zum Thema Hamsterkäufe möchte ich mich dabei nicht äußern. Ich denke, ich vertrete die Meinung vieler, dass für jeden etwas im Regal stehen sollte!) Wie schon erwähnt, kann ich die Gefühle nachempfinden, welche die Mehrheit der Bevölkerung momentan verspürt. Auch ich bin traurig darüber, dass ich meine Großeltern und Freude momentan nicht persönlich sehen darf. Zudem pausiert mein Studium auf unabsehbare Zeit. …

„Aufgrund der aktuellen Situation“ #schlaflos

Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir uns umsehen und das Gefühl bekommen, dass alle um uns herum besser sind in dem was sie tun? Wann sind wir produktiv genug? Sollte ich noch Sport machen heute? Gesund gekocht habe ich auch noch nicht. Wir sind alle aus unserem Alltag gerissen worden. Sollte das nicht heißen, dass wir endlich ruhigen Gewissens durchatmen können? Wir sind isoliert und haben nichts mehr wirklich Greifbares. Keinerlei Kontakt zu den üblichen Aktivitäten, die wir sonst hätten. Also bleibt uns niemand wirklich zum Vergleich mehr, außer die Vorstellung von den Dingen, die wir von unserem Umfeld haben oder das, was uns über Soziale Medien vermittelt wird.  Es gibt zur jetzigen Situation keine Norm. Keine Orientierung. Wir sitzen alle in 4 Wänden, egal wo und egal ob mit oder ohne Gesellschaft, es fühlt sich nicht gleich an. Die Freiheit ist eingeschränkt. Denn umso länger das geht, umso stärker wünscht man sich das Neue.  Das einzige legitime Fenster zur Außenwelt sind doch die Bildschirme, die wir haben. Die Isolation stellt uns in eine …

Zeit zu denken #Facettenreich

Im blauen Sacko vor dem Glashaus sagt sie deutlich: Es ist ernst. Jetzt musst du mit dir selber klarkommen und mal schauen ob du das lernst. Seit Neujahr kommen die News aus China. Du sagst: „Es kommt jetzt immer näher her“, du interessierst dich nicht für mehr, was es ist und was passiert, wenn sich jemand infiziert. Jetzt ist es hier auch. Helfende sind auf Lösungssuche. Doch du fühlst dich in die Schranken verwiesen, du merkst nicht, dass wie durch eine Vergrößerungslupe Probleme größer werden in solchen Krisen. Ja, jetzt ist es an der Zeit, zu denken. Und du hast endlich Zeit, zu denken. Wir werden zu Edward-Hopper-Bildern, denken nicht dran, unseren Wohlstand mildern. Du sagst, wir sind doch eh alle im selben Boot. Aber lass mich dir sagen, Menschen in Booten sind in viel größerer Not. Während wir die Dosen im Keller lagern erkranken Menschen in überfüllten Lagern. Die Vorräte werden dich auch nicht beschützen. Viel eher bleibst du auf deinen Gedanken sitzen. Hättest lieber was für die Leute getan. Den Helfenden sollte Dank …