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Andere Wege gehen #zwischenneugierundbewunderung mit Marlen Albrecht

Das erste Interview für “Zwischen Neugier und Bewunderung“ habe ich mit Marlen Albrecht aka Goldmarlen geführt. Wir sprachen darüber, andere Wege zu gehen, seinem Tatendrang zu folgen und über ihre Arbeit als Schmuckdesignerin. Getroffen haben wir uns ganz 2020 getreu virtuell via Zoom.  Ich kenne Marlen persönlich schon seit einiger Zeit. Im letzten Jahr, hatten wir uns für kurze Dauer ein gemeinsames Studio geteilt. Marlen als Schmuckdesignerin und Unternehmerin, ich als Fotografin, bevor ich Stuttgart dann für eine Zeit verlassen habe. Gerne wäre ich noch geblieben, denn Marlen ist so ziemlich der krasseste Mensch überhaupt, wenn es darum geht Ideen umzusetzen und Dinge anzupacken.  Nach ihrem Studium im Bereich Schmuck, ging Marlen für vier Monate für ein Praktikum nach Stockholm, um bei einem großen Modekonzern zu arbeiten. 2018 gründete sie ihr Label “Goldmarlen“, das national und international immer mehr an Bekanntheit gewinnt.  Deine Label-Gründung direkt nach dem Studium, war das etwas wobei du das Gefühl hattest “das ist jetzt ein anderer Weg“? War das etwas, wofür du dich hast rechtfertig müssen? Meinst du in der Gesellschaft …

Ein Reh in der Lichtung

Aber das ist okay. Bald wird es besser. Da bin ich mir sicher. Ich treibe im See, meine Tränen sind das Gewässer. Doch jetzt Ist es besser. – Laura ist 20 Jahre alt, lebt seit einigen Monaten in Wien und ist Philosophiestudentin, als auch Yogalehrerin in Ausbildung. Sie liebt die Sonne und Frühlingsgefühle. Sie ist ein absoluter Gefühls- und Lebemensch und findet nichts attraktiver als einen feministischen Mann, denn ein anderer kommt ihr erst gar nicht ins Haus.  Laura schreibt dieses Gedicht, nachdem sie das Männerwelten Video von Joko und Klaas gesehen hat. Vor einigen Jahren wurde sie Opfer sexueller Belästigung. Die Folgen waren ein gestörtes Verhältnis zu Männern, zu ihrer eigenen Sexualität und viele Therapiestunden. Heute kommt sie immer mehr bei sich selbst an und hat das Erlebnis endlich verarbeitet. Die Bebilderung ist von Lisa.

Neue Fremde (und alte Bekannte)

Ich lerne Leute oft on the go kennen. Auch in längerfristigen Umfeldern, beispielsweise an der Uni, wenn man ein Semester lang ein Modul mit den gleichen Leuten besucht, aber sich nur miteinander versteht, weil man sich jede Woche über Thema xyz aufregt. Vielleicht mal auf Whatsapp anschreiben weil ‘oh schau hier, das erinnert mich an diese eine Situation in der wir beide xyz’. Aber dann doch nicht treffen, doch kein näherer Kontakt.  Auf Reisen passiert mir das ständig. Ich bin in Hostels mit Leuten aus aller Welt, wir sind im selben Schlafsaal und unterhalten uns über Politik in Europa. Ich erzähle, dass ich morgen ins Museum gehen will, du rätst mir früh hinzugehen, weil es immer so schnell voll sein würde. Nach zwei Stunden Reden über Gott und die Welt gehen wir beide ins Bett, du musst morgen früh um acht zum Flughafen, um nach Griechenland zu fliegen und ich bin einfach nur müde von der Anreise. Nachts liege ich dann wach im Bett und bin irgendwie so ruhig wie nie, habe Neues über die …

Wir sind es (nicht) wert! #wir

Alle Menschen sind gleich. Alle Menschen in diesem Land sind gleich. Dieser Gedanke ist vermutlich in den Köpfen vieler Menschen. Zugegeben, es ist ein sehr schöner Gedanke. Jedoch fällt in der Auseinandersetzung mit diesem Thema schnell auf, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Die (Un)gleichheit der Menschen Sollten alle Menschen gleich sein? Ja! Werden alle Menschen in diesem Land gleich behandelt? Nein! Also, noch einmal: Alle Menschen sind gleich. Alle Menschen in diesem Land sind gleich. Richtig? Falsch! Recht schnell stößt man auf einen Widerspruch, sieht man sich auf der einen Seite die Inhalte des Grundgesetzes an und auf der anderen Seite reicht ein – für mich persönlich und für viele andere Menschen auch – kurzer Blick auf die Gesellschaft, in der wir leben. Was ist das für ein Widerspruch, welche Unterschiede sind erkennbar, wenn Grundgesetz und Realität oder das wahre Leben miteinander verglichen werden? Grundgesetz, sag’ mir, wie stehst du dazu? Hierfür sollten wir zunächst einmal einen Blick ins Grundgesetz werfen. Wir haben hier dessen ersten Artikel. Den Artikel, den die meisten von euch …

Unausgesprochenes #Werbistduwirklich?

Ich schaff es nicht, so zu tun als wäre alles okay. Ich schaff es nicht, mich anzupassen. Ich schaff es einfach nicht, auszuhalten am falschen Platz zu sitzen. Ich kann mich nicht aushalten, ich kann die anderen nicht aushalten. Vor allem, kann ich das Schweigen nicht aushalten. Die Dinge über die wir nicht sprechen, von denen wir aber wissen, dass sie da sind. Warum können wir nicht ehrlich sein, obwohl wir das gleiche teilen. Warum können wir uns einander nicht zeigen? Ich kann es nicht aussprechen. Können wir einander überhaupt leiden? Oder ist da immer die Enttäuschung darüber, wie es sein könnte, aber nicht ist. Und doch müssen wir uns immer an einen Tisch setzen, an dem uns nur Stille und Zwang umgibt. Ich spüre jeden Blick von Verachtung und Missgunst, an dem eigentlich Liebe sein sollte. Wo sind wir falsch abgebogen? Warum hat uns die Zeit so verändert? Vielleicht, nein mit Sicherheit, hat uns das Unausgesprochen weiter voneinander entfernt.  Es fällt mir schwer, drüber zu stehen. Wenn wir uns in die Augen schauen, dann …

Reden ist eine Entscheidung #Mut(Ich)

Oft habe ich das Gefühl, über nicht genug Wissen zu verfügen, um auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen.Meine Meinung äußern zu dürfen, auch wenn ich nicht alles weiß. Dabei gibt es – egal in welcher Zeit wir uns gerade auch befinden – immer Themen und Diskussionen, über die es sich zu reden lohnt und die es notwendig machen, dass man sich traut, seine Gedanken zu teilen. Ich würde selbst von mir behaupten eine wissbegierige und lernbereite Person zu sein, die viel Neugier besitzt und sich der Masse und Vielschichtigkeit von Problemen und Themen bewusst ist. Dennoch ist mir auch bewusst, dass es unheimlich viel gibt, von dem ich nichts weiß – oder zumindest nicht ausreichend – um eine hörenswerte Meinung artikulieren zu können. Dachte ich. Denn umso mehr mir bewusst geworden ist, wie viele Themen ich nie werde tiefgründig erkunden können, sei es aus Mangel an Zeit, subjektiven Erfahrungen etc., desto mehr merke ich, wie wichtig ist es, zu reden. Sich zu trauen, auszuformulieren, was einen beschäftigt und sich zu positionieren. Natürlich gibt es Themen, …

Freunde, es geht um den Umbruch. #schlaflos

Dass man sich weiterentwickelt und viele neue Erfahrungen macht, ist wahrscheinlich eines der schönsten Gefühle, die man haben kann und doch so selten bemerken wir es wirklich. Es geht alles doch viel zu schnell. Betrachten wir uns im Nachhinein in den Phasen des Umbruchs, dann sehen wir eine Person vor dem Erlebten und eine Person nach dem Erlebten.  Es ist schön zu sehen, wie weit wir kommen können. Dass manchmal Stagnieren dabei hilft, uns umsehen zu können. Dass wir Ziele neu ausrichten und Entscheidungen voller Elan treffen können.  Doch was, wenn wir uns so arg verändern, dass unser Umfeld kaum mithalten kann – wodurch manche Freundschaften nicht mitziehen können? Dass man sich von Geliebten beim Aufmarsch in das Neue so weit entfernt, dass ein Zurück nur mit dem Aufgeben von Erkenntnissen und der Zurückhaltung vom Neuen erreichbar scheint?  Wenn ich so darüber nachdenke, so wie in den Filmen ist das meistens nicht. Es gibt keinen Moment, in dem klar wird, was das Problem ist. Keinen Punkt, an dem man sich denkt „Jetzt bin ich jemand …

Auf einen Tee mit Paula #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Alle zwei Monate fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Paula wissen, wer sie ist und wofür sie brennt. Wer bist du? Mein Name ist Paula. Ich bin vierzehn Jahre alt und komme aus Düsseldorf. Nach den Sommerferien komme ich in die zehnte Klasse. In meiner Freizeit spiele ich Feldhockey und mache leidenschaftlich gerne Musik. Außerdem spiele ich in zwei Bands. Wofür brennst du? Für Musik! Wenn ich Musik mache, ist alles andere einfach egal und ich habe Spaß. Das Gefühl, auf einer Bühne zu stehen und, wenn auch nur einer Person, irgendwie einen schöneren Tag zu bereiten oder jemanden zu berühren, ist einfach schön. Oft verbinde ich auch gewisse Lieder mitErinnerungen oder Personen. Denn mit Musik können auch die unbedeutendsten Momente irgendwie besonders und bedeutsam werden. Viel genauer kann ich dieses Gefühl, wenn ich Musik mache/höre, einfach nicht beschreiben. Hast du einen Traum? Ich möchte …

No Justice, No Peace! #wir

TW: Rassismus, Rassistische Polizeigewalt 114 Tage. Vor 114 Tagen wurden neun Menschen aus rassistischen Motiven in Hanau von einem Rechtsextremisten getötet. Mercedes, Hamza, Said Nesar, Ferhat, Vili Viorel, Gökhan, Sedat, Kaloyan und Fatih. 63 Tage. Vor 63 Tagen habe ich meine Gedanken und Gefühle zu Papier gebracht und einen Text über das Erinnern und gegen das Vergessen geschrieben. Die Namen der getöteten Menschen dürfen nicht in Vergessenheit geraten. 18 Tage. Vor 18 Tagen, am 25. Mai 2020, hat George Floyd seinen letzten Atemzug gemacht, bevor er von vier Polizisten in den USA getötet wurde. Weitere X Tage. Wie viele Tage werden vergehen bis die nächsten Menschen aus rassistischen Motiven getötet werden? Nach der Ermordung von George Floyd kam es unter anderem während der Proteste gegen Polizeigewalt zu weiteren Tötungen Schwarzer Menschen durch die Polizei. Bereits vor dem 25. Mai wurden in den USA, in Deutschland und in anderen Ländern Schwarze Menschen durch rassistische Polizeigewalt getötet. Kennt ihr ihre Namen? Kennt ihr ihre Geschichten? Oury Jalloh, 37 Jahre. Eric Garner, 43 Jahre. Michael Brown, 18 Jahre. …

„Aufgrund der aktuellen Situation“ #schlaflos

Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir uns umsehen und das Gefühl bekommen, dass alle um uns herum besser sind in dem was sie tun? Wann sind wir produktiv genug? Sollte ich noch Sport machen heute? Gesund gekocht habe ich auch noch nicht. Wir sind alle aus unserem Alltag gerissen worden. Sollte das nicht heißen, dass wir endlich ruhigen Gewissens durchatmen können? Wir sind isoliert und haben nichts mehr wirklich Greifbares. Keinerlei Kontakt zu den üblichen Aktivitäten, die wir sonst hätten. Also bleibt uns niemand wirklich zum Vergleich mehr, außer die Vorstellung von den Dingen, die wir von unserem Umfeld haben oder das, was uns über Soziale Medien vermittelt wird.  Es gibt zur jetzigen Situation keine Norm. Keine Orientierung. Wir sitzen alle in 4 Wänden, egal wo und egal ob mit oder ohne Gesellschaft, es fühlt sich nicht gleich an. Die Freiheit ist eingeschränkt. Denn umso länger das geht, umso stärker wünscht man sich das Neue.  Das einzige legitime Fenster zur Außenwelt sind doch die Bildschirme, die wir haben. Die Isolation stellt uns in eine …