Alle Artikel in: Du & Ich

Und wir lachen zusammen

selten, viel seltener als früher sitzt du still vor mir und lächelst. häufiger, viel häufiger als früher bewegte sich dein Lächeln zu einem  lauten  glücklichen  Lachen. und wir lachen zusammen. — und immer bist du da heute noch viel mehr  als noch im letztes Jahr. — unsicher darf man sein  denkst du  aber das sollte niemals abschrecken. und vielleicht ist es genau das, um was es eigentlich geht. — ich war verletzt und dann war ich enttäuscht, aber du enttäuschst mich nie. — ich denke immer alles muss gut sein aber ich muss lernen, gut muss nicht perfekt sein. — du machst mich glücklich.  wollt ich dir nur mal eben sagen. ganz kurz. – Das Schreiben von Gedichten und kleinen Texten bedeutet für Mira, Momente und Gefühle zu verarbeiten und festzuhalten. Sonst hört sie viel Musik, tanzt und trinkt Tee. In Zukunft möchte sie mehr von der Welt sehen und mutiger werden.  Das Beitragsbild ist von Luka.

Das Wir im eigenen Ich – #wir

Gemeinsam sind wir stärker. Was ist der Mensch ohne andere Menschen? Wer ist der Mensch ohne menschlichen Bezug? Brauchen wir nicht andere um uns herum, um unserer eigenen Persönlichkeit Willen? Zur Abgrenzung, zur Identifikation, zur Selbstwahrnehmung, zur Bildung der eigenen Identität? Brauchen wir nicht die Unterstützung, die Solidarität und das Vertrauen anderer um unsere Kämpfe nicht alleine kämpfen zu müssen? Zusammen sind wir stärker! Ist das einfach so dahingesagt oder beruht diese Aussage auf wahren Tatsachen? In einer Welt mit mehr als sieben Milliarden Menschen ist es für viele ein Einfaches, Menschen zu vergessen, denen es nicht so gut geht. Es ist ein Einfaches, Menschen im Stich zu lassen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Es ist ein Einfaches, das Menschsein zu verlernen und nur an die eigenen Bedürfnisse, den eigenen Profit zu denken und sich für den bequemen Weg zu entscheiden. Der unbequeme, jedoch wohl der einzig zu gehende Weg, ist der, sich vor Augen zu führen, dass nicht alle in Deutschland lebenden Menschen dieselben Privilegien und Rechte genießen. Dass nicht jedem Menschen dieselben …

Weihnachten mit Freunden

Weihnachtszeit ist Familienzeit. Das Fest der Liebe. Wieso fangen wir dann nicht an, Weihnachten auch mit unseren Freunden und Liebsten zu feiern? Lasst uns doch all unsere lieben, nahestehenden Menschen, ganz egal ob jung oder alt, bei uns versammeln und ein paar schöne gemeinsame Stunden verbringen! Wie Ihr diese Zeit am besten gestalten könnt, erzählen wir Euch jetzt! Spiele spielen Es ist eine wunderbare Idee, sich ein Kartenspiel mit interessanten, vielleicht auch etwas tiefgründigeren Fragen über das Leben zuzulegen, zum Beispiel das Spiel von WERENOTREALLYSTRANGERS. Du kannst dir auch einfach selbst ein paar Fragen heraussuchen und sie auf kleine Zettelchen schreiben. Vielleicht erzählt ihr euch von Dingen, die ihr noch nicht voneinander wusstest oder es entstehen interessante Gespräche. Übrigens ist das auch ein guter Tipp für Menschen, die sich untereinander noch nicht so gut kennen. Falls jemand von euch ein Tarot-Kartenset hat, könnt ihr auch damit Karten für das neue Jahr legen. Im Second-Hand-Laden findet ihr auch viele gebrauchte Brettspiele zum Ausprobieren! Übernachtungsparty! Wann habt ihr das letzte Mal einen richtigen Sleepover gemacht? So mit …

Ein bisschen weniger Ich

Ich frage mich: Wäre ich so schön wie sie – wärst du auch ohne Worte verschwunden,hättest mich am Tiefpunkt meiner Gedanken gefunden und dann irgendwann einfach fallengelassen?Hättest du dich dann vielleicht überwunden, mir zu sagen, was du fühlst? Sag mir, wäre ich hübscher, nochmal 20kg leichter, 5cm größer und meine Haare 30cm länger, sag mir, wärst du geblieben?Hättest du vielleicht genau dann angefangen, mich zu lieben, hättest mir vielleicht einmal mehr geschrieben und mich beschützt vor diesen dreisten Dieben? Diebe, die mir mein eigentliches Ich entreißen,die meine Gedanken immer und immer wieder durcheinander schmeißen, wodurch meine wahre Identität droht zu entgleisen.Die und auch Du, ihr versucht mir etwas zu nehmen, was ich, wenn ich ehrlich bin, niemals besessen habe.Versteckt hinter einer hohen Fassade steht ein Mädchen, dass nach außen so unglaublich stark und nach innen so verletzt ist. Sag mir, wäre ich anders oder normal, wärst du dann noch hier?Wäre ich ein bisschen weniger Ich und ein bisschen mehr wie ihr, würde ein bisschen weniger laut lachen und wäre etwas weniger frech zu Dir?Wärst du …

Frühstück ohne Oma

Dieser Gastgedanken-Text ist als Antwort auf das Interview “Frühstück mit Oma” entstanden. Der Tee in der Tasse vor mir dampft. Die Tasse hat ein Rosenmuster, wie so vieles im Besitz meiner Oma. Es ist nur eine Tasse Tee, nicht zwei, denn ich bin alleine in meiner WG.  Auf TIERINDIR ist vor Kurzem ein Text von Imina erschienen, ein Interview mit ihrer Großmutter. Beim Lesen bedauerte ich sehr, diese Möglichkeit eines guten und differenzierten Gesprächs mit meiner Oma nicht zu haben. Die hatte ich leider auch schon nur bedingt, als meine Oma noch lebte.  Der Text machte mich traurig: So oft denke ich an meine Oma und wünsche mir, ihr etwas erzählen oder mich mit ihr austauschen zu können. Das sind meistens kleine Dinge: Ich male Blumen an die Wand in meinem Zimmer und würde sie ihr gern zeigen; ich sehe ein Café, das ich gern mit ihr besuchen würde; ich lese ein Buch das ihr gefallen könnte … Manchmal sind es auch Momente, in denen ich erwarte, sie müsse gleich um die Ecke biegen und einen …

Frühstück mit Oma

Meine Oma heißt Christa und ist am dritten Tag des zweiten Weltkriegs geboren. Sie sagt, dass sie eine bescheidene, aber sehr glückliche Kindheit mit einer älteren und einer jüngeren Schwester hatte und deshalb immer in beide Richtungen boxen musste. Mit 16 lernt sie ihren zukünftigen Mann Karl-Heinz kennen, mit 18 verloben sich die beiden heimlich. Als Christa 25 ist, kommt meine Mutter zur Welt. Mit 66 erkrankt Karl-Heinz an Parkinson. Nach einem siebenjährigen Kampf, bei dem es leider stetig bergab geht, verliert er gegen die Krankheit. Meine Oma ist sehr weltoffen, hat Snapchat und ist sehr empathisch. Sie hat eine neue Hüfte und eine neue Schulter aber schwimmt trotzdem den ganzen Sommer täglich und ist Mitglied in unzähligen Sportvereinen. Wir unterhalten uns oft stundenlang aber heute treffe ich mich mit ihr weil ich ihr Fragen stellen möchte, die ich ihr so noch nicht gestellt habe. Wir frühstücken zusammen und ich freue mich schon die ganze Woche drauf, da meine Oma den besten Filterkaffee auf der Welt kocht. Zum Schutz ihrer Privatsphäre habe ich keine Bilder von …

Vem kan segla – der Abschied

Ich stand in der Küche, eine Pfanne mit Pfannkuchen auf dem Herd, als es klingelte. Schnell schob ich die Pfanne zur Seite und drehte die Flamme auf null, um zur Tür zu eilen, vor welcher du wartetest.  Wie immer, wenn ich dich sehe, freue ich mich. Deine dunklen Haare, deine schwarze Jacke, deine breiten Schultern. Dein strahlendes Lachen. Du riechst gut, nach Eule, nach Nächten unter Sternenhimmeln und grau weiß gemusterter Bettwäsche. Nach Freiheit, nach Sicherheit. Du nimmst mich in den Arm, und ich bin nervös, fühle mich, als würde etwas fehlen. Den Abschied von dir habe ich mir nicht einfach vorgestellt, und doch bin ich überrascht, dass ich schlucken muss, um sprechen zu können. In meinem Kopf wiederholt sich immer wieder unser aufgenommenes Lied. „Wer kann segeln ohne Wind, rudern ohne Ruder? Wer kann scheiden von einem Freund, ohne dass Tränen fließen?“ Ich will die Zeit hinauszögern, einen Tee trinken, nur einen, doch du bist eh schon zu spät und wolltest nur auf einen Sprung vorbeikommen, mich verabschieden. Ich gehe in mein Zimmer und …

Nicht länger ein Verzicht

Grade, möchte ich mal alleine sein Mal mit mir sein Bei mir sein Und da mal verweilen, In dem Zustand, mein Herz mit niemandem zu teilen Denn manchmal, Fühlt es sich an als Würde ich sinkenUnd dabei ganz langsam ertrinken, Weil ich da bin und du nicht Und das Vertrauen in mir dann manchmal bricht Ich hab gedacht, Vielleicht änderst du mal deine Sicht Und in meinem Leben gibt es dann mehr Licht, eines Tages wach ich auf und bin dir wichtig, denn das sind Töchter ihren Vätern doch, richtig ? Aber unsere Geschichte sieht anders aus Und deinetwegen versteck ich mich in diesem Haus, In dem niemand an mich rankommen kann Irgendwo da, wo ich auch nicht versagen kann Wärst du da gewesen, Wär’ ich anders drauf Vielleicht ruhiger und bedacht, Aber du hast über mich noch so viel Macht Und ich bin rasend und so Wütend Wütend auf mich selberUnd auf so vieles um mich rum Wütend auf die WeltSo sehr, dass ich ihn ihr verstumm Ich hab gedacht, Ich hätte dich hinter …

Wortgetänzle

Vor zwei Jahren hatte ich die Ehre, den ersten Gastgedankenbeitrag zu gestalten. Zwei Jahre später bin ich umgezogen, habe angefangen zu studieren. Ein ganz neues Leben hat für mich begonnen mit neuen Aufgaben, neuen Schwierigkeiten, aber auch neuen Freunden, neuem Mut und neuer Kraft, die ich mir selbst erarbeitet habe und natürlich auch mit vielen neuen Gedankenschnipseln und voll geschriebenen Notizbüchern. Heute teile ich davon wieder gerne welche mit euch. /                                                                                                                                                                                 Die schönsten Worte wurden noch nicht gefunden.                                                                                                                        Ich bestimme meine Öffnungszeiten.Meine Angebote und meine Preise.Wen ich mitnehme auf meine Reiseund von wem und was ich Urlaub brauche.Wann ich rauche und was ich feiere, worauf ich saufe.              Noch schüchtern wird vorsichtig der Sekt geköpft.Es schäumt,ein Schwall an guten Gefühlen will sich einfach nicht mehr vom Korken der Coolness zurückhalten lassen. Noch bedächtlich werden die Gläser, noch halb voll gemacht.Würde innegehalten werden, könnte der Sekt, und dessen prickeln gehört werden.Halbtrocken, halb ernstfallen die trockenen Worte geschmeidig aus den Mündern.Lallend, prickelt jeder Schluckund schmecktnach mehr.                                                                                                                                                                                                                                      Ich möchte manche Gefühle nie abstreifen, wie die …

Darf ich das?

Immer wieder lande ich bei dieser Frage. Sie zermürbt mich, obwohl ich eigentlich weiß, wie die Antwort lautet.  Ich darf. Ich darf glücklich sein.  Ich darf Dinge nur für mich tun. Ich darf für meine Meinung einstehen. Ich darf mein selbst verdientes Geld für mich ausgeben. Ich darf Entscheidungen treffen, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen. Ich darf meinen eigenen Weg gehen. Das alles weiß ich. Eigentlich. Und doch fällt es mir fast immer schwer, mir das zuzugestehen. Ich spreche in der Innenstadt mit einem Obdachlosen, kaufe ihm eine Mahlzeit, gebe ihm Geld für eine Zweite. Ich verabschiede mich, gehe weg und weine ein bisschen, denn seine Lebensweise geht mir nah. Nicht nur seine.  Und in diesem Moment, als ich wieder daran denke, dass ich hier in der Innenstadt bin, weil ich für mich etwas Schönes kaufen wollte – dass ich gerade eben noch traurig war und mich arm gefühlt habe, weil ich mir einen Pulli nicht leisten konnte – dass ich quasi sinnlos mein Geld ausgeben wollte, um mir ein Glücksgefühl zu verschaffen – …