Alle Artikel in: Du & Ich

„Aufgrund der aktuellen Situation“ #schlaflos

Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir uns umsehen und das Gefühl bekommen, dass alle um uns herum besser sind in dem was sie tun? Wann sind wir produktiv genug? Sollte ich noch Sport machen heute? Gesund gekocht habe ich auch noch nicht. Wir sind alle aus unserem Alltag gerissen worden. Sollte das nicht heißen, dass wir endlich ruhigen Gewissens durchatmen können? Wir sind isoliert und haben nichts mehr wirklich Greifbares. Keinerlei Kontakt zu den üblichen Aktivitäten, die wir sonst hätten. Also bleibt uns niemand wirklich zum Vergleich mehr, außer die Vorstellung von den Dingen, die wir von unserem Umfeld haben oder das, was uns über Soziale Medien vermittelt wird.  Es gibt zur jetzigen Situation keine Norm. Keine Orientierung. Wir sitzen alle in 4 Wänden, egal wo und egal ob mit oder ohne Gesellschaft, es fühlt sich nicht gleich an. Die Freiheit ist eingeschränkt. Denn umso länger das geht, umso stärker wünscht man sich das Neue.  Das einzige legitime Fenster zur Außenwelt sind doch die Bildschirme, die wir haben. Die Isolation stellt uns in eine …

Auf einen Tee mit Samuel #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Alle zwei Monate fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Samuel wissen, wer er ist und wofür er brennt. Wer bist du? Mein Name ist Samuel, ich bin 22 Jahre alt und studiere Design. Laut Meyers-Briggs bin ich ein INFP-Persönlichkeitstyp, und laut meiner Instagram-Bio außerdem ein mittelmäßig guter Langstreckenläufer, Nussmus-Connoisseur, und Oxfordkomma-Enthusiast. Das beschreibt meiner Meinung nach den Großteil meines Lebens und meiner Persönlichkeit ganz gut. Wofür brennst du? Mein erster Impuls war diese Frage einfach mit meiner Arbeit zu beantworten. Tatsächlich stimmt das so aber nicht ganz. Ich wollte vielmehr nur schon immer eine bessere Version meiner selbst sein, und projizierte diesen Ehrgeiz dann darauf. Alles was ich mache dient insofern als Ventil dafür. Wahrscheinlich romantisiere ich die Idee des »dying for your art« aber auch ein wenig zu sehr. Millenial Martyrdom eben. Hast du einen Traum? Ich wäre irgendwann gerne absolut glücklich (dazu später mehr). Wie …

Wir vergessen nicht #wir

Ich möchte dieses Mal mit einem kurzen Vorwort beginnen. Der Text, den ihr gleich lesen werdet, unterscheidet sich um Einiges von meinen zuvor veröffentlichten Texten. Er ist persönlich und es ist mir eine Herzensangelegenheit, über dieses Thema zu schreiben, denn es beschäftigt mich seit Jahren. Ich kann sagen, dass ich, solange ich denken kann, nie das Privileg hatte, mich mit diesem Thema nicht auseinandersetzen zu müssen. Es ist ein Teil meines Lebens. Ich kenne nichts anderes. Die anderen von mir verfassten Texte bedeuten mir natürlich auch sehr viel, jedoch verspüre ich beim Schreiben dieses Textes den Druck alles richtig machen zu müssen, denn ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe. Vor der Aufgabe meine Gedanken mit euch zu teilen, mich angreifbar zu machen und dabei allen, die sich mit dem Inhalt identifizieren können, eine Stimme zu geben und ihnen das Gefühl zu vermitteln, nicht alleine zu sein. Außerdem möchte ich ebenso Menschen erreichen, die bisher kaum oder gar keine Berührungspunkte mit dem Thema hatten. Dies ist aber auch eine Gelegenheit, euch zum Nachdenken und zur …

Die Leichtigkeit des Fremdseins

Der Wein macht sich bemerkbar und hüllt mich langsam ein in eine dumpfe, dunkle Decke. All deine Geschichten sind mir neu. Als würdest du mir ein gänzlich leeres Blatt hinhalten, ohne Raster, nicht liniert und nicht kariert, und es nach und nach füllen mit mir unbekannten Mustern. Auch ich male mein Leben für dich neu. Skizziere mich so, wie ich mich sehe, und auch ein bisschen so, wie ich mich gerne sehen würde. Wir sitzen in der Küche, in der Hand das Bild des jeweils anderen haltend, frei zur Interpretation. Ich bin im Hier und Jetzt und ganz bei dir, der Kopf ist still. Du zeigst mir Ausschnitte der Welt aus deiner Perspektive. Hast den Steppenwolf auch gelesen, aber zwischen deinen Zeilen schienen ganz andere Bedeutungen zu stehen. Warst ebenfalls in Lissabon und sahst dieselben Plätze, doch nahmst ganz andere Eindrücke mit heim. Ich frage mich, wie dein Lissabon wohl aussieht, riecht und schmeckt und was eine Stadt eigentlich ist, wenn zwei Menschen sie so unterschiedlich fühlen. Irgendwann nimmt unser Lachen Überhand, es füllt den …

Zeit mit dir braucht Zeit mit mir #heiterbiswolkig

Ich muss dahin, ich hab doch zugesagt – sagt mir mein Kopf. Aber ich will lieber im Bett liegen und lesen, sage ich.  Aber du wolltest doch aktiver sein, mehr unter Leute gehen, mehr leben! – sagt mein Kopf. Ja, aber heute will ich eben nicht mehr, sage ich. Es ist Donnerstag, und eigentlich fängt in einer Stunde die Geburtstagsfeier an, zu der ich letzte Woche schon zugesagt hatte. Da sind viele Leute. Und ich muss dazu rausgehen – mich aus meinem Zuhause, meinem geschützten Raum lösen. Eigentlich habe ich keine Lust dazu. Viele Menschen heißt viele Gespräche und die eigenen Gedanken teilen. Aber wie, wenn ich keinen Raum habe meine Gedanken zu denken? Trotzdem trödele ich herum, mache Last Minute das Geschenk fertig und suche die Bahn raus. Der innere Konflikt ist stark, aber eigentlich weiß ich schon worauf es hinausläuft, weil es oft auf das Gleiche hinausläuft – nachträglich abzusagen. Als ich zugesagt habe, hatte ich mich über die Einladung gefreut. Ich hatte Lust gehabt hinzugehen, Kontakte zu pflegen, Spaß zu haben. Aber die Woche war voll, ich …

Auf einen Tee mit Licia #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Jeden Monat fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Licia wissen, wer sie ist und wofür sie brennt. Wer bist du? Ich bin Licia, Musikerin aus Karlsruhe und 21 Jahre alt. Ich bin momentan dabei meine erste EP zu produzieren, die voraussichtlich ab Mitte März erhältlich sein wird. Mit meiner Musik will ich Menschen für einen Augenblick die Zeit stehlen und sie für den jetzigen Augenblick sensibilisieren. Ihnen zeigen, wie heilsam es sein kann, einfach mal nur zu sein. Ich glaube, dass es irgendwo meine Pflicht ist, die Gaben, die ich geschenkt bekommen habe, nicht nur für mich zu behalten, sondern sie mit anderen zu teilen, um meinen Teil Liebe in die Welt zu tragen und den Menschen neue Blickwinkel aufzuzeigen. Ich habe ein sehr unkonventionelles Leben für eine 21 Jährige. Ich lebe mit meiner 10 Jahre älteren Partnerin und ihren drei Kindern/Pflegekindern zusammen und mache viel zu gerne …

In Zeiten wie diesen #wir

In Zeiten wie diesen wird das für unmöglich Gehaltene möglich. In Zeiten wie diesen wird das Unsagbare sagbar. In Zeiten wie diesen liegen Gut und Böse nahe beieinander. Was vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre, ist heute kaum noch wegzudenken oder wegzubekommen. Das kann sowohl positive, als auch negative Konsequenzen haben. Sind diese Zeiten etwa wilde Zeiten? Um das Abstrakte etwas greifbarer zu gestalten, soll im Folgenden eine kleine Analyse dessen vorgenommen werden, was in den letzten Monaten zu beobachten war. Dabei nehmen die sozialen Netzwerke eine essentielle Rolle ein. Abzweigungen Stellen wir uns das Internet wie einen prächtigen Baum vor: Der Baum ist im Besitz mehrerer Äste, die andersartig gewachsen sind. Äste, die dick und lang sind. Äste, die schmal und kurz sind. Äste, die kahl sind, Äste die mit prächtigen grünen oder andersfarbigen Blättern versehen sind. Äste, die an Blättern verlieren und Äste kurz vorm Absterben. Der Baumstamm stellt die sozialen Netzwerke dar, die in Gebrauch vieler Menschen sind. Menschen verschiedener Couleur befinden sich unter ihnen. Sie bewegen sich in dem Stamm hin und …

Nur du #heiterbiswolkig

Nur du. Wieso brauchst du Bestätigung? Und wieso glaubst du, sie von anderen bekommen zu müssen? Wofür willst du dich bestätigt fühlen? Vielleicht dafür, dass du eine tolle Freund*in bist, oder dafür, dass du großartig kochen kannst?Dass du dich immer ein bisschen mehr anstrengst, als von dir erwartet wird, oder dass du viel über Musik weißt und dein Wissen gern teilst? Ich finde es faszinierend, dass die meisten von uns danach streben, Bestätigung von anderen zu erfahren, wo doch viel naheliegender ist, diese in uns selbst zu finden. Du selbst bist der einzige Mensch, der dich in und auswendig kennt.Der von allen versteckten Leidenschaften, nervösen Angewohnheiten, nie abgeschickten Liebesbriefen und heimlichen Gedanken weiß. Du bist der einzige Mensch, der dich in all deinen Facetten kennt und somit auch der einzige, der dich vollkommen, so wie du bist, annehmen kann. Wieso also erwartest du Bestätigung anderer, um dich gut oder ganz zu fühlen? Natürlich ist es schön, von anderen angenommen und dafür gemocht zu werden, wie man ist und was man kann. Aber das, was du …

Eine Welt voller Welten #wir

Die Welt, in der wir leben, wird nicht nur von Milliarden von Menschen bewohnt, sie ist auch eine Welt, in der sich viele weitere Welten finden lassen. Gibt es also nicht nur diese eine uns allen bekannte Welt? Meine Antwort darauf: Nein. Unsere Welt besteht aus mehreren, individuell gestalteten Welten.  Welten inmitten unserer Welt Habe auch ich meine eigene Welt? Ja, ich habe meine eigene Welt.  Ich lebe in meiner eigenen Welt. Diese Welt ist mein Zufluchtsort, mein Ruhepol, mein Eigenes. Sie ist all das, was ich brauche, um mich in dieser großen, teils unübersichtlichen, an manchen Tagen überfordernden Welt zurechtzufinden. Gehe ich in ihr verloren, so kann ich jederzeit meine eigene, meine innere Welt betreten und mich in ihr gehen lassen.  Meine Welt gibt mir die Möglichkeit, zurück zu mir selbst zu finden und mich auf mich selbst zu besinnen.   Meine Welt ist wie eine Tankstelle, die ich aufsuchen kann, um verloren gegangene oder aufgebrauchte Energie zu tanken. Meine Welt gestalte ich mir nach meinem persönlichen Geschmack, schmücke sie mit Meinungen und Haltungen, die …

Zwischen Selbstliebe und Angst

Ich bin ein unbesiegbares Ein-Frau-Team.Nein danke, ich brauche deine Hilfe nicht. Ich schaffe das schon. Allein. Seit ich denken kann, treibe ich mich selbst an, immer weiter. Groß träumen, bloß raus aus der Komfortzone, Ziele verfolgen und erreichen. Ich will mehr, nehme mir mehr, und die Belohnung ist nicht etwa die Anerkennung anderer, sondern mein eigener Stolz. Ich bin süchtig danach.Meine Erinnerungen geben mir Sicherheit; sie sind die Säulen meines Selbstwertgefühls. Meine Liebe mir selbst gegenüber war noch nie bedingungslos. Sie war immer abhängig davon, welche Kämpfe ich gekämpft und Herausforderungen ich gemeistert habe. Sie war immer gleichermaßen abhängig von den Geschichten, die ich zu erzählen habe, und den Träumen, die ich noch verwirklichen will. Ich bin ein unbesiegbares Ein-Frau-Team. Und dann bist da plötzlich du.Erst bin ich wie immer stolz. Stolz, jemanden wie dich in meinem Leben zu haben, aber noch viel stolzer, dass jemand wie du mich zurück mag.Doch plötzlich merke ich, wie du einen größeren Teil in meinem Herzen einnimmst, als der Stolz es jemals in meiner Brust getan hat.Ich merke, dass …