Alle Artikel in: Du & Ich

Mit Trauernden umgehen

Mit dem Tod kann jede Person auf einmal unerwartet konfrontiert werden. Was tun, wenn es jemanden trifft, der dir sehr nahe steht= Wie geht man am besten damit um, wenn ein*e Freund*in von einem solchen Schicksalsschlag getroffen wird? Was sagt man – was nicht? Was tut der*dem Betroffenen gut? Wie kann man in einer Situation helfen, an der man selbst nichts ändern kann?Chelsea und Imina, die beide eine sehr nahestehende Person verloren haben, unterhalten sich darüber, was sie sich gewünscht hätten und worüber sie sich bei ihren Freunden in dieser Zeit besonders gefreut haben. In Kontakt treten & in Kontakt bleiben I.: Ich habe das Gefühl, dass sich viele Leute nur dafür interessiert haben, wie es mir ging, als es gerade passiert war. Da bekam ich von ungefähr allen Leuten, die ich kenne, eine Nachricht, in der so ziemlich jede Person schrieb „Wenn irgendwas ist, wenn du irgendwas brauchst, kannst du dich immer melden“ – und dann habe ich von vielen nie wieder was gehört.C.: Das Schlimmste in so einer Situation ist es, isoliert zu …

Alle Jahre wieder – und wenn nicht?

Als ich vor ein paar Wochen durch die licht- und dekorationsüberflutete Stadt lief, vorrüber an Weihnachtsbuden, Eisbahn und durchgestylten Schaufenstern, kam mir eine Frage: Was hat Weihnachten überhaupt noch für eine Bedeutung für uns? Warum jedes Jahr aufs neue ein Zeitabschnitt, in dem eine Fassade aus dem Nichts auftaucht und für ein paar Wochen so tut, als ob? Was gibt uns diese Zeit eigentlich? Dass nicht jeder Weihnachten feiert, dürfte klar sein; egal ob aus religiösen oder anderen persönlichen Gründen. Jedoch können wir uns alle, egal ob wir Weihnachten feiern oder nicht, schlecht gegen die Flut von vorweihnachtlichen Konsumgütern, übertriebener Dekoration und Gedudel im Radio wehren. Die Weihnachtszeit ist in meinen Augen nur noch die Zeit von Konsum und Profit. Uns allen ist klar, warum Weihnachten eigentlich gefeiert wird. Aber was sich daraus entwickelt hat, ist irgendwie seltsam. Ich frage mich immer, warum es gerade die Weihnachtszeit ist, die so von der Allgemeinheit zelebriert und kommerzialisiert wird. Warum ist es beispielsweise nicht Ostern? So viele Fragen, auf die ich keine Antwort weiß. Unser schon angesprochenes …

Ich bin mir selbst genug

Vor kurzem habe ich mit einer Freundin über das „Wir selbst sein“ gesprochen – und inwiefern wir in letzter Zeit gelernt haben, wir selbst zu sein – ohne sich abhängig von einer anderen Person, ob freundschaftlich oder darüber hinaus, zu fühlen. Und wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann ist es genau das. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich die Sätze „Meine beste Freundin kennt mich besser als ich selbst“ oder „Jede Blondine braucht eine Brünette“ gehört habe. Ich weiß nur, dass sie mir dauernd eingebläut wurden – und immer, wenn ich aus der Schule kam und allein zuhause saß, bin ich fast verrückt geworden, weil ich nicht allein sein wollte. Gerade in der Mittelstufe war das besonders schlimm: Meine Freundinnen und ich konnten kaum eine Minute ohne einander verbringen, haben zusammen gekichert, uns Zettelchen geschrieben, im Unterricht nicht aufgepasst sondern getuschelt. Es gab nichts wichtigeres als unsere Freundschaft. Und immer, wenn zwei Freundinnen etwas ohne mich, unternommen haben, bin ich fast ausgerastet vor Eifersucht. Aber warum eigentlich? Aus Angst, etwas …

Richtige, echte Freunde

Seit Wochen sehe ich diesen Tag in meinem Kalender: 1. Oktober. Ein rotes Kreuz habe ich gemalt mit einem dicken Filzstift, den, den ich schon seit der Grundschule besitze, der, der eigentlich nicht mehr richtig schreibt, den ich trotzdem nie weggeschmissen habe. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, denke ich, jetzt, wo ich ausziehe, wo ich alles hinter mir lassen kann. Raus aus der Kleinstadt, rein ins – ja – wohin eigentlich. Ich ziehe um, zum Studieren. Eigentlich nicht so furchtbar weit weg, rede ich mir ein, in den Momenten, wo mir alles zu viel wird. Ich weiß ja, dass das jedes Jahr tausende von jungen Menschen machen, doch dieses Datum, das mir jeden Tag aus dem Kalender über meinem Bett entgegen springt, ist irgendwie angsteinflößend. Die größte Angst macht mir bei der ganzen Sache ja gar nicht das Studieren, nicht mal die Wohnungssuche, obwohl ich immer noch keine WG im Wirr-war des völlig überlasteten Wohnungsmarktes zu Semesterbeginn gefunden habe. Was mir die größten Sorgen bereitet, ist, ob ich Freunde finden werde. So richtige, echte …