Alle Artikel in: Du & Ich

Unausgesprochenes #Werbistduwirklich?

Ich schaff es nicht, so zu tun als wäre alles okay. Ich schaff es nicht, mich anzupassen. Ich schaff es einfach nicht, auszuhalten am falschen Platz zu sitzen. Ich kann mich nicht aushalten, ich kann die anderen nicht aushalten. Vor allem, kann ich das Schweigen nicht aushalten. Die Dinge über die wir nicht sprechen, von denen wir aber wissen, dass sie da sind. Warum können wir nicht ehrlich sein, obwohl wir das gleiche teilen. Warum können wir uns einander nicht zeigen? Ich kann es nicht aussprechen. Können wir einander überhaupt leiden? Oder ist da immer die Enttäuschung darüber, wie es sein könnte, aber nicht ist. Und doch müssen wir uns immer an einen Tisch setzen, an dem uns nur Stille und Zwang umgibt. Ich spüre jeden Blick von Verachtung und Missgunst, an dem eigentlich Liebe sein sollte. Wo sind wir falsch abgebogen? Warum hat uns die Zeit so verändert? Vielleicht, nein mit Sicherheit, hat uns das Unausgesprochen weiter voneinander entfernt.  Es fällt mir schwer, drüber zu stehen. Wenn wir uns in die Augen schauen, dann …

Reden ist eine Entscheidung #Mut(Ich)

Oft habe ich das Gefühl, über nicht genug Wissen zu verfügen, um auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen.Meine Meinung äußern zu dürfen, auch wenn ich nicht alles weiß. Dabei gibt es – egal in welcher Zeit wir uns gerade auch befinden – immer Themen und Diskussionen, über die es sich zu reden lohnt und die es notwendig machen, dass man sich traut, seine Gedanken zu teilen. Ich würde selbst von mir behaupten eine wissbegierige und lernbereite Person zu sein, die viel Neugier besitzt und sich der Masse und Vielschichtigkeit von Problemen und Themen bewusst ist. Dennoch ist mir auch bewusst, dass es unheimlich viel gibt, von dem ich nichts weiß – oder zumindest nicht ausreichend – um eine hörenswerte Meinung artikulieren zu können. Dachte ich. Denn umso mehr mir bewusst geworden ist, wie viele Themen ich nie werde tiefgründig erkunden können, sei es aus Mangel an Zeit, subjektiven Erfahrungen etc., desto mehr merke ich, wie wichtig ist es, zu reden. Sich zu trauen, auszuformulieren, was einen beschäftigt und sich zu positionieren. Natürlich gibt es Themen, …

Freunde, es geht um den Umbruch. #schlaflos

Das man sich weiterentwickelt und viele neue Erfahrungen macht ist wahrscheinlich eines der schönsten Gefühle die man haben kann und doch so selten bemerken wir es wirklich. Es geht alles doch viel zu schnell. Betrachten wir uns im Nachhinein in den Phasen des Umbruchs, dann sehen wir eine Person vor dem erlebten und eine Person nach dem erlebten.  Es ist schön zu sehen wie weit wir kommen können. Das manchmal Stagnieren uns dabei hilft uns umsehen zu können. Das wir Ziele neu ausrichten und Entscheidungen voller Elan treffen können.  Doch, was wenn wir uns so arg verändern, dass unser Umfeld kaum mithalten kann. Wodurch manche Freundschaften nicht mitziehen können. Das man sich von geliebten beim Aufmarsch in das Neue so weit entfernt, das ein Zurück nur mit dem Aufgeben von Erkenntnissen und der Zurückhaltung vom Neuen erreichbar scheint?  Wenn ich so darüber nachdenke, so wie in den Filmen ist das meistens nicht. Es gab keinen Moment in dem es klar wird was alles das Problem war. Keinen Punkt in dem man sich denkt „Jetzt bin …

Auf einen Tee mit Paula #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Alle zwei Monate fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Paula wissen, wer sie ist und wofür sie brennt. Wer bist du? Mein Name ist Paula. Ich bin vierzehn Jahre alt und komme aus Düsseldorf. Nach den Sommerferien komme ich in die zehnte Klasse. In meiner Freizeit spiele ich Feldhockey und mache leidenschaftlich gerne Musik. Außerdem spiele ich in zwei Bands. Wofür brennst du? Für Musik! Wenn ich Musik mache, ist alles andere einfach egal und ich habe Spaß. Das Gefühl, auf einer Bühne zu stehen und, wenn auch nur einer Person, irgendwie einen schöneren Tag zu bereiten oder jemanden zu berühren, ist einfach schön. Oft verbinde ich auch gewisse Lieder mitErinnerungen oder Personen. Denn mit Musik können auch die unbedeutendsten Momente irgendwie besonders und bedeutsam werden. Viel genauer kann ich dieses Gefühl, wenn ich Musik mache/höre, einfach nicht beschreiben. Hast du einen Traum? Ich möchte …

No Justice, No Peace! #wir

TW: Rassismus, Rassistische Polizeigewalt 114 Tage. Vor 114 Tagen wurden neun Menschen aus rassistischen Motiven in Hanau von einem Rechtsextremisten getötet. Mercedes, Hamza, Said Nesar, Ferhat, Vili Viorel, Gökhan, Sedat, Kaloyan und Fatih. 63 Tage. Vor 63 Tagen habe ich meine Gedanken und Gefühle zu Papier gebracht und einen Text über das Erinnern und gegen das Vergessen geschrieben. Die Namen der getöteten Menschen dürfen nicht in Vergessenheit geraten. 18 Tage. Vor 18 Tagen, am 25. Mai 2020, hat George Floyd seinen letzten Atemzug gemacht, bevor er von vier Polizisten in den USA getötet wurde. Weitere X Tage. Wie viele Tage werden vergehen bis die nächsten Menschen aus rassistischen Motiven getötet werden? Nach der Ermordung von George Floyd kam es unter anderem während der Proteste gegen Polizeigewalt zu weiteren Tötungen Schwarzer Menschen durch die Polizei. Bereits vor dem 25. Mai wurden in den USA, in Deutschland und in anderen Ländern Schwarze Menschen durch rassistische Polizeigewalt getötet. Kennt ihr ihre Namen? Kennt ihr ihre Geschichten? Oury Jalloh, 37 Jahre. Eric Garner, 43 Jahre. Michael Brown, 18 Jahre. …

„Aufgrund der aktuellen Situation“ #schlaflos

Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir uns umsehen und das Gefühl bekommen, dass alle um uns herum besser sind in dem was sie tun? Wann sind wir produktiv genug? Sollte ich noch Sport machen heute? Gesund gekocht habe ich auch noch nicht. Wir sind alle aus unserem Alltag gerissen worden. Sollte das nicht heißen, dass wir endlich ruhigen Gewissens durchatmen können? Wir sind isoliert und haben nichts mehr wirklich Greifbares. Keinerlei Kontakt zu den üblichen Aktivitäten, die wir sonst hätten. Also bleibt uns niemand wirklich zum Vergleich mehr, außer die Vorstellung von den Dingen, die wir von unserem Umfeld haben oder das, was uns über Soziale Medien vermittelt wird.  Es gibt zur jetzigen Situation keine Norm. Keine Orientierung. Wir sitzen alle in 4 Wänden, egal wo und egal ob mit oder ohne Gesellschaft, es fühlt sich nicht gleich an. Die Freiheit ist eingeschränkt. Denn umso länger das geht, umso stärker wünscht man sich das Neue.  Das einzige legitime Fenster zur Außenwelt sind doch die Bildschirme, die wir haben. Die Isolation stellt uns in eine …

Auf einen Tee mit Samuel #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Alle zwei Monate fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Samuel wissen, wer er ist und wofür er brennt. Wer bist du? Mein Name ist Samuel, ich bin 22 Jahre alt und studiere Design. Laut Meyers-Briggs bin ich ein INFP-Persönlichkeitstyp, und laut meiner Instagram-Bio außerdem ein mittelmäßig guter Langstreckenläufer, Nussmus-Connoisseur, und Oxfordkomma-Enthusiast. Das beschreibt meiner Meinung nach den Großteil meines Lebens und meiner Persönlichkeit ganz gut. Wofür brennst du? Mein erster Impuls war diese Frage einfach mit meiner Arbeit zu beantworten. Tatsächlich stimmt das so aber nicht ganz. Ich wollte vielmehr nur schon immer eine bessere Version meiner selbst sein, und projizierte diesen Ehrgeiz dann darauf. Alles was ich mache dient insofern als Ventil dafür. Wahrscheinlich romantisiere ich die Idee des »dying for your art« aber auch ein wenig zu sehr. Millenial Martyrdom eben. Hast du einen Traum? Ich wäre irgendwann gerne absolut glücklich (dazu später mehr). Wie …

Wir vergessen nicht #wir

Ich möchte dieses Mal mit einem kurzen Vorwort beginnen. Der Text, den ihr gleich lesen werdet, unterscheidet sich um Einiges von meinen zuvor veröffentlichten Texten. Er ist persönlich und es ist mir eine Herzensangelegenheit, über dieses Thema zu schreiben, denn es beschäftigt mich seit Jahren. Ich kann sagen, dass ich, solange ich denken kann, nie das Privileg hatte, mich mit diesem Thema nicht auseinandersetzen zu müssen. Es ist ein Teil meines Lebens. Ich kenne nichts anderes. Die anderen von mir verfassten Texte bedeuten mir natürlich auch sehr viel, jedoch verspüre ich beim Schreiben dieses Textes den Druck alles richtig machen zu müssen, denn ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe. Vor der Aufgabe meine Gedanken mit euch zu teilen, mich angreifbar zu machen und dabei allen, die sich mit dem Inhalt identifizieren können, eine Stimme zu geben und ihnen das Gefühl zu vermitteln, nicht alleine zu sein. Außerdem möchte ich ebenso Menschen erreichen, die bisher kaum oder gar keine Berührungspunkte mit dem Thema hatten. Dies ist aber auch eine Gelegenheit, euch zum Nachdenken und zur …

Die Leichtigkeit des Fremdseins

Der Wein macht sich bemerkbar und hüllt mich langsam ein in eine dumpfe, dunkle Decke. All deine Geschichten sind mir neu. Als würdest du mir ein gänzlich leeres Blatt hinhalten, ohne Raster, nicht liniert und nicht kariert, und es nach und nach füllen mit mir unbekannten Mustern. Auch ich male mein Leben für dich neu. Skizziere mich so, wie ich mich sehe, und auch ein bisschen so, wie ich mich gerne sehen würde. Wir sitzen in der Küche, in der Hand das Bild des jeweils anderen haltend, frei zur Interpretation. Ich bin im Hier und Jetzt und ganz bei dir, der Kopf ist still. Du zeigst mir Ausschnitte der Welt aus deiner Perspektive. Hast den Steppenwolf auch gelesen, aber zwischen deinen Zeilen schienen ganz andere Bedeutungen zu stehen. Warst ebenfalls in Lissabon und sahst dieselben Plätze, doch nahmst ganz andere Eindrücke mit heim. Ich frage mich, wie dein Lissabon wohl aussieht, riecht und schmeckt und was eine Stadt eigentlich ist, wenn zwei Menschen sie so unterschiedlich fühlen. Irgendwann nimmt unser Lachen Überhand, es füllt den …

Zeit mit dir braucht Zeit mit mir #heiterbiswolkig

Ich muss dahin, ich hab doch zugesagt – sagt mir mein Kopf. Aber ich will lieber im Bett liegen und lesen, sage ich.  Aber du wolltest doch aktiver sein, mehr unter Leute gehen, mehr leben! – sagt mein Kopf. Ja, aber heute will ich eben nicht mehr, sage ich. Es ist Donnerstag, und eigentlich fängt in einer Stunde die Geburtstagsfeier an, zu der ich letzte Woche schon zugesagt hatte. Da sind viele Leute. Und ich muss dazu rausgehen – mich aus meinem Zuhause, meinem geschützten Raum lösen. Eigentlich habe ich keine Lust dazu. Viele Menschen heißt viele Gespräche und die eigenen Gedanken teilen. Aber wie, wenn ich keinen Raum habe meine Gedanken zu denken? Trotzdem trödele ich herum, mache Last Minute das Geschenk fertig und suche die Bahn raus. Der innere Konflikt ist stark, aber eigentlich weiß ich schon worauf es hinausläuft, weil es oft auf das Gleiche hinausläuft – nachträglich abzusagen. Als ich zugesagt habe, hatte ich mich über die Einladung gefreut. Ich hatte Lust gehabt hinzugehen, Kontakte zu pflegen, Spaß zu haben. Aber die Woche war voll, ich …