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Ich bin mir selbst genug

Vor kurzem habe ich mit einer Freundin über das „Wir selbst sein“ gesprochen – und inwiefern wir in letzter Zeit gelernt haben, wir selbst zu sein – ohne sich abhängig von einer anderen Person, ob freundschaftlich oder darüber hinaus, zu fühlen. Und wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann ist es genau das. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich die Sätze „Meine beste Freundin kennt mich besser als ich selbst“ oder „Jede Blondine braucht eine Brünette“ gehört habe. Ich weiß nur, dass sie mir dauernd eingebläut wurden – und immer, wenn ich aus der Schule kam und allein zuhause saß, bin ich fast verrückt geworden, weil ich nicht allein sein wollte. Gerade in der Mittelstufe war das besonders schlimm: Meine Freundinnen und ich konnten kaum eine Minute ohne einander verbringen, haben zusammen gekichert, uns Zettelchen geschrieben, im Unterricht nicht aufgepasst sondern getuschelt. Es gab nichts wichtigeres als unsere Freundschaft. Und immer, wenn zwei Freundinnen etwas ohne mich, unternommen haben, bin ich fast ausgerastet vor Eifersucht. Aber warum eigentlich? Aus Angst, etwas …

Richtige, echte Freunde

Seit Wochen sehe ich diesen Tag in meinem Kalender: 1. Oktober. Ein rotes Kreuz habe ich gemalt mit einem dicken Filzstift, den, den ich schon seit der Grundschule besitze, der, der eigentlich nicht mehr richtig schreibt, den ich trotzdem nie weggeschmissen habe. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, denke ich, jetzt, wo ich ausziehe, wo ich alles hinter mir lassen kann. Raus aus der Kleinstadt, rein ins – ja – wohin eigentlich. Ich ziehe um, zum Studieren. Eigentlich nicht so furchtbar weit weg, rede ich mir ein, in den Momenten, wo mir alles zu viel wird. Ich weiß ja, dass das jedes Jahr tausende von jungen Menschen machen, doch dieses Datum, das mir jeden Tag aus dem Kalender über meinem Bett entgegen springt, ist irgendwie angsteinflößend. Die größte Angst macht mir bei der ganzen Sache ja gar nicht das Studieren, nicht mal die Wohnungssuche, obwohl ich immer noch keine WG im Wirr-war des völlig überlasteten Wohnungsmarktes zu Semesterbeginn gefunden habe. Was mir die größten Sorgen bereitet, ist, ob ich Freunde finden werde. So richtige, echte …