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Von der Problematik des Menschseins

1 WAS MAN HALT SO MACHT Es ist 2019 und man lebt so vor sich hin. Man hört Musik, Musik, Musik, man postet Bilder auf Instagram, man geht feiern, man kifft, man tanzt, man arbeitet für kleines Geld, man studiert so nebenbei, man zweifelt – mal heimlich, mal lauter. Man jagt der Liebe hinterher, man regt sich über andere auf, man regt sich über sich selber auf, man sieht die Klimakatastrophe, aber ändert nichts an seinem Konsumverhalten: morgen, morgen, nur nicht heute! Man übernimmt Wörter und spuckt sie in falschen Kontexten wieder aus, man nennt Frauen „Fotzen“, das kann man – Achtung Reim – nämlich so gut auf die Straße rotzen, aber wer wird schon „Pimmel“ genannt? Eigentlich ja ein witziges Wort. Man nennt sehr weibliche, gefühlvolle Dinge/Menschen/Sätze „schwul“ und sanfte Popballaden sind „Mädchenmusik“. Man will alles dafür geben, erwachsen zu sein, aber bekommt nur SPRITE im Ouzoglas und Verantwortung übernimmt man nur ungern. Und Angst hat man auch. Angst, „ich“ zu sagen, anstatt „man“. Angst sich selbst nicht mehr im Spiegel ansehen zu können …

Was ich zu sagen lerne /7

… und ich weiß es immer noch nicht. Nach außen habe ich scheinbar alles, was man sich wünschen kann – und doch beschwere ich mich. Aber genau der Zustand, nicht zu wissen, was Dich so fühlen lässt, wie Du Dich fühlst, macht es noch viel schlimmer. Ich arbeite jeden Tag hart daran, aus diesem Loch rauszukommen. Mich zu motivieren. Etwas zu machen. Zu lachen. Aber was vor allem hilft, ist, zu erzählen. Ehrlich zu anderen zu sein und zu sagen, dass es mir nicht gut geht. Denn nie habe ich mehr gelernt, als in den Gesprächen mit Leuten, die Dich ganz ehrlich fragen: “Wie geht es Dir?”. Bilder und Texte von Nora. Entstanden im Mai 2019.

Wie viel bemutterst du?

Zum gestrigen Muttertag haben wir uns damit beschäftigt, wie sehr das Mutter-sein, bemuttern oder bemuttert werden wollen eigentlich in uns steckt. Wie sieht das bei Euch aus? Stört es euch, oder macht es Euch nichts aus? Habt ihr Euch schon mal damit befasst, wo das eigentlich herkommen könnte? Luka Ich bin sehr darauf bedacht, in Harmonie mit den Menschen zu leben, die ich liebe und die mich lieben. Ich mag es überhaupt nicht, nahestehende Menschen zu verletzen und würde vieles dafür tun, dies zu vermeiden. Deshalb stelle ich meine eigenen Bedürfnisse und Erwartungen oft in den Hintergrund, verstelle mich oder erzähle nicht immer alles und das bloß, um anderen Menschen damit einen Gefallen zu tun. Natürlich ist das nicht wirklich schön, jedoch lässt es mich leichter leben, als immerzu nur an mich zu denken. In einem gewissen Grad ist das vermutlich auch normal, aber irgendwann auch nicht mehr. Und dass ich meinen Mitmenschen damit gar nicht so einen großen Gefallen tue, ist mir erst neulich aufgefallen. Was ich bloß gut meine, kann bei den anderen …

Sex: Fantasie und Realität

Unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und Vorlieben machen Sex immer wieder zu einem spannenden und vor allem ganz eigenen Erlebnis. Es ist nie gleich, aber immer irgendwie besonders und intim. Und das ist toll! Trotzdem haben wir alle dieses eine Bild von dem perfektem Liebesakt im Kopf. Kerzen, schöne Unterwäsche, elegante Bewegungen, keine Pannen.  Worüber jedoch kaum jemand spricht, ist, dass dieses Klischeebild kaum erfüllt wird. Die eigene Phantasie vom Geschlechtsverkehr sieht nunmal ganz anders aus als die Realität. Und das ist auch gar nicht schlimm. Wie langweilig wäre es denn, wenn jeder Sex immerzu gleich verlaufen würde?  Schuld an diesem Bild in unseren Köpfen unter anderem ist die Pornoindustrie. Wo vor ein paar Jahren der Fantasie keine Grenzen gesetzt worden sind, kann man sich heute unzählige kleine Filmchen im Internet anschauen, in denen es immer wieder gleich (und gleich schnell) abläuft. Heterosexueller Mann, eine Frau, die all seine Bedürfnisse befriedigt, immer alles super gut kann, lautes Stöhnen, keine Fehler, kein Schweiß, immerzu die gleichen Stellungen. Doch ein Glück gibt es da noch so viel mehr, was …

TIERINDIR GOES PRINT

Wir haben endlich den Schritt gewagt und eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um endlich die erste Printausgabe von TIERINDIR zu finanzieren! Bis zum 29. Mai 2019 könnt ihr uns unterstützen und unser großes Ziel, das wir von Anfang an hatten, ins Leben rufen! Wie läuft das Ganze? Vom 29. April bis zum 29. Mai könnt ihr hier für die Umsetzung des Printmagazins spenden. Doch nur das wäre ja zu langweilig – deshalb haben wir uns noch ein paar andere Merchandise-Artikel überlegt, die ihr auf der Seite erwerben könnt! Die Merchandise-Artikel sind streng limitiert. Das heißt – schnell sein! Es besteht aber auch die Möglichkeit, einfach einen beliebigen Beitrag – ohne Gegenleistung – zu spenden. Wie kommen die Preise zustande? Da du nicht nur den Artikel erwirbst, sondern auch für’s Gesamtprojekt spendest, wird das Merchandise eher als ‘Dankeschön’ an dich verschickt + eine Spende ist sozusagen gleich im Preis mit inbegriffen. Je mehr Leute spenden, desto besser! Egal, wieviel! Wir sind gleichzeitig Teil des UNIKAT Crowdfunding Contest. Das heißt: Wenn wir die meisten Leute erreichen, können wir noch …

§219a

Abtreibung. Wie oft andere Mädchen und Frauen daran denken weiß ich nicht, aber jedes mal wenn meine Periode ein bisschen zu spät kommt schießen mir tausende Fragen dazu in den Kopf. Was, wenn ich diesmal wirklich schwanger geworden bin und was, wenn ich mich dazu entscheide nicht Mutter zu werden? Wohin kann ich gehen und wer macht das dann? Wird es weh tun? Und darf ich das überhaupt? Ich war immer fest davon überzeugt, dass Abtreibungen in Deutschland einfach und legal seien. Aber damit lag ich falsch. Während Frauen in Frankreich und Italien beispielsweise legal abtreiben dürfen wenn sie ungewollt schwanger geworden sind, ist bei uns die Rechtslage nach wie vor kritisch. Es ist straffrei aber nicht eindeutig erlaubt, doch das schlimmste ist, dass Ärzt*innen die Abtreibungen durchführen das Leben schwer gemacht wird. Unter den Anschuldigungen der ,,Bewerbung” von Schwangerschaftsabbrüchen fanden sich etwa die beiden Ärztinnen Natascha Niklaus und Nora Szas im August 2018 vor Gericht. Und das für diesen Satz: “Schwangerschaftsabbruch, operativ oder medikamentös”, der sich ganz unten auf der Liste von ambulanten Operationen …

Wo bleibt die Menschlichkeit?

In einer Welt, in der Fortschritt so großgeschrieben wird und die so modern zu sein scheint, herrscht doch so viel Ungerechtigkeit. Eine Welt, die als emanzipiert angesehen wird, doch wo Frauenfeindlichkeit noch so präsent ist. So viele unrechte und unmenschliche Taten, die jeden Tag aufs Neue passieren, die einen an der Menschlichkeit zweifeln lassen. Auch wenn wir im 21. Jahrhundert leben, haben wir noch so viel vor uns. Warum Unterschiede zwischen Menschen machen, wenn wir doch alle gleich sind? Warum unterscheiden zwischen Mann und Frau, zwischen dunkel- und hellhäutig, zwischen heterosexuellen, bisexuellen oder homosexuellen? Wir sind alle gleich auf die Welt gekommen, dementsprechend haben wir den gleichen Wert und genauso sollten wir auch behandelt werden. Menschen, die aufgrund des Genders oder der Sexualität Unterschiede machen, sind hier eindeutig fehl am Platz. Manche Menschen in dieser Gesellschaft versuchen uns vorzugeben, wie wir denken und wie wir andere behandeln sollten. Wem welche Machtposition zuzuteilen ist und wer vermeintlich mehr zu sagen hat. Stellen sich selbst als etwas besseres dar, obwohl wir doch alle gleichwertig sind. Doch wir sind …

Was ich zu sagen lerne /5

Mit diesen Bildern und Worten will ich eine Metamorphose zeichnen. Will etwas beenden. Will etwas neu anfangen. Will das, was jetzt ist. Und dies mit in die Zukunft nehmen. Festhalten. Vor allem jedoch: all die Gefühle nie vergessen. Denn von dem, was war, kann ich viel lernen. Zum Beispiel was ich nie wieder so möchte. Oder an welchen Stellen ich mich bessern muss. Wie gut Veränderung doch ist. Wie gut es doch ist, das wir alle unterschiedlich sind. Dass wir uns mit dem einen Menschen so fühlen und mit dem anderen so. Bilder und Texte von Nora. Ein was hat auch ihre Mama gesagt. Ein was hat Taylor Swift in “King of my Heart” gesungen.

(R)ausbrechen

Wir alle haben das manchmal: Wir wollen weg. Weg, von dem Ort, an dem wir uns befinden; Weg aus einer Situation; Weg von den Menschen, die wir jeden Tag sehen; Weg von uns selbst.Und das ist auch okay so. Das ist normal. Ab und zu Reißaus zu nehmen und sich von der Normalität und dem Alltag zu entfernen – das braucht jeder mal.Voll und ganz wegzugehen – Raus, abhauen – das ist was anderes. Das Ausbrechen aus der Normalität kann ein Befreiungsschlag sein, denn manchmal scheint sich die Möglichkeit aufzutun, noch einmal ganz von vorn anfangen zu können. Vielleicht indem du den Ort verlässt, der dich zurückhält. Den Menschen Lebewohl sagst, deren Meinung du nicht mehr hören kannst. Einfach indem du gehst, weil du merkst, dass du nicht wachsen kannst, wenn du so weitermachst wie bisher. Ausbrechen – das geht allein. Oder in einer Gruppe.Du bist unzufrieden, andere auch. Ihr schließt euch zusammen. Bildet eine Gemeinschaft. Kämpft alle für die selbe Sache. Ein gemeinsamer Neustart. Manchmal ist Wasser eben dicker als Blut. Deine Gruppe – sie …

Lieblinge in 2018

Wenn ich am Ende eines Jahres auf die zwölf vergangenen Monate zurückblicke, dann stelle ich immer wieder fest: Es war ein riesiges Auf und Ab. Und so sieht diese Feststellung jeden Dezember aufs Neue aus, 2018 ist da keine Ausnahme. Wir alle haben wohl gelacht, geweint, getanzt, krank im Bett gelegen, sind gereist, blieben daheim, machten viel mit Freunden, lernten neue Menschen kennen, fielen hin, standen wieder auf, hatten Erfolge und Fehlschläge. All diese Dinge machen nicht nur dieses Jahr, sondern auch unser Leben aus. Sie machen uns mit jeder Woche mehr zu dem Menschen, der wir sind. Sie rütteln diesen Menschen auf. Sie verändern ihn. Ob dieses Jahr nun ein gutes oder weniger gutes für Euch war – Lieblinge hat jeder. Dinge, die uns begleitet und bewegt haben, Stücke, die uns vielleicht auch an 2018 denken und erinnern lassen.Wir haben Euch deswegen auf Instagram gefragt, was Eure Lieblinge des Jahres waren und haben die Podcasts, Filme, Musik, das Essen und alles andere zusammengestellt. Eine bunte Mischung aus Sachen, die uns glücklich machen! Aber (und …