Alle Artikel in: Allgemein

Kreativ auf Kommando #heiterbiswolkig

Für mich ist schon seit vielen Jahren klar, dass ich in einem künstlerischen Beruf arbeiten und meine Liebe zum Zeichnen zum Beruf machen möchte. Mein ganzes Studium arbeitet darauf hin und manchmal werde ich sogar schon dafür bezahlt. Und trotzdem stehe ich immer wieder vor dem Problem, dass es manchmal schwer ist auf Abruf zu kreativ zu arbeiten. Besonders wenn Deadlines näherrücken und die eigenen Erwartungen etwas Großartiges zu schaffen immer größer werden, scheint es unmöglich, wieder zurück in einen Flow zu kommen. Und was mache ich, wenn das passiert? Eines kann ich mit absoluter Sicherheit sagen: Zu warten dass die Inspiration kommt, hat mir noch nie geholfen. „Inspiration exists, but it has to find you working“, hat Picasso ja auch schon gesagt. Und da ist wirklich etwas dran. Außerdem merke ich, dass mir das Schaffen immer dann am schwersten fällt, wenn ich es mir schwer mache. Wenn ich überdenke wo ich nicht weiter komme, mir Stress wegen Deadlines mache und meine Erwartungen an mich zu unrealistisch sind. Und dann hilft es nur einen Schritt …

Die Macht der Pornografie mit Lea Röwer #ZwischenNeugierundBewunderung

Wahrscheinlich hat jeder von uns schonmal pornografische Inhalte konsumiert. Nicht selten auch regelmäßig. Doch was genau schauen wir uns da eigentlich wirklich an? Was hat das mit dem Menschen, unserer Gesellschaft und dem Patriarchat zu tun? Und was ist eigentlich Only Fans? Lea Röwer hat sich im Rahmen künstlerischer Praxis und einer Bachelor-Thesis intensiv mit der Pornografie auseinandergesetzt. Es entstand ein erkenntnisreiches Gespräch das kritisch reflektiert und dennoch nicht verteufeln möchte. Wenn wir über Pornografie sprechen, über was sprechen wir dann? Es gibt nicht die eine Pornografie. Es gibt tausend verschiedene Nischen. Es gibt feministische Pornografie, genauso wie es Fetisch-Pornografie gibt und professionell produzierte Pornografie. In dem Kontext interessiert mich nicht so, was die Hauptcharakteristika von Pornografie sind, das ist nur eine Facette, sondern vielmehr in wie weit sie unsere Gesellschaft prägt. Wie sie medial mit anderen Bereichen verbunden ist oder was sie abgrenzt. Wie sie unsere Realität formt und Einfluss auf unsere Fantasie nimmt. Was mit den Menschen passiert, die im Pornografie-Geschäft arbeiten. Wie sie dargestellt werden und gleichzeitig auch, wie die Konsumenten mit …

Let’s talk period #heiterbiswolkig

Disclaimer: Auch nicht-binäre Personen und Trans-Männer menstruieren und nicht alle Frauen menstruieren. In diesem Text wird jeweils ausschließlich auf cis Personen Bezug genommen. Die Periode ist das Natürlichste der Welt und trotzdem ist sie ein hochpolitisches Thema. Das, was jeden Monat wieder aus unzähligen unbefruchteten Gebärmuttern fließt, ist der Saft in dem unser aller Existenz beginnt, also lasst uns drüber reden. Über den Schmerz, die Bedürfnisse und die Ungerechtigkeiten die damit einher gehen. Let`s talk, period. Seit ich das allererste Mal meine Periode bekommen und angefangen habe zu menstruieren, habe ich Schmerzen. Starke schmerzen. Schmerzen, die so viel Energie brauchen, dass der Rest meines Körpers taub wird und ich für ein paar Stunden fast alle Lebenskraft verliere.Ich weiß nicht mehr was ich erwartet hatte bevor ich das erste Mal zu bluten begann, aber nun kenne ich es kaum anders. Es ist jeden Monat aufs neue scheiße – manchmal ist mir so schlecht, dass ich ich mitten in der Nacht aufwache und stundenlang zwischen Klo und Fenster hin und her flitze oder mich sogar übergeben muss. …

Kreativ + Sein mit Chris Woods #zwischenneugierundbewunderung

Wie ist das überhaupt so, an einer Kunsthochschule zu sein? Wo kann es dort auch mal schwierig werden? Wie definiert man sich, wenn man in vielen verschiedenen Disziplinen tätig ist? Was gibt es zur Veröffentlichung von kreativem Output gerade zu sagen? Was haben soziale Medien damit zu tun? Chris ist Dj, Front-End Developer und Fotograf. Seit einiger Zeit studieren wir gemeinsam an einer Kunsthochschule in Süddeutschland. Entstanden ist ein reflektierendes, tiefes Gespräch an das ich einige Zeit später immer noch denken muss. Wie war das eigentlich bei dir, ich glaube wir haben darüber noch nie gesprochen, wann war der Scheidepunkt an dem du entschieden hast, nicht nur in deiner Freizeit kreativ zu sein, sondern ein Kunststudium zu beginnen? Puh, der Scheidepunkt… Ich glaube, das war die Realisation als ich begriffen habe, dass die Themen über die ich mir Gedanken mache, nicht unbedingt jeder hat. Ich hatte mit fünfzehn das gute Glück, nach Kanada gehen zu dürfen. Dort habe ich Kurse wie Fotografie und digitale Medien belegt, die mir den ersten Einblick gegeben haben. Das gute …

Niemandem zur Last fallen #Mut(Ich)

Lange Zeit habe ich niemandem mehr vertraut. War mir selbst am nächsten wenn es darum ging, Entscheidungen abzuwägen oder auch Vergangenes aufzuarbeiten. Nicht, weil ich nicht gern jemanden gehabt hätte, sondern weil ich niemandem meine Lasten aufbürden wollte. Habe den Personen die Chance genommen, für mich da zu sein, die Hilfe, die ich angeboten bekommen habe, nicht angenommen und stattdessen alles mit mir selbst ausgemacht. Gelogene Wahrheiten Ich hätte gerne jemanden gehabt, der da ist, mir zeigt, dass ich nicht alleine bin. Konnte die Gesellschaft anderer aber gleichzeitig auch nicht ertragen. Hab mir über die Jahre selbst Wahrheiten antrainiert, an denen ich festgehalten habe, an die ich mehr geglaubt habe, als alle Worte der anderen je aufwiegen könnten. „Du bist eine Last“, „Du bist anderen zu viel“, „So bleibt niemand bei dir“, „Du willst die anderen nicht belasten“, „Sie verdienen es nicht, sich Sorgen zu machen“ sind nur einige Gedankengänge, an die ich festgehalten, nein, an die ich mich gekrallt habe. Weil ich es nicht ertragen konnte und wollte, dass ich jemandem etwas bedeute und …

Freunde, es geht um den Umbruch. #schlaflos

Dass man sich weiterentwickelt und viele neue Erfahrungen macht, ist wahrscheinlich eines der schönsten Gefühle, die man haben kann und doch so selten bemerken wir es wirklich. Es geht alles doch viel zu schnell. Betrachten wir uns im Nachhinein in den Phasen des Umbruchs, dann sehen wir eine Person vor dem Erlebten und eine Person nach dem Erlebten.  Es ist schön zu sehen, wie weit wir kommen können. Dass manchmal Stagnieren dabei hilft, uns umsehen zu können. Dass wir Ziele neu ausrichten und Entscheidungen voller Elan treffen können.  Doch was, wenn wir uns so arg verändern, dass unser Umfeld kaum mithalten kann – wodurch manche Freundschaften nicht mitziehen können? Dass man sich von Geliebten beim Aufmarsch in das Neue so weit entfernt, dass ein Zurück nur mit dem Aufgeben von Erkenntnissen und der Zurückhaltung vom Neuen erreichbar scheint?  Wenn ich so darüber nachdenke, so wie in den Filmen ist das meistens nicht. Es gibt keinen Moment, in dem klar wird, was das Problem ist. Keinen Punkt, an dem man sich denkt „Jetzt bin ich jemand …

ABENDBROT – EIN TIERINDIR WORKSHOP

Überraschung! Da wir Euch leider nirgendwo besuchen können, um mit Euch gemeinsam kreativ zu werden, wird unser nächster Workshop über Zoom stattfinden! Der Workshop besteht aus einem Tag (ab 14 Uhr, ca. 2h) Input, einer intensiven, kreativen Woche und einer Abschlussbesprechung. In dieser Zeit wollen wir uns gemeinsam intensiv mit dem Thema “Abendbrot” befassen. Anmelden könnt ihr Euch via verein@tierindir.de (Name, Alter, Was macht ihr gerade? Was fällt euch spontan zum Thema “Abendbrot” ein?) Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 15 begrenzt. Es gibt keinerlei Beschränkungen und ihr müsst nicht unbedingt schon kreativ tätig. Wir werden die Teilnehmer*innen per Zufall auswählen und den Workshop bei großer Nachfrage evtl. wiederholen. Wir freuen uns!Nora, Luka & Imina von TIERINDIR

Erstmal nur zuhören #Facettenreich

Wichtiger Hinweis: In diesem Artikel werden sensible Themen über mentale Gesundheit und Gewalt behandelt. Falls Du Hilfe brauchst, hier die Nummer der Telefonseelsorge: 0800 1110111. – Das Innere mit der Welt teilen. Ob auf Social Media, in Buchform oder ganz direkt vor Publikum. Wie erreicht man Leute mit seiner Kunst? Und wie gibt man Leuten eine Bühne, die sonst häufig ignoriert werden? Soraya schafft es, die Themen, die sie bewegen in Gedichten, Texten und Bildern auszudrücken. Durch ihre Kunst regt sie nicht nur online zum Nachdenken an: Vor Kurzem hat sie in Berlin ihr erstes Lese-Event für People of Color veranstaltet. Wir sprechen über Poesie, Politik und Projekte. Hallo Soraya. Wir beide haben uns durch das Lese-Event Honest Hour kennengelernt, das du ins Leben gerufen hast. Was ist der Gedanke hinter der Honest Hour? Das hat so angefangen, dass mein Freund und ich überlegt haben, dass wir unsere Texte gerne mal vor Publikum lesen würden, so Spoken-Word-mäßig. Wir wollten ein bisschen mehr in die Welt und in Kontakt mit Leuten treten. In Berlin gibt es …

Ballast #schlaflos

Verstehst du, was mit dir passiert ist? Wir alle finden uns an Scheidewegen unserer Biografie wieder. Wir sehen uns um und bemerken gar nicht, wo wir uns gerade befinden. Belebt von dem Alltäglichen. Den kurzen, ja viel zu kurzen Urlauben und jagen einem Stressfaktor nach dem anderen hinterher. Falls ihr euch jetzt denkt, dass es doch ganz schön sein kann, dass das alles zu vergessen und in den Momenten zu leben auch Vorteile hat, ja das hat es.  Doch wenn wir nicht einmal wissen, wo wir hingehen, wenn wir uns nicht mal kurz hinstellen und innehalten; wann bemerken wir dann, was wir da in unseren Händen, auf unseren Schultern oder in unseren Taschen mit uns herumtragen?  Wann entscheiden wir endlich, wann es Zeit wird, sich von etwas zu trennen? Was ist denn nur, wenn uns nichts mehr miteinander verbindet, wir uns aus Gewohnheit nicht loslassen? Wenn wir uns verlieren im Alltag, und deshalb die gesamte Kinderzimmer-Einrichtung mit uns herumtragen. Dadurch entwickeln wir uns nicht frei. Wir bleiben eingeschränkt durch uns, unsere Fehler oder unser bloßes …

Großes Mädchen #Facettenreich

Ich gehe die Straße entlang. Die Leute starren mich an. Etwas Ungläubiges liegt in ihrem Blick. Von Kopf bis Fuß mustern sie mich. Manche werden langsamer, bleiben einen kurzen Moment stehen oder drehen sich sogar um und blicken mir mit einem Gesichtsausdruck der Verwirrung hinterher. Wohin ich auch gehe, ich kann mir der Aufmerksamkeit der Leute bewusst sein. Und das nicht, weil ich einen extravaganten Kleidungsstil oder eine außergewöhnliche Frisur habe. Ich habe mich weder aufwendig geschminkt noch sonst irgendwie zurechtgemacht, als dass die Blicke der Leute gerechtfertigt wären. Also warum gucken die Leute so? Wahrscheinlich, weil ich groß bin. Größer als die meisten anderen Mädchen oder jungen Frauen in meinem Alter. Und so sehr es mich auch auf die Palme bringt, dass die Leute mich so anstarren, so überrascht bin ich manchmal selbst darüber, wie groß ich bin. Überrascht, dass ich meine Beine unter dem Tisch kaum übereinanderschlagen kann. Überrascht, dass ich im Theater oder im Kino den Leuten hinter mir die Sicht nehme. Von zu knappen Hosen mal ganz zu schweigen… Ja, manchmal …