Autor: tierindir

Tabuthema? Der weibliche Orgasmus

Der weibliche Orgasmus, auch Höhepunkt oder Klimax, ist und bleibt ein Mysterium für sich, denn Frauen fällt es oft deutlich schwerer, beim Sex zu kommen. Wieso wird darüber so wenig gesprochen? Wieso sind männlicher und weiblicher Orgasmus immer noch nicht gleichberechtigt? Wie war es früher und wie ist es jetzt? Im Mittelalter wurde davon ausgegangen, dass Frauen nur dann schwanger werden können, wenn sie einen Orgasmus erleben. Die Männer waren deshalb immer darauf aus, die Frauen zum Höhepunkt zu bringen. Tragisch war, dass Vergewaltigungen gesetzlich nicht mehr als solches gesehen wurden, wenn die Frau schwanger wurde – also vermeintlich gekommen ist. Im viktorianischen Zeitalter (19. Jahrhundert) wurden sexuelles Verlangen und vaginale Ausscheidungen als Symptome für Hysterie. Hysterie ist laut Duden ein veralteter Begriff aus der Medizin und beschreibt eine “abnorme Verhaltensweise mit vielfachen physischen und psychischen Symptomen ohne klar umschriebenes Krankheitsbildgehalten”. Weibliche Sexualität wurde folglich mit einer „Beckenmassage“ behandelt, bei der der Frau ein „Manipulator“ eingeführt wurde, der sie zum Orgasmus brachte – ähnlich wie ein Vibrator. Erst im 20. Jahrhundert, in den 1940er Jahren, …

Tabuthema? Stay safe!

Im heutigen Beitrag soll es um eine ganz bestimmte Sache gehen, mit der sich viel zu wenig beschäftigt wird und über die selbst lesbische/bisexuelle Frauen nicht unbedingt (genug) Bescheid wissen: Verhütung! Denn ja, auch wenn das HIV-Risiko niedrig ist, könnt ihr euch mit Hepatitis, Herpes (beides schon übrigens allein durch Küsse!), Tripper, Pilze und bakterielle Vaginose infizieren. Aber kein Grund zur Sorge, denn wenn ihr euch vorher genügend informiert und schützt, sind eurem Liebesleben keine Grenze gesetzt. Kleiner Disclaimer: Wir sprechen hier nur über den Sex zwischen zwei Frauen*. Natürlich gilt all das auch für die, die sich nicht als Frau definieren, aber über weibliche Geschlechtsteile verfügen. Genauso wie heterosexuellen Paare, die Oralverkehr betreiben! Das Wichtigste: Sprecht miteinander & klärt die Fronten. Seid vor allem ehrlich zueinander. Wenn sich nicht ausschließen lässt, dass eine von euch beiden eine sexuell übertragbare Krankheit hat, gilt als erstes: Lasst euch testen! Das ist nicht peinlich, sondern ganz wichtig. Beim Oralverkehr können Scheidensekrete oder Menstruationsblut den HIV-Virus enthalten & über den Speichel übertragen werden. Während der Menstruation schützt ihr euch vor …

Wenn die Eltern altern

Nora Meine Eltern sind schon über 25 Jahre verheiratet. Sie haben alles miteinander er- und durchlebt. Sind durch Dick und Dünn gegangen. Meine Eltern haben die Hälfte ihres Lebens bereits hinter sich. Sie werden nicht mehr genau so viele Jahre leben, wie sie es schon getan haben. Das erfüllt mich mit einem Gefühl, was ich gar nicht richtig beschreiben kann, aber es ist kein schönes Gefühl. Kann es überhaupt ein Leben ohne meine Eltern geben? Oder zuerst: ein Leben, in dem meine Eltern nicht mehr den Garten pflegen können? Sich Essen kochen können? Allein aufs Klo gehen können? Ich möchte nicht daran denken, dass es ihnen irgendwann nicht mehr so gut gehen könnte – vor allem gesundheitlich – wie jetzt. Ich habe sie immer für den Fels in der Brandung angesehen. Für die Menschen, die da immer im Hintergrund sein werden. Aber ich merke mehr und mehr: darauf kann ich mich nicht mehr ausruhen. Und sie – ich darf sie nicht so an mir vorbeileben lassen. Sollte mehr in sie investieren, mehr tun. Aber vor …

Tabuthema? Panikattacken

Sie rauben dir den Atem, treffen dich in unpassenden Situationen, halten die Zeit an und nehmen dich gefangen. Du hast das Gefühl, ganz allein damit zu sein, doch das bist du nicht. Heute erzählen Luka, Johanna und Imina von ihren Erfahrungen mit Panikattacken und geben Dir am Ende Tipps und Affirmationen mit auf deinen eigenen Weg. Luka Ich hatte erst einmal eine richtige Panikattacke und die ist auch noch gar nicht so lange her. Trotzdem kann ich mich nicht genau daran erinnern, wie alles ablief. Mir ging es zu dieser Zeit sehr schlecht, es war dunkel und kalt draußen, ich war allein in einer fremden Stadt. Meine Gedanken kreisten tagelang nur um ein Thema und irgendwann spitzte sich alles zu. Ich saß an meinem Schreibtisch und hatte mir gerade etwas zu Essen gemacht. Ich war allein und hatte eigentlich genügend Dinge, die erledigt werden mussten. Trotzdem saß ich einfach nur da. Wirklich etwas gegessen habe ich auch nicht. Meine Gedanken kreisten ständig nur um eine Sache und ich war innerlich sehr gestresst. Ich wollte an …

Mit Trauernden umgehen

Mit dem Tod kann jede Person auf einmal unerwartet konfrontiert werden. Was tun, wenn es jemanden trifft, der dir sehr nahe steht= Wie geht man am besten damit um, wenn ein*e Freund*in von einem solchen Schicksalsschlag getroffen wird? Was sagt man – was nicht? Was tut der*dem Betroffenen gut? Wie kann man in einer Situation helfen, an der man selbst nichts ändern kann?Chelsea und Imina, die beide eine sehr nahestehende Person verloren haben, unterhalten sich darüber, was sie sich gewünscht hätten und worüber sie sich bei ihren Freunden in dieser Zeit besonders gefreut haben. In Kontakt treten & in Kontakt bleiben I.: Ich habe das Gefühl, dass sich viele Leute nur dafür interessiert haben, wie es mir ging, als es gerade passiert war. Da bekam ich von ungefähr allen Leuten, die ich kenne, eine Nachricht, in der so ziemlich jede Person schrieb „Wenn irgendwas ist, wenn du irgendwas brauchst, kannst du dich immer melden“ – und dann habe ich von vielen nie wieder was gehört.C.: Das Schlimmste in so einer Situation ist es, isoliert zu …

Erst, wenn es weg ist

Dankbarkeit gehört zu den wichtigsten Werten und Eigenschaften, die wir in uns tragen – das stelle ich jetzt mal so in den Raum. Dankbarkeit ist Seligkeit, ist Glücklichsein, ist Zufriedenheit. Jede*r weiß: Wir haben so vieles, wofür wir dankbar sein können. Ganz einfach angefangen bei: Frieden dort, wo wir leben. Ein Dach über dem Kopf. Essen. Ein Bett. Kleidung. Wie schön es auch ist, dass unsere Liebsten gesund sind und unser Zimmer warm ist. Dass wir einen gesunden, uns tragenden Körper haben. Mit Ecken und Kanten. Doch auch wenn es eben jede*r weiß, ist sich nicht jede*r dessen bewusst. Denn – wir wollen immer mehr. Und machen bei diesem Streben kaum Halt, um wahrzunehmen, wie voll der Koffer an Schönem ist, den wir mit uns herumtragen. Bis dieser Koffer auf unserer Reise mal verloren geht. Bis all das, was wir hatten, nicht mehr das Unsere ist. Bis die Situation mal eine Andere ist. Bis die Liebsten mal nicht alle gesund sind. Und vielleicht sollten wir diesen Halt einfach mal einlegen. Dankbar sein, dass jetzt gerade …

(R)ausbrechen

Wir alle haben das manchmal: Wir wollen weg. Weg, von dem Ort, an dem wir uns befinden; Weg aus einer Situation; Weg von den Menschen, die wir jeden Tag sehen; Weg von uns selbst.Und das ist auch okay so. Das ist normal. Ab und zu Reißaus zu nehmen und sich von der Normalität und dem Alltag zu entfernen – das braucht jeder mal.Voll und ganz wegzugehen – Raus, abhauen – das ist was anderes. Das Ausbrechen aus der Normalität kann ein Befreiungsschlag sein, denn manchmal scheint sich die Möglichkeit aufzutun, noch einmal ganz von vorn anfangen zu können. Vielleicht indem du den Ort verlässt, der dich zurückhält. Den Menschen Lebewohl sagst, deren Meinung du nicht mehr hören kannst. Einfach indem du gehst, weil du merkst, dass du nicht wachsen kannst, wenn du so weitermachst wie bisher. Ausbrechen – das geht allein. Oder in einer Gruppe.Du bist unzufrieden, andere auch. Ihr schließt euch zusammen. Bildet eine Gemeinschaft. Kämpft alle für die selbe Sache. Ein gemeinsamer Neustart. Manchmal ist Wasser eben dicker als Blut. Deine Gruppe – sie …

Was war, was ist, was wird.

„Wenn die Gegenwart versucht, die Vergangenheit zu beurteilen, dann wird die Zukunft verlieren.“ Winston Churchill Was war. Dass früher alles so viel besser war, haben wir alle schon einmal gemacht. Viel zu oft trauern wir der Vergangenheit hinter her. Doch was geschehen ist, ist nun einmal geschehen und ändern kann man seine Vergangenheit sowieso nicht. Gleiches gilt auch für diejenigen, die sich vielleicht für ihre Vergangenheit schämen. Das Wichtigste ist zu verstehen, dass wir genau jetzt lebt, und eben nicht in der Vergangenheit. Die liegt nämlich schon viele Jahre, Monate, Stunden oder Sekunden zurück. Wir können jedoch aus unserer zurückliegende Zeit lernen. Dass man aus Fehlern lernt, stimmt nämlich wirklich. Wir wissen nun, was wir nicht noch einmal machen sollten, was wir vermeiden sollten. Wenn wir den gleichen Fehler wie in der Vergangenheit begehen, dann ist es schon kein Fehler mehr, sondern eine Wahl. Was ist dir lieber, weiter in den Erinnerungen stecken zu bleiben oder das Hier und Jetzt zu genießen? Man kann die Vergangenheit nicht ändern, die Gegenwart und die Zukunft jedoch schon. Wir sollten also …

Lieblinge in 2018

Wenn ich am Ende eines Jahres auf die zwölf vergangenen Monate zurückblicke, dann stelle ich immer wieder fest: Es war ein riesiges Auf und Ab. Und so sieht diese Feststellung jeden Dezember aufs Neue aus, 2018 ist da keine Ausnahme. Wir alle haben wohl gelacht, geweint, getanzt, krank im Bett gelegen, sind gereist, blieben daheim, machten viel mit Freunden, lernten neue Menschen kennen, fielen hin, standen wieder auf, hatten Erfolge und Fehlschläge. All diese Dinge machen nicht nur dieses Jahr, sondern auch unser Leben aus. Sie machen uns mit jeder Woche mehr zu dem Menschen, der wir sind. Sie rütteln diesen Menschen auf. Sie verändern ihn. Ob dieses Jahr nun ein gutes oder weniger gutes für Euch war – Lieblinge hat jeder. Dinge, die uns begleitet und bewegt haben, Stücke, die uns vielleicht auch an 2018 denken und erinnern lassen.Wir haben Euch deswegen auf Instagram gefragt, was Eure Lieblinge des Jahres waren und haben die Podcasts, Filme, Musik, das Essen und alles andere zusammengestellt. Eine bunte Mischung aus Sachen, die uns glücklich machen! Aber (und …

Best Of 2018

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir haben uns die Zeit genommen, alle Beiträge nochmal Revue passieren zu lassen & unsere liebsten Worte, Zeilen und Gedanken herauszuschreiben. Entstanden ist eine Sammlung all dessen, was TIERINDIR besonders macht. Gedanken, die wir teilen und so voneinander lernen und uns gegenseitig inspirieren. Worte, die wir am liebsten in die Welt hinausschreien wollen, weil sie so wichtig sind. Im heutigen Blogpost haben wir ein paar unserer ganz persönlichen Lieblingszitate herausgeschrieben. Danke für Euer Vertrauen, für all Eure Gedanken und lieben Worte. Ihr seid das Herz von TIERINDIR & unsere allergrößte Inspiration. Wir sind so gespannt auf 2019 und können es kaum erwarten, in ein neues Jahr zu starten. _ Analogbilder von Nora & Luka. Konzept & Gestaltung von Imina.