Autor: Nora

Verlassen werden

Heute ist Sonntag. Ein voller Tag. Auf der To-Do-Liste steht, dass ich für zwei Tests, die kommende Woche anstehen, lernen muss, mich auf einen Termin vorbereiten muss, Oma anrufen und Yoga machen will und diesen Beitrag schreiben muss. Und so steckte ich mitten in der Bewältigung der ersten Punkte, starrte in meinen Laptop, auf Stichpunkte, die ich nicht verstand und plötzlich kam mir eine Erinnerung. Fragmente meiner Vergangenheit In letzter Zeit kommen öfters mal kleine Fragmente meiner Vergangenheit zurück. Wahrscheinlich versucht mein Unterbewusstsein irgendwo dort Antworten zu finden. Und ich glaube auch, dass ich dort fündig werde. Ich war 12, als ich ins Internat kam. Ins Internat der Tanzhochschule, die ich besuchte, die eigentlich in der selben Stadt war, in der meine Familie und ich lebten. Der Grund meines Besuch war also nicht die Distanz – sondern vorübergehende Schwierigkeiten, Probleme in meiner Familie. Und als ich dann auf dieses Mitschriften-Dokument starrte, kam auf einmal der Moment zurück, als ich am Fenster stand und Mama und Papa wegfuhren. Ich war den ersten Abend allein in meinem …

Lieblinge im Juni

Was war der Juni für ein Monat für mich?Ein Monat der Erkenntnisse.Erkenntnisse über mich selbst.Über das Leben – mein Leben.Über die Menschen in meinem Leben. Hier sind ein paar Dinge, die ich geliebt habe, diesen Monat. Rebecca ist meine neue Succulentin, die ich sehr liebe. Leider habe ich selbst mit unkaputtbaren Pflanzen bis jetzt nie Glück gehabt, aber ich bin sehr gespannt, wie lange es diese in meinem Leben aushält. Wenn ein was diesen Monat wirklich, wirklich gut war, dann dass ich meistens tief und fest durchgeschlafen habe. Wenn ich Glück hatte, dann bis ich von alleine aufgewacht bin, ohne dass mich ein Wecker aus dem Schlaf gerissen hat. Taylor Swift ist ja mein Liebling. Bald bringt sie ein neues Album raus, was heißt das jetzt die Phase ist, in der sie sukzessive neue Lieder veröffentlicht. “You Need To Calm Down” ist ihre neuste Single und handelt von Menschen, die einem eigentlich nur Leid tun können, weil sie viel zu viel Negatives in sich haben. Ein Bop! Es ist irgendwie irre schön, die eigenen Worte …

Was ich zu sagen lerne /7

… und ich weiß es immer noch nicht. Nach außen habe ich scheinbar alles, was man sich wünschen kann – und doch beschwere ich mich. Aber genau der Zustand, nicht zu wissen, was Dich so fühlen lässt, wie Du Dich fühlst, macht es noch viel schlimmer. Ich arbeite jeden Tag hart daran, aus diesem Loch rauszukommen. Mich zu motivieren. Etwas zu machen. Zu lachen. Aber was vor allem hilft, ist, zu erzählen. Ehrlich zu anderen zu sein und zu sagen, dass es mir nicht gut geht. Denn nie habe ich mehr gelernt, als in den Gesprächen mit Leuten, die Dich ganz ehrlich fragen: “Wie geht es Dir?”. Bilder und Texte von Nora. Entstanden im Mai 2019.

Wie bin ich so unfassbar unglücklich geworden?

Ich kann den Hergang meiner jetzigen Gefühlslage gar nicht mal mehr richtig skizzieren. Ich weiß nicht, wann es angefangen hat, ich kann nicht absehen, ob es irgendwann aufhört. Seit einer Weile bin ich nicht mehr der glückliche Mensch, der ich noch vor einer Weile war. Und: Tiefs hatte ich schon viele im Leben. Aber noch keins war so andauernd und so auslaugend, wie dieses hier. Ich mache den Stress dafür verantwortlich. Den Stress von allen Seiten und dem Fakt, dass ich das ganze Jahr noch keinen Urlaub hatte. Immer gibt es etwas, immer mach ich etwas, nie schalte ich ab. Mich stressen Dinge, die ich liebe und Dinge, die ich nicht liebe. Und egal, wie viele To-Do’s ich abarbeite, es werden nicht weniger. Immer folgt darauf etwas. Gleichzeitig kann ich eigentlich Erfolge feiern, mit allem, was ich mache. Alles läuft richtig gut. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass Erfolg nur bis zu einem gewissen Punkt zur Glücklichkeit beisteuert. Es kommt ganz darauf an, was Du eben für diesen Erfolg, vielleicht auch für das Geld, was …

Was ich zu sagen lerne /6

Die Bilder habe ich im Februar und März aufgenommen. Die Worte waren teilweise schon vor Monaten in meine Heften oder Notizen geschrieben worden. Ich habe zuletzt eine Zeit durchgemacht, in der ich das Negative – was es immer gibt – noch negativer wahrgenommen habe. Ich habe viel hinterfragt. Viel nachgedacht. Viel neu zusammengesetzt. Festgestellt, auf wen Verlass ist – und auf wen nicht. Ich habe gemerkt: Reden ist Gold, Schweigen ist Silber. Und dass ich trotzdem immer ein stilles Wasser sein werde. Es geht immer um die Art und Weise. Um das Wie. Was für ein Mensch möchte ich sein? Und wie gehe ich als ein besserer Mensch aus der Situation heraus, als ich es vorher war? Worte und Fotos von Nora.

Eine Ode an Klokabinen

… und damit meine ich nicht die Toilette, dieses stuhlähnliche Etwas an sich. Nein, ich meine diese kleine oder auch mal größere Kabine, diesen einen Raum, in dem man mal kurz für sich sein kann. Oder auch länger. Ich hatte in meinem Leben beides: das kurze Luftholen während zwei Türen weiter gerade 2x-4y gerechnet wurde. Und das Pausenbrotkrümel auf dem Boden verteilen, während man draußen das gemeinschaftliche Lachen der anderen, der, denen man entfliehen möchte, hört. Immer war mir das Klo ein Ort zum Luft holen. Das stille Örtchen war genau dieses für mich: Ein Platz für meine Gedanken, ohne den ganzen Trubel und die Lautstärke der anderen Menschen. In der Klokabine konnte ich irgendwie … ich sein. Mal durchatmen. Mich wieder richten. Innerlich und äußerlich. Und loslassen. Weinen, schluchzen, schlafen auch. Die Fassade konnte bröckeln. Kann. An meiner Liebe für diesen Ort hat sich nichts geändert. Über die Jahre ist sie sogar gewachsen und hat noch eine ganz andere Wichtigkeit angenommen: Klokabinen sind auch ein Ort für Austausch – je nachdem, wo du bist. …

Wie ein Schlag

Ich habe diese Woche gemerkt, wie schnell alles auf einmal anders sein kann. Und ich habe Glück gehabt. Bin mit einem Schock weggekommen. Der hat mir aber – mal wieder – gezeigt: das Leben ist fragil, die Menschen in deinem Leben sind fragil und vor allem ist deren Gesundheit kein garantiertes Programm. Gesundheit ist vergänglich. Gesundheit ist einen Tag da und kann den nächsten Tag weg sein. Wir lernen, mit „Ungesundheit“ zu leben. Wir lernen aber auch, mit Gesundheit zu leben. Beide Stadien zu akzeptieren, hinzunehmen. Sollten wir nicht. Gemerkt habe ich: da sollte es keine Stagnation geben. Keinen Halt. Es geht immer noch besser. Es geht immer sicherer. Es geht nie perfekt. Aber immer geht was. Also auch wenn es nervig ist: ich möchte lieber ein Mal zu viel meinen Liebsten Druck machen, die eine odere andere Lebensweise zu überdenken. Schlimmer wäre, sich irgendwann eingestehen zu müssen, man hätte nicht genug getan. Das ist der eine Punkt. Der andere? Dass sämliche Seligkeit mit einem Mal weggefegt werden kann, wenn die Gesundheit eben nicht mehr …

Januar Lieblinge

Dass es im Januar viel gab, was mich glücklich gemacht hat, sieht man schon allein daran, dass ich hier noch einmal von einer Hand voll anderen Favoriten berichten kann, als auf meinem YouTube-Kanal. Ich mag den Winter. Ich mag auch die kalten Monate. Denn wenn man sich warm anzieht – und es sich auch im Herzen warm hält – dann sind sie gar nicht mal so kahl und trüb. Und so fiel es mir auch nicht schwer, mich an all den kleinen Dingen und Situationen zu erfreuen. Der Winter ist die Zeit der Zitrus-Früchte. Herrlich! Orangen gehören zu meiner liebsten Sorte von Obst! Perfekt finde ich sie, wenn sie die richtige Mischung aus saftig und süß sind – mit einem Schuss Säure! Eine kleine Spontan-Errungenschaft von mir war ein Paar Ohrringe. Sie sind mal was anderes und peppen meine meist simplen Outfits auf. Besonders gut kommen sie bei kürzeren Haaren zur Geltung. Haarschnitt? Check! Und nicht nur die Ohrringe sind neu. Am selben Tag konnte ich im Sale bei einem fairen Modegeschäft diese wunderschöne PeopleTree …

Was ich zu sagen lerne /5

Mit diesen Bildern und Worten will ich eine Metamorphose zeichnen. Will etwas beenden. Will etwas neu anfangen. Will das, was jetzt ist. Und dies mit in die Zukunft nehmen. Festhalten. Vor allem jedoch: all die Gefühle nie vergessen. Denn von dem, was war, kann ich viel lernen. Zum Beispiel was ich nie wieder so möchte. Oder an welchen Stellen ich mich bessern muss. Wie gut Veränderung doch ist. Wie gut es doch ist, das wir alle unterschiedlich sind. Dass wir uns mit dem einen Menschen so fühlen und mit dem anderen so. Bilder und Texte von Nora. Ein was hat auch ihre Mama gesagt. Ein was hat Taylor Swift in “King of my Heart” gesungen.