Autor: Luka

Fremde Stadt, unbekannte Gesichter

Bald ist Oktober. Ich mag den Oktober nicht mehr so besonders. Früher war er mein Lieblingsmonat. Herbstanfang, bunte Blätter, kühle Luft. Jetzt bedeutet der Oktober für mich schon das zweite Jahr in Folge eine fremde Stadt, viele unbekannte Gesichter und raus aus dem gewohnten Umfeld.  Ich habe Angst vor dem Ungewohnten und vor dem Neuen. Angst davor, allein zu sein. Was wird mich erwarten? Ich habe so viele Fragen in meinem Kopf, die ich immerzu überdenke. Alles habe ich schon tausendmal durchgespielt. Aber diese blöden Gedanken über alles und jeden hören einfach nicht auf.   Ich weiß doch eigentlich, dass ich ganz bestimmt nicht die Einzige sein werde, die am ersten Tag in der Uni aufgeregt sein wird, das weiß ich echt. Und ich weiß auch, dass ich mir eigentlich viel zu viele Gedanken mache und dass alles halb so schlimm sein wird. Ich weiß, dass wir alle in der gleichen Situation sein werden, keiner kennt irgendwen, alles neu, alles fremd, für jeden von uns. Alle sind auch irgendwie auf ihre Art und Weise unsicher. …

Bitte wirf deine Kippe nicht auf den Boden – LG die Umwelt

Dass Rauchen schädlich für unsere Gesundheit ist, ist uns allen wohl bekannt. Trotzdem sind wir jung und dumm und es gibt diese Momente im Leben, an denen uns das einfach scheißegal ist. Sei es auf der Party, auf der du gefragt wirst, ob du dir auch eine Kippe drehen willst und du einfach nicht Nein sagen kannst. Oder weil du an einer Kunsthochschule studierst. Oder weil du in Berlin lebst.  Du musst für dich selbst entscheiden, ob du rauchen möchtest, oder nicht. Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Wenn du dich jedoch dazu entscheidest, dass dir die gesundheitlichen Auswirkungen total egal sind und du nicht widerstehen zu kannst, dir beim nächsten Kiosk dein neues Drehzeug zu kaufen, dann sei bitte so lieb und achte trotzdem weiterhin auf die Umwelt.  Die kann nämlich nicht für sich selbst entscheiden und würde vermutlich alles dafür tun, nicht weiterhin so zu verdrecken. Und wenn sie das könnte, würde sie dich anflehen und darum bitten, nicht weiter deine Kippenstummel unbeachtet auf die Erde zu schmeißen.  Nach dem Anzünden, mit dem …

Wir wählten die Gemeinsamkeit

Liebe Luka, am Morgen, ohne Luft zu holen, habe ich diese Worte für dich aufgeschrieben und dir in diesem Brief zugesandt. Ohne Zusätze, ohne Abstriche, ohne Korrektur. Hallo, ich bin Karin, eine ältere Frau. Wenn ihr mögt, lest ein paar Zeilen von mir über mein Leben. Genau gesagt, bin ich 80 Jahre alt. Vor ein paar Wochen feierten mein Mann und ich die Diamantene Hochzeit – so bezeichnet man den 60. Hochzeitstag. Gleich zu Beginn unseres gemeinsamen Lebens wurden unsere Kinder geboren, und von ersten Zähnen, über ihre Rebellionen gegen uns in der Pubertät, von ihrem Liebeskummer und bis zu ihrer Heirat hatten wir eine lebendige Zeit. Mein Mann und ich waren nicht immer einer Meinung, sie unterschied sich sogar ziemlich oft von einander – er war streng, ich eher nachgiebig. Doch uns einte unsere gemeinsame Aufgabe, die wir sehr verantwortungsbewusst wahrnahmen – den Kindern ein Zuhause und damit Halt zu geben. Das gab auch uns Halt. Und doch gab es Zeiten großer Entfremdungen. Als die Söhne erwachsen waren, stand die Frage im Raum, wie …

Die Lücke im Lebenslauf

Ich hatte immer dieses eine Bild in meinem Kopf. Diese Vorstellung davon, wie mein Leben einmal sein wird. Schulabschluss, Studium, Beruf. Eine perfekte Laufbahn, keine Lücke im Lebenslauf. Doch dass das Ganze auch anders laufen kann, hatte ich nicht erwarten. Als sich meine Schulzeit dem Ende zu geneigt hat, gab es kaum einen Tag, an dem nicht darüber gesprochen wurde, was man denn nach der Schule so vor hat. Wir haben uns ewig über das Studienangebot an der Universität in unserer Stadt unterhalten, gingen auf Messen voll mit Ständen unbezahlbarer Privatschulen und wurden über mögliche Ausbildungen informiert. Ab und zu wurde auch mal eine Organisation erwähnt, mit der man ins Ausland gehen konnte, um dort armen Kindern zu helfen. “Kommt gut im Lebenslauf.” Alles klar. Alles wird bis ins kleinste Detail geplant und es sollen möglichst keine Lücken entstehen. Wenn man sich erstmal eine Auszeit nehmen möchte oder noch gar keine Vorstellung davon hat, wie man den Rest seines Lebens verbringen will, wird man schräg angeguckt. Und so brannte sich dieses perfekte Bild von der …

Irgendwie dazwischen

Irgendwie ist genau jetzt diese Zeit dazwischen. Das Weihnachtsfest ist gerade vorbei und wir warten sehnsüchtig auf das neue Jahr. Die Zeit zwischen den Jahren, wenn das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht da ist. Manchmal hat man so eine Zeit nicht nur zwischen Weihnachten und Silvester, sondern auch in anderen Lebensphasen. Es ist ein Gefühl, das keiner gerne hat. Irgendwie dazwischen. Irgendetwas in unserem Leben stimmt nicht mehr. Da ist diese innere Leere und das Gefühl, dass unser Leben unrund läuft. Vielleicht meinen wir, es hinge mit dem schlechten Wetter zusammen, mit dem/der Freund/in, mit dem/der man erst neulich einen Streit hatte oder mit uns, die vermeintlich nie zufrieden sein können. Vielleicht wissen wir aber auch ganz genau woran es liegt. Vielleicht steht man unmittelbar vor dem Schulabschluss und weiß nicht so recht, wie es weiter gehen soll. Oder man hat das Studium abgebrochen, sich gerade von dem Freund oder der Freundin getrennt oder vielleicht hat sogar ein lieber Mensch ganz unser Leben verlassen. Es ist diese Schwellenzeit. Zwischenzeit. Jene Zeit, …

Winterblues

Heute ging die Sonne um 15:56 unter. Die Tage werden kürzer. Es ist dunkel und kalt. Egal ob Schule, Uni oder Arbeit – wir kommen im Dunklen und wir gehen im Dunklen. Und, wir fühlen uns alle antriebslos, unmotiviert und perspektivlos. Winterblues eben.  Aber oft ist es eben nicht nur ein Winterblues, sondern eine Winterdepression, oder auch eine saisonal-affektive Störung, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagesrhythmus angenommen, sodass man seinen Winterblues nicht einfach so hinnehmen, sondern aktiv etwas dagegen tun sollte. Das beste Mittel gegen Depression ist Aktion und gegen Ängstlichkeit ist es die Perspektive.  Bewegung ist das Wichtigste, was dein Körper jetzt braucht. Es muss nicht unbedingt Sport sein, sondern auch schon die Veränderung deiner Körperhaltung bringt dir sehr viel. Veränderst du die Art, wie du deinen Körper hälst, veränderst du die Biochemie in deinem Körper und somit deine Gedanken und Gefühle. Du setzt Glückshormone frei und löst stagnierte Energien. Man öffnet seinen Körper und macht sich frei für neue Perspektiven und Gedanken.  Motion creates Emotion …

Dein Leben ist Jetzt

Rückblickend schiebe ich immer alles auf. Alles, was mich selbst betrifft zumindest. Ja, ich halte mich an Fristen, mache immer alles pünktlich und rechtzeitig. Ich mache die Dinge, die eben jeder Mensch so machen muss. Aber das meine ich gar nicht. Ich meine dieses Bild von sich selbst, das Ideal, diese Wunschvorstellung vom Leben, die jeder irgendwie hat. Ich will so vieles sein.  Aber ich bin es nicht. Da sind so viele Wünsche, Träume, Ziele, aber ich arbeite nicht an ihnen und setze sie nicht um. Ich renne immer allen anderen hinterher und mache es ihnen recht, aber niemals mir selbst. Ich habe ständig das Gefühl, nur der bloße Zuschauer meines eigenen Lebens zu sein. Und dabei bin ich doch der Hauptdarsteller. Als ich noch zur Schule gegangen bin, habe ich immer gesagt, dass nach dem Abitur mein richtiges Leben anfängt. Nach dem Abitur dann habe ich gesagt, dass mit dem Beginn meines Studiums mein richtiges Leben anfängt. Und jetzt, jetzt habe ich den Beginn meines Studiums um eine weiteres Jahr nach hinten verschoben und sage mir …

Ungewollte Traurigkeit

Manchmal ist sie eben plötzlich da, diese ungewollte Traurigkeit. Sie kommt aus dem Nichts, einfach so. Manchmal hat sie ihre Gründe, manchmal nicht. Der Kopf ist dann gefüllt mit schlechten und negativen Gedanken, böse Stimmen überall, vor allem jetzt, wenn die dunkle Jahreszeit wieder beginnt. Es soll heute aber nicht darum gehen, warum wir traurig sind oder welche Ursachen die Phasen haben. Heute soll es darum gehen, was du in diesen akuten Phasen der Traurigkeit machen kannst, um dir selbst zu helfen. Symptome beruhigen und ablenken, sozusagen. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass es am wichtigsten und vor allem auch am hilfreichsten ist, die Ursache deiner Traurigkeit zu finden und gegebenenfalls auch behandeln zu lassen.       Musik zu hören kann wahre Wunder bewirken. Vielleicht keine traurige Musik, keine, die dich an schlechte Zeiten erinnert. Mir fällt es manchmal sogar schwer, Musik zu hören, die mich an schöne, schon längst vergangene Zeiten erinnert, weil ich dann oft sehr melancholisch werde. Vielleicht hörst du einfach eine TIERINDIR-Playlist, oder so. Irgendetwas Schönes und Neutrales. …

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Lieblinge im September

Der September war großartig. Und toll und aufregend und neu und auch ein kleines bisschen komisch und wehmütig. Denn der September war der letzte Monat in meiner alten Heimatstadt. Meine Koffer sind gepackt, ich verlasse das Meer, ziehe nach Leipzig und ganz bald schon werde ich endlich Photographie studieren. Mit dem Herbst kommen also viele Veränderungen für mich – ich bin gespannt und voller Vorfreude. Gefühlt die Hälfte des Monats saß ich im Auto, Zug oder FlixBus. Ich war andauernd unterwegs und habe endlich wieder angefangen, mehr zu lesen. Ganz oben auf der Favoritenliste steht deshalb das Buch “Der Ursprung der Welt” von Liv Strömquist. Auf wahnsinnig liebevolle, scharfsinnige und humorvolle Art zeichnet die schwedische Autorin die Geschichte der Vulva von der Bibel bis zur aktuellen Tamponwerbung. Der Herbst. Ich liebe den Herbst, meine absolute Lieblingsjahreszeit. Endlich wieder dicke Pullover,  Unmengen an Tee, Sonntage im Bett und lange Spaziergänge. Perfekt, um eine neue Stadt zu erkunden! Und jetzt nochmal für alle: ich bin wahnsinnig verliebt in meine kleine feine Leica Kamera. Sie ist immer dabei und …