Autor: Jacqueline

Nur ich #Mut(Ich)

Egal, wie ausgeprägt meine Liebe für Cafés auch ist, alleine hinzugehen bedeutet noch immer eine Herausforderung für mich. Verliere mich zu viel in den Gedanken, was die anderen denken könnten, wenn ich alleine dort sitze. Frage mich, wieso es niemanden gibt, mit der/dem ich diesen Moment teile. Fühle mich, als würde ich die Einsamkeit ausstrahlen, die in mir gefangen und so schwer zu ertragen ist. Zwar habe ich mir über die letzten Jahre immer wieder selbst die Aufgabe gestellt, mich alleine irgendwo hinzusetzen, wo ich sonst nur in Gesellschaft war. Habe versucht, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es egal ist, ob ich allein wirke, verloren in den Massen von Paaren und Gruppen von Freunden, oder eben nicht. Zu lernen, nur mit mir zu sein. Zuhause habe ich meist kein Problem alleine zu sein, bin eher ein introvertierter Mensch, der seine Kraft aus dem Alleinsein zieht, keine Entscheidungen teilen zu müssen oder mir Gedanken zu machen, ob es den Menschen um mich herum gut geht. Und trotzdem fällt es mir nicht leicht, mich außerhalb …

Das Ende des Schweigens #Mut(Ich)

Ich habe es versucht.Wollte im Guten auseinander gehen, mich ausreden, statt bloß rauszureden, sagen, wieso es mir geht wie es mir geht. Euch all die Dinge erzählen, die ihr verpasst habt, als wir nicht miteinander geredet haben. Wollte zurück, aber für euch ging es weiter. Ohne mich. Mittlerweile sind Jahre vergangen, seit ich mich mit zwei meiner besten Freunde auseinander gelebt habe. Es ist etwas vorgefallen, worüber wir nicht gesprochen haben, erst nicht sprechen konnten, weil keiner wusste wie. Und die Worte, ebenso wie der Mut, fehlten, um zu sagen, was los ist, ohne den anderen zu verletzen. Doch habe ich nicht nur euch verloren, sondern auch einen Teil von mir. Weil ich schon immer jemand war, der sich zu leicht von anderen abhängig gemacht hat. Sich nur erlaubt hat glücklich zu sein, wenn alle anderen es auch waren. Und ich nur vollkommen ich sein konnte, wenn ich bei euch war. Von einem auf den anderen Tag sind wir nicht mehr aufeinander zugelaufen, sondern aneinander vorbei. Ohne das Lächeln, das sich sonst geformt hat, sobald wir uns gesehen …

Wie ich lerne, loszulassen #Mut(Ich)

Mut und Ich. Mal passen diese Worte mehr zusammen, mal überhaupt nicht.Als ich angefangen habe mir Gedanken darüber zu machen, womit ich diese Kolumne beginnen möchte, habe ich eine Entscheidung getroffen: Vollkommen ehrlich zu sein.Mit euch und mit mir. Dort zu beginnen, wo ich sonst allzu gerne überspringe, mich verstecke hinter einer Wahrheit, die ich mir selbst geschaffen und mich davon überzeugt habe, dass diese der Realität entspricht. Schon seit einigen Jahren leide ich an psychischen Erkrankungen, unter anderem an Depressionen. Habe immer gehofft und versucht, mein Umfeld glücklich zu machen, und mich dabei vergessen.Über die Jahre habe ich viel Hilfe angeboten bekommen, die ich mir nicht anzunehmen erlaubt habe. Weil ich es mir selbst nicht wert war. Und ich Angst hatte, alles zu verlieren, was mir Sicherheit gebracht hat. Was mich letztlich ausgemacht und den Menschen geformt hat, der ich heute bin. Loslassen tut weh. Zu jedem Zeitpunkt schien mir das Risiko der Veränderung zu hoch. Über die Jahre wurde mir Hilfe aufgezwungen. Ich bin von Klinik zu Klinik gereist, weil meine Eltern sich …