Autor: Imina

Licht sehen

Wo fängt man an, zu erzählen, wenn sich in den letzten Monaten das gesamte Leben um 180 Grad gewendet hat? Wie findet man die richtigen Worte, wenn es keine gibt? Von welchem Standpunkt aus erzählt man, wenn einem ständig der Boden unter den Füßen weggerissen wird? “Um das hier zu versteh’n Braucht es Hirne und Herzen Von nie da gewesener Größe” Dies wird kein Blogpost, in dem ich erzähle, wie verdammt gut es mir geht und wie super ich klarkomme. Es geht um die Realität. Das Ende des Lebens.  Den Tod. Und darum, wie ich damit umgehe. Meiner Meinung nach sollten sich nicht nur die Menschen damit auseinandersetzen, die es gerade selbst erleben, sondern jede Person, egal in welcher Lebenslage. Denn so blöd es auch klingt: Der Tod kann immer und hinter jeder Abbiegung warten, dich abholen, betreffen und mitnehmen, auch wenn du es am wenigsten erwartest. That’s reality, Freunde. Nach den ersten, ganz dunklen Wochen, in denen ich eigentlich gar nichts Richtiges mit mir anzufangen wusste, außer irgendwie zu funktionieren und über die ich …

Oktober Lieblinge

Der Oktober war für mich ein Monat voller Reisen, Nachdenken über meine Arbeit und das, was ich erreichen möchte, viele Gefühle, viel Aus-der-Komfortzone-gehen, neue Leute kennenlernen und mich auf ganz neue Situationen einlassen. Ich bin gewachsen, habe aber auch viel geweint und mich an schöne Zeiten erinnert. Diese Dinge haben mich begleitet.                 Die Pastell-Marker von Stabilo begleiten mich seit Anfang Oktober. Die Farben sind etwas ganz anderes als herkömmliche Neon-Marker. Außerdem lassen sich Skizzen und Notizen, die ich mit den Pastell-Markern erstellt habe, gut einscannen, da herkömmliche Scanner ja leider keine Neon-Farben scannen können. Ich war mit ihnen ganz viel kreativ unterwegs diesen Monat, da ich das Gefühl habe, dass neue Stifte immer motivieren, kreativ zu sein und sich neu auszuprobieren.         Die Mama meiner Mitbewohnerin hat eine Lampe aussortiert, die jetzt unseren Flur ziert. Sie gibt mir die ultimativen 70s-Vibes und taucht den Raum in ein warmes Rot.       Meine JBL-Box. Ich liebe sie jeden Monat. Sie besitzt einen Akku, der …

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1670 kcal

  1670 Kalorien. Soviel soll ich, laut einer App, die ich vor Jahren mal installiert habe, am Tag zu mir nehmen, nachdem ich Gewicht, Größe und Geburtsdatum eingegeben habe. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie peinlich es mir war, diese ZAHL dort mit 16 hinzuschreiben und mich auf einmal dazu verpflichtet zu fühlen, dieser neuen ZAHL nun mein Leben zu verschreiben und sie über alles aufzuklären, was ich so aß. 1670 Kilokalorien, 6987280 Kilojoule, beträgt mein Grundumsatz. Das ist die Energie, die mein Körper braucht, um zu funktionieren. Und das im absoluten Ruhezustand. Das heißt: Ich brauche diese Energie, damit mein Herz schlägt, damit meine Organe funktionieren. Damit ich leben kann und mein Körper gesund bleibt. Hier ist nicht mit einberechnet, wenn ich jeden morgen 7 km Fahrrad zur Uni fahre. Oder nachmittags eine Stunde Sport mache. Oder ob ich im Bett liegen bleibe und mich nur zweimal heraus bequeme.   Die App berechnet außerdem nicht, was für Kalorien ich zu mir nehme. Sie entscheidet nicht zwischen einem Duplo oder einer Banane – kalorientechnisch …

Was ist Dir deine Zeit wert?

Gestern morgen bin ich um 7.30 von selbst aufgewacht. Mein Fenster hatte ich die Nacht über offen gelassen, weshalb die Morgensonne vom gegenüberliegenden Haus reflektierte und mein Zimmer in ein rötliches Licht tauchte. Kurz überlegte ich, mich wieder umzudrehen und einfach weiterzuschlafen. Aber das schöne Licht ging mir nicht mehr aus dem Kopf, weshalb ich mir Jeans und Pulli anzog, mein Handy ganz bewusst liegen ließ und nur mein Notizbuch und eine Wasserflasche einsteckte. Aus dieser spontanen Aktion wurde ein einstündiger Spaziergang, bei dem ich das Verschwinden des Morgennebels beobachten, die kühle Luft einatmen und viel nachdenken konnte. Aber das beste daran war: Ich war allein mit meinen Gedanken. Hörte nur meine Schritte. Und mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie selten das vorkommt. Ich dachte daran, dass ich früher abends eine Stunde lang fernsehen durfte. Den Rest des Tages habe ich mich mit mir selbst beschäftigt, gemalt, gezeichnet, gelesen. Als ich dann ein bisschen älter war, durfte ich dann auch mal zwei Stunden am Tag Sims spielen. Aber wie schnell sind zwei Stunden um, …

Eure größten Träume

Vor ein paar Tagen haben wir, im Bezug auf den “Zu groß träumen”-Blogpost, auf Instagram nach Euren größten, heimlichsten und sehnlichsten Träumen gefragt. Richtig rumspinnen durftet ihr. Da kam eine ganze Menge zusammen – Und dabei herausgekommen sind diese Bilder, die als Inspiration, Ansporn oder Motivation dienen können. _ Mit Photos von Luka und Bearbeitung & Grafik von Imina. Worte von Euch.

“zu groß” träumen

Für unser Interview mit Edition F wurde mir die Frage gestellt, ob man überhaupt zu groß träumen könne. In meiner Beschreibung auf der Über Uns Seite steht nämlich, dass ich meist zu groß träume. Diese große Frage ganz knapp zu beantworten ist mir unglaublich schwer gefallen. Denn zuerst finde ich ganz schnell die Antwort: Nein! Niemals! Doch beim weiteren Nachdenken wird mir klar, dass auch diese Frage genauso gut bejaht werden kann. Einmal einen Fallschirmsprung machen, mit der zukünftigen Familie in einem Haus am Meer leben, endlos glücklich sein oder Schauspieler*in werden –  das können alles Dinge sein, die ganz oben auf unserer (heimlichen) Wunschliste stehen. Träume, die wir anstreben, Träume, die unseren sehnlichsten Wunsch verkörpern, Träume, die aufzeigen, was uns wirklich im Leben wichtig ist. Sie können eine riesige Motivation sein, sich in der Schule anzustrengen und den Berufsweg einzuschlagen, der dich deinem Traum näher bringt. Oder das Geld anzusparen, dass es für die Erfüllung des Traums braucht. Oder die Geduld zu haben, die Dinge auf sich zukommen zu lassen. Ein Traum fühlt sich …

Eine Ode an den Sommer

Eine kleine Liebeserklärung an die wahrscheinlich schönste Zeit des Jahres. Ich habe euch auch ein kleines Sommer Mixtape auf Spotify zusammengestellt, mit dem es sich super in der Sonne liegen, zum See radeln oder den Sonnenuntergang anschauen lässt! Den Link findet ihr in der Sidebar. Genießt die Zeit!   _ Bilder, Illustrationen & Bearbeitung von Imina.

Braucht Sexualität ein Label?

Warum gibt es uns eigentlich so eine Sicherheit, wenn wir uns selbst ein Label verpassen können? Warum fühle ich mich besser, wenn ich zu Leuten sagen kann, dass ich beispielsweise “lesbisch” bin? Weil dann weitere Fragen wegfallen? Weil es menschlich ist, diese gewisse Sicherheit zu haben, bei einer Person punkten zu können oder nicht? Warum habe ich das Gefühl, das eine für mich ausschließen zu müssen, nur damit ich mich mich dem Anderen zuordnen kann? Einen Großteil meines Lebens verbrachte ich mit einem Spagat zwischen hetero, lesbisch oder bisexuell. Ich wollte immer eines sein und die anderen ausschließen. Wollte mich in eine Sparte einordnen können. Habe nächtelang krampfhaft überlegt, welche Bezeichnung denn nun für mich passt. Ich habe eine Freundin gefragt, die sich bestens mit diesen Fragen auskennt und sich ausgiebig damit beschäftigt hat. Lange Zeit hat sie lesbisch gelebt & geliebt, bis sie sich in einen Mann verliebt hat: Und sich dadurch mit allerhand neuen Herausforderungen konfrontiert sah. – Hast du schon früh gemerkt, dass du auch auf Frauen stehst? Tamina: Ja. Bereits in …

Das, was ich nicht sagen kann /3

Anlässlich der anstehenden TINCON und unserem “Das, was ich nicht sagen kann”-Workshop bekommt ihr heute einenn weiteren Einlick in mein Notiz- und Skizzenbuch, Gedanken und Kritzeleien der letzten Monate. Teil eins ist hier zu finden, Teil 2 hier.                       _ Bilder, Illustrationen und Text von Imina.