Autor: Imina

Untergänge in Gold

Teil I Gehen immer unweigerlich zwei Menschen an etwas zugrunde? Kann ich auch allein an uns zugrunde gehen?Wo kann ich dich lassen, wenn du doch immer wieder zu mir zurückkehrst?Liebe ich es nicht insgeheim, von dir heimgesucht zu werden? Teil II Teil III Du lässt mir keine Ruhe. Du steckst in jedem Glas Weißwein. Und immer, wenn ich dich sehe, beschleicht mich der Gedanke, dass ich niemals so richtig glücklich sein kann wenn ich nicht weiß, wie es sich anfühlt, wenn du nachts neben mir liegst. Manchmal wäre ich gern wie sie alleWeil sie es leicht habenWeil sie nicht suchen und trotzdem findenund dann hinnehmenund dabei bleiben. Teil IV Die Sonnencreme brennt in meinem Auge. Du zählst die Himbeeren in deinem Obsttörtchen und ich zähle die Kalorien in deinem Obsttörtchenweil ich nicht über das Wesentliche nachdenken will. _ Eigentlich ein Teil meiner “Das, was ich nicht sagen kann”-Reihe. Nur habe ich mehr Worte als Bilder gefunden.Teil 1, Teil 2, Teil 3,Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11 Beitrag von Imina.

Eine Entschuldigung an mich selbst

Das Semester ist vorbei. Endlich. Wie immer war alles stressiger als geplant, wie immer habe ich mehr gemacht, als ursprünglich geplant und wie immer habe ich bestimmte Sachen bis nach ganz hinten aufgeschoben. Ich habe außerdem drei Jobs gehabt und versucht, alles so cool wie möglich zu auf die Reihe zu kriegen und nebenbei noch kreativ zu sein. Die Realität: Ich habe seit Wochen weder in mein Notizbuch geschrieben noch eine Collage gemacht. Gelesen habe ich mühselig 30 Seiten in einem Buch, auf das ich mich lange gefreut habe. Ich vergesse Termine, komme ständig zu spät, hänge hinterher, und fange mit diesen Blogpost ungefähr eine Stunde, bevor er online gehen soll, an. Ich mache alles nur noch halbherzig und will, dass die Ergebnisse trotzdem hundertprozentig sind. Ich muss etwas ändern.  Ich dachte, dass mich die Quarantäne-Phase entschleunigt hätte. Ich habe ausgemistet, Podcasts gehört, war viel spazieren und habe jeden Abend ein neues Rezept ausprobiert. Ein paar Wochen lief das auch super, bis sich irgendwann das kleine böse Teufelchen wieder auf meine Schulter gesetzt und gesagt hat: …

Warum Pride (auch in 2020) wichtig ist.

Wenn um mich herum regenbogenfarbenes Konfetti geworfen wird, mein Gesicht mit Glitzer vollgeschmiert ist, die Juni-Sonne gnadenlos auf mich prallt und an jedem Wagen ein anderer Song einer Pop-Queen läuft, ist „Pride“-Parade angesagt. Diese stellt jedes Jahr den Höhepunkt des Pride-Monats Juni dar, welcher an die Stonewall-Aufstände in 1969 in Manhattan erinnern soll. Der Stonewall-Aufstand gilt als Wendepunkt der Schwulenbewegung in den Vereinigten Staaten und wird bis heute im Juni mit Umzügen, Picknicks, Partys, Workshops oder Konzerten weltweit gefeiert, auch in Deutschland gibt es in fast jeder großen Stadt zumindest einen Christoper Street Day-Umzug.  Seit Oktober 2017 gibt es in Deutschland die „Ehe für alle“, 74% der Deutschen befürworten laut Wikipedia eine vollständige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften und seit Oktober 2017 ist es außerdem möglich, dass gleichgeschlechtliche verheiratete Paare Kinder adoptieren dürfen. Wir sind also schon ziemlich divers, oder? Brauchen wir den Pride-Monat dann überhaupt noch? “Queere Menschen stehen immer noch im Schatten der Gesellschaft, viele können sich nicht willkommen fühlen und oder müssen sich verstecken. Der Pride-Month ist ihr Monat, auf CSD’s können sie sich …

Eine Ode ans Single sein

Ich bin Single. Ich bin gern Single. Und nein, mir fehlt auch nichts in meinem Leben. Egal, ob im Familienkreis, unter Freunden oder auf Parties. In Filmen ist das Happy-End nur komplett, wenn beide am Ende zusammenfinden oder zumindest zusammen verrecken. Wenn ich Songs aufzählen sollte, die von Liebe handeln, fallen mir sofort mindestens 10 ein, bei anderen Themen müsste ich echt überlegen. Ich bin dauernd mit dem Single sein konfrontiert: „Wie sieht’s denn eigentlich bei dir aus, hast du da wen?“ oder „Ach weißt du, ich wünsche dir mal einen richtig netten Freund!“Dabei ist diese ganze Sache für mich gar kein so großes Thema und ich verstehe nicht, warum sich bei vielen Leuten scheinbar alles immer um Beziehungen dreht. Der Freundeskreis ist gespalten in Paare und Singles. Manchmal verschwören sich die Singles gegen die Paare, weil die nerven. Manchmal schließen die Paare die Singles aus, weil sie auf „Doppel-Dates“ gehen. Manche Paare können nichts ohne einander machen, andere haben völlig verschiedene Freundeskreise. Ich kenne einige Menschen, die scheinbar gar nicht Single sein können weil …

Corona und Wir

Das Leben um uns herum scheint langsam ausgeschaltet zu werden: Bars, Cafés, Museen und Clubs schließen. Die Straßen und Nudelregale sind wie leergefegt, Menschen streiten im Drogeriemarkt über ein paar Rollen Klopapier. Wir sind irgendwo zwischen Panikmache und Informationsbeschaffung, zwischen Überreaktion und den Ernst der Lage unterschätzen. Es gibt vieles, was mir zur momentanen Lage einfällt, was mir Angst macht, mich sauer macht und mich beschäftigt. Aber eine Frage drängt sich dauernd in meinen Kopf: Wo will ich sein, wenn ich in Quarantäne muss? Die Grenzen werden geschlossen, auf einmal sind wir eingesperrt und uns wird bewusst, wie privilegiert wir eigentlich leben: Die ständige Freiheit zu haben, dort hinzugehen, wo wir hin möchten, nie vor einer verschlossenen Türe zu stehen, tun und lassen zu können, was immer wir wollen. Plötzlich sind wir in dieser Freiheit eingeschränkt, was bei vielen Menschen auf Panik stößt. Unser Kreis verringert sich, wir canceln die spontane Städtereise im April, Konzerte, auf die wir uns lange gefreut haben, werden abgesagt. Wir überlegen uns zweimal, ob es wirklich nötig ist, morgen zu …

Frühstück mit Oma

Meine Oma heißt Christa und ist am dritten Tag des zweiten Weltkriegs geboren. Sie sagt, dass sie eine bescheidene, aber sehr glückliche Kindheit mit einer älteren und einer jüngeren Schwester hatte und deshalb immer in beide Richtungen boxen musste. Mit 16 lernt sie ihren zukünftigen Mann Karl-Heinz kennen, mit 18 verloben sich die beiden heimlich. Als Christa 25 ist, kommt meine Mutter zur Welt. Mit 66 erkrankt Karl-Heinz an Parkinson. Nach einem siebenjährigen Kampf, bei dem es leider stetig bergab geht, verliert er gegen die Krankheit. Meine Oma ist sehr weltoffen, hat Snapchat und ist sehr empathisch. Sie hat eine neue Hüfte und eine neue Schulter aber schwimmt trotzdem den ganzen Sommer täglich und ist Mitglied in unzähligen Sportvereinen. Wir unterhalten uns oft stundenlang aber heute treffe ich mich mit ihr weil ich ihr Fragen stellen möchte, die ich ihr so noch nicht gestellt habe. Wir frühstücken zusammen und ich freue mich schon die ganze Woche drauf, da meine Oma den besten Filterkaffee auf der Welt kocht. Zum Schutz ihrer Privatsphäre habe ich keine Bilder von …

30 Tage Zeichnen!

Der Sommer ist dahin. Das merke ich vor allem, wenn ich jetzt morgens das Fenster öffne und mir beißend kalte Luft anstatt einer warmen Brise ins Gesicht schlägt. Oder wenn ich mich dann doch gegen die Birkenstocks und für meine Sneakers entscheide, bevor ich aus dem Haus gehe. Mich vom Sommer zu verabschieden ist für mich immer besonders schwer. Ich habe das Gefühl, im Sommer die meisten schönen Dinge zu erleben, an die ich mich auch Jahre später noch mit einem Lächeln erinnere. Aber gleichzeitig ist das Ende des Sommers für viele eine Erleichtung – endlich nicht mehr schwitzen. Endlich wieder aufs Sofa kuscheln, heiße Schokolade trinken und Stunden auf Netflix verbringen, ohne sich schlecht zu fühlen, draußen irgendwas wichtiges zu verpassen. In einer Zeit des Umschwungs finde ich es besonders wichtig, Gedanken festzuhalten und Sommer-Erinnerungen einen Platz zu geben. Deshalb habe ich heute die zweite 30-Tage-Challenge für euch. Ich habe mir 30 Fragen oder Anregungen ausgedacht, auf die ihr mit Bilder, Illustrationen oder Texten antworten könnt. Es geht eigentlich darum, Dinge wahrzunehmen, die um uns herum …