Selbst & Inszenierung
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Ich & Du, Ich, Ich & Leben

Zusammengefasst ist zu sagen,
in nur 3 Abschnitten Text kann das Leben nicht genau dargestellt werden,
aber
es zu versuchen
einzufangen ist möglich.
In einer Art Marmeladenglas, gut versteckt auf Papier.

1. Szene/ Ich & Du: Ich sitze mit dir in einem Raum und lasse mich von deiner subjektiven Wahrnehmung mitreißen. Kühle Atmosphäre umgibt uns, die weißen Wände wirken diesmal noch trister als beim letzten Mal und die Deckenleuchte hängt tief. Besonderheit: heute wird ausnahmsweise kein Brettspiel zusammengespielt.

Verblassen

Ein und aus
Ich atme ein und aus;
Das ganze Grau hier
Alles in mir

Dringt in meine Lungen

Lässt mich so gut versteh’n
Vielleicht sollt´ ich deswegen geh’n

Bleibe aber hier bei dir

Will nicht noch mehr deine Augen versinken seh’n
Bleib doch endlich mal steh’n

Du rennst in der letzten Zeit so viel,
wenn du in diesem Zimmer die Zeit abhockst

Lässt deine Gedanken so viele Bahnen kreisen
Die bringen dich so sehr zum Vereisen

Vielleicht sollt ich geh’n
Kann dich nämlich so gut versteh’n

Wenn ich hier bin, kommt es mir wie das Normalste der Welt vor
Gefühle kommen schon gar nicht mehr empor;
Kann dich nicht alleine lassen
Komm, lass uns die anderen Gefühle verblassen

Können hier so lange sitzen, wie wir wollen
Bleiben am gleichen Platz verschollen

Nur die Zeit zum Leben wird uns genommen
Sind wir extra da, damit die Zeit von uns verbraucht werden kann?

Komm, wir schlagen Räder
Und wir kreisen umher
In einem dämmernden Lichtermeer

Wir waren mal so hell,
aber das war nur einmal, stimmt’s?

2. Szene/Ich: Ich lieg im Bett. Das Handydisplay erhellt den dunklen Raum. Meine Augen auf halbmast, etwas gereizt. Fingerkuppen fliegen über das Display, meine Gedanken ruhen sich für eine Weile aus. Endergebnis:

Ich glaub,
Ich bin doch bloß Staub
Keine Superkräfte, keine Magie
Besitze keine Strategie;
Hab nur dieses Leben
Bin hier, um irgendwann es wieder abzugeben;
Leb den Tag immer von neu
Bleib mir selbst nicht immer treu;
Energieräuber rauben mir Energie
Summe aber meine eigene Symphonie

Und warum Staub?
Weil ich daran glaub,
auch bei den bedrückendsten Momenten
immer wieder
zum Fliegen zu kommen.

3. Szene/Ich & Leben: Umgebung irrelevant. Adrenalin und Tatendrang kicken mich in die Höhe. Atem ist schneller als sonst. Besonderheit: ein Lächeln auf meinem Gesicht.

Wenn Nacht zum Tag werden soll
Ich möcht noch keine Stunden vorspulen
Ist alles so Stille
Raum voller Möglichkeiten umgibt
Kann mich nicht festhalten
Falle
Und hör nicht auf an den Gedanken zu denken;
Dass das so bleiben soll
Zeit soll sich noch eine Weile bei mir ausruhen
Damit ich noch ein Stück weiter (er)leben darf

Nacht bleib
Gedanken steigt;
Kopf ist müde
Augen zu trübe;

Bleib aber noch wach
Falle nicht ins Bett hinein
Bleib nicht liegen wie ein Stein;
Brauch noch mehr Minuten
Damit ich es genießen kann
So am Leben zu sein

Minuten gibt mir
Luft, damit ich agier;
Tickt weiter eure Melodie
Lasst euch nicht irritier’n
Will keine weitere Stunde mit Schlafen verlier’n

Wenn am Himmel hellste Sterne strahlen
Fang ich an mir meine Gedanken auszumalen;
Beginnt erst der Tanz des Tages
Versuche immer wieder, ich wag es;
Steh auf leichtem Boden
Jetzt kann ich endlich toben

Lichter
werden in den Häusern immer dichter;
Menschen wandern rüber
In Welten ohne uns
Wir bleiben dort
Im hier
Treiben nicht in Dimensionen
Warten auf die nächsten Momente, brauchen uns nicht schonen

Ein Lebensdurst, 
so nenn ich das
den du gerade hast;
sowas kennt nicht Jedermann
jetzt bist du auch mal dran;
zu beleben dunkle Stunden
fühlst dich mit allem so verbunden;
Kannst es dir nicht erklären, was das ist
Ob du das gerade wirklich bist

Eins, ich muss darüber reden,
versteh selbst nicht was das ist
aber mir gefällt das Gefühl von Leben
So bleib noch eine kleine Weile wach
Schau was das mit dir macht;
Behalt deine Freude in dir
Denn das hier nimmt dir keiner
Der Wille zum Leben

//Es ausleben zu wollen

Beitragsbild und Text sind von Julie. Sie ist 18 Jahre alt und liebt dunkles Schokoladeneis über Alles. Immer wieder hin und hergerissen vom Leben und teils auch überfordert versucht sie ihre Gefühle, mit Hilfe vom Textschreiben, richtig einzuordnen und vor allem immer wieder zum „Tanzen“ zu kommen. Zurzeit beschäftigt es sie, wie leicht man müde vom Leben werden und gleichzeitig es trotzdem so sehr lieben kann.

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