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Auf einen Tee mit Carla #aufeinentee

Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Alle zwei Monate fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Heute wollen wir von Carla wissen, wer sie ist und wofür sie brennt.

Wer bist du?

Ich bin Carla, 22 Jahre alt und wohne in Jena. Ich habe ein paar Semester studiert, hauptsächlich Kommunikationswissenschaft, Psychologie und etwas Soziologie. Gerade widme ich mich mehr dem Nähen und WAELDE, meiner nachhaltigen Kleidungsmarke. 

Wofür brennst du?

Momentan beschäftige mich intensiv mit der Modeindustrie: Mit fairer Produktion, und nachhaltigen Materialien, angemessenem Konsum, dem Eindruck, den Kleidung macht, wenn man sie trägt und der Kunst, die sie sein kann. 

Hast du einen Traum?

Ja, nicht nur einen :). Ich träume zum Beispiel von weniger Diskriminierung und weniger Leid für alle, die von Diskriminierungen betroffen sind. Eine Gesellschaft, die inklusiv ist und die Belange aller ernst nimmt, ist zB. ein Traum, für den es sich zu kämpfen lohnt.

Woran zweifelst du?

Dass etwas im Leben je komplett gut oder schlecht sein kann. Ich denke es ist immer irgendwas dazwischen und es gibt keine Enden der Skala. 

Was sagen andere, was du gut kannst?

Die Initiative ergreifen und Verantwortung zeigen. Es wurde mir auch schon gesagt, dass ich inspirierend sein kann und stark bin. 

Was hättest du gerne zehn Jahre früher gewusst?

Es wäre toll gewesen, wenn ich früher gewusst hätte, wie wichtig und hilfreich es ist, mir Hilfe zu suchen und Hilfe anzunehmen. Damit wäre vielleicht die ein oder andere Sache etwas leichter gewesen. 
Und ich hätte gerne gewusst, dass es in Ordnung und auch irgendwie schön ist wenn ich in der Jugend etwas in der Gesellschaft verändern will. Aber dass es, um nicht schädlich zu sein, letztlich nur funktioniert, wenn der eigene Spaß an der Sache überwiegt und nicht, dass ich um jeden Preis andere zu überzeugen versuche und das Resultat ausschließlich anstrengende Arbeit ist.

Was ist kleines Glück für dich?

Wenn Menschen Andere ohne Hintergedanken oder Gegenleistung einfach mal unterstützen. 

Zukunft oder Vergangenheit?

Die Ungewissheit der Zukunft ist für mich in letzter Zeit immer reizender als die Vergangenheit. Deswegen würde ich Zukunft wählen. Das ist eben nochmal(!) spannender als die Vergangenheit, weil ich noch gar nicht weiß, was alles passieren kann. Und ich kann meine persönliche Zukunft jederzeit beeinflussen und mitgestalten und schnelle Resultate sehen.  

Stadt oder Land?

Stadt. Ich bin am Rand von Hannover aufgewachsen, und hatte damit lange beides, was auch echt schön war. Im Moment schätze ich aber mehr die Vorteile des Zentral-wohnens, zB. kürzere Wege zu meinen Freund*innen und Cafés. Ich mag es, wenn ich ganz verschiedene Menschen auf den Straßen sehe und mich zwischen Ihnen nicht unwohl fühlen muss. Vielfalt ist definitiv etwas, das ich in meiner Schulzeit auf dem Land das ein oder andere Mal vermisst habe. 

Träumen oder Realität?

Mhh, das kommt ziemlich drauf an, wann ich gefragt werde. In Zeiten in denen es mir besser geht, Tagträume ich sehr gerne und habe auch Nachts gute Träume. In schlechteren Phasen bleibe ich mehr in der nahen Zukunft und bei der Realität, da ist nicht so viel Platz für neue und schöne Träume. Die Realität versuche ich dann aber trotzdem immer nach meinen Vorstellungen und Träumen aus guten Zeiten zu gestalten. Am coolsten ist es natürlich, wenn Träume Stück für Stück zur Realität werden. Das ist bei mir z.B. mit WAELDE so!

Laut oder Leise?

Was meine Stimme betrifft bin ich schon immer eher leise. Eigentlich finde ich das angenehm, auch bei anderen, aber es hat definitiv auch Nachteile, gerade auch weil man eh als junge Frau oft nicht gehört wird, obwohl man eigentlich etwas zu sagen hat. In Situationen in denen die Lautstärke dann siegt, ärgere ich mich oft, aber ich finde hin und wieder auch andere Wege, mir Gehör zu verschaffen. 
Manchmal gehört Lautstärke – zum Beispiel zu Musik, Kunst oder Protesten dazu. Für den richtigen Zweck finde ich das auch vollkommen in Ordnung. 

Franzi ist 23 und ein Sommerkind. Eine Nacht unter freiem Himmel, frische Bergluft und ein bisschen Gitarrenmusik reichen, um sie glücklich zu machen. Wenn sie nicht irgendwo draußen unterwegs ist, lernt sie im Rheinland das professionelle Neugierig sein und absolviert dort ein Volontariat.

Jede und jeder junge Mensch hat unterschiedliche Ansichten, Träume, Zweifel und Meinungen. Was dabei wohl die Gemeinsamkeit ist, ist, dass alle das Recht haben, gehört zu werden. In der Kolumne Auf einen Tee soll genau das passieren – sie ist ein bisschen wie ein digitaler Kaffee- bzw. wohl eher Teeklatsch, in dem verschiedene junge inspirierende Leute portraitiert werden und einen Einblick in ihr Leben geben.

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