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Über die Wichtigkeit von Pausen

… und jetzt sitze ich eben hier in meinem Bett und schreibe.

Es gibt wahrscheinlich kaum etwas, was wichtiger für die Produktivität ist, als Pausen. Zumindest für langanhaltende, nachhaltige Produktivität. Zumindest denke ich so. Weil ich merke, wie sie mir fehlen, die Pausen, und wie dies Auswirkungen auf mein Machen und Schaffen hat. Ich könnte diesen Text auch „Eine Ode an Pausen“ nennen. Weil ich oft dazu tendiere, Oden an die Sachen auszusprechen, die ich selbst zu kurz kommen lasse. Also widme ich jetzt mal einen ganzen Text der Wichtigkeit, ja, dem Unabdinglichsein, des Nichtstuns.

Priorität hier, Priorität da

Seit Weihnachten hatte ich keine Woche Urlaub mehr. Maximal 2-3 Tage hab‘ ich mal nichts gemacht. Aber auch an diesen Tagen hatte ich im Hinterkopf, was als nächstes zu tun ist. Weil drei Tage einfach nicht genug sind. Sie sind im Großen und Ganzen Spektrum gesehen gar nichts. Seit Dezember also jongliere ich meine diversen Aufgaben tagein, tagaus. Zuerst mal studiere ich. Das konnte ich bis vor 9 Monaten noch mehr oder weniger hintenanstellen. Aber dann hieß es: Bachelorarbeit – in einer 6er-Gruppe. Gute Nacht. Naja, und ich will ja auch, dass was dabei rumkommt. Also ist das jetzt Priorität Nummer Eins. Und man kann sich vielleicht vorstellen, wie anstrengend es sein kann, als sechsköpfiges Team eine Studie zu planen, durchzuführen und darüber über 240.000 Zeichen zu schreiben. Mein mittlerweile Job, YouTube-Videos zu machen, und alles rund um TIERINDIR mussten sich also mit dem zweiten und dritten Platz zufriedengeben. Trotzdem laufen diese drei Sachen nebeneinander. Nebeneinher. Und sind nur schwer voneinander zu trennen. Zumindest schaffe ich es oft nicht, abzugrenzen. Zu sagen: Jetzt machst du mal NUR dies, jetzt mal NUR das.

A&O und Ferien

Dabei sind mir Pausen das A und O. Und ich habe auch angefangen, sie wirklich gezielt in meinen Tag einzubauen. Gerade zu Corona-Zeiten gelang es mir gut, immer von 12-13 Uhr Mittagspause zu machen. Wie ich diese verbringe, das ist nochmal ein Thema für einen anderen Blogpost. Auch so eine Baustelle. Und ich würde sagen, ich habe auch früh genug Feierabend. Es ist nicht so, dass ich mich Tag für Tag von früh bis spät an den Schreibtisch setze. Nein, da kann ich mich nicht beklagen. Nun, auch in der Schule hatten wir Pausen. Aber nur weil es diese 10-Minüter gab und irgendwann auch mal der Schultag zu Ende war, hieß das nicht, dass die Ferien wegfallen konnten. Im Gegenteil. Die Ferien waren der Punkt, wo wir uns aufladen konnten. Mal an was anderes denken konnten. Genießen konnten. Unseren persönlichen Interessen nachgehen konnten. Wegfahren konnten. Besuchen konnten. Selbstausgewählte Bücher lesen konnten. Schlafen konnten.

Einfach durchziehen geht nicht mehr

Aber jetzt bin ich groß. Und ich muss mir diese Pausen selbst nehmen. Und ich hätte eine Pause gehabt. Eine Woche Budapest. Aber dann kam eine Pandemie dazwischen. Konnte ja niemand wissen. Und es ging einfach weiter. Meine Bachelorarbeits-Gruppe freute sich, dass wir jetzt mehr Zeit hatten, weil festgelegt wurde, dass unsere Abgabe acht Wochen später sein konnte. Und wir arbeiteten einfach weiter. Wir nahmen uns nicht – trotz allem – eine Woche frei. Es wurde durchgezogen. Und letztendlich wirft das die Leistung wahrscheinlich um mehr als eine Woche zurück. Zumindest meine.

Ich merke jetzt schon, wie ich nicht mehr 100% bei allem geben kann. Obwohl ich das möchte. Die Konzentration ist einfach nicht mehr da. Und die Kraft. Für gar nichts. Nicht mal für die Aufgaben, die ich liebe. Eine Woche in Budapest kommt mir jetzt nicht mehr wie Erholung vor. Ich will eine Woche im Bett liegen und nichts tun. Ich habe nach Wellness-Hotels gesucht und zuletzt – nach Meditations-Retreats. Wahrscheinlich das, was mir am meisten helfen würde. Mal ganz raus und wieder zu mir finden. Leider ist dafür aber erst im August oder September die Zeit.

Die Gedanken (und der Kalender) sind frei

Dieser Text soll sagen: Pausen sind genauso wichtig, wie die Arbeit selbst. Beides muss in einem ausgewogenen Maße passieren. Denn auch, wenn Nichtstun schön ist, so finde ich, ist es nur so schön, weil es auch etwas zu arbeiten gibt. Wollen wir jedoch nachhaltig am Ball bleiben, Fortschritte machen und uns unseres Lebens erfreuen, so ist es von großen Nöten, auch mal abzuschalten. Nicht nur für ein Wochenende oder ein verlängertes. Wir brauchen mindestens eine, besser zwei, Wochen alle 3-4 Monate, wo es GAR NICHTS zu tun gibt, was mit Arbeit zu tun hat. Sprießen Ideen oder erinnern wir uns an etwas, was noch gemacht werden muss, können wir das festhalten. Aber wir setzen es nicht um. Nicht für diese Zeit, die nur für uns selbst sein soll.

Also: Integriert kleine Pausen in Euren Alltag, das ist der erste Schritt. Passt auch auf, wie ihr diese verbringt. Denn es gibt solche und solche Entspannung. Aber plant so, dass ihr Euch aller paar Monate größere Zeiträume für Urlaub einplant, in denen ihr nichts zu machen braucht, wenn die Entscheidung sich diesen Urlaub zu nehmen, in Eurer Hand liegt – ich weiß, nicht alle haben dieses Glück. Und zuletzt: Seid Vorbild für andere, indem ihr zeigt, dass es nicht immer nur auf go go go ankommt, sondern auf den Menschen, der hinter allem steckt. Ermöglicht, zeigt auf, lasst gehen. Lasst frei.

Nora ist 22 und wusste schon früh, dass sie später mal was mit Medien machen wollte. Und fing direkt damit an. Seit 2012 betreibt sie ihren YouTube-Kanal und ist auf den verschiedensten Social-Media-Plattformen aktiv. Am liebsten spricht sie über Gefühle, das was sie ausmacht und Nachhaltigkeit. Neben YouTube, einem Podcast, dem Jugendmagazin TIERINDIR und ihrem Kommunikationswissenschaft-Studium führt sie ein Leben mit Höhen, Tiefen, viel Obst und Gemüse und Tanzeinlagen in Erfurt. Sie kocht unglaublich gern und genießt es, beim Lesen abzuschalten.

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