Körper & Bewusstsein
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Ich Zentrieren #unwind

Stimulation. Überall. Wo auch immer mein Blick hinfällt, bin ich dazu gezwungen, Informationen aufzunehmen, auch wenn nur unterbewusst. In der Subway ist immer eine Werbung der “10% off your next purchase” Art zu finden, dann bin ich auf der Suche nach dem Kleingedrucktem und dem Sternchen… Ah, ab einem Einkauf von 100 USD. Gehe ich die Straße entlang, sehe ich Sticker an den Ampelsäulen, an den Zäunen von Baustellen. Öffne ich Instagram, empfängt mich mit offenen Armen der Überfluss an Stimulation und Information. Meine Augen mögen nur drüber scannen, doch ich merke, dass noch mehr in dieser Millisekunde passiert. Es fühlt sich beinahe so an, als würden kleine Teilchen voller Energie, Kraft und Licht, die meinen Körper ausfüllen und in ihm leben, mich verlassen und sich im Universum verstreuen. Nicht mehr in dieser Hülle. Sondern zerstreut. Hier, da, überall habe ich einen Teil von mir gelassen. Allmählich bin ich durchlöchert und ausgelaugt. Weniger Licht, weniger Kraft, weniger Energie, die ich jedoch brauche, um die mir immer neu präsentierten Rätsel, Abenteuer und Challenges des Alltags zu meistern. 

Also begab ich mich auf die Suche nach den Teilchen, die mich verlassen haben und einem Weg, einem Magneten, um diese wieder an mich zu ziehen und auch bei mir zu behalten. 

Meditation ist für mich dieser Magnet geworden. Doch Meditation kann vieles sein, wahrscheinlich mehr als wir denken. Ich denke, Meditation zu definieren verringert bereits wieder den Horizont: Wir alle sind anders, wir alle leben einen anderen Alltag, daher funktioniert nicht ein Magnet für jeden. 

Hier sind meine liebsten Magneten, vielleicht kannst du Sie ja zu deinen machen. 

Sinne aktivieren 

Schliesse deine Augen, atme tief durch deine Nase ein, fülle deine Lungen, sodass deine Rippen sich weiten, schaffe Platz für neues Leben in deinem Körper. Atme langsam und geschmeidig aus, entweder leise und kontrolliert oder auf ein “s” oder “f”. Jetzt bring deine Aufmerksamkeit zu deinem Hörsinn: Was ist das Lauteste, was ist das Leiseste, was du in deiner Umgebung wahrnimmst? Nimm diese Information auf, ohne über sie zu urteilen oder eine Meinung zu bilden. Widme dich als nächstes deinem Geruchssinn: Was ist der dominanteste Geruch, was der leichteste in deinem Umfeld? Auch hier keine Meinung. Spüre jetzt, was deine Füße (oder deine Gesäßknochen) und Hände berührt. Fühle hier beispielsweise den Boden mit deinen Füßen und lasse den Boden deine Füße spüren. Spüre auch so mit deinen Händen. Öffne jetzt deine Augen und suche dir ein Detail, auf das du dich konzentrieren möchtest. Siehe das Detail in dem großen Ganzen. Atme nochmals tief ein und aus, schenke deinem Ich ein Lächeln. 

Klangschalen und Kristalle

Zuerst wähle ich mir einen meiner Kristalle aus. Der, der mir heute besonders zuspricht oder ich lege jeden auf das jeweilige Chakra, um dort die Energie wieder zu zentrieren. Da ich leider (noch) nicht in dem Besitz einer Klangschale bin, höre ich mir deren Geräusche in einer Playlist an. Ich drücke play, lege mich hin und platziere die Kristalle auf meinem Körper. Ich schließe die Augen und widme meine volle Aufmerksamkeit den Geräuschen der Klangschalen, verfolge sie wenn sie sich “von mir entfernen” und lausche näher. So liege ich eine Weile da, ich habe noch nie auf die Uhr geschaut und bin auch bereits des Öfteren eingeschlafen und dann mitten in der Nacht in mein Bett migriert und hatte einen weiterhin erholsamen Schlaf. 

Der Raum, eine Kerze und Ich

Kerzen sind für mich nicht nur etwas Romantisches, sonder fast wie ein Schalter, der signalisiert, dass jetzt Zeit zur Entspannung, zum Loslassen und Zerfließen ist. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich in den letzten Tagen viel zurückgehalten habe und meinen Emotionen nicht den Ausdruck gegeben habe, den sie verdient haben, wende ich mich an diesen Magneten. Ich zünde meine Kerze an, die einen leichten Duft nach Patchouli und Weihrauch hat, was sehr gut für Erdung und das Wurzelchakra ist. Sobald die Kerze flackert, schalte ich das Licht in meinem Zimmer aus. Je nach Stimmung habe ich auch noch Instrumentale Musik an, meistens City of the Sun. Jetzt tanze ich alles von mir ab, in der Dunkelheit, wo auch ich mich nicht sehen kann und über die Bewegungen meines Körpers urteilen kann. Manchmal ist es einfach nur ein Schütteln oder Springen, manchmal ein Tanz der Befreiung. An anderen Tagen, wo ich etwas Ruhigeres brauche, rolle ich in meinem von Kerzenschein erleuchteten Zimmer meine Yoga-Matte aus und fließe so, wie mein Körper mir sagt, dass ich fließen soll; geleitet von mir selbst und meiner Intuition. Zum Schluss sitze oder stehe ich gern und atme ein paar Mal tief ein und aus, um nachzuspüren, wie die Teilchen wieder ihren Weg zu mir, in meinen Körper finden. 

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Text und Bild von Sophie Strupix

Sophie liebt die Sonne und den Mond, die nacht sowie den Tag. Sie schöpft ihre Freude und Liebe aus ihrer Umwelt und den kleinen großen Dingen. Sophie ist eine angehende Schauspielerin, lebt in New York City und verfasst Gedichte, um sich ihre Welt zu erklären. 

In ihrer Kolumne Unwind soll es um die kleinen Dinge und Rituale gehen, die wir in unseren Alltag einbauen können, um diesen stressfreier, gelassener und mit mehr Zufriedenheit zu leben.

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