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Ich träume davon, wie früher zu träumen #wasgehtab

Früher träumte ich davon, als Abenteurer durch die große weite Welt zu ziehen. In den Wüsten Schlitten zu fahren, mit einem kleinen Boot über die Ozeane zu segeln und die frische Brise im Gesicht zu spüren. Durch die Regenwälder zu expeditieren und seltene Tierarten zu entdecken, oder Eisbären in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben. 

Heute träume ich davon, wieder wie früher träumen zu können. Sorgenfrei und unbeschwert meinen Lebensweg zu wandern. 

Meine Pläne werden sich womöglich nie erfüllen, weil die Pole schmelzen, Regenwälder abgeholzt und abgebrannt werden und die Ozeane eher einer Müllkippe für Plastik ähneln. Unsere Erde wird gerade Stück für Stück zerstört. Aber “den Klimawandel gibt es ja nicht.” Mich wird es irgendwann auch nicht mehr geben, dann kann es mir doch egal sein, wie ich diese Erde verlasse. Nein, es kann und DARF einem nicht egal sein, wie man sie verlassen wird. Egal zu welchem Zeitpunkt und in welcher Situation. Aber es ist ja einfacher, einfach zu sagen, den Klimawandel gibt es nicht. Es ist einfacher, alles auszublenden und sich eine heile Welt einzublenden. Es ist einfacher, Menschen, die an Fridays For Future mitwirken, das Image der Schulschwänzer anzuhängen. Eine Anmerkung zu dieser vielleicht schon ein bisschen respektlosen Aussage ist, ja, sie schwänzen Schule, aber nicht, weil sie kein Bock auf Schule haben, sondern, weil sie für eine bessere Welt, eine Perspektive kämpfen. So wie es jetzt aussieht, haben wir keine Perspektive mehr. Von Zukunft kann niemand mehr sprechen. 

Australien brennt gerade ab. Ich denke, bald gucken wir dort hin und sehen ein großes Aschehäufchen. Die meisten werden dann denken: „Gott sei Dank, an uns ist der Kelch diesmal vorbeigegangen, wir leben jetzt nicht in Schutt und Asche.“ 

Massen an Tieren sind verbrannt oder an den Folgen gestorben. Es ist soweit gekommen, dass Kamelherden erschossen werden, weil sie auf der Suche nach Wasser Ortschaften zerstören, den Menschen das Wasser klauen und sich selbst überrennen. Ist das nicht schlimm? Ja, es ist schlimm. Ihnen wird zum Schutz der Menschen und sich selbst das Leben genommen, wegen der Dummheit, des Egoismus der Menschheit.

Ich hätte nie gedacht, dass sich der homo sapiens mal selbst zerstören würde. Er gibt sich in seinem Namen schon als „verstehender, weiser, gescheiter, kluger  Mensch“ an. Davon merke ich nichts. Klar, die Menschen strebten schon immer danach, sich besser dastehen zu lassen. Nur, dass sie wirklich so blöd seien würden, ihren eigenen Lebensraum zu zerstören, glaubte ich nicht, ich kann es immer noch nicht ganz fassen. 

Eine Bitte – ändere etwas! Jeder kann etwas ändern. Es fängt schon hinter der eigenen Haustür an. Wie du dich ernährst, wie du dich fortbewegst, wo du im Internet bestellst (wenn du im Internet bestellst), was du für Hygieneartikel benutzt, wen und was du unterstützt. Jeder kann etwas dazu beitragen, auch wenn es nur ein kleiner Anteil ist. 

 Sonst wird irgendwann Flora und Fauna für unsere Kinder nur noch irgendein Begriff in irgendeinem Geschichtsbuch sein, weil sie diese nie erleben werden, das möchte ich nicht. 

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Lukas ist 16 Jahre alt, lebt irgendwo in NRW und besucht noch die Schule. Er liebt es, sich Tee trinkend durch Bücher zu wälzen. Musikhörend zu träumen, Texte zu schreiben oder im Sommer auf der Wiese die Wolken zu beobachten. Es sind die Kleinen Momente, die ihn glücklich machen. Wenn er etwas Neues gelernt hat, den Sonnenschein im Frühling beim Spazierengehen in seinem Gesicht spürt, in seinem Zimmer ganz wild tanzt oder den Trubel in der Bahn beobachtet, um abzuschalten. 

Wir alle tragen Laster und Fragen mit uns. Es gibt noch zu viele Themen, die verschwiegen werden. Um genau diese Themen soll es in der Kolumne „Was geht ab“ gehen, damit die Hemmschwelle über Kummer und Sorgen zu sprechen abgebaut wird. So etwas wie Tabuthemen gibt es hier nicht.

Du kannst Lukas auch bei Instagram finden.

Collage von Imina.

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