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Du, ich und vielleicht ein bisschen Fernweh

Mit offenen Augen lieg ich ganz still auf diesem Stück Gänseblümchenwiese. Alles um mich rum sieht aus, wie eine Tapete. Hier ist viel noch so fremd, aber über mir erstreckt sich dieser unwahrscheinlich große Himmel und ich denke heimlich, wie schön sich Wolken stapeln.

Ich bin unterwegs, auf Reisen, weg von zuhaus und kann dir plötzlich gar nicht mehr sagen, welcher Tag heute ist. Ich kann dir nicht sagen, wieviel Uhr es ist, weil Zeit auf einmal so unwichtig wird. Es gibt keine Pläne, keine Zukunft, nicht mal ein Morgen. Tage verfliegen auf einmal, wenn Zeit egal ist und vielleicht wird mir klar, was Leben heißt. Mein Kopf hört auf, alles gedanklich zu zerteilen, viel verliert seine Bedeutung und das was bleibt, wirkt dann so wesentlich. Ich kann dir gar nicht sagen, wer ich eigentlich bin, weil ich so viel sehe, lerne, versuche, dass ich mich am liebsten neu erfinden würde. Und ich kann dir auch nicht sagen, warum ich dafür weit, weit weg musste.

Ach und weißt du was ich da denke, auf diesem Stück Gänseblümchenwiese? Dass ich vielleicht noch nie im Jetzt gelebt hatte, außer hier. Dass Himmel unendlich schön sind. Dass egal auf welchem Gänseblümchenwiesenfleck auf der Erde ich liege, derselbe Himmel zurückschaut.

(Notizen von irgendwann im letzten Jahr)

Ich war schon oft weg, auf neuen Wiesen, unter neuen Himmeln. In „Reisegedanken“ wird es um die schönsten Orte gehen, auch um die, die nicht so schön sind. Ich will dir erzählen, was ich gedacht hab, was ich wichtig fand, was mich nachhaltig bewegt. Ich will mit Dir meine kleinen und großen Gedanken teilen und am allermeisten will ich, dass du mit mir zusammen ein kleines bisschen Fernweh bekommst, weil Reisen nicht nur ein Genießen im Hier & Jetzt bedeutet, sondern auch ein großes Lernen ist, ein über sich Hinauswachsen, ein Kennenlernen, ein Verstehen. Und noch ganz viel mehr. Also nächstes Mal, du, ich und vielleicht ein bisschen Fernweh.

Der Text ist von Hannah. Im Moment lebt sie ein Leben zwischen Schule und Ungewiss und genießt das meistens sehr. Wer sie ist, will sie eigentlich gerade herausfinden, aber irgendwie ändert sich das eh ständig und immerzu. Reisen ist ihre kleine Liebe!

Jeden dritten Samstag schreibt sie deshalb in ihrer Kolumne Reisegedanken über ferne Orte, fremde Plätze, über ihre Gedanken und Gefühle dazu und darüber, warum sie findet, dass jeder ab und zu mal weggehen sollte, am besten dahin, wo es ganz anders ist als sonst so.

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