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Der Blick in die Glaskugel #gibmirwiderworte

Das neue Jahr ist bereits in vollem Gange. Die politischen Ereignisse und Schlagzeilen sind auch 2020 dabei, sich zu überschlagen.
Für den Großteil der Weltbevölkerung bedeutet der Schritt in ein neues Jahr oft auch, sich Vorsätze und Ziele zu stecken, um am Ende reflektieren oder die Versäumnisse der vergangenen 365 Tage beheben zu können. Es mag scheinen, als würden die internationalen politischen Eliten von solchen Vorsätzen unberührt bleiben, werden viele Konflikte und machtorientiertes Handeln reibungslos weitergeführt oder neue entfacht.
Damit Dir, vor lauter Newstickern und Updates, aber das politische Tagesgeschehen nicht um die Ohren fliegt, findest Du hier einen kleinen Ausblick auf das, was uns in den nächsten 12 Monaten erwartet.

Januar
Die Briten verlassen die Europäische Union

Was lange währt, wird gut. So heißt es zwar, so lässt sich der Brexit aber keinesfalls zusammenfassen. 
Der 31. Januar ist nun der (voraussichtlich) endgültige Stichtag für die Mitgliedschaft des Vereinigten Königreiches in der Europäischen Union. Bis dahin muss der, durch das Unterhaus ratifizierte, Austritts-Vertrag noch vom britischen Oberhaus und der EU Zustimmung erfahren. Danach besteht eine Frist bis Ende des Jahres, innerhalb welcher ein Freihandelsabkommen verabschiedet werden soll. Scheitert dies, ist die Gefahr eines No-Deal-Brexits noch nicht gebannt. 
Wir haben viele Order-Schreie gehört, das große Chaos miterlebt und mit vielen Briten vor dem Unverständnis gestanden, was Frustration und Politik für ein katastrophales Duo abgeben. 
Das entscheidende Referendum ist mittlerweile vier Jahre her. Dies führte nicht nur dazu, dass Brexit das Unwort des Jahres 2016 wurde, sondern auch zu einigen aufreibenden Personalwechseln und langwierigen Vertragsverhandlungen. Nach den eindeutigen Wahlergebnissen im Dezember 2019, scheint nun die Stunde für eine englandlose Europäische Union geschlagen zu haben. Für diesen Weg bleibt allen anderen Europäern nur übrig, den Briten viel Glück zu wünschen und zu hoffen, dass die Auswirkungen für alle Beteiligten nicht ansatzweise so schlimm werden, wie viele Experten munkeln. 

Mai
Das Ende des Zweiten Weltkrieges

Der 8. Mai 1945 wird für immer ein historischer Tag bleiben. Eröffnet er eine Zeit des europäischen Friedens und beendet eine der Zerstörung, des Leides und Hasses. 
Das Deutsche Reich kapitulierte bedingungslos und beendete damit den zweiten Weltkrieg auf europäischem Boden. Das endgültige Kriegsende zog sich, mit der japanischen Kapitulation, bis September und forderte abermals hunderttausende Opfer der Atombomben von Nagasaki und Hiroshima. 
Unsere Vorfahren blickten zurück auf 60 Millionen Kriegsopfer, die den Kriegshandlungen zum Opfer fielen, ermordet und geopfert wurden, verhungert sind.
Es wird nie genug Gedenken und Erinnerungskultur geben, um all diese zerstörten Leben und beeindruckenden Schicksale für die Ewigkeit festzuhalten. Jedoch können Wir jedes von ihnen ehren, indem wir gedenken und als friedliche Generation dafür sorgen, dass es nie wieder zu einem Weltkrieg kommen wird. 

Juli
Das Logo der Olympischen Spiele 2020 – Ichimatsu Moyo

Citius, altius, fortius – Schneller, höher, stärker 

Das internationale Kräftemessen findet dieses Jahr vom 24. Juli bis zum 9. August in der japanischen Hauptstadt, Tokio, statt. 136 Nationen haben sich qualifiziert, darunter auch die neutralen russischen Athleten, und werden sich in 33 Sportarten messen. Neu hinzu kommen unter anderem Skateboarding, Karate, Softball, Sportklettern und Surfen.
Die Olympischen Spiele müssen sich wandeln, sind zu großen Teilen auch schon mitten im Prozess. Doch immer lauter werden die Stimmen der Kritik und die Fragen nach dem Warum. Die Vorwürfe der Korruption und die steigenden Kosten der Gastgeber lasten schwer auf der friedlichen Veranstaltung. Der Zauber der Spiele scheint verloren und für viele gleicht das Ganze nur einer teuren Unterhaltungsshow, spannend durch Dopingskandale und immer neue Rekorde. Dabei steckt hinter dem olympischen Gedanken so viel mehr. Über Krieg und Krisen hinweg, messen sich die sportlichen Spitzen, gleich welcher Nation oder Überzeugung. Es zählt nur die körperliche Stärke und Willenskraft. Und der Glaube an eine internationale Völkerverständigung, die keine Plenarsäle und Dresscodes braucht.  

Oktober
Aus zwei Deutschlands wird Eins.

Viele kennen es gar nicht mehr anders, das geeinte Deutschland. Dabei sind die Spuren der jahrelangen Teilung noch heute zu spüren und oft wird klar und deutlich zwischen Ost und West unterschieden, im Positiven wie im Negativen. 

Doch wir sind ein Volk! Und das ist gut so. 

Seit dem 3. Oktober 1990 gibt es, mit dem Eintritt der Deutschen Demokratischen Republik (bestehend aus dem Beitrittsgebiet der damaligen 14 Bezirke) in den Geltungsbereich des Grundgesetzes, nur noch ein Deutschland, die BRD. Somit war die Deutsche Einheit nach 40 Jahren Teilung besiegelt, nur 10 Monate nach dem Mauerfall. Der Sonderstatus der Bundesrepublik, der durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag geregelt wurde, verfiel am 12. September 1990 und die Deutschen trennte nichts mehr, außer vielleicht regionale Unterschiede. 
Unsere Einheit haben wir den Menschen zu verdanken, die sich gegen das vorherrschende System, in Form gewaltloser Demonstrationen, aufgelehnt haben und damit eine friedliche Revolution ins Rollen gebracht haben.
Die Masse hat immer eine Stimme und diese ist laut. 

November
Republikanische Elefanten vs. Demokratische Esel

Es wird wohl das politische Highlight des Jahres werden: Die Präsidentschaftswahl in den USA. Höchstwahrscheinlich wird der amtierende Präsident Donald Trump für die Republikaner ins Rennen gehen, wer als Kandidat*in der Demokraten antritt, wird sich in den Vorwahlen im Februar entscheiden. 
Im November ergeben sich die Mehrheiten der Bundesstaaten, die ihre Wahlmänner und -frauen entsenden, die im Dezember den oder die Präsident*in und ihren/seinen Vize wählen.
Wir können zurückblicken auf eine ereignisreiche Legislatur des Donald Trump. Die Witzfigur, die niemand ernstnahm und von der erst recht niemand glaubte, dass sie die mächtigste Person der Welt werden würde, sitzt trotz laufendem Amtsenthebungsverfahren, zahllosen Fehltritten, scheinbaren Impulsentscheidungen und Skandalen immer noch im Amt. Donald Trump verkörpert einen Zeitgeist. Einen, den eine Hälfte nicht nachvollziehen kann, von dem sich aber eben die andere repräsentiert und gut geleitet fühlt.
Das amerikanische Wahlsystem bietet viel Spielraum für Überraschungen, kaum eine Prognose wird sicher sein können. Und wie auch immer die Wahl ausgehen wird, es gelingt ihr, eines eindrucksvoll zu verdeutlichen: Wir sind im Prozess, uns immer weiter zu entzweien. 

Jasmin ist 21, lebt in Berlin und ist mal ganz Opti- oder Pessimist. Die Grenzen ihrer Welt bleiben aber immer gleich, grenzenlos.
In Gib Mir Widerwort will sie Dich zur Auseinandersetzung mit der Alltagspolitik animieren und für einen informierten Diskurs sensibilisieren.

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