Inspiration, Selbst & Inszenierung
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Auf einen Tee mit Taimi #aufeinentee


Manchmal tut es verdammt gut, über den Tellerrand hinauszuschauen und junge Menschen mit unterschiedlichsten Ansichten zumindest ein bisschen besser kennenzulernen. Jeden Monat fragen wir hier einen jungen Menschen nach seinen Träumen, Zweifeln und Leidenschaften. Den Beginn macht Taimi.

Wer bist du?

Ich bin Taimi, 19, komme ursprünglich aus Finnland und lebe jetzt schon viele Jahre in Deutschland. Zurzeit bin ich am Weltbereisen, um 1.) mehr von diesem wunderschönen Planeten zu sehen und 2.) weil ich noch keinen genauen Plan habe, was ich mit meinem Leben anstellen will. Ich bin mir aber sicher, dass alles so kommt, wie es kommen soll, also mache ich mir da keine Sorgen. 

Wofür brennst du?

Ich begeistere mich andauernd für neue Sachen, die mir so über den Weg laufen, deswegen ist es so schwierig, sich zu entscheiden! Ich liebe die Natur und verbringe so viel Zeit wie möglich draußen. Ich liebe Hunde über alles, interessiere mich für Nachhaltigkeit, Veganismus und was wir alle tun können, um unsere Erde besser zu schützen. Ich gehe super gerne in Second-Hand-Läden – das Gefühl, dort etwas Süßes zu finden, ist unbeschreiblich – und natürlich meine größte Liebe: Meine eigenen Videos zu filmen, zu schneiden und sie mit Menschen zu teilen, die sich mit den gleichen Themen beschäftigen.

Hast du einen Traum?

Einen ganz konkreten Traum habe ich eigentlich nicht. Seit einiger Zeit, seit ein paar Jahren vielleicht, stelle ich mich aber in einem kleinen Häuschen am Wasser vor. Dort lebe ich vielleicht irgendwann mit meinen vielen adoptierten Hunden und habe meinen eigenen Garten, in dem ich mein Gemüse anpflanze. 

Woran zweifelst du?

Generell denke ich, dass jeder das machen sollte, was er für richtig hält. Aber manchmal frage ich mich, wieso Menschen so viele Dinge machen, ohne diese zu hinterfragen. Nicht alles, was man in den Medien sieht, ist wahr. Nicht alles, was Andere erzählen ist wahr. Sich zu informieren und sich sein eigenes Bild zu machen ist, finde ich, super wichtig. 

Was sagen Andere, was du gut kannst?

Es ist meines Erachtens manchmal schwierig, genau zu sagen, was andere Menschen an dir schätzen. Nicht, weil sie dich solche Dinge nicht wissen lassen, sondern weil ich von jedem Menschen in meinem Umfeld anders wahrgenommen werde. Meine Mutter hat mich einmal gefragt, und diese Frage ist mir komischerweise in meinem Gedächtnis geblieben, „Taimi, wie kannst du immer wissen, wie es mir geht und was ich denke, ohne mit mir überhaupt geredet zu haben?“ Vielleicht ist das ja die Sache, die ich gut kann?

Was hättest du gerne zehn Jahre früher gewusst?

Puuh… Vor zehn Jahren, mit 9, war ich noch solch eine Mini-Taimi und hatte keine Ahnung, was auf mich zukommt. Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich eigentlich nach wie vor an dem selben Punkt und habe immer noch keinen Plan vom Leben (ich glaube, das Beste ist einfach, sich treiben zu lassen und abzuwarten, was das Universum so für einen bereit hält). Wenn ich aber in diesem Moment mit meinem neunjährigen Ich reden könnte, würde ich ihr sagen, dass sie das Leben in den kommenden Jahren nicht so ernst nehmen soll. Das Leben ist zum Genießen da. Du wirst genügend Zeit haben, aufzuwachsen und älter zu werden, genieße die Jahre, in denen sich alles so schwerelos anfühlt und man einfach Kind sein darf. Plus, ich würde sie noch bitten, Laku, meinen damaligen Hund, ganz ganz fest zu knuddeln, denn das vermisse ich im jetzigen Augenblick so sehr.

Was ist kleines Glück für dich?

Kleines Glück ist für mich, wenn ich von der warmen Sonne geweckt werde oder wenn ich am Fenster sitze und es draußen nach Sommerregen riecht. Wenn der Hund auf der Straße zu mir kommt und gestreichelt werden will oder ich das von meiner Mutter gebackene Bananenbrot im Ofen bis nach oben riechen kann. Ja, solche Momente sind die vielen kleinen Glücksmomente, die das Leben magisch machen.

Digital oder Analog?

Analog. Das Beste daran ist, dass du den Moment, den du aufgenommen hast, nicht mehr verändern kannst. Du hast ihn auf Film gespeichert, so echt und roh und authentisch. Ich müsste unbedingt mehr Bilder mit meiner Analog-Kamera machen, anstatt mit meinem Handy!

Vogel oder Fisch?

Ich wäre lieber ein Vogel. Das Gefühl, zu fliegen wäre sicherlich unbeschreiblich (und das, obwohl ich Flugangst habe *haha*). Die Erde von oben zu sehen und zu merken, wie klein man doch ist, wäre eine Sache, die ich gern können würde.

Meer oder Berge?

Ich fühle mich der Natur sehr verbunden, besonders dem Meer. Wenn ich das Glück habe, am Wasser zu sein, stehe ich gerne früh morgens auf, wenn noch alle schlafen und beobachte die Wellen. Ich glaube, es gibt nichts Entspannteres auf der Welt.

Kaffee oder Tee?

Ich habe noch nie verstanden, wie man für Kaffee Geld ausgeben kann haha. Ich lieeebe Tee, besonders Kräutertee.

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Franzi ist 22 und ein Sommerkind. Wenn sie nicht gerade draußen unterwegs ist, studiert sie in der bayerischen Provinz „irgendwas mit Menschen“ und „irgendwas mit Medien“. Für die Kolumne „Auf einen Tee“ befragt sie jeden Monat einen jungen, inspirierenden Menschen und portraitiert diesen.

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