Jahr: 2020

Untergänge in Gold

Teil I Gehen immer unweigerlich zwei Menschen an etwas zugrunde? Kann ich auch allein an uns zugrunde gehen?Wo kann ich dich lassen, wenn du doch immer wieder zu mir zurückkehrst?Liebe ich es nicht insgeheim, von dir heimgesucht zu werden? Teil II Teil III Du lässt mir keine Ruhe. Du steckst in jedem Glas Weißwein. Und immer, wenn ich dich sehe, beschleicht mich der Gedanke, dass ich niemals so richtig glücklich sein kann wenn ich nicht weiß, wie es sich anfühlt, wenn du nachts neben mir liegst. Manchmal wäre ich gern wie sie alleWeil sie es leicht habenWeil sie nicht suchen und trotzdem findenund dann hinnehmenund dabei bleiben. Teil IV Die Sonnencreme brennt in meinem Auge. Du zählst die Himbeeren in deinem Obsttörtchen und ich zähle die Kalorien in deinem Obsttörtchenweil ich nicht über das Wesentliche nachdenken will. _ Eigentlich ein Teil meiner “Das, was ich nicht sagen kann”-Reihe. Nur habe ich mehr Worte als Bilder gefunden.Teil 1, Teil 2, Teil 3,Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11 Beitrag von Imina.

Der Vorhang fällt, nichts dahinter #gibmirwiderworte

Scrollst Du auch manchmal durch die sozialen Medien oder machst die Nachrichten an und fragst Dich einfach nur: was war das denn gerade?Genau dann bist Du nicht Zielgruppe einer klar ausgerichteten Politik, die diejenigen ansprechen soll, die zwischen den Zeilen und unter den Handzeichen lesen können, versuchen und wollen. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeitdas Trilemma der MenschlichkeitHumanrecht, Naturzustand, Gesellschaftspflichtunangestrengt realisierbar, sind sie nicht. Visionen, Pläne, Wahlparteien,prophezeien eine unerfüllbare Wirklichkeit.Hirngespinste, Fantasien, Träumereien,als die Waffen politischer Konstruierbarkeit. Oft genug gelingt es mit einfachen Worten nicht, die Distanz zwischen Gesprächspartnern zu überwinden. Unweigerlich führt dies zu Missverständnissen, Fehlinterpretation oder auch Konflikten. Was auf der persönlichen Ebene halbwegs leicht zu beseitigen oder vorzubeugen ist, wird auf internationalen, politischen Bühnen immer wieder gerne ausgereizt und -genutzt, Kommunikation wird verdreht oder der größere Kontext vergessen. Wo das letzte Wort gesprochen oder das erste falsch betont wurde, kommt es zu berechnenden oder emotionalisierten Handlungen, die mit ihrem Symbolismus die täglichen Titelseiten förmlich erschlagen.  Mit symbolischer Politik werden Gefühle erregt und eindeutige Zustimmung oder Ablehnung verlangt. Anders als eine Politik die Fakten schafft, und daher Nägel …

Neue Fremde (und alte Bekannte)

Ich lerne Leute oft on the go kennen. Auch in längerfristigen Umfeldern, beispielsweise an der Uni, wenn man ein Semester lang ein Modul mit den gleichen Leuten besucht, aber sich nur miteinander versteht, weil man sich jede Woche über Thema xyz aufregt. Vielleicht mal auf Whatsapp anschreiben weil ‘oh schau hier, das erinnert mich an diese eine Situation in der wir beide xyz’. Aber dann doch nicht treffen, doch kein näherer Kontakt.  Auf Reisen passiert mir das ständig. Ich bin in Hostels mit Leuten aus aller Welt, wir sind im selben Schlafsaal und unterhalten uns über Politik in Europa. Ich erzähle, dass ich morgen ins Museum gehen will, du rätst mir früh hinzugehen, weil es immer so schnell voll sein würde. Nach zwei Stunden Reden über Gott und die Welt gehen wir beide ins Bett, du musst morgen früh um acht zum Flughafen, um nach Griechenland zu fliegen und ich bin einfach nur müde von der Anreise. Nachts liege ich dann wach im Bett und bin irgendwie so ruhig wie nie, habe Neues über die …

Wie Du zum Organisationstalent wirst

Nachdem ich einige Jahre verschiedenste Dinge und Aufgaben auf meinen Schultern jonglierte, heißt es für mich: Organisation ist das halbe Leben. Denn seit ich meinen Zeitplan intensiv strukturiere, jeder Bereich, in dem ich tätig bin, seine eigene Farbe hat und ich mir täglich kleine To-Do-Listen schreibe, bin ich auf einmal jemand, der Spaß am Arbeiten hat. Weil nicht überfordert. In diesem Text möchte ich euch einige Hacks verraten, damit auch ihr mehr Organisation in euer Leben bringen könnt. 1. Die Farben meines Lebens Die Farben meines Lebens sind grün, blau, rosa, gelb und lila. Sie stehen für Privates, Uni, Business, TIERINDIR und den Social-Media-Führerschein, mein neues Projekt. Diese ziehen sich durch verschiedenste Anwendungen, auf die ich gleich noch weiter eingehe. Ich habe diese Farben als Textmarker. Damit markiere ich in meinem Notizbuch. Sie finden sich in meinem Kalender wieder. In Organisations-Apps. Und so weiß ich sofort, was zu welchem Bereich gehört. 2. Der digitale Kalender Glaubt mir, ich habe sehr an meinen Printkalendern gehangen. Doch die Vorteile eines digitalen Kalenders, der sich auf deinem Computer …

Von Feminismus und Straßenkreuzungen #Alltagsaktivismus

Ob es einen richtigen Feminismus gibt? Schwer zu sagen. Wer einmal anfängt, sich mit feministischen Themen zu beschäftigen, merkt ziemlich schnell, wie unterschiedlich die vertretenen Positionen und Meinungen dort sein können. Einen falschen Feminismus hingegen gibt es auf jeden Fall. Ein Feminismus zum Beispiel der (kopftuchtragende) Muslim*innen, Sexarbeiter*innen, BIPoc, Behinderte, Mehrgewichtige, Trans- und Intermenschen, Nichtbinäre, Geflüchtete, Asexuelle, Alte, Arme, Homosexuelle und ihre spezifischen Diskriminierungserfahrungen ausschließt. Ein Feminismus also, der nur für hippe, reiche, gesunde, gebildete, weiße cis-Frauen gedacht ist. Diesen Ausschluss-Feminismus zu verhindern, versucht das Konzept der Intersektionalität. Intersektionali…häää?? Den Ursprung des zugegeben sperrigen Begriffs, der erst später von der Juristin Kimberlé Crenshaw in die theoretische Debatte eingeführt wurde, findet sich in den USA der 1960er Jahren. In der damaligen feministischen Bewegung warfen schwarze Feminist*innen der Bewegung vor, dass sie sich nur mit den Interessen der weißen Mittelschichtsfrauen* befassen würden. Sobald die weißen Frauen* sich Gehör verschafft hatten, setzten sich diese nur für ihre eigenen Themen ein und ignorierten die Belange ihrer schwarzen Schwestern. Doch die Verschränkung von Rassismus und Sexismus hat noch viel tiefere …

Kurzes, langes Leben – wenn Kinder sterben

Wir verdrängen jeden Tag das Thema Tod, doch sterben müssen wir alle. Du, Ich, ja sogar der nette Nachbar von nebenan. Wir alle sterben. Das ist gewiss. Gewiss und unaufhaltsam. Aber wir haben so große Angst davor, dass wir lieber verdrängen, als zu erkennen. Wir sind arrogant in unserem Denken, dass jeder Mensch ein Recht darauf hätte 80, 90, ja sogar 100 Jahre alt zu werden. Dieses Recht hat absolut niemand. Das Leben ist nicht unendlich, nein, das Leben ist endlich. Und es kann heute schon vorbei sein. In dieser Sekunde, in diesem Augenblick, stirbt ein Mensch. Ein Mensch, wie Du und Ich. Ein Mensch, der erst ein Gesicht, einen Namen, eine Bedeutung bekommt, wenn man ihn kennt. Ein Mensch, der geliebt wird. Ein Mensch, der Du sein könntest oder eben Ich. Und dieser Mensch stirbt. Jetzt. In dieser Sekunde, in diesem Augenblick, stirbt ein Mensch. Das sollten wir nie vergessen. Denn vergessen wir diese unaufhaltsam bedingt vorgeschriebene Tatsache, so laufen wir Gefahr, überheblich eine „Zukunft“ zu planen. Eine „Zukunft“, die es vielleicht nie geben …

Über Verschwörungsphantasien

In diesem Beitrag geht es um die Erfahrungen, die Marlon während seiner Recherche zu seiner künstlerischen Arbeit zum Thema Verschwörungsphantasien rund um Corona gemacht hat. Dieser Artikel und auch Marlons visuelle Aufarbeitung haben keinen wissenschaftlichen Anspruch. Die aufgeführten Inhalte dienen der Aufklärung. Die Eindrücke zu den Anti-Corona-Demonstrationen basieren ausschließlich auf den Erfahrungen, die Marlon vor Ort gemacht hat. Uns ist bewusst, dass diese Demonstrationen eine reale Bedrohung für Schwarze und People of Color darstellen. Wir möchten diese Bedrohung in diesem Artikel auf keinen Fall verharmlosen. – Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Marlon, einem guten Freund von mir, über Corona und all die Verschwörungstheorien, die es rund um das Virus gibt, unterhalten. Oder auch Verschwörungsphantasien, so wie er sie nennt. Verschwörungstheorien sind nämlich gar keine wissenschaftlichen Theorien, sondern viel mehr irgendwelche Hirngespinste, die nicht wirklich existieren. Uns alle haben sicher in den letzen Wochen Videos und Artikel erreicht, die die ganze Existenz des COVID-19 Virus anzweifeln. Wilde Theorien, wer angeblich wirklich dahinter stecken könnte oder was es damit auf sich haben könnte. Verschwörungsphantasien …

Wir sind es (nicht) wert! #wir

Alle Menschen sind gleich. Alle Menschen in diesem Land sind gleich. Dieser Gedanke ist vermutlich in den Köpfen vieler Menschen. Zugegeben, es ist ein sehr schöner Gedanke. Jedoch fällt in der Auseinandersetzung mit diesem Thema schnell auf, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Die (Un)gleichheit der Menschen Sollten alle Menschen gleich sein? Ja! Werden alle Menschen in diesem Land gleich behandelt? Nein! Also, noch einmal: Alle Menschen sind gleich. Alle Menschen in diesem Land sind gleich. Richtig? Falsch! Recht schnell stößt man auf einen Widerspruch, sieht man sich auf der einen Seite die Inhalte des Grundgesetzes an und auf der anderen Seite reicht ein – für mich persönlich und für viele andere Menschen auch – kurzer Blick auf die Gesellschaft, in der wir leben. Was ist das für ein Widerspruch, welche Unterschiede sind erkennbar, wenn Grundgesetz und Realität oder das wahre Leben miteinander verglichen werden? Grundgesetz, sag’ mir, wie stehst du dazu? Hierfür sollten wir zunächst einmal einen Blick ins Grundgesetz werfen. Wir haben hier dessen ersten Artikel. Den Artikel, den die meisten von euch …

Warum ich nicht immer jeden educaten will

“War das etwa sexistisch”, fragt mich der besorgt aussehende Späti-Mann. Seitdem er mitbekommen hat, dass wir feministisch unterwegs sind, ist das sein Hauptgesprächsthema. Und so kann es passieren, dass wir an unserem Stamm-Späti sitzend, in ein Gespräch verwickelt werden – über Gott, die Welt, Bier, aber eben auch Feminismus. Es sind nette Gespräche, er erzählt viel aus seiner Erfahrung, fragt nach, was noch erlaubt sei und was nicht und ist generell sehr interessiert an der Materie.  Meine Freund*innen schätzen sein Interesse an dem Thema sehr und meinen, dass es doch gut wäre, dass er so interessiert sei und sie ihn weiter belehren können, über ihren Blick auf die Welt, der so viel weiter sei als seiner. Und so reden sie Stunde um Stunde über das große Thema Feminismus: Was Männer dürfen, was Frauen können und irgendwann frage ich mich: “Hat er mich überhaupt gefragt wie ich heiße?’’ Dieser Mann, der seit Stunden unser Gespräch bestimmt und dem wir schon in mehreren Sitzungen unser feministisches Grundlagenwissen einflößen. Nein, hat er nicht. Auf dem Nachhauseweg, versuche ich …

Unausgesprochenes #Werbistduwirklich?

Ich schaff es nicht, so zu tun als wäre alles okay. Ich schaff es nicht, mich anzupassen. Ich schaff es einfach nicht, auszuhalten am falschen Platz zu sitzen. Ich kann mich nicht aushalten, ich kann die anderen nicht aushalten. Vor allem, kann ich das Schweigen nicht aushalten. Die Dinge über die wir nicht sprechen, von denen wir aber wissen, dass sie da sind. Warum können wir nicht ehrlich sein, obwohl wir das gleiche teilen. Warum können wir uns einander nicht zeigen? Ich kann es nicht aussprechen. Können wir einander überhaupt leiden? Oder ist da immer die Enttäuschung darüber, wie es sein könnte, aber nicht ist. Und doch müssen wir uns immer an einen Tisch setzen, an dem uns nur Stille und Zwang umgibt. Ich spüre jeden Blick von Verachtung und Missgunst, an dem eigentlich Liebe sein sollte. Wo sind wir falsch abgebogen? Warum hat uns die Zeit so verändert? Vielleicht, nein mit Sicherheit, hat uns das Unausgesprochen weiter voneinander entfernt.  Es fällt mir schwer, drüber zu stehen. Wenn wir uns in die Augen schauen, dann …