Monate: Juli 2019

While in a blizzard

Reading the poems of my mother Getting lost in the lyrics of my son After some months’ timeI find myself being freeLiving in a state, whichdespite all my current longing I would never have imaginedas being reachablefor someonelike meI belongto the angels in front rowGiving it all out there, all they have With their hearts laid openAnd their words freedKnowing, there isno judgement to expectno tension to worry aboutno silence to fear Looking back, I ́m freezing Entangled in icy needles Running up and down my spine Like a blurry blizzard trying to get a hold on me, againAs I ́m dragging myself through shame Shame, shame, shameHow on earthdid I become blindTo what I needTo what I amTo what I lovemore than sadnessmore than coldnessmore than pain Keep running, I ́m telling myself Don ́t you dare to look backGo with herGo with him 22.05.2019 Hanna, 22, studiert Psychologie und steht gern früh auf. Sie verbringt viel Zeit in der Natur und auf Konzerten, schreibt Songs und Gedichte und macht sich (manchmal zu viele) …

Vergeben können

Denn ich bin wer ich war. Lange Zeit war ich auf der Suche nach Irgendetwas, was mir aus meiner Misere heraushilft. Als ich erkannte, dass mich alles und jeder um mich herum im Stich gelassen hatte oder erst das der eigentliche Grund für meine verzweifelte Lage war, wurde mir klar, dass nur ich mir selbst helfen können würde. Mit dieser Erkenntnis veränderte sich der Fokus meiner Lösungssuche. Da ich alleinig für mein zukünftiges Wohlergehen verantwortlich bin, muss auch ich allein mit meiner Vergangenheit abrechnen. Denn dort war mein Kummer zuhause. All die vielen Jahre, in denen mir solch Unrecht angetan wurde. In denen ich noch als völlig unbeholfener, unerfahrener Mensch in zahlreiche unzumutbare Situationen und Beziehungen gebracht wurde. Alles in meinem Leben, alles was mich als Person betraf, bezog sich auf diese unschönen Ereignisse. Sie machten mich zu dem, als das ich mich sah. Zunächst ein Opfer, ein Überlebender, dann zu einem Rebell mit dem dringenden Vorhaben Rache zu üben. Das änderte sich. Es fiel mir auf, dass ich allem, nicht nur dem Schlechten, zusprach, …

An euren Scheinen klebt unser Blut!

Wir dealen es wie Koks. Heimlich, still und leise. Hinter vorgehaltener Hand getuschelt: „Haste mal nen Tampon?“. Nun fühlen wir uns dabei unwohl, ja gar peinlich berührt. Hier und da entdeckt man rot werdende Wangen und in der Geschwindigkeit eines Strahlflugzeuges, verschwindet das komprimierte, gebleichte Stückchen Watte in unseren Hosentaschen. Monatsblutung, Periode, Tage, Erdbeerwoche, Haiangriff, Zyklusblutung. Ganz egal wie man es nennt, es bleibt Monat für Monat die gleiche Qual für jede gebärfähige Frau. Für manche mehr, für manche weniger, das kommt immer ganz individuell auf den Körper der Frau an. Es betrifft uns, wie manche das Problem hohler Zähne und abgebrochener Fingernägel. Nein, eigentlich beeinflusst es unser Leben maßgeblich. Nun könnten Sie sich unwohl fühlen, wenn ich über dieses Thema spreche. Aber es ist eine normale, gewöhnliche und vollkommen natürliche Sache, über die diskutiert werden muss. Leider realisieren und akzeptieren die Wenigsten die Normalität der Menstruation. Kritische Aspekte häufen sich: Unzureichende Bildung in Schulen, fehlende Unterstützung der Eltern, Scham und Verheimlichung. Doch sollte jedem, der denkt über das Thema Menstruation diskutieren oder urteilen zu …

Ich wär’ so gern …

Ich wäre so gern so eine junge Frau, die ganz viel Wärme, Ruhe, Sicherheit und Liebe ausstrahlt. Eine junge Frau, mit der man sich gern umgeben mag und sich sicher fühlt, seine Gedanken laut auszusprechen.  Eine junge Frau, die politisch gebildet ist und sich intelligent unterhalten kann, sich engagiert. Eine junge Frau, die gut kochen und backen kann, die ein ganz bisschen unordentlich ist, aber immer pünktlich.  Eine junge Frau, mit der man laut sein kann und Spaß hat, mit der man aber genauso gut leise sein kann, sich in Ruhe und ehrlich unterhält. Die selber auch gerne etwas unternimmt und spontan ist. Mit einem sanften Wesen, dass nicht verurteilt und die trotzdem ehrlich ist und sagt, was sie fühlt und will.  Eine, die um ihren eigenen Wert weiß und sich akzeptiert, ohne dabei andere Niedermachen zu müssen.  Jemand, den man von Grund auf sympathisch findet. Ich habe so eine ganz bestimmte Version von mir in meinem Kopf, die ich als perfekt empfinde.  Stattdessen wird mir manchmal gesagt, dass ich am Anfang eher einschüchternd wirke, …

Verlassen werden

Heute ist Sonntag. Ein voller Tag. Auf der To-Do-Liste steht, dass ich für zwei Tests, die kommende Woche anstehen, lernen muss, mich auf einen Termin vorbereiten muss, Oma anrufen und Yoga machen will und diesen Beitrag schreiben muss. Und so steckte ich mitten in der Bewältigung der ersten Punkte, starrte in meinen Laptop, auf Stichpunkte, die ich nicht verstand und plötzlich kam mir eine Erinnerung. Fragmente meiner Vergangenheit In letzter Zeit kommen öfters mal kleine Fragmente meiner Vergangenheit zurück. Wahrscheinlich versucht mein Unterbewusstsein irgendwo dort Antworten zu finden. Und ich glaube auch, dass ich dort fündig werde. Ich war 12, als ich ins Internat kam. Ins Internat der Tanzhochschule, die ich besuchte, die eigentlich in der selben Stadt war, in der meine Familie und ich lebten. Der Grund meines Besuch war also nicht die Distanz – sondern vorübergehende Schwierigkeiten, Probleme in meiner Familie. Und als ich dann auf dieses Mitschriften-Dokument starrte, kam auf einmal der Moment zurück, als ich am Fenster stand und Mama und Papa wegfuhren. Ich war den ersten Abend allein in meinem …

Endlich ankommen

Und nun, sitzen wir hier und genießen, genießen uns und die Welt scheint so entfernt, so weit entfernt. Sitzen hier, als gäbe es kein morgen mehr, kein morgen, das uns wieder in die Welt zurückholt. Sitzen hier, so sorgenfrei, so gelassen, so erleichtert. Und dann brechen wir wieder auf, doch es bleibt, dieses neue Gefühl der Zufriedenheit, welches wir mehr brauchten denn je. Und nun sind wir glücklich, glücklicher denn je und haben das Gefühl, endlich angekommen zu sein. – Die schönen Worte sind von Bianka. Sie ist 18 und geht noch zur Schule, verbringt ihre Freizeit sehr gern mit Freunden, aber auch mal allein mit einem guten Buch.

Das große Schissertum in mir

Und dann stehe ich da im Busch am Zaun, der mich nur noch vertikal zwei Meter vom Ziel trennt. Die Fahrräder hinter Glascontainern versteckt, unverschlossen, um im Notfall schnell wegdüsen zu können. Eine kurze Räuberleiter, beherzt rüberschwingen und ich wäre da. Doch genau dann fängt mein Gehirn an zu rattern.  Was ist, wenn ich an dem Draht, welches am oberen Ende des Zaunes gespannt ist, verhake und dann runterfalle?  Was ist, wenn Polizei genau in dem Moment auftaucht, wenn wir uns aller Klamotten entledigt haben und im weichen Chlorwasser des städtischen Schwimmbads treiben, im klaren Zeitnachteil und somit dem Schicksal ausgesetzt? Was wären eigentlich die gesetzlichen Folgen unseres kleinen Einbruchs? Würde ich dann eventuell von der Uni geschmissen werden? Hätte es Auswirkungen auf zukünftige Jobs, wenn sowas im Strafregister steht? Würde es überhaupt in den Strafregister kommen? Immer weiter spinnen sich meinen Gedanken und ein immer mulmigeres Gefühl macht sich in meinem Bauch breit, während meine Schwimmbad-Komplizen, einer nach dem anderen, sich ohne Furcht und Zweifel über den Zaun schwingen. Diese Zweifel, die irrationale Angst, …