Gastgedanken
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Was ist dein Frühlingsgefühl?

Ab und zu liege ich hier und schaue hinaus aus dem Fenster zu den Birken und Eichen, in ihre Blätterkronen, dessen grün sich hinter der Farbe meiner Wand erstreckt. Die Zeit vergeht zu langsam und doch habe ich nicht einmal bemerkt, dass die Blätter plötzlich grün waren.

Manchmal öffne ich das Fenster und lasse die Melancholie hinaus, in die ich von Zeit zu Zeit verfalle. Ich schließe meine Augen und stelle mir vor, wie sie vom Wind gewogen wird. Hin und her, wie auf Wellen getragen, wartet sie bis der Tag vergangen ist. Sobald ich meine Augen öffne, wird sie wieder da sein.
Es ist die Jahreszeit des Luftholens, des Zeitvergessens, des Neuanfangen und des Träumens.
Jedes Mal, wenn ich jetzt meine Augen schließe, sehe ich dich. Du bist wie ein eigenes Gefühl.
Wie mein eigener, kleiner Frühling.

Ich wüsste nicht, was ich sonst noch tun sollte, als den Blätter zuzusehen und immerzu an dich zu denken.

Manchmal schreibe ich in meinem Kopf ein paar Zeilen über dich. Ich würde gerne aufstehen, um sie in das kleine blaue Buch zu schreiben, dass ich extra gekauft habe, doch in dem Moment, wo ich aufstehe, habe ich sie bereits wieder vergessen.
Also bleibe ich liegen und  wünsche mir die Seiten würden sich von alleine mit schönen Erinnerung füllen. Mit verheißungsvollen Bauchgefühlen, mit Witzen und Blicken, einfühlsamen Gesprächen und blauen Augen. Mit allen Worten und Fragen, die ich dir in einem Gespräch unterjubeln könnte.
Je länger ich nun so vor den Birken und Eichen sitze und über dich nachdenke, desto mehr verstreicht deine Gestalt mit der Zeit. Gestern habe ich an deine Stimme gedacht und davor an dein Gesicht und davor an deine Gesten, aber ich habe sie nicht mehr gefunden. Nicht mehr gefunden, nicht mehr gewusst, oder einfach vergessen?
Jetzt bin ich irgendwo zwischen absoluter Leere und Faszination. Irgendwo zwischen Schwermut, Verwirrtheit und Warten.
Ich puste die Melancholie hinaus und lasse sie später wieder hinein, aber es kümmert mich nicht, was mit ihr passiert, denn ich bin zu sehr mit warten beschäftigt.
Ich warte hier auf etwas, auf irgendwas, aber ich weiß nicht was.
Vielleicht auf warme Sommernächte, Zweisamkeit und Glücksmomente, vielleicht auf Enttäuschungen, auf sonnengelbe Tage, auf Himbeertorten,  Albträume oder auf blaue Augen. Vielleicht warte ich auch auf dich.
Es ist eine Woche her, seitdem du mein Frühlingsgefühl geworden bist.
Wenn es eine Farbe hätte, wäre es ein helles grün, wie die Kronen der Birken und Eichen vor meinem Fenster, die dieselbe Farbe haben, wie die Wände in meinem Zimmer.
Und jedes Mal, wenn ich jetzt hinausschaue, muss ich an dich denken und verfalle diesem einen Gefühl und fühle mich, wie in einem Museum an einem herrlichen Tag.
Als wäre das Fenster nur der Rahmen eines wunderschönen Gemäldes und du selber das Gemälde. Seltsam, nicht?

Gastgedanken von Lovi.

Sie ist Schülerin, aber interessiert sich mehr für Kunst, als für die Schule. Wenn sie nicht in Gedanken verloren ist, liebt sie es Klavier zu spielen, eigene Lieder zu schreiben, analog zu fotografieren und zu zeichnen; Das volle künstlerische Paket eben.

4 Kommentare

  1. Sarah sagt

    musste grinsen während ich an den bebäumten frühlingshaften bahngleisen auf die bahn warte und eigentlich in negativen gedanken schwelgte. Musste ich grinsen

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