Monate: April 2019

Wenn dein Crush nicht zurückschreibt

Gibt es einen Grund, traurig zu sein, wenn die Person einfach nicht antwortet? Was sagt dein Kopf? Was dein Herz? Eigentlich sagen mir beide Parteien, dass ich ihm nicht schreiben soll. Und im nächsten Moment erwische ich mich erneut, wie ich ihm dann doch schreibe. Ich wollte doch Abstand, ich wollte doch, dass er sich meldet, dass er mir zeigt, wie wichtig ich ihm doch bin. Warum können wir nicht einfach von heute auf morgen mit diesen Themen, mit dieser Person, die wahrscheinlich nichtmal ansatzweise dasselbe empfindet, abschließen? Viel zu viele Fragen ohne klare Antworten, die sich gerade in meinem Kopf ansammeln. Ich frage mich, warum er sich nicht mehr meldet und suche im Endeffekt den Fehler bei mir selbst. Aber ist es das, was wir wollen?Die Fehler immer wieder bei uns suchen? Weil es erneut mit der Partnersuche nicht funktioniert hat, obwohl wir uns jeden Tag einreden, dass wir stark sind und vor allem, dass wir gut genug sind! Wir haben uns gerade mit der Welt und der derzeitigen Situation angefreundet und plötzlich stehen …

§219a

Abtreibung. Wie oft andere Mädchen und Frauen daran denken weiß ich nicht, aber jedes mal wenn meine Periode ein bisschen zu spät kommt schießen mir tausende Fragen dazu in den Kopf. Was, wenn ich diesmal wirklich schwanger geworden bin und was, wenn ich mich dazu entscheide nicht Mutter zu werden? Wohin kann ich gehen und wer macht das dann? Wird es weh tun? Und darf ich das überhaupt? Ich war immer fest davon überzeugt, dass Abtreibungen in Deutschland einfach und legal seien. Aber damit lag ich falsch. Während Frauen in Frankreich und Italien beispielsweise legal abtreiben dürfen wenn sie ungewollt schwanger geworden sind, ist bei uns die Rechtslage nach wie vor kritisch. Es ist straffrei aber nicht eindeutig erlaubt, doch das schlimmste ist, dass Ärzt*innen die Abtreibungen durchführen das Leben schwer gemacht wird. Unter den Anschuldigungen der ,,Bewerbung” von Schwangerschaftsabbrüchen fanden sich etwa die beiden Ärztinnen Natascha Niklaus und Nora Szas im August 2018 vor Gericht. Und das für diesen Satz: “Schwangerschaftsabbruch, operativ oder medikamentös”, der sich ganz unten auf der Liste von ambulanten Operationen …

Was ist dein Frühlingsgefühl?

Ab und zu liege ich hier und schaue hinaus aus dem Fenster zu den Birken und Eichen, in ihre Blätterkronen, dessen grün sich hinter der Farbe meiner Wand erstreckt. Die Zeit vergeht zu langsam und doch habe ich nicht einmal bemerkt, dass die Blätter plötzlich grün waren. Manchmal öffne ich das Fenster und lasse die Melancholie hinaus, in die ich von Zeit zu Zeit verfalle. Ich schließe meine Augen und stelle mir vor, wie sie vom Wind gewogen wird. Hin und her, wie auf Wellen getragen, wartet sie bis der Tag vergangen ist. Sobald ich meine Augen öffne, wird sie wieder da sein. Es ist die Jahreszeit des Luftholens, des Zeitvergessens, des Neuanfangen und des Träumens. Jedes Mal, wenn ich jetzt meine Augen schließe, sehe ich dich. Du bist wie ein eigenes Gefühl. Wie mein eigener, kleiner Frühling. Ich wüsste nicht, was ich sonst noch tun sollte, als den Blätter zuzusehen und immerzu an dich zu denken. Manchmal schreibe ich in meinem Kopf ein paar Zeilen über dich. Ich würde gerne aufstehen, um sie in …

Tabuthema? Der weibliche Orgasmus

Der weibliche Orgasmus, auch Höhepunkt oder Klimax, ist und bleibt ein Mysterium für sich, denn Frauen fällt es oft deutlich schwerer, beim Sex zu kommen. Wieso wird darüber so wenig gesprochen? Wieso sind männlicher und weiblicher Orgasmus immer noch nicht gleichberechtigt? Wie war es früher und wie ist es jetzt? Im Mittelalter wurde davon ausgegangen, dass Frauen nur dann schwanger werden können, wenn sie einen Orgasmus erleben. Die Männer waren deshalb immer darauf aus, die Frauen zum Höhepunkt zu bringen. Tragisch war, dass Vergewaltigungen gesetzlich nicht mehr als solches gesehen wurden, wenn die Frau schwanger wurde – also vermeintlich gekommen ist. Im viktorianischen Zeitalter (19. Jahrhundert) wurden sexuelles Verlangen und vaginale Ausscheidungen als Symptome für Hysterie. Hysterie ist laut Duden ein veralteter Begriff aus der Medizin und beschreibt eine “abnorme Verhaltensweise mit vielfachen physischen und psychischen Symptomen ohne klar umschriebenes Krankheitsbildgehalten”. Weibliche Sexualität wurde folglich mit einer „Beckenmassage“ behandelt, bei der der Frau ein „Manipulator“ eingeführt wurde, der sie zum Orgasmus brachte – ähnlich wie ein Vibrator. Erst im 20. Jahrhundert, in den 1940er Jahren, …

Müssen wir uns wirklich nicht mehr outen?

Ich sitze in meinem Bett, es ist zwei Uhr nachts und ich versuche eine Pro- und Contra-Liste zu schreiben, nachdem ich 3 Stunden lang Selbsttests im Internet gemacht habe. Bin ich lesbisch? Oder doch heterosexuell? Ich habe keine Ahnung. Seit dem mir das erste Mal mit 11 der Gedanke gekommen ist, dass ich vielleicht Frauen gut finden könnte, habe ich mich viel entwickelt und vor allem pures Gefühlschaos durchlebt. Mädchen, Jungs, Junge und Mädchen, Mädchen und Junge, Mädchen mit Mädchen und Junge mit Junge. Ich habe mich dafür geschämt, war mir unsicher, war mir sicher, hab geweint, wollte mich verstecken, mit Leuten darüber reden. „Hey, vielleicht finde ich auch Mädchen gut.”„Ach, wenn dann, dann stehe ich ja auf Mädchen. Ärsche sind toll.“„Aber ich meine, vielleicht bin ich lesbisch.“„Das ist normal, geht aber auch wieder weg.“ Also gut, vielleicht bin ich lesbisch oder doch bi oder am Besten verdränge ich das Ganze einfach. Kann das nämlich gerade echt nicht gebrauchen. Ich will doch so gerne normal sein und dazu gehören. Bis ich 10 Jahre alt war …

Was ich zu sagen lerne /6

Die Bilder habe ich im Februar und März aufgenommen. Die Worte waren teilweise schon vor Monaten in meine Heften oder Notizen geschrieben worden. Ich habe zuletzt eine Zeit durchgemacht, in der ich das Negative – was es immer gibt – noch negativer wahrgenommen habe. Ich habe viel hinterfragt. Viel nachgedacht. Viel neu zusammengesetzt. Festgestellt, auf wen Verlass ist – und auf wen nicht. Ich habe gemerkt: Reden ist Gold, Schweigen ist Silber. Und dass ich trotzdem immer ein stilles Wasser sein werde. Es geht immer um die Art und Weise. Um das Wie. Was für ein Mensch möchte ich sein? Und wie gehe ich als ein besserer Mensch aus der Situation heraus, als ich es vorher war? Worte und Fotos von Nora.

30 Tage Zeichnen!

Ganz oft fragen mich Leute, wie ich das mache: Woher kommt es, dass du „so gut“ zeichnen kannst? Wie geht es, dass du Dinge „so schnell“ zu Papier bringen kannst? Meine Antwort ist dann meist – Übung, Übung, Übung. Denn Zeichnen hat weniger mit Talent als mit Übung zutun. Es geht viel darum, das eigene Auge zu schulen, weg von den glatten, perfekten Bildern, die unser Gehirn zusammenbaut (Welche Person hat denn zwei exakt symmetrische Augen?) hin zu einer vielleicht krumpeligen, aber echten Darstellung einer Sache zu kommen, die im besten Falle noch einen persönlichen Touch hat. Und dieser hat sich auch nur entwickelt, weil ich jeden Tag irgendwas kritzele. Aus diesem Grund ist mir die Idee gekommen, eine kleine 30-Day-Challenge zu machen. Ich habe euch für 30 Tage Motiv- oder Schreibideen aufgeschrieben, für jeden Tag eine. Natürlich mach ich auch mit und mich würde es freuen, wenn ihr euch mir anschließen würdet! Es geht eigentlich darum, Dinge wahrzunehmen, die um uns herum sind. Anders zu sehen. Neue Blickwinkel für die Dinge zu entwickeln, die …

Domino

In einer Welt, die nicht mehr unsere ist – sondern denen gehört, die in geschlossenen Räumen lobbying betreiben und über unsere Zukunft, die dieser Erde, entscheiden – zählen wir, mehr als je zuvor. Unser Handeln, unsere Taten können uns tragen – was wir in diese unermessliche Weite des Universums rufen, kommt auch so wieder zurück zu uns. Es braucht nur eine Stimme – um die Lawine ins Rollen zu bringen. Es braucht nur eine Stimme – um die Kettenreaktion des Dominoeffekt in Gang zu setzen. Es braucht nur eine Stimme – Deine Stimme. Wie ich, Du, wir unsere natürlichen Talente nutzen und einsetzen ist wesentlich für den Abdruck, den wir mit unseren Füßen auf dieser Erde lassen. Kunst: sie umgibt uns, kann uns zu Großem inspirieren, zu uns selbst führen aber auch entfremden. Medien: sie sind wohl das, was unsere Zeit am meisten prägt – sie beeinflussen unsere Einkäufe, was wir sehen sollen, wer wir sein wollen. Erschaffe diese, die Positives beeinflussen. Social Media: dort, wo wir unsere Leben präsentieren. Sie erlauben uns, über unseren …

Hannah – Wer wir sind

Die Tatsache, dass Hannah krank ist, kenne ich länger als Hannah selbst. Doch über den Verlauf dieses Leids und überhaupt irgendwelche Details, wusste ich nichts – bis heute. Erinnerungen, wann irgendetwas anfing, sind schwierig. Es fing um 2013 an – ich wollte perfekt sein. Wenn ich andere Menschen gesehen habe, die glücklich wirkten und auch in ihrer Familie glücklich waren, dann dachte ich: dieses Glück muss man irgendwie erreichen können. Und ich habe begonnen, mich in vieles rein zu zwängen und alles zu machen, was man von mir verlangt hat – ob ich wollte oder nicht. Meine Vorsätze für das Jahr 2014 waren dann Dinge wie „Keine dummen Fragen stellen“, „Nur sprechen, wenn man dazu aufgefordert wird“ und „Nein ist keine Antwort“. Ich wollte einfach zufriedener werden; ich wollte abends ins Bett gehen und mir sagen können: „Heute war es gut.“ Doch „gut“ hat mir schnell nicht mehr gereicht. Ich habe eine Stoffwechselstörung, wegen der ich sehr auf meine Ernährung achten muss. Lief da einmal was falsch, war das für mich gleich wieder eine Verunsicherung. …