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Wie ein Schlag

Ich habe diese Woche gemerkt, wie schnell alles auf einmal anders sein kann.

Und ich habe Glück gehabt. Bin mit einem Schock weggekommen. Der hat mir aber – mal wieder – gezeigt: das Leben ist fragil, die Menschen in deinem Leben sind fragil und vor allem ist deren Gesundheit kein garantiertes Programm. Gesundheit ist vergänglich. Gesundheit ist einen Tag da und kann den nächsten Tag weg sein. Wir lernen, mit „Ungesundheit“ zu leben. Wir lernen aber auch, mit Gesundheit zu leben. Beide Stadien zu akzeptieren, hinzunehmen. Sollten wir nicht.

Gemerkt habe ich: da sollte es keine Stagnation geben. Keinen Halt. Es geht immer noch besser. Es geht immer sicherer. Es geht nie perfekt. Aber immer geht was. Also auch wenn es nervig ist: ich möchte lieber ein Mal zu viel meinen Liebsten Druck machen, die eine odere andere Lebensweise zu überdenken. Schlimmer wäre, sich irgendwann eingestehen zu müssen, man hätte nicht genug getan.

Das ist der eine Punkt.
Der andere? Dass sämliche Seligkeit mit einem Mal weggefegt werden kann, wenn die Gesundheit eben nicht mehr gegeben ist. Nicht mehr da ist. Wenn irgendwas ist. Irgendwas schlimmes oder schlimmeres. Da sind kleine Nuancen, die dein Leben schön(er) machen, dann auch egal. Kleine add-ons. Von Schönheit und Glück kann eh keine Rede sein, wenn dein Leben auf einmal eine unvorhersehbare Wendung nimmt – in eine ungute Richtung. Ich kann mich so glücklich schätzen, Luxusprobleme zu haben. Mich jeden Abend auf den nächsten Tag zu freuen. Es hat nur eine Nachricht, einen Blick auf mein Handy gebraucht, um meine Lage um 180 Grad zu wenden. Und das sage ich, nachdem sich eine Stunde später bereits fast alles als harmlos herausgestellt hat.

Aber: Was wäre wenn? Das Undenkbare ist denkbar geworden. Und für mich kam damit die Einsicht, dass das hier alles kein Wunschtraum ist, sondern dass ich auch nur so unbeschwert durchs Leben gehen kann, wie es dieses erlaubt. Ein Schlag. Einer, der gesessen hat. Einer, den ich brauchte. Sanft im Vergleich zu dem, was andere durchmachen, das weiß ich. Und das schätze ich. Habe meine Lektion gelernt. Und werde sie wie ein Mantra nun bei mir tragen.

Text und Foto von Nora.

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