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Das kalte Meer oder was aus Vorsätzen wird

Es ist schon Ende Januar ? Das ist doch wohl ein Scherz oder?

Wie schnell der erste Monat des Jahres nur vergangen ist. Einfach unglaublich und auch etwas erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Und wie habe ich den letzten Monat genutzt? Was habe ich erlebt? Habe ich mich weiterentwickelt und bin ich meine Ziele angegangen, die ich mir Anfang des Jahres vorgenommen habe?

Ich würde gerne jede dieser Fragen positiv beantworten können. Sagen können, dass ich jeden Tag ausgenutzt und jeden Moment genossen habe. Einfach im Hier und Jetzt gelebt habe. Auf mich geachtet habe. Mich in mir selbst wohlgefühlt habe. So wie ich es mir vorgenommen hatte. 

Es gab auf jeden Fall diese Tage, an denen ich mich an meine Vorsätze gehalten habe. Genau wie geplant und doch frei.

Aber im Moment folgt bei mir oft auf eine Reihe von Tagen, in denen ich nur so vor Energie, Lebensfreude und Positivität strotze, ein Tag, der mich zweifeln lässt. Zweifeln an mir, meinen Stärken, meinen Zielen, meiner Situation und allem, das mir gerade begegnet oder mich beschäftigt. Solche Momente nehmen mir wahnsinnig viel Kraft und Energie. Und ich habe leider noch nicht herausgefunden, wie ich dieses schwarze Loch, das mich herunterzieht, bekämpfen kann. Manche sagen, man muss es einfach zulassen. Man muss zulassen, dass sie einen überrollt, die schwarze Welle an Negativität. Sie einmal zu spüren und die Kälte, die sie hinterlässt. Die Gänsehaut fühlen und die Nacktheit, die sie bewirkt. 

Aber ich bin nicht der Typ, der einfach still hält. Der Untätig wie ein Zuschauer daneben sitzt. Ich muss einfach immer eingreifen. Dieses Eingreifen verletzt mich aber oft nur noch mehr als diese kalte Welle. Es ist, als würde ich mir meine Hand entgegenstrecken. Ich denke und hoffe, dass sie mich hochzieht, schützt und wärmt. Doch ruckartig verwandelt sie sich in eine raue Tatze mit langen, scharfen und spitzen Krallen, die mich unter Wasser drückt, sodass die kalte Welle von meinem Körper nicht mehr zurückweicht.

“Behandle dich so, als wärst du deine beste Freundin.”

Das ist die Intention, die ich tagtäglich versuche anzuwenden. An guten Tagen klappt das. Aber an schlechten Tagen wird die beste Freundin zu der bösen Stiefschwester. Und das erkenne ich immer viel zu spät. Erst, wenn ich plötzlich, unerwartet von dem schwarzen Meer ausgespuckt werde. Ich bin noch ganz verkrampft von der Kälte, meine Augen sind zusammengekniffen. Sie müssen sich erst an das wärmende Sonnenlicht gewöhnen, welches sie so lange nicht mehr gesehen haben. Ich richte meinen Körper auf, bewege mich langsam, atme tief ein und aus, rieche den frischen und süßen Duft von Freiheit. Ich sehe die bunten Farben, die Vielfalt, die Weite und muss auf einmal laut lachen. Ich fühle mich befreit. Als wäre eine große Last von mir abgefallen. Wie neugeboren. Vor Energie, Positivität und Lebenslust strotzend. Könnte Bäume ausreißen. Komme was wolle, ich kann alles schaffen, was ich will.

Das schwarze Meer ist weit weg. Eine verblasste Erinnerung, die ich gar nicht mehr nachempfinden kann. Wie habe ich mich gefühlt? Wieso habe ich mich so gefühlt? Wieso bin ich so mit mir umgegangen? Ich weiß es nicht. Ich verstehe es nicht. Ich weiß nur, dass mir das nicht nochmal passieren wird. Denn ich bin stark. So vergehen die Tage. Ich lebe. Ich genieße. Ich fühle. 

Das Meer. Es ist wieder da. Unerwartet und plötzlich. Eine raue Tatze drückt mich nach unten.

Dieser Post ist ein sehr ehrlicher. Mir war einfach danach, mal darauf loszuschreiben. Nicht lange zu überlegen, was sich gut anhören könnte, sondern die Worte einfach fließen zu lassen. Genau das zu schreiben, war wahnsinnig emotional und ich muss zugeben, dass ich gerade einen Kloß im Hals habe. Es fühlt sich befreiend an, durch das Schreiben einen Schritt zurückgehen zu können und mich zu analysieren. Um aus mir und meinem Verhalten schlau zu werden. Um mich weiterzuentwickeln. Um eins meiner Ziele – mich zu lieben wie ich bin – zu erreichen. 11 Monate  des Jahres habe ich dafür noch Zeit. Aber vielleicht geht das ja auch schneller. Wir werden sehen.

Die negative Stimmung ist in diesem Post sehr präsent, jedoch möchte ich, dass ihr das nicht falsch versteht. Es ist einfach leider so, dass dunkle Farbe intensiver ist, besser zu sehen ist, nur schwer verblasst und mit Deckweiß nicht versteckt werden kann. Insgesamt gibt es bei mir aber trotzdem viel mehr helle, positive Tage als die Negativen. Da ich aber gerade an den schlechten Tagen arbeiten will, habe ich ihnen so viel Platz in diesem Post gewidmet. 

Die Verfasserin dieses Posts möchte unbekannt bleiben.

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