Allgemein
Kommentare 1

Wo bleibt die Menschlichkeit?

In einer Welt, in der Fortschritt so großgeschrieben wird und die so modern zu sein scheint, herrscht doch so viel Ungerechtigkeit.

Eine Welt, die als emanzipiert angesehen wird, doch wo Frauenfeindlichkeit noch so präsent ist. So viele unrechte und unmenschliche Taten, die jeden Tag aufs Neue passieren, die einen an der Menschlichkeit zweifeln lassen. Auch wenn wir im 21. Jahrhundert leben, haben wir noch so viel vor uns.

Warum Unterschiede zwischen Menschen machen, wenn wir doch alle gleich sind? Warum unterscheiden zwischen Mann und Frau, zwischen dunkel- und hellhäutig, zwischen heterosexuellen, bisexuellen oder homosexuellen? Wir sind alle gleich auf die Welt gekommen, dementsprechend haben wir den gleichen Wert und genauso sollten wir auch behandelt werden. Menschen, die aufgrund des Genders oder der Sexualität Unterschiede machen, sind hier eindeutig fehl am Platz.

Manche Menschen in dieser Gesellschaft versuchen uns vorzugeben, wie wir denken und wie wir andere behandeln sollten. Wem welche Machtposition zuzuteilen ist und wer vermeintlich mehr zu sagen hat. Stellen sich selbst als etwas besseres dar, obwohl wir doch alle gleichwertig sind. Doch wir sind viel mehr als das – wir können uns unser eigenes Urteil bilden und gemeinsam gegen diese Ungerechtigkeiten vorgehen.

Homophobe oder frauenfeindliche Witze sind niemals zu tolerieren und in keinster Weise angebracht, denn sie versuchen, den Wert der betroffenen Person zu mindern. 

Niemals werde ich verstehen können, wie ein Mann eine Frau (und in den meisten Fällen sehr junge Frauen) vergewaltigen kann, die Würde des Menschen derart verletzen und das Leben dieses unschuldigen Menschen zerstören kann. Wie man einen Menschen wie ein Objekt behandeln und zu allem Überfluss die Schuld auch noch von sich weisen und auf das Opfer übertragen kann, um Schuldgefühle zusätzlich zu der Verzweiflung zu erzeugen. Niemals ist es die eigene Schuld, wenn solch ein schreckliches Verbrechen geschieht.

Genau bei diesen Taten fehlt die Menschlichkeit und die Achtung vor dem Leben anderer. Jeder sollte gleiche Chancen auf ein freies und unbeschwertes Leben haben und es liegt nicht im Recht einer fremden Person dieses zu zerstören. In dieser Welt sollte der Unmenschlichkeit kein Platz gegeben werden, denn jedes Leben ist gleich zu werten und zu behandeln.

Warum wird heutzutage überhaupt noch die Frage aufgeworfen, wer wen liebt? Welche Sexualität man denn nun auslebt? Ist nicht das komplett egal? Denn die Liebe bleibt die gleiche, egal von wem sie ausgelebt wird, egal welchem Gender wir angehören. Reine und ehrliche Liebe bedarf nicht der Frage, wem sie gilt, sie wird ohne Fragen ausgelebt. 

Lasst uns zusammenhalten gegen den Hass, die Ausländerfeindlichkeit, die Vorurteile und die Diskriminierung. Aktionen wie die Me-too-Debatte oder #ThisIsNotConsent sind ein guter Schritt in die richtige Richtung. Wir können so viel Gutes bewirken und so viel verändern, Positives und Inspirierendes geben.

Also lasst uns diese Welt, in der wir leben und die wir aktiv mitgestalten können, ein Stück weit mehr menschlicher machen!

Gastgedanken von Sophie. Sie ist 19 Jahre alt und gerade am studieren. Sie schreibt sehr gern Texte – hält das fest, was ihr gerade im Kopf herumgeht und was sie beschäftigt. Sie hat diesen Text geschrieben, nachdem die Vergewaltigung in Freiburg und der Freispruch in Irland war (unter #ThisIsNotConsent bekannt), was sie sehr erschüttert und zum Nachdenken angeregt hat.

Das Beitragsbild ist von Nora. Das Kunstwerk ist von Bruce Nauman.

1 Kommentare

  1. Atingita sagt

    “Warum Unterschiede zwischen Menschen machen, wenn wir doch alle gleich sind?”

    Ich denke, dass ist deine Hauptprämisse, auf die sich durch den Artikel zieht. Was ist denn, wenn wir nicht alle gleich sind? Was bedeutet denn Gleichheit? Gleichheit an Hautfarbe? Gleichheit an Würde? Und dann stellt sich die Frage, was ist Würde? Muss man Würde erlangen oder hat man sie einfach? Und woran kann man das dann messen / feststellen?

    Übrigens definiert ein Professor das Links-Rechts-Spektrum in der Politik wie folgt: Links sein bedeutet für Gleichheit einzutreten, rechts sein bedeutet dagegen zu sein (z.B. ist die Monarchie offensichtlich da zu verordnen, trotzdem gibt es gute Gründe, zu argumentieren, dass Menschen nicht als gleich angesehen werden sollten).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.