Jahr: 2019

Die Freundschaft zwischen mir und dir

Mein Fuß wippt, deine Lippen formen die Lyrics nach. Um uns herum eine Geräuschkulisse von heiteren Gespräche über das Wetter, Gesprächen zwischen Menschen, die sich gerade das erste Mal treffen, nachdem sie ein Date über Instagram oder Tinder ausgemacht haben. Gespräche zwischen alten Freunden, die sich nur alle paar Wochen sehen und Neuigkeiten austauschen, so vertieft, dass sie das Rundherum nicht wahrnehmen. Das Licht in der Bar ist abgedunkelt, die Gläser halb leer. Wir bestellen noch eine Runde, die geht auf mich. Weil sich bei uns das Zahlen gefühlt immer abwechselt. Weil es sich immer ausgleichen wird, weil es sicher ist, dass wir uns bald wiedersehen. Wir stoßen an, du gibst mir zu verstehen, dass du mich lieb hast und so froh bist, dass wir uns wieder sehen. Und das macht mich glücklich. Ich bin glücklich. Denn trotz deiner Heiterkeit, die dem Alkohol zu verdanken ist, weiß ich, dass du es ernst meinst. Dass es wirklich so ist. Ich verschwende gern Zeit mit dir, gemeinsam vergessen wir für ein paar Stunden unsere Pflichten, die Hürden …

30 Tage Zeichnen!

Der Sommer ist dahin. Das merke ich vor allem, wenn ich jetzt morgens das Fenster öffne und mir beißend kalte Luft anstatt einer warmen Brise ins Gesicht schlägt. Oder wenn ich mich dann doch gegen die Birkenstocks und für meine Sneakers entscheide, bevor ich aus dem Haus gehe. Mich vom Sommer zu verabschieden ist für mich immer besonders schwer. Ich habe das Gefühl, im Sommer die meisten schönen Dinge zu erleben, an die ich mich auch Jahre später noch mit einem Lächeln erinnere. Aber gleichzeitig ist das Ende des Sommers für viele eine Erleichtung – endlich nicht mehr schwitzen. Endlich wieder aufs Sofa kuscheln, heiße Schokolade trinken und Stunden auf Netflix verbringen, ohne sich schlecht zu fühlen, draußen irgendwas wichtiges zu verpassen. In einer Zeit des Umschwungs finde ich es besonders wichtig, Gedanken festzuhalten und Sommer-Erinnerungen einen Platz zu geben. Deshalb habe ich heute die zweite 30-Tage-Challenge für euch. Ich habe mir 30 Fragen oder Anregungen ausgedacht, auf die ihr mit Bilder, Illustrationen oder Texten antworten könnt. Es geht eigentlich darum, Dinge wahrzunehmen, die um uns herum …

Wegfahren – ins Unbekannte

Das Abi ist in der Tasche. Ich stehe an diesem Bahnhof und warte auf den Zug, der mich an das nächste Ziel bringt. Obwohl ich schon weiß, wohin es geht, habe ich trotzdem das Gefühl, eine falsche Entscheidung zu treffen. Ich stehe am Gleis, Züge fahren an mir vorbei und der Wind zieht mich mit. Ich sehe, was alles sein könnte und was doch nicht ist (und vielleicht niemals sein wird). Alle Züge stehen mir zur Auswahl. Jeder einzelne könnte mich an einen neuen Ort bringen. Direkt mit den Studium anfangen? Nimm’ den ICE nach Oldenburg um dort zu studieren. Einen Freiwilligendienst machen? Fahr’ mit dem RE an den Bodensee runter. Ins Ausland gehen und jobben? Lauf’ aus dem Bahnhof raus und fahr mit dem Shuttle an den Flughafen.  Alles könnte sein und ich muss mich festlegen. Klar kann ich von einem anderem Bahnhof oder Flughafen aus jederzeit wieder zurückkommen oder von dort aus woanders hin. Und ganz tief in mir weiß ich auch, dass das so sein wird. Ich bin kein Mensch der an …

Lieblinge im Juli

Ein heißer, anstrengender, spaßiger Monat neigt sich dem Ende zu, in dem ich sehr viel gearbeitet und sehr viel gelernt habe, mit neuen Situationen umgehen und Dinge akzeptieren musste, die nicht zu ändern sind. Ich glaube, der Juli war definitiv einer meiner liebsten Monate in diesem Jahr! Heute erzähle ich euch ein bisschen von den Dingen, die mich begleitet haben. Im Juli habe ich sehr viel Zeit in der Uni und mit der Konzeption unserer diesjährigen Ausstellung verbracht. Deshalb ist mein erster Favorit auf jeden Fall, dass alles so geklappt hat wie es klappen sollte, alles hängen geblieben ist und ich sehr viel gelernt habe. Die harte Arbeit hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Vielleicht wisst ihr es schon, aber ich habe eine riesige Schwäche für Musik aus den 1980er Jahren. Über den Monat hat mich diese 80s-Playlist begleitet, die ich zusammen mit einer Freundin für unsere Bar erstellt habe. Sie kam bei allen gut an und erinnert mich jetzt an eine wunderschöne Zeit. Ihr könnt sie hier finden & mal reinhören! Da es im …

Manchmal wäre ich gerne ich

Ich mag mich, das einmal vorab gesagt. Das war nicht immer so. Ich hatte in der Schule schon immer das Problem, dass ich manchmal angeeckt bin. Ich hatte immer gute Freunde und war nie einsam, aber ich war auch nie cool. Und damals wollten alle cool sein. Und bis zum Schluss gab es Leute, die mich irgendwann dann doch nicht mehr dabeihaben wollten. Manchmal ist das noch heute so. Damals habe ich oft versucht mich zu verstellen, mal habe ich einen auf „Dummchen“ gemacht, weil ich dachte, dass kommt gut an. Dann wiederum habe ich mit meiner besten Freundin die Jungs aus der Klasse geärgert, wobei sie so viel draufgängerischer war als ich. Dann war ich zickig, weil ich dachte, Mädchen müssen das halt manchmal sein. Irgendwann wusste ich überhaupt nicht mehr wer ich bin und hatte Panik, dass ich überhaupt keine eigene Persönlichkeit entwickeln würde. Denn ich hatte im Pädagogikunterricht gelernt, dass die Identitätsentwicklung in der Pubertät passiert. Aber geht das überhaupt, wenn man ständig versucht jemand anderes zu sein, ohne überhaupt zu wissen …

Das Kind in mir

Dieses Jahr werde ich 24 Jahre alt, Mitte 20 also. Der erste Geburtstag, auf den ich mich nicht richtig freuen kann, obwohl ich Geburtstage liebe. Nicht weil ich Angst vor dem Älter werden habe, sondern weil ich einfach noch nicht soweit bin. Ich bin noch nicht Mitte 20. Irgendwie lässt sich diese Zahl nicht mit meinem Selbstbild vereinen. Ich weiß, dass es nur eine Zahl ist. Aber mit dieser Zahl geht noch viel mehr einher, wie zum Beispiel mein Masterabschluss dieses Jahr. Auch dafür bin ich nicht bereit. Irgendwie symbolisiert er für mich einen riesigen Schritt in Richtung Erwachsenenwelt, das Ende meiner Studienzeit. Ein Schritt, der mir im Moment noch viel zu groß erscheint. Meine kleine Schwester ist da ganz anders. Sie hat letztes Jahr kurz vor dem Abi die Schule geschmissen und ist von zu Hause ausgezogen, ein Schritt, den ich erst mit 22 gemacht habe. Sie möchte endlich Geld verdienen, ihr eigenes Leben leben, endlich erwachsen werden. Sie konnte es seit Jahren kaum erwarten endlich erwachsen zu werden. Ich dagegen wollte immer Kind …

Gedichtesammlung

Fühlermädchen – von Fabia zögernd hält sie ihrem Leben die Hand entgegensetzt einen Schritt in die Sonnefühlt, wie die Sonnenstrahlen die Angst besiegenein Windhauch streift ihren Körper, den sie beginnt zu liebenihre nackten Füße beginnen zu der leisen Melodie ihrer Seele zu tanzenund mit jeder Drehung schließt sie ihr neues Leben mehr in ihr neugieriges Herz. Autobahnblume – von Jülide  Eine Autobahnblume, das bin ich,Den Wind im Gesicht, dann wieder im Nacken,Kühl, windig.Bis die Sonne mich rettet.Jeder fährt an mir vorbei und sieht mich nicht an,Nur bei Stau, denkt sich,Wie fühlt sich die Pflanze, oder doch Blume?Nicht einmal meinen Namen wissen diese Menschen.Wie würde es mir gehen, hier so einsam und verlassen Tut ihr das gut?Gefällt es ihr vielleicht sogar?Stellte sich der PKW–Fahrer diese Fragen Und manche wären gerne ichund manche bemitleiden meine Einsamkeit.Aber das ist gut so,vielleicht ist es meine  MissionDich, Ihn, Euch zum Denken  anzustacheln. Loslassen – von Fabia Sommertraumgespinste mit dir in meinem Kopf werden von den Sonnenstrahlen des nächsten Morgenwachgeküsstund während ich das Alleinseinübekitzelt die Sonnemein Gesicht  Blüten in Meereswellen – von Charlotte Die Berührung. Die Berührung seiner Hand …

While in a blizzard

Reading the poems of my mother Getting lost in the lyrics of my son After some months’ timeI find myself being freeLiving in a state, whichdespite all my current longing I would never have imaginedas being reachablefor someonelike meI belongto the angels in front rowGiving it all out there, all they have With their hearts laid openAnd their words freedKnowing, there isno judgement to expectno tension to worry aboutno silence to fear Looking back, I ́m freezing Entangled in icy needles Running up and down my spine Like a blurry blizzard trying to get a hold on me, againAs I ́m dragging myself through shame Shame, shame, shameHow on earthdid I become blindTo what I needTo what I amTo what I lovemore than sadnessmore than coldnessmore than pain Keep running, I ́m telling myself Don ́t you dare to look backGo with herGo with him 22.05.2019 Hanna, 22, studiert Psychologie und steht gern früh auf. Sie verbringt viel Zeit in der Natur und auf Konzerten, schreibt Songs und Gedichte und macht sich (manchmal zu viele) …